mini|Konzert des Landesjugendsinfonieorchesters Sachsen-Anhalt beim Quedlinburger Musiksommer in der Stiftskirche St. Servatii Der Quedlinburger Musiksommer ist eine seit 1981 bestehende Konzertreihe, die vor allem in der Stiftskirche St. Servatii in Quedlinburg beheimatet ist und von Kirchenmusikdirektor (KMD) Gottfried Biller in ihrer derzeitigen Form in das Leben gerufen wurde. 2017 bis 2021 übernahm Markus Kaufmann die Leitung, es folgte Marc Holze als neuer Intendant.
Geschichte Ausgangspunkt waren verschiedene Konzerte in loser Folge, die ab 1981 vom Domorganisten Gottfried Biller, Bruder des Thomaskantors Georg Christoph Biller, zur Konzertreihe Quedlinburger Musiksommer zusammengefasst wurden. Seitdem gibt es in den Sommermonaten fast wöchentlich verschiedene Konzerte. Beginnend mit 1998 wurde jedes Jahr unter ein bestimmtes Thema gesetzt.
Im Zeitraum August bis November 2010 gab es in der Stiftskirche St. Servatii, dem Hauptwirkungsort, eine Ausstellung über die 30-jährige Geschichte.
Am 2. Oktober 2010 erhielt Organisator Biller unter anderem für sein musikalisches Wirken und für die Belebung der Kultur mit seiner Chorleitertätigkeit und vielen Konzerten vor allem in 30 Jahren Musiksommer, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Quedlinburg.Beschlussvorlage Stadtrates Quedlinburg: Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Stadt Quedlinburg an Herrn Gottfried Biller (PDF; 24 kB), abgerufen am 28. Oktober 2010 Für selbige Leistungen gab es im Dezember für Biller noch den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Gründer Gottfried Biller ging zum März 2017 in den Ruhestand. Nachfolger wurde der aus Lichtenstein in Sachsen stammende Organist Markus Kaufmann, der Ende 2021 an die Nikolaikirche Leipzig wechselt.
Die Themen der Konzertreihen Bisherige Themen waren Junge Musik in alten Mauern im Jahr 2003, es folgte Quedlinburg und Osteuropa ein Jahr später. Das Motiv des Jahres 2005 war Quedlinburg mit Barock und Sinfonie, im Jahr 2006 bildete Gregorianik und Moderne das leitende Thema. Mit Orgelklang und Engelsgesang wurde 2007 als Thema gewählt, gleich drei Schwerpunkte: Quedlinburg und Romantik sowie Stadt der starken Frauen und zum Jahr der Domschätze waren 2008 zu hören. Für 2009 wird das Thema Quedlinburg und Moderne – das 20. Jahrhundert ausgewählt. Zum 30-jährigen Jubliäm 2010 wird die Konzertreihe vom 12. Juni bis zum 11. September viele Künstler darbieten, die bereits einmal beim Musiksommer auftraten.
2006: Gregorianik und Moderne Die Verbindung von alt und neu, von Tradition und Moderne wurde in vielfältigen Konzerten erlebbar gemacht. Der gregorianische Gesang wurde in seinen Facetten im Eröffnungskonzert der Schola Gregoriana Pragense dargeboten. Eine direkte Gegenüberstellung versuchte das Calmus Ensemble von gregorianischem Choral mit unter anderem Strawinsky und Monteverdi. Eine Mischung eher stellte das Konzert des mdr-Musiksommers dar mit dem Kammerchor Tenebrae (Cambridge). Dahingegen ganz modern und Quedlinburg verbunden zeigte sich das Konzert Vor den Bildern Feininger, dessen Fuge Nr. 2 in modernen Variationen zu seinen Bildern gespielt wurde. Das Abschlusskonzert musste aufgrund Krankheit abgesagt werden. So konnte nach dem 25-jährigen Jubiläumskonzert von musica juventa ein weiteres Jubiläumskonzert den Musiksommer schließen: Die Prinzen brachten zum Tag des Offenen Denkmals ihr Sonderkonzert natürlich akustisch zum 15-jährigen Bestehen vor vielen hunderten Zuhörern dar; neben bekannten Liedern standen – dem Ort und dem Motto des Musiksommers angemessen – auch alte Stücke aus dem gregorianischen Repertoire auf dem Programmplan.
2007: Mit Engelssang und Orgelklang Dieses Vorwort des Programms 2007 sollte auf die Leichtigkeit und das verspielte Programm hindeuten. Dies griff auch der mdr-Musiksommer auf, der erneut in Quedlinburg gastierte, Vokalmusik von 800 bis 1400 wurden unter dem Namen Engelssang dargeboten. Gleich zwei Programme gedachten auch Paul Gerhardt, der vor 400 Jahren geboren wurde: Markus (Gesang) und KMD Biller (Orgel) sowie Sarah Kaiser mit ihrer Band spielten Lieder des Kirchenlieddichters. Weitere zwei Konzerte wurden von jungen Künstlern gestaltet: das Jugend-Barockorchester der Europäischen Union unter der Leitung von Lars Ulrik Mortensen musizierten wird auf historischen Instrumenten während das Landesjugendsinfonieorchester Sachsen-Anhalts unter Heribert Beissel ihr Sommerprogramm darboten (und dabei nicht ohne mehrfache Zugaben entlassen wurden). Vor dem Abschlusskonzert mit unter anderem Mozarts Krönungsmesse (KV 317) und Bachs Kantate BWV 29 gastierte Dirk Zöllner mit seinen Chansons und Ausschnitten aus Jesus Christ Superstar
2008: Quedlinburg und Romantik, Quedlinburg – Stadt der starken Frauen und Zum Jahr der Domschätze Viele namhafte Künstler gestalteten die 17 Konzerte, die gleich unter drei Themen standen. Die Kölner Akademie versuchte sich erfolgreich in einer Rekonstruktion des Konzertes vom 3. Juli 1824 (damals in Quedlinburg unter der Leitung von Carl Maria von Weber) aus Anlass des 100. Geburtstages von Friedrich Gottlieb Klopstock. Veronika Fischer und Gisela Steineckert stellten Lieder und Lesungen gegenüber. Lieder im Märchenmantel nannte Gerhard Schöne sein Programm, das vor allem bei Familien großen Anklang fand. Ebenso eine Einzigartigkeit wie die Lieder von Gerhard Schöne stellt das einzige weibliche Blechblasensemble Europas dar, die Women in Brass. Als schwierig stuften die Sänger des Quedlinburger Oratorienchor ihr Konzert zum Abschluss ein, das Paulus-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy, welches bereits ein Jahr nach seiner Uraufführung in Düsseldorf und Birmingham in Quedlinburg zu hören war.
2009: Quedlinburg und die Moderne – das 20. Jahrhundert, Schirmherr: Der 29. Musiksommer (13. Juni – 12. September) steht vor allem im Zeichen der regionalen Künstler. So gibt es zahlreiche Konzerte mit (ehemaligen) Quedlinburger Musikern. Um auch der Jugend Zugang zu Konzerten in historischen Gebäuden, waren diesmal ein Drittel der Konzerte für Schüler und Studenten kostenlos zu besuchen. Highlights werden unter anderem die Konzerte mit Camerata Köln, ars quitilinga – die Wiederaufführung des anlässlich zur Rückführung des Domschatzes 1994 geschriebenen Stückes sowie das Konzert mit Angelika Milster unter dem Thema Classic meets Musical – Ein Kirchenkonzert. Das Abschlusskonzert beinhaltet sinfonische Werke von Igor Stravinsky (Psalmensinfonie und Messe), Felix Mendelssohn Bartholdy (Der 42. Psalm) und Johann Sebastian Bach. Schirmherr war Jan-Hendrik Olbertz, damaliger Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt.Quedlinburger Musiksommer 2009
2010: Jubiläum – 30. Quedlinburger Musiksommer Das Jubiläumsjahr (12. Juni – 11. September) soll Künstler zurück nach Quedlinburg locken, die bereits einmal beim Quedlinburger Musiksommer auftraten. Bei der großen Auswahl der vielen Künstler wurde vor allem auf eine erlesene Auswahl gesetzt: Das Bachorchester des Gewandhauses Leipzig eröffnet die Saison, der Thomanerchor Leipzig gibt ein Sonderkonzert mit den Gebrüdern Biller, das Hilliard Ensemble, Harmonic Brass München, Jugendsinfonieorchester Sachsen-Anhalt, ensemble amarcord Leipzig, die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker und das Barockorchester der Europäischen Union bestreiten ein Teil der Konzerte. Daneben haben der Quedlinburger Oratorienchor und das Orchester musica juventa aus Halle (Saale) erneut feste Plätze im Programm.
2011: Leicht und transportabel Das Motto 2011 entstand aus den Bedingungen, die im Vorfeld des Musiksommers zu erwarten sind: eine mehrmonatige Vollsperrung des Aufgangs zum Schlossberg. Da in dieser Phase nur die Pastorentreppe zur Verfügung steht, können nur transportable Instrumente in der Stiftskirche neben der Orgel erklingen. Daher wird für das Eröffnungs- und Abschlusskonzert sowie für zwei weitere 18 Konzerte umfassenden Reihe in andere Kirchen zusätzlich ausgewichen. Zu Gast sein waren das Münchener Bachorchester, The Lubbock Chorale mit einer Uraufführung von O Magnum Mysterium von Peter Fischer (USA), der Dresdner Kreuzchor, das Calmus Ensemble Leipzig, Die 14 Berliner Flötisten wie auch OPUS 4 – Posaunisten des Gewandhausorchesters zu Leipzig. Schirmherr war der Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Herr Stephan Dorgerloh.
2012: Die Orgel eine Königin Auch im Vorfeld der Planungen für den 2012er Musiksommer waren die Bauarbeiten auf dem Schlossberg noch nicht abgeschlossen. So wurde als ebenfalls stets vorhandenes Instrument die Orgel zum Themenschwerpunkt erkoren. Die traditionelle Orgelwanderung war dabei nur ein Punkt. Wie Biller in seinem Vorwort äußerte, gab es ein Konzert „Weltkulturerbe trifft Weltkulturerbe“Vorwort von KMD Gottfried Biller zum Quedlinburger Musiksommer 2012, , wo der Gesang im Stil der Iso-Polyphonie aus Albanien (seit 2005 UNESCO-Weltkulturerbe) in der Stiftskirche (seit 1994 UNESCO-Weltkulturerbe) aufgeführt wurde. Weiterhin feierte das Collegium Canticum Novum sein 30-jähriges Bestehen, das Trauerspiel Adam des Quedlinburger Schriftstellers Klopstock wurde dreimal aufgeführt und das Berliner Akkordeon Quartett (BAQ) gastierte neben weiteren lokalen, regionalen und überregionalen Künstlern.
2013: VOCALISEN Vom 15. Juni bis 14. September standen vor allem die Werke im Vordergrund, die sich unter dem Begriff Vocalisen Mitte des 18. Jahrhunderts und am Beginn des 19. Jahrhunderts formten. Gäste waren unter anderem die Meissner Kantorei 1961 und das Andreas-Kammerorchester Erfurt. Zudem gab es ein Preisträgerkonzerte des Landeschorwettbewerbes Sachsen-Anhalts. Schirmherr war Thomaskantor Biller, der ebenfalls ein Konzert mitgestaltet.
2014: Un-er-hört Im Zeitraum 14. Juni bis 13. September werden alte und neue Werke gespielt, die mit Mitteln der Improvisation, des Arrangierens und der Umstellung von Instrumentengruppen verändert werden und damit so bisher kaum er-hört bzw. auf diese Weise un-ge-hört sind. Geplante Künstler werden neben Ragna Schirmer und dem Oboenensemble des Concert Royal Köln auch der Dresdner Kreuzchor sein, wobei letzterer im Rahmen des mdr-Musiksommers beim Quedlinburger Musiksommer auftritt. Der Quedlinburger Oratorienchor wird traditionell ein Konzert als Liturgischen Abendsegen wie auch das Abschlusskonzert gestalten.
2015: merk-würdig Das Eröffnungskonzert wird am 13. Juni mit Joachim Schäfer stattfinden. Weitere Künstler im Verlauf der insgesamt 16 Konzerte sind unter anderem: Die 12 Cellisten aus Berlin, der Thomanerchor aus Leipzig und das Landesjugendsinfonieorchester Sachsen-Anhalts. Neben klassischen Konzerten gibt es diesmal eine Orgelkonzertreihe sowie zwei Veranstaltungen, die mit dem Medium Sprache die Verbindung zu Quedlinburg schaffen: einmal mit Texten des in Quedlinburg geborenen Johann Friedrich Klopstock in der Vertonung von Georg Philipp Telemann und des ebenfalls in Quedlinburg gebürtigem Johann Heinrich Rolle. Ein anderes Konzert verbindet Musik und Sprache von Alessando Grandi (1586–1630), Johann Sebastian Bach (1685–1750) und Peter E. Rompf (* 1940) mit Improvisationen zu Bildern von Wilfried Georg Barber. Die Konzertreihe endet, analog zu den Zeiträumen in den Vorjahren, am 12. September mit einem Konzert des Quedlinburger Oratorienchores.
2016: Jahreszeiten