mini|Das Soldatendenkmal im Bochumer Stadtpark bei der Einweihung am 18. August 1935 miniatur|Kriegerdenkmal Bochum miniatur|Neue Gedenktafel
Das Kriegerdenkmal am Stadtpark Bochum befindet sich im südwestlichen Zugangsbereich des Bochumer Stadtparks nahe des Kunstmuseum Bochum.
Geschichte Bereits 1926 wurde vom Bund der ehemaligen Angehörigen des 4. Magdeburgischen Infanterie-Regiments Nr. 67 geplant, in Bochum ein Kriegerdenkmal zu errichten. Es sollte in Ruhrgebiet errichtet werden, da viele Angehörige des Regiments aus der Region kamen. Zudem lag die alte Garnisonsstadt Metz nun in Frankreich. Der Beschluss dazu wurde 1931 und 1933 erneuert. Als Standort waren zuerst die Ruhrhöhen bei Sundern vorgesehen. Bei Sammlungen für das Denkmal kamen schließlich 10 000 Reichsmark zusammen.HAKENKREUZ:
Das Denkmal wurde nach Entwürfen des Dortmunder Bildhauers Walter Johannes Becker (1890–1952) gestaltet. Über die Ausführung entschied Werner Hagemeister, der Landesstellenreferent der Reichskulturkammer, nach einem Gutachten, das er als Bildhauer selbst geliefert hatte.
Die Anlage wurde am 75. Jahrestag der Gründung des Regiments, dem 18. August 1935, zu Ehren der „im Weltkriege 1914–1918 gebliebenen Helden des 4. Magdeburgischen Infanterie-Regiments Nr. 67“ durch Admiral von Karp, als Vertreter des ehemaligen Kronprinzen, eingeweiht. Mehrere höhere Offiziere und Generäle nahmen an der Einweihung teil.
Zwei überlebensgroße, etwa 3 m große bronzene Soldaten in den Uniformen der alten Armee und der Wehrmacht standen am Denkmal. Der eine Krieger war nicht als alter 67er gemeint, sondern entsprach mit Reichsadler und Hakenkreuz am Helm schon dem Bild eines NS-Soldaten.Monument der NS-Zeit überdauert 30 Jahre Demokratie, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Februar 1983 Beide hielten gemeinsam eine Standarte, um ihre Verbundenheit zu zeigen. Der verwundete Soldat des Ersten Weltkriegs reicht das Banner an die neue Truppe weiter. Der Rückgriff auf Traditionen hatte vorbereitenden Charakter auf Rüstung und Krieg, die Wiedereinführung der Wehrpflicht 1935 und die Remilitarisierung des Rheinlandes im Jahr 1936 fielen in diese Zeit. Die symbolische Verbindung zwischen den alten und neuen Kriegern wurde in Bochum auch bei den Figuren am Eingangsportal zur Großen Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof Bochum aufgegriffen.
Zu den weiteren Inschriften auf den Steintafeln zählt „Trotz Not und Tod vorwärts u[nd] aufwärts“. Die genannten Orte beziehen sich auf den Einsatz des Regiments an der Westfront: Fillières, Dannevoux, Argonnen, Verdun, Deuxnouds, Vauquois, Brimont, Flandern, Thiaucourt, Cambrai, Crozat-Kanal, Beauregard.
Denkmalsturz Fast vier Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkrieges drückten sie noch den nationalen Geist des Dritten Reichs aus. Am 2. Februar 1983 sägten Unbekannte die Soldaten oberhalb der Marschstiefel ab. Die Soldaten stürzten vorn über. Weiterhin wurde auf die Mauer „50 Jahre sind genug“ gemalt.
Der Bochumer Stadtrat beschloss nach kontroversen Diskussionen die Soldaten nicht wieder aufzustellen, sondern in das Stadtarchiv der Stadt Bochum, damals an der Kronenstraße zu bringen.
An der Mauer des Kriegerdenkmals wurde am 22. Juni 1984Ruhr-Nachrichten, 22. Juni 1984 eine weitere Gedenktafel angebracht:
mini|Die Soldaten auf Zeche Zollverein, 2014 Zu der großen Ausstellung „1914 – Mitten in Europa. Die Rhein-Ruhr-Region und der Erste Weltkrieg“ in der Mischanlage der Kokerei Zollverein (29. April bis 26. Oktober 2014), wurden die Soldaten für einige Zeit ausgeliehen.
Im heutigen Stadtarchiv an der Wittener Straße befinden sich die Statue im Eingangsbereich, zusammen mit der Statue der Germania aus (Bochum-)Langendreer aus der Zeit des Kaiserreiches, sowie dokumentierenden Texten zur militaristischen Ideologie des Kaiserreiches und des NS-Staates.
Trivia An der Außenmauer des Kunstmuseums befindet sich das Kunstwerk La bataille von Jacques Charles Delahaye, welches ein Schlachtgetümmel von Reitern und Pferden darstellt. Es bezieht sich auf Leonardo da Vincis verschollenes Gemälde Schlacht von Anghiari, und steht in direkter Sichtachse zu dem Kriegerdenkmal am Parkeingang.
Weblinks
Filmreportage über das Kriegerdenkmal im Stadtpark Bochum
Einzelnachweise
Bochum Stadtpark Kategorie:Denkmal in Bochum Kategorie:Skulptur (Bochum) Kategorie:Architektur im Nationalsozialismus Kategorie:Gedenkstätte des Ersten Weltkriegs in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Skulptur (1935) Kategorie:Bronzeskulptur in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Versetztes Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Boch