Die artige Kunst sich Feinde zu machen (, in manchen deutschsprachigen Ausgaben auch Die feine Art sich Feinde zu machen oder Die vornehme Kunst sich Feinde zu machen) ist ein 1890 erschienenes Buch des amerikanischen Malers James McNeill Whistler.

Dieses Buch ausgewählter Korrespondenz und Kommentare ist alles andere als „gentle“.Uneasy Pieces, David Park Curry, S. 259

mini|Nocturne in Schwarz und Gold: Die fallende Rakete

Die Vorgeschichte 1874 entstand das Gemälde Nocturne in Schwarz und Gold: Die fallende Rakete und wurde 1877 in der Grosvenor Gallery in London ausgestellt. Der Kritiker John Ruskin schmähte das Werk und wurde von Whistler daraufhin verklagt.Siehe hierzu den Artikel Nocturne in Schwarz und Gold: Die fallende Rakete.

Das Buch mini|James McNeill Whistler liest aus Die artige Kunst sich Feinde zu machen in der Académie Carmen. Eine Illustration von Cyrus Cuneo fürs Pall Mall Magazine, 1906 mini|Whistlers Signatur, ein stilisierter Schmetterling. Detail aus Venezianische Szene, 1879 Whistler arbeitete mit Sheridan Ford an diesem Buch. Es war unter anderem Fords Aufgabe, die Archivarbeit im Britischen Museum zu übernehmen. Whistler entschloss sich jedoch, Ford nicht zu nennen, sondern ihn auszuzahlen. Daraufhin ließ Ford zunächst in Antwerpen, dann in Paris eine eigene Version drucken. Diese wurde beim Versuch der Einfuhr nach England beschlagnahmt. Ein weiterer Raubdruck entstand in Amerika, wurde aber Opfer eines Feuers. Whistler übernahm den Titel des Raubdrucks für sein eigenes Buch. Der Verleger William Heinemann setzte 1890 eine Auflage von 150 für den englischen Markt und 100 für den amerikanischen fest. Die 2., erweiterte Auflage erschien 1892.

Anstelle von Fuß- oder Endnoten werden Randbemerkungen verwendet. Sowohl die Beiträge von Whistler als auch seine Bemerkungen am Rand sind jeweils mit einem stilisierten Schmetterling, Whistlers Markenzeichen, signiert. Dabei handelt es sich um individuelle Zeichnungen, die jeweils dem Charakter des Eintrags angepasst sind. Auch auf dem Buchdeckel ersetzt der Schmetterling Whistlers Namen.

Seit seinem Erscheinen ist das Buch vielfach neu aufgelegt worden und auch in Ausschnitten wiedergegeben worden.

Die Widmung lautet:

Prologue

Der Prolog ist das berühmte Zitat des einflussreichen Kunstkritikers John Ruskin:

The Action

Der erste Abschnitt, The Action, ist ein Protokoll der Gerichtsverhandlung im Verleumdungsprozess von Whistler gegen Ruskin. Allerdings hat sich Whistler mit den Aussagen einige Freiheiten erlaubt. Das Urteil ist denkbar kurz in sechs Wörtern wiedergegeben: „Verdict for plaintiff. Damages one farthing.“ Die Entschädigung von einem Farthing entspricht dem Viertel eines Penny.

Whistler v. Ruskin: Art and Art Critics

Im Dezember 1878 veröffentlichte Whistler erstmals seine Sicht des Prozesses, das Pamphlet Whistler v. Ruskin: Art and Art Critics. Dem Abdruck des Textes im Buch schließen sich Kritiken, unter anderem von Tom Taylor, dem Herausgeber des Punch, und Erwiderungen von Whistler an.

Mr. Whistler and his Critics – A Catalogue

Der Abschnitt beginnt mit einer Auflistung von 51 kurzen Kritikerzitaten, die mehrheitlich ablehnend sind. Es schließen sich längere Texte (jeweils ein bis zwei Seiten) von Kritikern und Whistler an.

The Red Rag

1878 gab Whistler der The World: A Journal for Men and Women ein Interview für ihre Serie Celebrities at Home:

Als Whistler das überarbeitete Interview in das Buch aufnahm, war sein vormaliger Sinn für Humor geschwunden. Daher auch der provokative Titel dieses Abschnitts.

Mr. Whistler’s “Ten O’Clock”

Am 20. Februar 1885 um 22.00 Uhr hielt Whistler in der Prince’s HallMr Whistler’s Ten O’Clock Public lecture, Prince's Hall, Piccadilly, 20 February 1885. The Correspondence of James McNeill Whistler, University of Glasgow in London eine Vorlesung, die wegen des skandalbehafteten Erfolgs in Oxford und Cambridge wiederholt wurde. Ein Abdruck dieser 10-Uhr-Vorlesung bildet diesen Abschnitt des Buches.

Whistler sagt in dieser Vorlesung, dass die Natur alle Formen und Farben bereits enthält, so wie die Tastatur des Klaviers alle Noten enthält. Aufgabe des Künstlers sei es auszuwählen und zu gruppieren, so dass Schönheit entsteht.The gentle art of making enemies, James McNeill Whistler, S. 142f.

Der Vorlesung folgt im Buch eine Besprechung von Oscar Wilde sowie Erwiderungen von Whistler und Wilde. Es schließen sich Zeitungsartikel sowie Briefe Whistlers an die Zeitungen an.

Autobiographical

Dieser Abschnitt ist in der 2. Auflage hinzugefügt worden. Der kurze Abschnitt beschäftigt sich mit der Frage der Fertigstellung eines einzelnen Gemäldes.

Nocturnes, Marines, and Chevalet Pieces – A Catalogue

Dieser Abschnitt ist ein Ausstellungskatalog. Es werden 44 Gemälde Whistlers namentlich aufgelistet. Gegebenenfalls werden die jeweiligen Leihgeber genannt. Außerdem werden in unterschiedlichem Ausmaß Kritiken der einzelnen Bilder zitiert. Abbildungen sind nicht enthalten.

mini|Arrangement in Grau und Schwarz: Porträt der Mutter des Künstlers Das letzte benannte Bild ist das heute berühmte Arrangement in Grau und Schwarz: Porträt der Mutter des Künstlers. Auf der Ausstellung war es nur als Fotografie vorhanden. Über eineinhalb Seiten werden ablehnende Kritiken zitiert. Es schließt sich ein „Résumé“ an: Eine Reihe, teilweise ablehnender, Bemerkungen zu Whistlers Arbeit. Den Abschluss bildet die „Moral“: Eine Notiz darüber, dass das Arrangement in Grau und Schwarz ausgewählt worden ist, die moderne britische Kunst in dem Pariser Museé du Luxembourg zu repräsentieren.

Das Buch endet mit einem Index.

Deutsche Ausgaben

Die deutsche Erstausgabe erschien 1909 bei Bruno Cassirer in Berlin in der Übersetzung von Margarete Mauthner. 1972 erschien in Zürich ISBN 3-257-20039-0 eine deutsche Ausgabe. Weitere folgten 1984 in Zürich, ISBN 3-251-00037-3 LeipzigLeipzig; Weimar: Kiepenheuer und Hanau. ISBN 3-7833-6402-7 1996 erschien das Buch erneut in Dresden ISBN 90-5705-020-X und in Hamburg. ISBN 3-86572-420-5

Andere Verwendungen von The Gentle Art of Making Enemies

The Gentle Art of Making Enemies ist ein Album der Band Near Miss und ein Song der Gruppe Faith No More. Außerdem ist es der Titel eines bei dem Print-on-Demand-Dienstleister Lulu.com erschienenen Buches von Hattie Spires und Andrew Collard. Des Weiteren ist es der Name eines englischen Magazins. 12. Februar 2007 Auch sonst wird der Name im englischen Sprachraum verwendet.Beispiel: http://www.icbs.com/Kb/web_design/kb_art-of-making-enemies.htm 12. Februar 2007

Literatur

The gentle art of making enemies: as pleasingly exemplified in many instances: wherein the serious ones of this earth, carefully exasperated, have been prettily spurred on to unseemliness and indiscretion, while overcome by an undue sense of right, James McNeill Whistler, London, William Heinemann, 1890 The Gentle Art of Making Enemies, London, Reed Elsevier, 338 S., 1994, ISBN 0-434-20166-9 Die artige Kunst sich Feinde zu machen: mit einigen unterhaltenden Beispielen, wie ich die Ernsthaften dieser Erde zuerst mit Vorbedacht zur Raserei und dann in ihrem falschen Rechtsbewusstsein zu Unanständigkeit und Torheit gebracht habe, übersetzt von Margarete Mauthner, Amsterdam, Dresden, Verlag der Kunst, 288 S., 1996, ISBN 90-5705-020-X Uneasy Pieces, David Park Curry, VMFA, 456 S., 2004, ISBN 1-59372-001-7 Wilde v. Whistler, being an acrimonious correspondence on art between Oscar Wilde and James A. McNeill Whistler. 400 Copies privately printed. 20 pages. 1906 The gentle art of making enemies: as pleasingly exemplified in many instances wherein the serious ones of this earth, carefully exasperated, have been prettily spurred on to unseemliness and indiscretion, while overcome by an undue sense of right. First printed 1890, 1892, 1904, 1906, 1909, 1912, 1916, 1919, 1922. Publisher: G. P. Putman’s, New York 1922

Fußnoten

Artige Kunst sich Feinde zu machen Artige Kunst sich Feinde zu machen Artige Kunst sich Feinde zu machen Kategorie:James McNeill Whistler