Die Lonja de la Seda (spanisch) bzw. Llotja de la Seda (valencianisch), zu deutsch Seidenbörse, ist ein gotisches Bauwerk in Valencia in der Autonomen Gemeinschaft Valencia. Sie wurde im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert als Handelsbörse errichtet und gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das Gebäude dient heute als Sitz der Kulturakademie Valencias und als Ausstellungsort.

Geschichte Die Lonja wurde zwischen 1482 und 1548 im Stil der valencianischen Gotik erbaut. Sie wurde ursprünglich als Börse für den Ölhandel gegründet und löste einen älteren Ölmarkt ab. Sie entwickelte sich später zum wichtigsten Handelszentrum und zur Seidenbörse von Valencia. Der ursprüngliche Entwurf der Lonja wird Francesc Baldomar zugeschrieben. Die Grundsteinlegung erfolgte am 7. November 1482. Die Bauleitung oblag ab 1483 Pere Compte, der zunächst mit Joan Ivarra zusammenarbeitete. Der Bau zog sich über mehrere Jahrzehnte hin. Nach Comptes Tod im Jahr 1506 führte Joan Corbera die Arbeiten fort, während Domingo de Urtiaga für die spätere Vollendung des Consulado del Mar 1548 verantwortlich war. Über Jahrhunderte diente die Lonja als zentraler Ort des Handels, insbesondere für Seide.

Architektur mini|Grundriss Das Gebäudeensemble gilt als eines der bedeutendsten Beispiele profaner Gotik in Europa. Es besteht aus vier Hauptteilen: Säulensaal (Sala de Contratación): Der dreischiffige Raum wird von gewundenen Säulen getragen, die bis zu 16 Meter hoch aufragen. Hier schlossen die Kaufleute ihre Verträge ab. Turm (Torreón): Der mit Zinnen bewehrte Turm diente als Gefängnis für säumige Schuldner und beherbergte eine Kapelle. Von seiner Spitze bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt, der Turm ist jedoch nur im Rahmen von Sonderführungen zugänglich. Consulado del Mar: Der Flügel des Consulado del Mar beherbergte das erste Seehandelsgericht Spaniens. Aufgrund seiner späteren Bauzeit (1498–1548) weist der Flügel bereits deutliche Renaissance-Einflüsse auf – insbesondere an der zur Plaza del Mercat gelegenen Fassade mit ihrer Galerie aus Rundbögen und den 40 Medaillons mit Kaiserbüsten – und steht damit im stilistischen Kontrast zur überwiegend gotischen Architektur des Säulensaals. Orangenbaum-Innenhof (Patio de los Naranjos): Ein von Säulen umgebener Innenhof mit Orangenbäumen, der die Gebäudeteile verbindet. Der gesamte Komplex umfasst eine Fläche von rund 2.000 m².

Seit dem 7. Dezember 1996 ist die Lonja de la Seda als UNESCO-Welterbe eingetragen.

Galerie

Filme Christian Romanowski: Ein Tempel für die Seide: Die Seidenbörse von Valencia

Weblinks

Seite des Weltkulturerbes La Llotja de la Seda Virtueller Rundgang

Einzelnachweise

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