mini|hochkant|St.-Gumbertus-Kirche Ansbach mini|Innenansicht

St. Gumbertus gehört zusammen mit ihrer Nachbarkirche St. Johannis zu den zentralen Innenstadtkirchen von Ansbach in Bayern.

Das St. Gumbert, der Heiligen Maria und St. Salvator geweihte Kloster St. Gumbert wurde durch den Hl. Gumbert gegründet. 748 bis 911/1012 war es ein Benediktinerkloster; später war es ein Kollegiatstift. Es wurde 1563 aufgelöst, die Propstei nicht mehr besetzt. Die Stiftsgüter bildeten einen Fonds für Kirchen- und Schulzwecke unter staatlicher Verwaltung, der erst unter Maximilian von Montgelas säkularisiert wurde. Die St.-Gumbertus-Kirche dient als Evangelisch-Lutherische Stadtpfarrkirche.

Geschichte mini|Krypta, St. Gumbertus, um 1040, 1934 wiederentdeckt Die Geschichte von St. Gumbertus reicht zurück bis in die Anfänge der einstigen Residenz. Der Name der Kirche erinnert an den fränkischen Edelfreien Gumbert, der um 748 am Zusammenfluss der Rezat und des Onoldsbaches ein Benediktinerkloster gründete. Im 11. Jahrhundert wurde das Kloster St. Gumbert in ein Kollegiatstift umgewandelt und erlebte eine große Zeit (siehe auch Liste der Pröpste des Kollegiatstifts St. Gumbertus in Ansbach); so war es namengebender Besitzer der Gumbertusbibel.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. 1950; 2. Auflage, Ph. C. W. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 99. Schließlich trat 1528 durch einen Landtagsbeschluss unter Markgraf Georg dem Frommen die Kirche zusammen mit der Markgrafschaft Ansbach der evangelisch-lutherischen Reformation bei.

Die St.-Gumbertus-Kirche vereint in ihrer bald tausendjährigen Geschichte in sich die wechselnden Baustilepochen von rund 700 Jahren, angefangen von den heute noch sichtbaren ältesten Bauteilen Ansbachs (Krypta um 1040) über die Georgskapelle (14. Jahrhundert), den hohen Chor der einstigen spätromanischen Hauptkirche (der heutigen Schwanenritterkapelle aus dem 16. Jahrhundert) bis zum markgräflichen Repräsentationskirchenbau, den Markgraf Carl Wilhelm Friedrich 1738 durch Leopoldo Retti errichten ließ. Dem Bildhauer, der die Epitaphe der Schwanenritter schuf, gab man als Notnamen die Bezeichnung Meister der Ansbacher Schwanenritter. 1484 stiftete der Kurfürst von Brandenburg Albrecht Achilles den sogenannten Schwanenordensaltar, auf dessen linker Predella er sich und seine zweite Gemahlin Anna von Sachsen abbilden ließ.Peter Knüvener, Dirk Schumann (Hrsg.): Die Mark Brandenburg unter den frühen Hohenzollern. Beiträge zu Geschichte, Kunst und Architektur im 15. Jahrhundert ().

Das Epitaph der Ansbacher Oberhofmeisterin und Wohltäterin Maria Barbara von Neuhaus, geb. Hundt, befindet sich gegenüber der Schwanenritterkapelle.

Gegenwart Nach dem Ende des Markgraftums 1806 wurde aus der ehemaligen Hofkirche eine Gemeindekirche. Deren drei Sprengel umfassen heute die östliche Stadthälfte mit rund 6000 Gemeindegliedern.

Heute dient St. Gumbertus als Ort für eine Vielzahl von Konzerten und kirchlichen Veranstaltungen, wie z. B. kirchenmusikalische Aufführungen durch die Ansbacher Kirchenmusik und den Windsbacher Knabenchor oder Konzertveranstaltungen der Bachwoche. Spirituelles Leben ermöglicht die stets offene Kirche mit vielen liturgischen Formen, von denen, neben den Gottesdiensten, vor allem die kleineren Formen wie „Zeit für Dich“, „Taizé-Gebet“, „Gute-Nacht-Kirche“ und die „Bismarckturm-Andachten“ zu nennen sind.

Markgrafengruft mini|Prunksarkophak, Wilhelm Friedrich (Brandenburg-Ansbach) mini|Sarg der Markgräfin Christiane Charlotte von Württemberg-Winnental, links: Sarg ihres Sohnes Carl Wilhelm Friedrich, rechts: Herzsarg ihres Bruders Maximilian Emanuel Im Jahr 1651 endete die Begräbnistradition der Ansbacher Markgrafen in Heilsbronn, und Ansbach wurde zum neuen Bestattungsort. Dies geschah einerseits, um die Nähe zur Residenz zu betonen, und andererseits, weil die Kulmbacher Linie bereits 1603Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 61. einen eigenen Bestattungsort eingerichtet hatte. Heilsbronn liegt in beträchtlicher Entfernung zu Kulmbach. Auch war wohl ein Grund, dass die Gruft als „systemrelevanter Bestandteil der Residenz“ angesehen wurde. Heilsbronn war somit nicht mehr der einzige zentrale Begräbnisort der fränkischen Hohenzollern. 1631 wurde die dortige Gruft im Dreißigjährigen Krieg aufgebrochen und beschädigt, sodass Heilsbronn seine Funktion als zentraler Bestattungsort weitgehend verlor.Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 53. Die Wahl fiel auf die Johanniskirche und nicht auf die Gumbertuskirche die eigentliche Hofkirche. Die Krypta von St. Gumbertus wurde von den Ansbacher Metzgern als Kühlraum genutzt. Diese Verwendung ist erstmals 1531 belegt; noch 1751 werden Reparaturen an den Fleischbänken erwähnt. Die Nutzung durch das Metzgerhandwerk erstreckte sich demnach über mehr als zwei Jahrhunderte. Zu diesem Zweck ließ Georg dem Frommen die „damals kaum mit Grabstätten belegte Gruft“ in der Krypta von St. Gumbertus ausräumen.Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 56 In den Chor der Johanniskirche wurde eine Gruft eingerichtet. Nach der Renovierung der Schwanenritterkapelle in der Gumbertuskirche im Jahr 1976 zog die Gruft in die darunterliegende Krypta.Konrad Kreßel: Die neue Fürstengruft in der Ansbacher St.-Gumbertus-Kirche. In: Frankenland. Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege. Band 36, 1984, S. 353–355. Über die Aufstellung der Särge schreibt Konrad Kreßel: „Die Särge sind so aufgestellt worden, daß die künstlerische wertvollsten ins Blickfeld gerückt sind. Um sie herum gruppieren sich im offenen Halbkreis die anderen Särge, die einigermaßen in der Reihe des geschichtlichen Ablaufs geordnet sind.“Konrad Kreßel: Die neue Fürstengruft in der Ansbacher St.-Gumbertus-Kirche. In: Frankenland. Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege. Band 36, 1984, S. 355. Kreßel bennt hier die Särge von Georg Friedrich, Wilhelm Friedrich und Christian Albrecht. Im Jahr 2012 wurden letzten Särge in die Gruft umgebettet. Folgende Personen wurden 2012 in die Gruft umgebettet:

Totgeburt der Grafen von SolmsJakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 231. Sophia Margarteta von Brandenburg-AnsbachJakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 241. Albrecht II. von Brandenburg-AnsbachJakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 244. Louisa Sophia von Brandenburg-AnsbachJakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 247. Die Gruft kann besichtigt werden.tourismus-ansbach.de

Insgesamt fanden 26 Personen in der Gruft ihre letzte Ruhestätte, von denen 24 dem Haus Brandenburg-Ansbach angehören.Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 227. Verwandtschaftliche Beziehungen zu den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach bestanden jedoch auch bei den beiden anderen in der Gruft bestatteten.Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 57.Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 272. Folgende Personen sind in der Gruft beigesetzt:

Sophia von Brandenburg–Ansbach (1612–1651)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, 338–241. Albrecht II. von Brandenburg–Ansbach (1620–1667)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 244–249 Henriette Louise von Brandenburg–Ansbach (1623–1650)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 236–238 Ein im „Mutterleib abgestandenes junges Herrlein“Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 232 (Totgeburt), Kind von Wilhelm und Maria Magdalena von Solms - Sonnewalde (1625).Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 231 f. Möglicherweise diente das Gruftgewölbe als der ursprüngliche Bestattungsort der Grafen, die mit Sophia von Brandenburg - Ansbach verwandt waren. Carl Friedrich August von Brandenburg-Ansbach (1733–1737)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 282 f. Sophia Margareta von Brandenburg–Ansbach (1634–1664)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 241–244 Sophia Elisabeth von Brandenburg–Ansbach (1643–1643)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 232–234 Albertina Louisa von Brandenburg–Ansbach (1646–1670)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 249–253 Sofia Amalia von Brandenburg-Ansbach (1649–1649)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 234–236 Johanna Elisabetha von Brandenburg-Ansbach (1651–1680)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 256–259 Luise Sophia von Brandenburg–Ansbach (1652–1668)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 247–249 Johann Friedrich von Brandenburg–Ansbach (1654–1686)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 262–264 Albrecht Ernst von Brandenburg–Ansbach (1659–1674)Jakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 251–253 Christian Albrecht von Brandenburg–Ansbach (1675–1692), PrunksargJakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 265–268 Georg Friedrich von Brandenburg–Ansbach, der Jüngere (1678–1703), PrunksargJakob Käpplinger: Die Särge der fränkischen Hohenzollern zu Ansbach und Bayreuth 1603–1791. Studien zum Prunksarg des Barock. Schnell & Steiner, Regensburg 2015, S. 268–270