mini|hochkant=1.4|Zentrale in der Lütticher Straße in Berlin-Wedding

Die Berliner Hochschule für Technik (BHT, von 2009 bis 2021: Beuth Hochschule für Technik Berlin, von 1971 bis 2009: Technische Fachhochschule Berlin (TFH)) ist eine staatliche Hochschule in Berlin. Mit rund 80 Studiengängen in acht Fachbereichen ist sie eine der größten ingenieurwissenschaftlichen Hochschulen in Deutschland. Knapp 300 Professoren lehren an der BHT.Zahlen und Fakten, Berliner Hochschule für Technik, abgerufen am 10. April 2025.

Die Berliner Hochschule für Technik setzt den Fokus auf technikbasierte Studienprogramme. Daneben gibt es interdisziplinäre Forschungsaktivitäten. Innovation, Anwendbarkeit und Praxisnähe zählen zu den Zielen der Hochschule.

Geschichte 1823–1971 Im Jahr 1823 erfolgte die Gründung einer Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Berlin, des Beuth-Thaer’schen Gewerbeinstituts.Historische Gebäude – fast alle großen Bürgerhäuser und Adelspaläste sind zerstört oder abgerissen. Doch gibt es Ideen, ihre Spuren an alten Standorten sichtbar zu machen. Sechs Beispiele aus der alten Mitte. Bild-Text-Beitrag in der Berliner Zeitung, nach Ausarbeitungen von Benedikt Goebel (stadtforschung.berlin) und Lutz Mauersberger (berlin-mitte-archiv.com) 9. Oktober 2017, S. 16. 1878 entstand die Baugewerkschule Berlin (zunächst in privater Trägerschaft) und 1880 die kommunale Erste Handwerkerschule Berlin. 1882 folgte die Fachschule für Maurer und Zimmerer. Seit 1892 bestand die nach Max Eyth benannte Städtische Maschinenbauschule Max Eyth Berlin. Alle genannten Einrichtungen hatten verschiedene Standorte.

Im Jahr 1909 kam es zur Gründung der Ingenieurschule Beuth. Ebenfalls für die spätere Entwicklung bedeutend war die um 1910 eingerichtete I. Technische Mittelschule im Wedding, Lütticher Straße 37–39. 1914 wurde die Königlich Preußische Baugewerkschule Neukölln in der damals noch selbständigen Stadt Neukölln (ab 1920 Teil von Groß-Berlin) eröffnet.Hans Joachim Wefeld: Ingenieure aus Berlin. 300 Jahre technisches Schulwesen. Hause & Spener, Berlin 1988, ISBN 3-7759-0312-7, S. 179 ff., S. 199. 1919 entstand die Gewerbeschule Charlottenburg, 1922 folgte die Ingenieurschule Gauß. Am 3. Mai 1936 wurde die Höhere Graphische Fachschule der Stadt Berlin eingeführt.

Seit 1971 Die später eingeweihte Technische Fachhochschule Berlin (TFH) ging aus den vier 1966 gegründeten Berliner Staatlichen Ingenieurakademien hervor:Beuth Hochschule Geschichte

Die Staatliche Ingenieurakademie für Gartenbau ging aus der 1823 gegründeten Gärtnerlehranstalt zu Schöneberg und Potsdam-Wildpark hervor. Sie ist die älteste gärtnerische Lehranstalt Deutschlands. Die Staatliche Ingenieurakademie Gauß entstand aus der 1880 eröffneten Ersten Handwerkerschule Berlin. Die Staatliche Ingenieurakademie Beuth ging aus der 1909 gegründeten Technischen Mittelschule Berlin hervor. Die Staatliche Ingenieurakademie für Bauwesen Berlin entstand 1945/1946 durch die Zusammenlegung zweier Bauschulen zu den Vereinigten Bauschulen von Groß-Berlin. Dabei handelte es sich um die Baugewerkschule Neukölln – Leinestraße, hervorgegangen aus der 1913 gegründeten Königlich Preußischen Baugewerkschule Neukölln Baugewerkschule an der Kurfürstenstraße, hervorgegangen aus der 1878 gegründeten Baugewerkschule des Berliner Handwerker-Vereins, später in Trägerschaft der Stadt Berlin Aus den Vereinigten Bauschulen von Groß-Berlin wurde 1954 die Staatliche Ingenieurschule für Bauwesen.

Die Technische Fachhochschule Berlin (TFH) wurde 1971 gegründet, in der weitere Fachbereiche und Studiengänge auch außerhalb des Bauwesens (beispielsweise Lebensmitteltechnologie oder Verpackungstechnik) zusammengefasst wurden. Diese wurden nach und nach in überwiegend neuen Gebäuden an der Luxemburger Straße in Berlin-Wedding angesiedelt.

Im Jahr 2009 wurde die Akademie in Beuth Hochschule für Technik Berlin umbenannt.Beuth Hochschule für Technik Berlin, TFH wird Beuth. Die Fachhochschule trug den Namen des preußischen Ministerialbeamten Christian Peter Wilhelm Beuth. Ein Gutachten des Soziologie-Professors Achim Bühl, das Beuth eine entscheidende Rolle bei der gesellschaftlichen Festigung antisemitischer Ressentiments zuschreibt, brachte eine erneute Umbenennung der Hochschule ins Gespräch. 2020 stimmte die Akademische Versammlung für die Umbenennung.

Seit dem 1. Oktober 2021 lautet der neue Name der Institution Berliner Hochschule für Technik (BHT).

Standorte Die Hochschule nutzt neben den Häusern auf dem Campus Wedding noch traditionell das Gebäude der Technischen Fachhochschule in der Kurfürstenstraße in Berlin-Schöneberg sowie das Forum Seestraße in den Osram-Höfen, Räumlichkeiten in einem Gebäude der Schwedenstraße in Berlin-Gesundbrunnen, sowie ein Gebäude in der Reinickendorfer Wittestraße und das Gründungszentrum (Beuth Startup Hub) in der Residenzstraße.Beuth-Hochschule

Aufgrund der Vorgeschichte der BHT mit ihren unterschiedlichen Gründungselementen in verschiedenen Bezirken gibt es kein Hauptgebäude. Das Haus Beuth an der Lütticher Straße am Campus gilt als Zentrale der Hochschule, da sich hier die Hauptverwaltung befindet.

Haus Beuth (A) mini|hochkant|Eingangsportal des Hauses Beuth in der Lütticher Straße

Das Haus Beuth ist das älteste Gebäude auf dem Campus. Es entstand zwischen 1908 und 1910 als 53. und 300. Gemeindeschule, Diesterweg-Realschule und Technische Mittelschule durch den Stadtbaurat Ludwig Hoffmann unter Mitwirkung des Magistratsbaurats Georg Matzdorff, Stadtbaumeisters Straßmann, Regierungsbaumeisters Salingré sowie der Architekten Julius Buchholz und Gerecke. Die Skulpturen waren Werke von Ignatius Taschner.

Mit seiner außerordentlichen Größe und räumlichen Vielfalt bildet das „Schulschloss“ eine Ausnahme im Werk Ludwig Hoffmanns und im Schulbau der Stadt Berlin. Häufig wurden vor 1914 Schulen zu Baugruppen zusammengefasst, aber nur am Zeppelinplatz ergab sich die einzigartige Kombination von vier schulischen Einrichtungen unterschiedlicher Schularten. Die Schulen nutzen nicht nur einen gemeinsamen Standort, sondern sind in einem gemeinsamen Gebäude vereint, ohne als eigenständige Einheiten erkennbar zu sein. Das Bauwerk an Lütticher Straße 37–39, Ostender Straße 39/40, Antwerpener Straße 15 und Limburger Straße umfasst einen ganzen Baublock.

Ludwig Hoffmann betonte die Hauptfassade an der Lütticher Straße, den Flügel der Diesterweg-Realschule, mit einem monumentalen blockhaften Turmaufsatz, der nach zwei Geschossen mit einer barocken Balustrade flach abschließt. Im Flügel an der Ostender Straße waren die 53. und 300. Gemeindeschule untergebracht. Die Technische Mittelschule, gegründet 1909, nutzte die Klassentrakte an Antwerpener und Limburger Straße. Im Innenhof ist ein niedriger Querbau angeordnet, der als Laboratorium und Versuchswerkstatt für Maschinen diente. Eiserne Fachwerkbinder überspannen den Hallenraum, der auch heute noch technische Laboratorien beherbergt.

Nach alliierten Luftangriffen zwischen 1941 und 1945 musste der Lehrbetrieb eingestellt werden. Der kriegszerstörte Flügel an der Ostender Straße wurde 1957 wiederaufgebaut. Es ist ein gelistetes Baudenkmal.

Das Haus beherbergt gegenwärtig die Fachbereiche mit Schwerpunkt Maschinenbau. Im vorgelagerten Annex-Haus an der Lütticher Ecke Limburger Straße befindet sich das Präsidium.

Haus Gauß (B) mini|Haus Gauß, Ansicht Amrumer Straße

Das Haus war ab 1964 Sitz der Staatlichen Ingenieurakademie Gauß, die sich zuvor in der Bochumer Straße 8 befand, und ist nach dem Mathematiker, Astronomen, Geodäten und Physiker Carl Friedrich Gauß (1777–1855) benannt. Der Gebäudekomplex entstand 1964 durch Herbert Rimpl und besteht aus einem 150 m langen fünfgeschossigen Hauptgebäude, einem parallel dazu angeordneten eingeschossigen Labortrakt und einer Aula. Mit dem außen sichtbaren Stahlbetonskelett, dem kubischen Aufbau und den großen Fensterflächen ist das Hochschulgebäude ein typisches Beispiel für die moderne Architektur der 1950er und 1960er Jahre. Dem Hauptgebäude ist die Aula vorgelagert. Auf einem zurückgesetzten Unterbau ruht ein kubisches, an drei Seiten geschlossenes Obergeschoss. Der Bezirk Wedding ließ die Aula, nunmehr Max-Beckmann-Saal, bis 1990 in einen Mehrzwecksaal für Konzert- und Theaterveranstaltungen umbauen, der heute das Atze Musiktheater beherbergt. Das Hauptgebäude wurde 1996 durch die Berliner Architekten Lautsch & Partner um ein Geschoss aufgestockt. Es ist ein gelistetes Baudenkmal.

Das Haus Gauß beherbergt vor allem die Bereiche der Elektrotechnik sowie Informatik und Wirtschaftsingenieurwissenschaften.

Haus Grashof (C) mini|hochkant=0.85|Haus Grashof an der Luxemburger Straße

Das Haus Grashof entstand 1973 als Erweiterung zum Haus Beuth und ist mit diesem durch einen Übergang verbunden. Es trägt den Namen des Maschinenbau-Ingenieurs Franz Grashof (1826–1893), Mitbegründer des Akademischen Vereins Hütte, Mitbegründer und erster Direktor des VDI von 1856 bis 1890. Es besteht aus einem Hochhaus mit zwölf Obergeschossen und dem vorgelagerten Flachbau, in dem die Labore der Elektrotechnik und des Maschinenbaus untergebracht sind. Hier befindet sich auch der größte Hörsaal, der 2013 in Ingeborg-Meising-Saal umbenannt wurde und zuvor Beuth-Saal hieß. Ingeborg Meising (1921–2012) war Mathematikerin und wurde 1971 als erste Professorin an die Technische Fachhochschule berufen. Im Untergeschoss gibt es eine Cafeteria. Teile des Hauses wurden 2012 neugestaltet. 2005 wurde ein Gewächshaus (G) für den Studiengang Gartenbau vor dem Haus fertiggestellt. Auf dem Gebäudedach befinden sich eine Solaranlage und eine LoRaWAN-Antenne.

Haus Bauwesen (D) mini|Haus Bauwesen

Das Haus für Bauwesen entstand 1976 durch die Architekten von Beulwitz und Bonn. Es ist in zwei Längstrakte gegliedert, die durch drei Zwischenbauten miteinander verbunden sind. In den Längstrakten gibt es Hörsäle, Lehr- und Büroräume sowie die Bibliothek und das Hochschulrechenzentrum. Das Haus Bauwesen beherbergt die nach dem Zusammenschluss der Ingenieurakademie zur Technischen Fachhochschule Berlin im Jahr 1971 übernommenen Studienschwerpunkte Architektur, Bauwesen sowie Geoinformationswesen der ehemaligen Ingenieurakademie für Bauwesen Kurfürsten- und Leinestraße. Außerdem befindet sich hier das Fernstudieninstitut, die Zentralreferate Forschung und Technologietransfer sowie das Zentrum für Forschung und Innovation (ZFI). Teil des Gebäudes ist des Weiteren eine Cafeteria sowie die Mensa, gelegen an der Luxemburger Straße.

Auf dem Dach des Hauses Bauwesen betreibt die Hochschule gemeinsam mit einem durch das Gründerzentrum geförderten Startup experimentelle Bienenstöcke.

Forum Seestraße (F) mini|Forum Seestraße

Das Gebäude an der Seestraße entstand 1910 nach Planung des Architekten Hermann Enders als Verwaltungsgebäude für das ab 1906 aufgebaute Glühlampenwerk der Bergmann-Elektricitäts-Werke AG und steht mit anderen Bauteilen unter Denkmalschutz. (mit fehlerhafter Angabe des Bauherrn) Der gesamte Fabrikkomplex wurde 1935 von der Osram GmbH übernommen und nach 1990 stillgelegt; es entstanden die Osram-Höfe, ein vielfältig genutztes Geschäfts- und Gewerbezentrum. Von der Berliner Hochschule für Technik wird seit 1987 das Gebäude Seestraße 64 im 2., 3. und 5. Obergeschoss nach Umbau zu Laboratorien durch die TFH genutzt. Hier befinden sich Einrichtungen der Bereiche Life Sciences und Medizinisch-Physikalische Technik sowie Umwelttechnologien/-wissenschaften.

Haus Kurfürstenstraße (K) mini|Haus Kurfürstenstraße