Lauda ist ein Stadtteil der Doppelstadt Lauda-Königshofen im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg und war früher eine selbständige Stadt.

Geographie mini|Die Gemarkung von Lauda, um 1906, daneben die Gemarkung von Oberlauda Sie liegt im Main-Tauber-Kreis, dem nördlichsten Landkreis Baden-Württembergs in der historisch als Tauberfranken bekannten Region. Lauda hat 5.972 Einwohner und nimmt eine Fläche von 12,55 km² ein.

Geschichte Mittelalter Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung von Lauda stammt aus dem Jahr 1150.Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Band 6: Baden-Württemberg. 2. Auflage, Alfred Kröner, Stuttgart 1980, ISBN 978-3-520-27602-5, S. 452–453. Damals war Lauda Eigentum der auf der Burg Lauda ansässigen Edelherren von Luden (d. i. Lauda). Karl Schreck leitet den Ortsnamen aus dem Keltischen abKarl Schreck: Lauda. Schicksale einer ehemaligen fränkischen Oberamtsstadt. Stadt Lauda, Lauda 1973. (Lutuhezi) und verweist damit auf eine möglicherweise noch sehr viel frühere Ansiedelung.

1169 verlieh Heinrich von Lauda seinen Anteil an der Burg an das Hochstift Würzburg. Danach wechselte Lauda mehrmals seine Besitzer: Es kam zunächst an die Grafschaft Rieneck, dann folgten die Grafen von Wertheim die Herren und späteren Grafen von Hanau, die Herren von Hohenlohe und die Kurpfalz. Lauda war Sitz eines Centgerichts. Weinbau und Weinhandel nach Bayern, Sachsen und Schwaben sind seit dem 13. Jahrhundert als Haupterwerbszweige bezeugt. Am 21. Januar 1344 wurde Lauda, das bereits seit 1312 Sitz eines Amtes in der Grafschaft Rieneck war, von Kaiser Ludwig dem Bayern das Stadtrecht nach Rothenburger Recht verliehen.

Neuzeit Im Jahre 1506 wurde Lauda vom Hochstift Würzburg wiedererworben und Hauptort des Amtes Lauda des Hochstifts. Von 1506 bis zur Säkularisation 1802 blieb Lauda, abgesehen von einer kurzzeitigen Verpfändung an Rieneck im 16. Jahrhundert, als Oberamtsstadt bei Würzburg.

Zahlreiche künstlerisch bedeutende, im 16. Jahrhundert entstandene Bildstöcke, das Rathaus von 1561 und Fachwerkhäuser des 16. Jahrhunderts weisen auf einen beträchtlichen Wohlstand in Lauda hin. 1714 wurde zum „ewigen Andenken“ an einen großen Gewitterschaden ein „Wetterkreuz“ errichtet, das auf vielen Wanderkarten ausgewiesen ist. Dieses Wetterkreuz bildet den Grenzstein zu den Gemarkungen von fünf Altgemeinden (Distelhausen, Dittigheim, Dittwar, Oberlauda und Lauda), deren Ortswappen darauf abgebildet sind.300 Jahre Wetterkreuz: Sternmarsch aus den Anrainer-Gemeinden Oberlauda, Lauda, Distelhausen, Dittigheim und Dittwar sowie Heckfeld: Resonanz übertraf alle Erwartungen In: Fränkische Nachrichten. 16. September 2014 (fnweb.de Abgerufen am 18. Februar 2017).

Im Rahmen der Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam Lauda an das Fürstentum Leiningen, in dem Lauda Sitz eines Amtes wurde. Nach Auflösung des Fürstentums 1806 im Zuge der Rheinbundakte wurde es dann dem Großherzogtum Baden zugeschlagen. Dort wurde ein Bezirksamt Lauda eingerichtet, aber schon 1813 wieder aufgelöst. Durch den Anfall an Baden in eine zunächst ungünstige Randlage geraten, kamen Weinbau und Weinhandel fast vollständig zum Erliegen. Erst nach der Mitte des 19. Jahrhunderts bekam Lauda seine verkehrsgünstige Lage zurück, indem es Kreuzungspunkt dreier Eisenbahnstrecken wurde, der Bahnstrecke Heidelberg–Würzburg, der Bahnstrecke Lauda–Wertheim und der Bahnstrecke Würzburg–Stuttgart. Lauda erhielt ein bedeutendes Bahnbetriebswerk, ein großer Arbeitgeber für die Stadt, der zum Wachstum der Bevölkerung erheblich beitrug. Nahe der Hauptschule erinnert eine als Denkmal aufgestellte Dampflok der Baureihe 50 an diese Zeit. Durch den Eisenbahnbau zogen ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch vermehrt evangelische Christen in die römisch-katholisch geprägte Stadt. Lauda besaß mit der St.-Jakobus-Kirche zunächst eine römisch-katholische Kirche, die von 1322 bis 1333 errichtet wurde. Im Jahr 1906/07 wurde in Lauda auch eine evangelische Kirche erbaut. Die Gemeinde bekam ab 1930 eine eigene Pfarrstelle, zuvor wurde sie von Tauberbischofsheim aus betreut.

Im Jahre 1913 wurde der Fußballverein „FV Lauda 1913“ gegründet, dessen erste Mannschaft bereits mehrere Jahre in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg spielte.

Am 1. Januar 1972 wurde im Rahmen der Gebietsreform in Baden-Württemberg die Gemeinde Oberlauda nach Lauda eingemeindet. Am 1. Januar 1974 wurden die Stadt Lauda und die Gemeinden Beckstein, Gerlachsheim und Heckfeld zur neuen Stadt Lauda vereinigt. Am 1. Januar 1975 vereinigte sich die Stadt Lauda mit der Stadt Königshofen und der Gemeinde Unterbalbach zur Stadt Lauda-Königshofen. Marbach und Oberbalbach kamen hinzu.

Religion Die katholischen Kirchen des Stadtteils Lauda gehören zur Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen im Dekanat Tauberbischofsheim des Erzbistums Freiburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Kulturdenkmale

Historische Altstadt mit Fachwerkgebäuden und Resten einer mittelalterlichen Stadtmauer Oberes Tor von 1496 Pulverturm Gotische Tauberbrücke von 1512 mit Nepomukstatue und Bildstöcken Kath. Marienkirche von 1613 Kath. Pfarrkirche St. Jakobus von 1698 mit Renaissanceportal von 1606 Kath. Heiligblutkapelle bzw. Kapelle zum heiligen Grab von 1283 Hochbarocker Kreuzweg in der Friedhofsmauer des Stadtfriedhofs von 1782 an der Marienkirche. Heimatmuseum Dampflokdenkmal (Lokomotive der Baureihe 50)

Rad- und Wanderwege Lauda liegt am Taubertalradweg. Der Panoramaweg Taubertal und der etwa 180 Kilometer lange Jakobsweg Main-Taubertal führen ebenfalls durch Lauda.

Verkehr

Persönlichkeiten

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Lauda-Königshofen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Tauber-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1150 Kategorie:Ort an der Tauber Kategorie:Stadtrechtsverleihung 1344 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Ort im Main-Tauber-Kreis