Die Bahnstrecke Köln-Ehrenfeld–Rheydt ist eine überwiegend zweigleisige, elektrifizierte Hauptbahn in Nordrhein-Westfalen. Sie zweigt in Köln-Ehrenfeld von der Bahnstrecke Köln–Aachen ab und führt nach Rheydt Hauptbahnhof.

Im Kursbuch der Deutschen Bahn ist die Strecke dem nördlichen Teil der rechten Rheinstrecke zugeordnet. Die Kursbuchstrecke 465 umfasst daher die Strecke Mönchengladbach – Köln – Koblenz. Grund dafür sind die vor einigen Jahren eingeführten durchgehenden Zugläufe des Regionalverkehrs.

Geschichte links|mini|Entwurf der 1890er Jahre mit mehreren Trassenvarianten. Die Ursprünge der Strecke gehen auf die 1870–1875 erbaute Bahnstrecke Mönchengladbach–Stolberg der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft zurück, die vom heutigen Mönchengladbacher Hauptbahnhof über Geneicken, Mülfort, Odenkirchen und Hochneukirch weiter nach Jülich, Eschweiler und Stolberg führte.

Schon 1869 hatte der preußische Handelsminister Graf von Itzenplitz vorgeschlagen, über eine Eisenbahnverbindung von der holländischen Grenze über Mönchengladbach nach Köln die landwirtschaftlichen und industriellen Erzeugnisse schneller zu befördern und gleichzeitig eine Schienenverbindung von den holländischen Seehäfen über die bereits vorhandene linke Rheinstrecke an den Oberrhein zu schaffen. Dieser Plan wurde verworfen und 1880 wieder neu aufgenommen. Die Stadt Mönchengladbach und die Handelskammer stellten den Antrag, eine Streckenführung von Mönchengladbach über Giesenkirchen, Jüchen, Gubberath und Grevenbroich nach Köln zu genehmigen. Man wandte sich an den Oberhofmeister der Kaiserin Augusta, Graf Maximilian von Nesselrode-Ehreshoven, durch dessen Vermittlung man bei dem Eisenbahnminister Maybach die Wünsche schriftlich vortragen konnte. 1889 wurde vom Bahnhof Hochneukirch eine Verbindung zum an der Bahnstrecke Düren–Neuss gelegenen Bahnhof Grevenbroich gebaut und am 1. Mai 1889 dem Verkehr übergeben. Die direkte Verbindung von Grevenbroich nach Köln folgte schließlich 1899.Lothar Esser: 950 Jahre Gierath - Gubberath Abgerufen am 22. März 2016 (PDF; 4,9 MB)

Bereits 1905 bestand eine Bahnstrecke zwischen Odenkirchen und Rheydt Gbf, die nördlich von Rheydt Gbf über die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach und den Eisernen Rhein geführt wurde und zwischen dem Eisernen Rhein und der Bahnstrecke Krefeld–Rheydt von Norden her in den Güterbahnhof einfädelte.

Erst 1908 wurde die direkte Verbindung zwischen Odenkirchen und Rheydt Hauptbahnhof eröffnet, die von Odenkirchen ein großes Stück parallel zur Strecke zum Güterbahnhof verläuft. Durch den Bau wurde die 1870 entstandene Strecke über Geneicken von der damals schon zweigleisigen, parallel verlaufenden Bahnstrecke zwischen Mönchengladbach Hauptbahnhof und Rheydt Hauptbahnhof ins Abseits gedrängt. Diese Teilstrecke, welche 1968 noch elektrifiziert und zunächst weiter für Züge von Mönchengladbach nach Köln genutzt worden war, wurde schließlich im Mai 1985 zwischen Odenkirchen und Geneicken stillgelegt und abgebaut. Die Strecke zwischen Rheydt-Odenkirchen und Rheydt Gbf wurde 1945 aufgegeben, das Überwerfungsbauwerk über die Strecke nach Aachen ist heute nicht mehr vorhanden.

Ein zweigleisiger Ausbau des Abschnitts zwischen Rheydt Hauptbahnhof und Rheydt-Odenkirchen zusammen mit einem eingleisigen Abschnitt der Bahnstrecke Viersen–Venlo wurde mit knapp 50 Mio. Euro beziffert. Der Rat der Stadt Nettetal forderte das Paket vehement auch im Zusammenhang mit dem Eisernen Rhein.Rheinische Post vom 3. Oktober 2011: Resolution an Ramsauer Der Ausbau wurde inzwischen in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 eingestuft.

Streckenbeschreibung

Bahnhof Köln-Ehrenfeld

mini|Bahnhof Köln-Ehrenfeld

Quer durch Ehrenfeld verläuft die Schnellfahrstrecke Köln–Aachen. Der Bahnhof Köln-Ehrenfeld ist ein Regionalbahnhof, hier besteht Zugang zu den S-Bahn-Linien S 12 und S 13 der S-Bahn Köln, den Regional-Express-Linien NRW-Express, Rhein-Erft-Express und Rhein-Sieg-Express sowie zu den Regionalbahnlinien Rhein-Erft-Bahn und Erft-Bahn.

Innerhalb des westlichen Teils des Bahnhofs liegt außerdem der S-Bahn-Haltepunkt Köln-Müngersdorf Technologiepark,www.deutschebahn.com: Gleise in Serviceeinrichtungen Abgerufen am 9. Februar 2011 (PDF; 251 kB) der jedoch nur über die parallel zur Schnellfahrstrecke verlaufende S-Bahn-Strecke Köln–Düren erreichbar ist.

Vier Stadtbahnlinien (3, 4, 5 und 13) verbinden Ehrenfeld mit dem Stadtzentrum sowie mit den umliegenden Vororten.

Ehemaliger Bahnhof Köln-Bocklemünd

Der Bahnhof Köln-Bocklemünd lag an der Bahnstrecke Köln–Mönchengladbach (Streckenkilometer 5,6), unmittelbar an der Bundesstraße 59 im Süden des Kölner Stadtteils Bocklemünd/Mengenich. Er wurde Anfang der 1970er Jahre stillgelegt und danach zum größten Teil abgerissen.

Bahnhof Pulheim

Pulheim ist seit 1898 über einen eigenen Bahnhof am Kilometerpunkt 11,5 an die Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld angeschlossen. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs ist noch vorhanden. Im Empfangsgebäude war bis in das Jahr 2007 das Fahrdienstleiterstellwerk Pf in Betrieb, bis die ESTW-Technik Einzug gehalten hat.

Im Jahr 2005 wurde der Bahnhofsbereich komplett umgebaut und modernisiert. Der bis dato vorhandene Mittelbahnsteig wurde nach Fertigstellung der beiden Seitenbahnsteige abgebaut. Südlich des Empfangsgebäudes entstand ein neues Park-and-Ride-Parkhaus. Weiterhin ist der Bahnhof mit einem Fahrradparkhaus, Fahrradboxen, Wartehäuschen und Fahrkartenautomaten ausgerüstet. Die kompletten Umbaumaßnahmen, die auch städtebauliche Aspekte berücksichtigten, zogen sich von 1997 bis 2005 hin.

Auf Höhe der Widdersdorfer Straße vor dem Bahnhof Pulheim liegt ein 3,8 Kilometer langes Anschlussgleis für die Umspannanlage Brauweiler der RWE. Es wird nur für Transporte von Transformatoren genutzt. Im Bereich des Anschlussgleises an die Strecke besteht ein kurzes Ausziehgleis in östlicher Richtung.

Bahnhof Stommeln

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs (heute Haltepunkt) Stommeln (km 15,4), das von 1898 bis 1972 in Betrieb war, ist heute noch vorhanden und wird gewerblich als Café genutzt. Am südlichen Bahnsteigende ist seit 1972 ein eingeschossiger Bau vorhanden, in dem sich auch heute noch der zeitweise geöffnete Fahrkartenverkauf befindet. Neben dem Fahrkartenverkauf war in diesem Gebäude auch das Fahrdienstleiterstellwerk Sf vorhanden, dass mit der Einführung der ESTW-Technik im Jahr 2007 seine Aufgaben verlor. Weiterhin ist der Bahnhof Stommeln mit zwei Seitenbahnsteigen, Fahrkartenautomaten und Wartehäuschen ausgerüstet. Auf dem Zuweg zum ersten Empfangsgebäude stehen einige Park-and-Ride-Parkplätze zur Verfügung.

Der Güter- und Verladebahnhof Stommeln wurde Ende der 1950er Jahre stillgelegt. Heute befinden sich noch einige Schienenreste und Gebäude mit Verladerampen auf dem Gelände eines Baumarktes. An dem Güterbahnhof wurden überwiegend Stahlteile verladen, die im Nachbarort Pulheim im ehemaligen Walzwerk hergestellt wurden.

Bahnhof Rommerskirchen

mini|Bahnhof Rommerskirchen mit dem 2007 abgerissenen Stellwerk

Der Bahnhof Rommerskirchen liegt an Streckenkilometer 20,1. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Rommerskirchen ist heute noch vorhanden und wird gewerblich genutzt. Für Reisende steht ein Mittelbahnsteig zur Verfügung, der mit Wartehäuschen und Fahrkartenautomaten ausgerüstet ist. Ende 2008/Anfang 2009 wurde der Park-and-Ride-Parkplatz neben dem Empfangsgebäude erweitert. Bis zur Einführung der ESTW-Technik im Jahr 2007 verfügte Rommerskirchen über das Fahrdienstleiterstellwerk Rof, das T-förmig über den beiden Streckengleisen stand. Im November 2008 wurde dieses nun überflüssig gewordene Stellwerk abgerissen.

Zeitweise bestanden südlich des Streckengleises Anschlüsse an eine Schrotthandlung und eine landwirtschaftliche Genossenschaft. Neben den beiden Streckengleisen stehen in Rommerskirchen zwei Umfahrgleise zur Verfügung. Hier zweigt auch eine Güterzugstrecke nach Niederaußem zum dortigen Grubenbahnhof von RWE Power ab, die Teil des Strategischen Bahndamms ist. Diese Strecke führte früher von Rommerskirchen nach Mödrath und wurde im Zuge des Tagebaus Frechen stillgelegt. Der letzte Personenverkehr zwischen Rommerskirchen und Niederaußem wurde am 23. Mai 1971 durchgeführt.

Seit dieser Zeit dient das Streckengleis lediglich als Anschluss der Rheinbraun an die Strecke der Deutschen Bahn. Hier verkehren täglich Kalkmehlzüge zwischen dem Rheinkalk-Werk Flandersbach in Wülfrath und Niederaußem für die Rauchgasentschwefelungsanlagen des Kraftwerks. In diesem Zusammenhang gab es im Februar 2008 das Unternehmen „Dampfpilze am Rhein“: den Transport eines Kalkmehlzuges mit einer Dampflok.http://www.bahn-franke.de/Reportagen/Revierdampf/Revierdampf%202008.html Gelegentlich kommt es auch zu Transporten von Transformatoren für die angeschlossenen Kraftwerke.

Bahnhof Oekoven

Der ehemalige Bahnhof Oekoven (km 24,2) ist bereits seit Jahrzehnten nicht mehr als solcher in Betrieb. Der Personenverkehr im Bahnhof wurde zum 24. September 1965 aufgegeben, der Güterverkehr folgte zehn Jahre später, zum 30. August 1975. Das frühere Empfangsgebäude des Bahnhofs ist heute noch vorhanden und dient einem Tierheim als Heimat. Oekoven hatte im Laufe seiner Existenz mehrere Stellwerke: Von 1913 bis 1942 bestanden die Stellwerke Ko (Oob) im Empfangsgebäude und Owt an der Strecke. Sie wurden 1942 abgerissen und durch die beiden Stellwerke Oof und Ow ersetzt. Diese waren bis 1982 in Betrieb. Ow wurde danach abgerissen, Oof existiert noch.

Im Bahnhof zweigte in südlicher Richtung eine Anschlussbahn zum Braunkohletagebau der Gewerkschaft Neurath ab, über die Kohlezüge abgefahren wurden. Die Gewerkschaft Neurath sorgte auch für den Personenverkehr, der zur Betriebszeit des Tagebaus rege durch die Arbeiter genutzt wurde. Die Strecke verlief in Richtung des heutigen Kraftwerks Neurath und kreuzte dabei die heutige Bundesstraße 59 (Position: ), der ungefähre Verlauf lässt sich auch heute noch auf Luftbildaufnahmen erkennen.

In Oekoven gibt es eine öffentliche Feldbahnanlage. Seit 1976 befindet sich auf dem früheren Bahnhofsgelände, südlich der Strecke, das Feldbahnmuseum Oekoven.

Bahnhof Erftwerk

Im Bahnhof Erftwerk (km 27,6) wurde zwischen 1915 und Mitte 1965 Personenverkehr durchgeführt. Die wohl größere Bedeutung kam dem Bahnhof im Güterverkehr zu, von hier aus wurden Firmen nördlich der Strecke, im Bereich der Nordstraße, und südlich der Strecke das Aluminiumwerk der Erftwerk AG bedient. Der Anschluss des Aluminiumwerks ist heute noch vorhanden: Es ist ein Überholgleis für das nördliche Streckengleis. Das frühere Stellwerk Ef besteht heute noch, ist jedoch seit der Inbetriebnahme der ESTW-Technik im Jahr 2007 nicht mehr in Betrieb.

Bahnhof Grevenbroich

mini|Das Bahnhofsgebäude in Grevenbroich

Der Bahnhof Grevenbroich wurde 1869 am Streckenkilometer 34,3 der Bahnstrecke Düren–Neuss gebaut und bildet den Knotenpunkt mit der Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld. Er wird von den Linien RB 39 (Düssel-Erft-Bahn), RE 8 (Rhein-Erft-Express) und RB 27 (Rhein-Erft-Bahn) bedient und bietet tagsüber im Halbstundenrhythmus Verkehrsverbindungen in die Nachbarstädte Düsseldorf und Köln sowie mindestens im Stundenrhythmus nach Mönchengladbach.