Die Autostrada A3 ( für ‚Autobahn A3‘), auch Autostrada Transilvania (rum. für ‚Siebenbürgenautobahn‘) genannt, ist eine künftige 588 Kilometer lange Autobahn, die auf der Route Bukarest – Ploiești – Brașov (Kronstadt) – Făgăraș (Fogarasch) – Sighișoara (Schäßburg) – Târgu Mureș (Neumarkt am Mieresch) – Cluj-Napoca (Klausenburg) – Zalău (Zillenmarkt) – Oradea (Großwardein) – Borș durch Siebenbürgen zur ungarischen Grenze führt und an die ungarische Autobahn M4 anschließen soll. Sie erhält außerdem Anschluss an das zukünftige Terminal 2 des Flughafens Bukarest-Otopeni.

Für die Benutzung von Autobahnen und Nationalstraßen muss generell eine Vignette (rovignetă) erworben werden.

Baufortschritt

Die komplette Fertigstellung sollte ursprünglich bereits 2014 erfolgen.

Abschnitte in Siebenbürgen

Für den 415 km langen Autobahnabschnitt Brașov – Oradea (Borș) wurde der Bauauftrag im Jahr 2004 direkt durch die rumänische Regierung an die US-amerikanische Firma Bechtel vergeben, ohne vorher eine Ausschreibung vorgenommen zu haben. Die Baukosten wurden auf 2,2 Milliarden Euro, die Fertigstellung auf Ende 2012 festgelegt. (rumänisch) Das erste 42 km lange Teilstück von Cluj-Napoca (Gilău) nach Turda (Thorenburg) wurde am 1. Dezember 2009 eröffnet. Am 13. November 2010 wurde die zehn Kilometer lange Verlängerung von Turda nach Câmpia Turzii dem Verkehr freigegeben. Der Abschnitt 2B der Autobahn ist damit komplett.Titus Craciun: Autostrada Transilvania are, de sâmbătă, 52 de kilometri. In: Ziua de Cluj (online) vom 12. November 2010. Abgerufen am 13. November 2010. Anfang 2010 wurden die Arbeiten fast vollständig eingestellt; laut Baufirma wurden mehr als 200 Millionen Euro durch den rumänischen Staat nicht bezahlt., abgerufen am 11. März 2010. Außerdem wurde der Schwerpunkt der Investitionen auf den Bau der Autobahn 1 zwischen der ungarischen Grenze und Sibiu gelegt, da hierfür EU-Fördermittel zur Verfügung stehen.

Nachdem der Preis pro Kilometer immer weiter anstieg und sich die geschätzten Gesamtkosten auf 9,9 Milliarden Euro beliefen sowie in sieben Jahren nur 52 km Autobahn für 1,4 Milliarden Euro fertiggestellt wurden, verhandelte der rumänische Staat den Vertrag mit Bechtel im Jahr 2011 neu. abgerufen am 18. Januar 2016 (rumänisch). In der Folge sollte Bechtel nur noch die Abschnitte zwischen Nădășelu und Suplacu de Barcău sowie Suplacu de Barcău und der Grenze mit Ungarn ausführen. Somit wurde das Projekt auf 112 Kilometer reduziert. Das verbleibende Stück zwischen Cluj und Nădășelu wurde neu ausgeschrieben. Es stellt einen wichtigen Lückenschluss für den Verkehr nach Nordwesten dar. Auch für die Strecke von Turda Richtung Târgu Mureș sollte der Baubeginn bald erfolgen. 18. November 2011. Abgerufen am 18. November 2011. Erneute Vertragsverhandlungen zwischen dem Staat und Bechtel begannen im Februar 2013. Am 30. Mai 2013 hat die rumänische Regierung den Bauvertrag mit Bechtel komplett aufgelöst. Dafür musste sie der US-Firma eine Entschädigung in Höhe von etwa 37 Millionen Euro bezahlen sowie ihre Schulden im Wert von 50 Millionen Euro begleichen.Autobahnvertrag mit Bauunternehmen Bechtel aufgelöst bei adz.ro am 31. Mai 2013 Nach Aussagen des damaligen Ministerpräsidenten Victor Ponta gäbe es damit keine Verpflichtungen mehr und die weiteren Planungen zur Fertigstellung der Abschnitte könnten vorgenommen werden. Es ist geplant, die Abschnitte mit Vergabe von Konzessionen oder Öffentlich-privaten Partnerschaften an verschiedene Bauunternehmen zu realisieren.

Zwischen Gilău und Nădășelu (Rohrfeld) wurde am 28. September 2018 ein 8,7 Kilometer langer Autobahnabschnitt eröffnet, sodass jetzt mit über zehnmonatiger Verzögerung, wegen eines Brückenbaus über den Someșul Mic (Kleiner Somesch), der 'Cluj Gürtel' fertiggestellt ist, und noch etwa 360 Kilometer der Autobahn fertigzustellen sind.

Am 12. Dezember 2018 wurde ein weiterer 14 Kilometer langer Autobahnabschnitt zwischen dem Flughafen Târgu Mureș und Iernut (Radnuten) eingeweiht. Gebaut wurde er von Strabag. Durch drei weitere Abschnitte sollte dieses Teilstück an die A3 bei Câmpia Turzii (Jerischmarkt) angeschlossen werden, wobei die Fertigstellung zunächst bis 2020 erwartet wurde. Der 17,9 km lange Abschnitt zwischen Iernut und Chețani wurde dann auch im September 2020 dem Verkehr übergeben. Gebaut wurde er von Astaldi. Ein weiteres gut 5 Kilometer langes Teilstück der A3 zwischen Oradea (Großwardein) und der ungarisch/rumänischen Grenze wurde am 4. September 2020 dem Verkehr freigegeben, womit der Anschluss an die ungarische Autobahn M4 gegeben ist. Video bei stiri.tvr.ro, abgerufen am 5. September 2020 (rumänisch). Im Dezember 2021 wurde schließlich ein 4,5 km langes Autobahnstück zusammen mit einer 4,7 km langen Verbindungsstraße zwischen dem Flughafen Târgu Mureș und Târgu Mureș eingeweiht. Die Arbeiten wurden hier zwei Monate schneller fertig als geplant.

Seit 2020 ist der 6,3 Kilometer lange Autobahnabschnitt zwischen Cristian (Neustadt) un Râșnov (Rosenau) dem Verkehr freigegeben.Retea in Trafic - autostrazi/drumuri expres abgerufen am 30. Juli 2025 (rumänisch).

Zur Fertigstellung des gesamten Autobahnabschnitts 2A fehlt Stand heute (Juni 2022) nur noch der Abschnitt zwischen Câmpia Turzii und Chețani.

Abschnitt Länge (km) Unterabschnitte Verlauf (vsl.) Beginn Bauarbeiten vsl. Fertigstellung gepl. Kosten vsl. Kosten 1 161 1A Brașov – Făgăraș 2021 ~ 2029 1B Făgăraș – Sighișoara unbekannt unbekannt 1C Sighișoara – Târgu Mureș (Ogra) unbekannt unbekannt 2 90 2A Târgu Mureș (Ogra) – Câmpia Turzii 2016 2021 143 Mio. € 2B Câmpia Turzii – Cluj-Napoca (Gilău) 2004 12/2010 371 Mio. € > 520 Mio. € 3 164 3A Cluj-Napoca (Gilău) – Nădășelu 2013 2018 258 Mio. Rumänische Lei Nădășelu – Mihăiești 2024 2026 3B Mihăiești – Suplacu de Barcău 2023 unbekannt 489 Mio. € 1 Mrd. € 3C Suplacu de Barcau – Borș 2011 unbekannt 245 Mio. €

Abschnitt Bukarest – Brașov

Abschnitt Verlauf Länge (km) (vsl.) Beginn der Bauarbeiten (gepl.) Fertigstellung (gepl.) Kosten 1 Bukarest – Ploiești 62 2007 14. Dezember 2018 450 Mio. Euro 2 Ploiești – Comarnic 49 2024 2031 3.1 Comarnic – Predeal 36,2 2020 2031 1,2–1,3 Mrd. Euro 3.2 Predeal – Brașov 21,8

Bukarest – Ploiești

Die geplante Fertigstellung des Abschnittes Bukarest – Ploiești wurde für Dezember 2011 erwartet.Autostrada Bucuresti - Ploiesti, inaugurata partial in decembrie 2011 bei hotnews.ro am 28. Juni 2011. Abgerufen am 3. Juli 2011. Laut Aussage des damaligen Ministerpräsidenten Emil Boc Anfang November 2011, sollte diese Teilstrecke spätestens im Frühjahr 2012 in Betrieb genommen werden. Abgerufen am 24. Juni 2012 (rumänisch). Jedoch wurde dieses Teilstück nach langer Verspätung erst am 19. Juli 2012 eröffnet, (englisch) wobei der innerstädtische Abschnitt bis zur Centura București noch nicht fertiggestellt ist.

Comarnic – Brașov

Die Strecke von Comarnic bis Brașov wird entlang der Ortschaften Sinaia, Bușteni, Predeal und Râșnov führen.Dieter Drotleff: Autobahn Comarnic-Kronstadt laut Premierminister bis 2016 fertig, am 16. März 2013 in der ADZ.

Die Ausschreibung sollte noch 2012 vorbereitet werden. Abgerufen am 24. Juni 2012. Im Februar 2013 wurde eine erneute Ausschreibung gestartet. Der Abschnitt wird nun im Rahmen einer Konzession gebaut. Der Vertrag sollte vor Oktober 2013 unterschrieben werden, damit die Bauarbeiten einen Monat später beginnen könnten. Jedoch wurde die Frist bis zur Einreichung der Angebote bis zum 9. Dezember verlängert. Am 19. Dezember wurde über die Vergabe entschieden. Den Zuschlag bekam das Konsortium bestehend aus den Bauunternehmen Vinci, Strabag und Aktor. Die Laufzeit der Konzession wird 30 Jahre betragen. Der Baubeginn sollte im April 2014 erfolgen, die Fertigstellung zwischen 2016/2017. Allerdings wurde der Konzessionsvertrag noch nicht unterschrieben (Stand Januar 2015)Schnellstraßen statt Autobahnen vorgesehen und nun soll im Oktober 2016 mit dem Bau begonnen werden.Verkehrsminister: Die Arbeiten an der Autobahn Bukarest - Comarnic wird im Oktober 2016 beginnen bei economica.net abgerufen am 14. Dezember 2015 (rumänisch). Inzwischen hat sich weiterhin nicht allzu viel getan. Erst Mitte 2020 verkündete der rumänische Verkehrsminister Lucian Bode, dass er hofft, dass Ende des Jahres die Ausschreibung der Teilstrecke raus ist und, dass die EBRD ein Garant für den Bau dieser Autobahn ist.

Bilder

Siehe auch Liste der Autobahnen in Rumänien

Weblinks

Homepage der Nationalen Gesellschaft für Autobahnen und Nationalstraßen in Rumänien (rumänisch/englisch) (rumänisch; PDF; 2,3 MB) Berichte zum Autobahnbau (rumänisch)

Einzelnachweise

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