Das Dorf Göggingen ist ein Teilort der Gemeinde Krauchenwies im Landkreis Sigmaringen (Baden-Württemberg) und mit 897 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2010Angaben nach Waltraud Weizenegger, Vorzimmer Bürgermeister der Gemeinde Krauchenwies, vom 11. Januar 2011.) deren größte Eingemeindung.

Geographie Geographische Lage Göggingen liegt etwa fünf Kilometer westlich von Krauchenwies in der landwirtschaftlichen Region des Ablachtales, eine durch rißeiszeitliche Gletscher geformte flachhüglige Landschaft, die von größeren Waldflächen durchzogen ist. Dieses Gebiet steigt südwärts zum Voralpengebiet und Bodensee zur Donauhochfläche hin auf. Die Ablach wird bei Göggingen durch den Talbach (Dorfbach) gespeist. Der Lautenbach bildet die Gemarkungsgrenze nach Ringgenbach.

Geologie Die Kiesablagerungen der eiszeitlichen Gletscher stellen einen wichtigen Beitrag zur heimischen Wirtschaft dar. So baut die Valet und Ott-Gruppe im Werk Göggingen Kies entlang der Ortsverbindungsstraße Göggingen in Richtung Rengetsweiler im Trockenabbau ab. Sie erhielt im Jahr 2006 die Genehmigung für eine Erweiterung des Kiesabbaugebietes auf den angrenzenden Flächen. Hierzu erfolgten Entwidmungen von entbehrlichen Feldwegen, die nach der Beendigung des Kiesabbaus wieder aufgeschüttet werden. Des Weiteren unterhielt die Krauchenwieser Firma Lutz in der Vergangenheit ebenfalls eine Kiesgrube in Göggingen an der Lehr.

Ausdehnung des Gebiets Die Gesamtfläche der Gemarkung Göggingen beträgt 1237 HektarGemarkungsfläche 12.368.420 m². (Stand: 31. Dezember 2010).

Geschichte Vor- und Frühgeschichte Aus der Späteisenzeit findet sich eine Viereckschanze im Wald zwischen Göggingen und Krauchenwies.Göggingen entstand in den Jahren 350-450 n. Chr. Rektor Bayer, Meßkirch, sprach über die Geschichte des Dorfes. In: Herbert Fießinger: Gögginger Chronik. Band II: 1945 bis 1980. Göggingen. Juni 2005. S. 128f. Westlich der Straße von Göggingen nach Laiz beim Gänssler befinden sich ausgegrabene Grabhügel.Karl Theodor Zingeler, Wilhelm Friedrich Laur: Die Bau- und Kunst-Denkmäler in den Hohenzollern’schen Landen. Paul Neff Verlag, Stuttgart 1896, Google-Digitalisat (PDF). S. 249. In römischer Zeit führte eine Römerstraße (Verbindung Straßburg–Ulm) von der Altstadt Meßkirch an Göggingen vorbei nach Krauchenwies, wo ein Weg nach Pfullendorf und Sigmaringendorf abging.Bonner Jahrbücher. Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. hrsg. vom Verein von Altertumsfreunden im Rheinlande, Rhine Province (Germany) Kommission für die Denkmalpflege. 1881. S. 53.

Mittelalter Göggingen gehörte in der alemannischen Zeit zum Gau Goldinshuntare.Nach Gustav Kempf S. 128. Der Name „Göggingen“ rührt wohl von Gagano beziehungsweise Gaggo (d. h. Gegner [im Kampf]), dem Führer einer Alemannensippe um 350 n. Chr., her.Nach Gustav Kempf S. 9 und Gemeinde Krauchenwies S. 12. Aus diesem Namensursprung entwickelte sich Gaginge, Gaggingen, Geggingen (bis ins 18. Jahrhundert) und endlich Göggingen. Die Endung „-ingen“ ist alemannischer Herkunft, wobei die heutige Schreibweise nicht mehr historisch begründet ist.Nach Gustav Kempf S. 9. Göggingen gehört vermutlich zur alemannischen Folcholtsbaar, deren Nachbarin die Bertoldsbaar war, oder lag im Grenzgebiet zwischen beiden Baaren des frühmittelalterlichen Alamanniens.Nach Gustav Kempf S. 11.

Die Gründung von Göggingen ist wohl ums Jahr 500 zu datieren und erfolgte aus der Mengener Gegend, dem Donaugebiet des Stammes der Juthungen, den Alemannen-Schwaben. Diese Ursiedlung ist im langsam ansteigenden Raum zwischen Talbach und Ablach am Fuße des Birkenstocks zu suchen. Es dürften sich wohl zehn bis zwölf solcher Ursiedlerfamilien hier niedergelassen haben.Nach Gustav Kempf S. 9f. Laut Bayer datierte die Urgründungszeit in die Jahre 350–450.

Politisch waren die Alemannen von Stammesherzögen regiert, die kriegerisch ihre Gaue bzw. Baare vergrößerten. Die Franken zerschlugen die letzten alemannischen Strukturen im Jahr 749 mit der Gefangennahme und Entmachtung des letzten alemannischen Führers Lantfried II.

Urkundlich ist Göggingen erstmals im Jahre 760 genannt.

Im Zuge der Christianisierung entstanden in der Region kirchliche Zentren. Unter der Regentschaft Karls des Großen, König des Fränkischen Reiches zwischen 768 und 814, wurde Göggingen an das Kloster Reichenau vergeben und wurde zu dessen Villikation. In Göggingen wurde eine Reichenauer Gutsverwaltung eingerichtet. Davon zeugen noch Flurnamen wie Auenrain. Von Göggingen aus wurden die reichenauischen Höfe von Igelswies, Krauchenwies, Leitishofen, Menningen und Rast mitverwaltet.

In der Karolingerzeit um 800 waren freie Bauern die Verwalter der Villikation Göggingen. Aus diesen Dienstmannen des Klosters entwickelte sich niederer Dorfadel (Ritter, Junker), der die Geschicke Göggingens bestimmte.Vgl. Gustav Kempf. Das adlige Inselkloster selbst hatte durch ein Privileg des Kaisers Karl III. von 887 in Göggingen die Grafenrechte und daher auch die höhere Gerichtsbarkeit.

Göggingen bestand lange Zeit aus einzelnen kleinen Gehöftgruppen am Ufer der Ablach. Dies änderte sich in der Zeit zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert, als Göggingen Besitzung des Klosters Reichenau war. Der Sitz der Verwalter von Reichenau war der Klenhof und unter anderen auch der Adler. Ein Villicus von Geggingen wird erstmals im Jahre 1202 im Zusammenhang mit einem Berthold von Geggingen urkundlich mit Namen genannt.Vgl. Gustav Kempf. Im 13. Jahrhundert kam Göggingen in die Niedere Gerichtsbarkeit der Meier von Geggingen.

Nach den Edlen von Geggingen kamen die Ritter von Hohenfels in den Besitz des Dorfes. Nach und nach verkauft diese Teile ihres Besitzes. Anschließend kam es an die Herren von Heudorf-Waldberg. Ein Chronist berichtet von der Witwe von Heudorf, die Geggingen an der Ablach, „allein der Ursach, daß die sich köstlich zu einem Turnier kleiden könnte, hingegeben um das Geld, so wie aus gemeldetem Dorf gelöst, einen schönen blauen sammtnen Rock gemacht hab“.Wilhelm Abel: Die Wüstungen des ausgehenden Mittelalters. G. Fischer. 1976. S. 154, ISBN 3-437-50185-2.

Am Montag vor Martini (4. November) 1454 verkaufte Ritter Caspar von Heudorf, zu Boll gesessen, sein Dorf Göggingen mit allen Gerechtigkeiten, Fällen, Zwing und Bann für 500 rheinische Gulden an Junker Werner von Zimmern, Freiherrn zu Meßkirch.

Neuzeit Göggingen blieb bis zum Tod Wilhelms von Zimmern, dem Aussterben des zimbrischen Mannesstammes, 1594 in der Herrschaft Meßkirch.

Die Herrschaft Meßkirch ging dann durch Kauf um 400.000 Gulden über an die Herren von Helfenstein. Georg von Helfenstein hatte Apollonia, eine Schwester Wilhelms von Zimmern, zur Frau. So wurde Göggingen helfensteinisch, aber nur für kurze Zeit. Nachdem Georg von Helfenstein im Jahr 1600 und Froben von Helfenstein 1627 gestorben war, erbte der Schwiegersohn Frobens, Wratislaus II. von Fürstenberg, die Herrschaft Meßkirch. Von dieser Zeit an bis in die Zeit Napoléon Bonapartes blieb Geggingen Bestandteil der Grafschaft Meßkirch unter der Herrschaft von Fürstenberg.

Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) starben 31 Gögginger Einwohner und 31 Häuser wurden niedergebrannt. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701 bis 1714) und den Napoleonischen Kriege (1792 bis 1815) war die Region wiederum Durchzugsgebiet von bayrischen, französischen und kaiserlichen Truppen, die Göggingen ausbeuteten und brandschatzten.

Am 14. Juni 1723 werden Grenzberichtigungen zwischen den Städten Sigmaringen und Meßkirch und den Dörfern Göggingen und Laiz in dem Gänssler genannten Wald durchgeführt.Franz Joseph Mone: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins. Landesarchiv zu Karlsruhe, Grossherzogliches General-Landesarchiv zu Karlsruhe, Badische Historische Kommission, Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Badisches General-Landesarchiv. 1889 S. 57.

Durch die Mediatisierung im Jahr 1806 wurde das Hause Fürstenberg von Napoléon entmachtet, das Fürstentum Fürstenberg aufgelöst und Baden unter Markgraf Karl Friedrich angegliedert. Dieser zog als Kurfürst von Napoléons Gnaden gegen den deutschen Kaiser Franz II. in den Krieg und wurde dafür mit den Gebieten kaiserlichen Fürsten belohnt. Damals war Göggingen östlichster Teil des fürstlich-fürstenbergischen Oberamts Meßkirch, das mit dem Übergang an Baden zum Amtsbezirk Meßkirch wurde.

Eine große Umwandlung im Bauernwesen der Heimat vollzog sich unter Großherzog Leopold in den Jahren 1830 bis 1852. Nach Erlass der Vollzugsordnung des Gesetzes zur Ablösung der Zehntlasten und der Möglichkeit, die bäuerlichen Lehnhöfe, Felder und Wälder in Freigut umzuwandeln, machten nach und nach die Gögginger Bauern Gebrauch davon und lösten unter finanzieller Mithilfe des badischen Staates ihre Lehen und Zehntpflichten ab. So wurden sie freie Bauern auf eigenem Grund und Boden. Das war ein großes und wichtiges Ereignis, denn in der Gemeinde Göggingen hatten damals etwa 20 verschiedene Klöster und weltliche Herren Landbesitz.

Ab 1918 gehörte alles zur Republik Baden. Das Ende des Amtsbezirks Meßkirch kam dann 1936, als die nationalsozialistischen Machthaber das Bezirksamt Meßkirch und das Bezirksamt Stockach zum Landkreis Stockach vereinigten. Vorher gehörte das Bezirksamt Meßkirch zum Kreis Konstanz.