Pahres () ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Gutenstetten im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Pahres hat eine Fläche von 4,220 km². Sie ist in 460 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9174,24 m² haben.
Geographie Das Dorf liegt am südlichen Aischufer. Etwa 1 km südlich erhebt sich der Ziegenhoferberg (). Die Kreisstraße NEA 12 führt nach Reinhardshofen (0,8 km nördlich) bzw. zur Bundesstraße 470 (1 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt ebenfalls zur B 470 (0,6 km südöstlich).
Geschichte 1232 wurde der Ort als „Paris“ erstmals urkundlich erwähnt. Ursprünglich gehörte der Ort zum Hochstift Würzburg. 1303/17 verlieh dieses Conrad und Hartung von „Paris“ den Zehnten. 1317/22 gehörte Gutend von Seckendorff der halbe Zehnten im Ort, daneben zwei Wiesen gemeinsam mit einem Herrn Hörauf und ein Lehen gemeinsam mit seinen Brüdern Arnold und Aberdar von Seckendorff. Bis 1356 waren auch die Herren von Hohenlohe im Ort begütert. 1356 belieh Gerlach von Hohenlohe den Kunz von Seckendorff mit der Mühle in Pahres. Daneben waren die Klöster Birkenfeld, Münchaurach und Münchsteinach und die Reichsstadt Nürnberg im Ort begütert. Im Urbar der Burggrafschaft Nürnberg des Jahres 1361/64 wurde auch burggräflicher Besitz angegeben, der seit 1427 brandenburg-kulmbachisch wurde.H. Sponholz (Hrsg.): Landkreis Neustadt an der Aisch, S. 119.
Seit 1663 ist die Privatbrauerei Hofmann belegt.Pahres auf der Website gutenstetten.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Pahres 25 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (21 Anwesen; Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach: 1 Braustatt, 1 Schmiede, 1 Gut, 1 Haus; Kastenamt Neustadt an der Aisch: 1 Häckersgut, 1 Häuslein, Synagoge; Klosteramt Münchsteinach: 2 Tropfhäuslein, 1 Haus, 4 Häuslein; Klosteramt Münchaurach: 1 Gut, 2 Halbgüter; Klosteramt Birkenfeld: 1 Widumsgut, 2 Gütlein), das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Halbhof, 2 Güter) und der Nürnberger Eigenherr Haller von Hallerstein (1 Hof).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 122.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Dachsbach und Kammeramt Neustadt. Im Jahre 1810 kam Pahres an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Pahres 1811 dem Steuerdistrikt Gutenstetten zugeordnet. Im Jahre 1813 entstand die Ruralgemeinde Pahres, zu der Eckenhof, Rappoldshofen, Reinhardshofen und Ziegenhof gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Pahres aufgelöst: Eckenhof zur Ruralgemeinde Gerhardshofen; Ruralgemeinde Pahres mit Ziegenhof; Ruralgemeinde Reinhardshofen mit Rappoldshofen.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 221. Die Ruralgemeinde Pahres war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1919 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt, seit 1972 Finanzamt Uffenheim).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 188. Ab 1862 gehörte Pahres zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Neustadt an der Aisch (1879 in das Amtsgericht Neustadt an der Aisch umgewandelt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,204 km².
Am 1. Juli 1972 wurde Pahres im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Gutenstetten eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 4: eingeschossiges Wohnstallhaus, 18. Jahrhundert; Satteldach mit Fledermausgauben, Ecklisenen, Gurtbänder auch im Giebel; horizontal zweigeteilte Haustür mit aufgedoppelten RautenR. Strobel: Landkreis Neustadt an der Aisch. S. 154. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen; ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 5: eingeschossiges Wohnstallhaus, Haustür wie an Nr. 4; 18. Jahrhundert Haus Nr. 15: eingeschossiges Wohnstallhaus, Erdgeschoss verputzt, Giebel Fachwerk; Haustür horizontal geteilt, aufgedoppelte Rauten; Mitte 18. Jahrhundert Haus Nr. 21 (= Am Wiesengrund 2): Mühle Haus Nr. 40/40 (= Neustädter Str. 2/4): Doppelhaus
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 Einwohner 211 266 254 237 218 212 216 208 188 182 164 152 137 143 149 149 138 137 124 197 215 189 162 141 119HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 36 41 43 39 38 36 30 32 33 29 Quelle Pahres: 203 Einwohner, 34 Häuser; Ziegenhof (S. 107): 8 E., 2 H. Pahres: 258 Einwohner, 39 Häuser; Ziegenhof: 8 E., 2 H. Pahres: 202 Einwohner; Ziegenhof: 16 E.
Religion Pahres ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört bis heute zur Kirchengemeinde St. Kilian (Reinhardshofen), die eine Filiale von St. Johannes Baptist und Laurentius (Gutenstetten) ist.
Nachdem 1818 im Königreich Bayern dem Judentum das Recht zur Religionsausübung zugesichert worden war, wurde in Pahres für 4313 Gulden eine Synagoge erbaut. Diese wurde mangels Bedarfes 1880 nach Neustadt verlegt, wo sich seit 1864 wieder Juden niedergelassen hatten, die zunächst der Israelitischen Kultusgemeinde Diespeck angehörten.
Persönlichkeiten Aus Pahres stammt der als Sohn eines Brauereibesitzers geborene Dachsbacher und Neustädter Arzt, Nürnberg-Fürther Gerichtsarzt und Erlangener und Münchner Universitätsprofessor Moritz Hofmann (1843–1906). Außerdem wurde der Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Leonhard Hofmann (1845–1930) in Pahres geboren.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Geographie (Gutenstetten) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung 1232 Kategorie:Gemeindegründung 1813 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ort an der Aisch Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim