Willi Zinnkann (* 27. Oktober 1915 in Worms; † 23. Oktober 1997 in Büdingen) war ein deutscher Politiker (SPD).Biographische Daten von Willi Zinnkann in: Wer ist Wer – Das deutsche Who’s Who 2000/2001. 39. Ausgabe, Schmidt-Römhild, Verlagsgruppe Beleke, Lübeck 2000, S. 1580, ISBN 978-3-7950-2029-3.

Leben und Beruf Zinnkann wurde als Sohn von Johanna Zinnkann, geborener Olbert, und des Politikers und späteren hessischen Staatsministers Heinrich Zinnkann in Worms am Rhein geboren. Dort verbrachte er seine Kindheit und Jugend, bis seine Familie 1929 nach Darmstadt umzog. Er besuchte die Aufbauschule in Bensheim, eine weiterführende gymnasialn Schule vor allem für Schüler ab der Jahrgangsstufe 7, die als Fahrschüler an den Schulort kamen. Nach Auflösung der Bensheimer Schule setzte er ab 1930 die Ausbildung an der Aufbauschule in Friedberg (Hessen) fort und bestand dort 1935 sein Abitur. Im Anschluss wollte er Jura studieren, wurde aber 1935 zum Reichsarbeits- und 1936 zum Wehrdienst eingezogen, gegen Ende des Jahres 1939 zum Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg, wo er die Offizierslaufbahn einschlug.

Im Dezember 1945 wurde Zinnkann aus amerikanischer Gefangenschaft entlassen. In Passau übernahm er von Januar bis April 1946 die Aufgaben eines Grenzkommissars für das Flüchtlingswesen für Hessen-Nassau. 1946 wurde Zinnkann im Kreis Büdingen Kreisflüchtlingskommissar und 1948 Kreiswohnungskommissar für den Landkreis, womit er als Leiter des Flüchtlings- und Wohnungsamtes im Landratsamt für die Unterbringung und Versorgung der Heimatvertriebenen zuständig war.

Partei Zinnkann war von 1929 bis 1933 Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ), zuletzt Vorsitzender der SAJ in Darmstadt. 1945 trat er der SPD bei. Als Mitglied des Kreistag seit 1948 wurde er Fraktionsvorsitzender.

Abgeordneter Zinnkann gehörte von 1950 bis 1970 dem hessischen Landtag an, war dort ab 1955 Fraktionsgeschäftführer der SPD und vom 30. März 1960 bis zum 17. Oktober 1961 Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Öffentliche Ämter Zinnkann war ab 1952 Ratsmitglied bzw. Stadtverordneter der Stadt Büdingen. Von 1962 bis 1976 war er Bürgermeister der Stadt Büdingen.

Ehrungen Bundesverdienstkreuz I. Klasse, 1971 Ehrenbürgerschaft der Stadt Büdingen, 1985 Benennung der Willi-Zinnkann-Halle in Büdingen

Literatur

Jochen Lengemann: MdL Hessen. 1808–1996. Biographischer Index (= Politische und parlamentarische Geschichte des Landes Hessen. Bd. 14 = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen. Bd. 48, 7). Elwert, Marburg 1996, ISBN 3-7708-1071-6, S. 425–426. Zinnkann, Willi. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1390.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Fraktionsvorsitzender (SPD Hessen) Kategorie:Bürgermeister (Büdingen) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Ehrenbürger von Büdingen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1915 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Mann