Chromosomeninstabilität tritt dann auf, wenn in der Keimbahn oder in somatischen Zellen Mutationen in Genen, die für Reparaturproteine der DNA codieren, vorliegen. Aufgrund dieser Mutationen kommt es zu unvollständiger Reparatur von Mutationen und damit auch zu Chromosomenbrüchen. Dies führt beispielsweise dazu, dass Personen mit derartigen erblichen Erkrankungen häufig mutagen-hypersensibel sind. Das bedeutet, dass sie beispielsweise eine erhöhte Sensibilität gegenüber Strahlung und kanzerogenen Substanzen aufweisen. Als Folge dieser Mutagen-Hypersensibilität und der Chromosomenbrüche lassen sich erhöhte Raten von Translokationen, Inversionen und Deletionen beobachten.
In der Regel liegt bei erblichen Chromosomen-Instabilitätssyndromen ein autosomal-rezessiver Erbgang vor und sie führen zu einer erheblich höheren Disposition für Krebserkrankungen als bei Nichtbetroffenen.
Somatische Chromosomeninstabilität (CIN) tritt häufig bei soliden und hämatologischen Krebsarten auf. Obwohl viele Tumoren Chromosomenanomalien aufweisen, ist CIN durch eine erhöhtes Auftreten aberranter Chromosomen gekennzeichnet.
Syndrome
Folgende Krankheiten werden in die Gruppe der erblichen Chromosomen-Instabilitätssyndrome eingeordnet:
Fanconi-Anämie Ataxia teleangiectatica Bloom-Syndrom Nijmegen-Breakage-Syndrom ICF-Syndrom (ICF= immunodeficiency, centromeric instability, facial anomalies)
Chromosomeninstabilität wird außerdem bei folgenden Syndromen beschrieben. Jedoch besteht bei diesen Syndromen teilweise noch ein unklarer Zusammenhang zwischen Chromosomeninstabilität und den Symptomen der Erkrankten:
Cockayne-Syndrom Xeroderma pigmentosum Riyadh chromosome breakage syndrome Rothmund-Thomson-Syndrom Radial-renal syndrome Craniostenosis-microcephaly syndrome Dubowitz-Syndrom Alacrima-achalasia-adrenal insufficiency
Literatur Gardner und Southerland: Chromosome abnormalities and genetic counseling. 3. Auflage, 2004, Oxford university press
Chromosomeinstabilitat