mini|hochkant|Markus Nigsch (2025) Marque (* 2. September 1971 in Altstätten, Schweiz; eigentlich Marcus Nigsch) ist ein österreichischer Komponist, Sänger, Musikproduzent und Songwriter.

Leben Der in Feldkirch aufgewachsene Marcus Nigsch entdeckte schon früh seine Leidenschaft für Musik und erlernte autodidaktisch als Internatsschüler im dortigen Musikzimmer mehrere Instrumente. Mit 16 Jahren besuchte er die Jazzschule in St. Gallen. Er setzte seine musikalische Ausbildung an der Züricher Musikuniversität fort, wo er bei Thomas Gerlich und später bei Martin Skamletz Harmonielehre und Kontrapunkt studierte. Zuletzt absolvierte er ein Kompositionsstudium am Vorarlberger Landeskonservatorium bei Herbert Willi mit Auszeichnung.

Unter dem Künstlernamen Marque brachte er 1995 sein erstes Album Wanna Make Love to You heraus und spielte dabei fast alle Instrumente selbst ein. Den endgültigen Durchbruch hatte er im Jahr 2000 mit seiner Hitsingle One to Make Her Happy aus seinem dritten Album Freedomland, für die er mit dem Amadeus Austrian Music Award ausgezeichnet wurde.

2005 belegte er beim österreichischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2005 mit den Liedern Who You Are den sechsten und mit In the Universe den achten Platz. 2007 komponierte Marque für die ökumenische Willkommensfeier „Moving Souls“ der Gymnaestrada Choräle, die vom Kammerchor Feldkirch uraufgeführt wurden. Die Texte dieser Choräle stammen vom österreichischen Theaterautor Fritz Schindlecker. 2010 war er unter dem Pseudonym „The Slag“ Mitautor und Produzent des Albums Soul Is Heavy der nigerianischen Sängerin Nneka. 2011 veröffentlichte Marque unter dem Namen „Geordie Gill“ das Album Untimely Adventures in einer limitierten Auflage. Die Platte beinhaltet altenglisches Liedgut vermischt mit neoklassizistischen Arrangements.

Das Kompositionsstudium bei Herbert Willi markierte seinen Rückzug aus der Popmusik. Er begründet das folgendermaßen: „Es ist mir nach und nach klar geworden, dass ich lieber schöpferisch arbeiten möchte und weniger als Interpret“ mini|Markus Nigsch

Marcus Nigsch befasst sich seither vor allem mit Filmmusik, Theatermusik und Konzertmusik.

2008 bis 2011 verfasste Nigsch die Filmmusik für die ORF-Serie Die Lottosieger. 2012 war er auch Preisträger des Wiener Filmmusik-Preises. Für die Musik zum Film Die Mamba von Ali Samadi Ahadi mit Michael Niavarani und Christoph Maria Herbst wurde er 2015 für den Österreichischen Filmpreis nominiert. Daraufhin entstanden Vertonungen weiterer Filme und Dokumentationen wie Der Blunzenkönig, Die grüne Lüge, Viva la Vulva.

2013 schrieb er für das Vorarlberger Landestheater die Semi-Oper Gefährliche Liebschaften nach dem Briefroman von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos. 2014 komponierte Nigsch das Singspiel für Kammerorchester Das große Welttheater in einer Bearbeitung von Michael Wallner nach Pedro Calderón de la Barca, das vom Vorarlberger Landestheater in mehreren Freilichtaufführungen in Bildstein gespielt wurde.

2012 erfuhr Marcus Nigsch seine erste Anerkennung als Komponist klassischer Musik. In diesem Jahr wurde sein noch während des Studiums entstandenes Klaviertrio Fröhjaar (Trio für Violine, Cello und Klavier) mit dem 3. Platz des Kompositionswettbewerbs der Franz-Josef Reinl Stiftung preisgekrönt. Es folgten weitere Werke wie das Konzert für Fagott und Streichorchester (2016), ein Jahr danach schrieb er im Auftrag des Vorarlberger Symphonieorchesters das Konzert Leptir – Un Viaggio für Akkordeon und Orchester. Letzteres komponierte Nigsch für den Solisten Goran Kovačević.

2018 wurde ihm der Kompositionspreis des Landes Vorarlberg einstimmig zugesprochen. Besonders die ideenreiche und allgemein verständliche musikalische Sprache wurde als herausragendes künstlerisches Wesensmerkmal hervorgehoben. Weiters attestierte die Jury der erweiterten Kunstkommission dem Komponisten neben der „hervorragenden handwerklichen Meisterschaft“ auch eine unglaubliche Fülle an Kreativität und Ideenreichtum.

Marcus Nigsch hat eine enge Verbindung zu den Bregenzer Festspielen. Zum 75-jährigen Jubiläum 2021 schrieb er das Orchesterwerk In freier Natur, eine Schwärmerei, das die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Dirk Kaftan uraufführten. 2024 folgte der Liederzyklus Landkarte eines Verbrechens mit Texten von Michael Köhlmeier.

Zu ihrem 125. Geburtstag komponierte Marcus Nigsch im Auftrag der Wiener Symphoniker und der Gesellschaft der Musikfreunde das Cellokonzert N.1 Versus. Seine Uraufführung erlebte das Werk im Januar 2025 im Goldenen Saal des Musikvereins Wien unter Leitung des Dirigenten Patrick Hahn und mit dem Solisten Kian Soltani. Der Musikkritiker Walter Dobner attestierte dem Werk in Die Presse eine genreübergreifende Vielseitigkeit, die „klassischen Ernst mit pointierter Unterhaltung verknüpft“.Walter Dobner: Uraufführung im Musikverein: Kian Soltanis Cello glüht. In Die Presse. 17. Januar 2025, S. 25

Marcus Nigsch ist Mitglied der Europäischen Filmakademie, der Akademie des Österreichischen Films sowie des Österreichischen Komponistenbundes.

Nigsch wohnt in Feldkirch.

Persönliches Von 2005 bis zum Frühjahr 2007 war er mit der österreichischen Fernsehmoderatorin Mirjam Weichselbraun liiert.

Diskografie

Alben

Weitere Alben 1995: Wanna Make Love to You 1997: Fonkononia 2000: 1994–1997: Best of 2003: Pirate of My Soul 2004: Transparent 2011: Untimely Adventures (als Geordie Gill)

Singles

Weitere Singles 1996: Sophisticated Mother 1996: God Gave Me a Sign 1997: Charlie’s Letter 1997: She Walks 2000: River 2002: Two More Lonely People 2003: The Reason Why 2004: Sorry but I Wonder 2004: Superstar 2005: Who You Are

Filmmusik 2008–2011: Die Lottosieger 30 Folgen (TV-Serie) 2014: Die Mamba 2015: Morgenland im Abendland (TV-Dokumentation) 2015: Der Blunzenkönig 2015: Alles unter Kontrolle 2016: Die Königin von Wien (TV-Dokumentation) 2018: Die grüne Lüge 2018: Viva la Vulva (TV-Dokumentation) 2019: Exploring Hans Hass 2019: Die Unbeugsamen – Drei Frauen und ihr Weg zum Wahlrecht (TV-Dokumentation) 2020: Rettet das Dorf 2024: Husky Toni – go ahead 2025: The Spies among us

Theatermusik 2013: Gefährliche Liebschaften (Semi-Oper), Regie: Paul Lerchbaumer 2014: Das große Welttheater (Singspiel für Kammerorchester), Regie: Michael Wallner 2018: Am Zug (Theater), Regie: Brigitte Walk 2019: Bin noch in Tanger und darf nicht reisen – Therese (Theater), Regie: Brigitte Walk

Auszeichnungen Amadeus Austrian Music Award 2001: Newcomer des Jahres, national – Freedomland 2001: Single des Jahres, national – One to Make Her Happy

Kompositionspreise 2012: 3ter Platz Fröhjaar, Trio für Violine, Cello und Klavier (Franz Josef Reinl Stiftung) 2012: Preisträger des Wiener Filmmusikpreis (gestiftet von der Stadt Wien) 2014: Preisträger Kunstförderpreis des Landes Vorarlberg 2018: Kompositionspreis des Landes Vorarlberg

Österreichischer Filmpreis 2015 nominiert für beste Musik in Die Mamba

Quellen

Weblinks

Projektseite zum Album Geordie Gill Homepage des Komponisten Marcus Nigsch

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