mini|Baustelle Zehlendorfer Kleeblatt, 1969 mini|Rosafarbene Schneefräse auf dem Sockel des ehemaligen sowjetischen Ehrenmals, 2012
Das Autobahnkreuz Zehlendorf, auch Zehlendorfer Kleeblatt genannt, ist die Bezeichnung für die Kreuzung der vom Dreieck Nuthetal kommenden und zum Dreieck Funkturm führenden Bundesautobahn 115 mit der Bundesstraße 1, die hier als historische Berliner Ein- und Ausfallstraße den Namen Potsdamer Chaussee hat. Als voll ausgebautes kreuzungsloses Autobahnkreuz hat die Anlage von oben gesehen die Form eines vierblättrigen Kleeblatts. Das Autobahnkreuz Zehlendorf liegt im Ortsteil Nikolassee in der Nähe der brandenburgischen Gemeinde Kleinmachnow. Während der Deutschen Teilung verlief die innerdeutsche Grenze in Form der Berliner Mauer zwischen West-Berlin und der DDR nur wenige hundert Meter südlich des Autobahnkreuzes. An dieser Stelle befand sich die Grenzübergangsstelle Dreilinden-Drewitz und der Checkpoint Bravo.
Auf dem Mittelstreifen der Potsdamer Chaussee in unmittelbarer Nähe des Kreuzes befindet sich etwas versteckt und nur schwer zugänglich die Gedenkstätte 17. Juni 1953.Das Kreuz mit den Russen. In: Berliner Morgenpost, 6. Mai 2007
Historische Netzplanung Das Kreuz wurde zwischen 1938 und 1941 errichtet. Zur Zeit des Nationalsozialismus und während der späteren Verkehrsplanung im geteilten Berlin wurden Bundesstraßen oft wie Autobahnen in die Fernstraßenplanung einbezogen. Die B 1 war als wichtigste Ost-West-Magistrale (Reichsstraße 1) vorgesehen und wurde kreuzungsfrei über die A 115 hinweggeführt.
Namensgebung Obwohl es sich um ein unechtes Autobahnkreuz handelt wird es als ‚Autobahnkreuz‘ bezeichnet, weil es baulich und historisch als vollwertiges Autobahnkreuz in Kleeblatt-Form errichtet wurde, obwohl dort heute nur die Autobahn A 115 und die Bundesstraße B 1 aufeinandertreffen. Es wurde als voll ausgebautes, kreuzungsfreies Kleeblatt mit acht Verbindungsrampen konstruiert. Diese Struktur entspricht exakt der klassischen Bauweise deutscher Autobahnkreuze. Im Berliner Volksmund und in alten Plänen etablierte sich früh der Name „Zehlendorfer Kleeblatt“. Der offizielle Status in den Autobahnverzeichnissen blieb über die Jahrzehnte als ‚Autobahnkreuz‘ (AK) bestehen, da sich die Verkehrsbedeutung und die Dimensionen nicht von anderen Autobahnkreuzen unterschieden. Formal handelt es sich heute um eine normale Anschlussstelle (AS Zehlendorf). Da sie jedoch alle baulichen Kriterien eines echten Autobahnkreuzes erfüllt, wird die historische und markante Bezeichnung auf Verkehrsschildern und im Rundfunk beibehalten.
Trivia In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatte am Kleeblatt ein sowjetischer Panzer des Typs T-34 gestanden. Es soll sich dabei um den Panzer gehandelt haben, der bei der Eroberung Berlins durch die Rote Armee als erster die Stadtgrenze erreichte. Ursprünglich als Symbol der Befreiung aufgestellt, wurde er jedoch zunehmend zum Ziel anti-sowjetischer Angriffe und musste von amerikanischen Militärpolizisten geschützt werden. 1954 wurde er dann auf DDR-Gebiet weiter südlich umgesetzt. Dort blieb er bis zum Abzug der sowjetischen Truppen im Jahr 1990. Danach wurde auf dem Sockel an der Autobahn eine rosa lackierte Schneefräse aufgestellt. In: Berliner Zeitung, 15. April 2008
VonNachDurchschnittlichetäglicheVerkehrsstärke AS Spanische Allee AS Zehlendorf 78.100 AS Zehlendorf AS Kleinmachnow 63.900
Einzelnachweise
Kategorie:Berlin-Nikolassee Zehlendorf Kategorie:Bundesautobahn 115