Die Zionistische Weltorganisation (, WZO) ist eine Nichtregierungsorganisation, welche auf Initiative Theodor Herzls 1897 vom ersten Zionistenkongress im Basler Stadtcasino gegründet wurde und vor allem die Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk und die Förderung des Zionismus im Sinn hatte. Im Basler Programm forderte der erste Zionistische Kongress: „Der Zionismus strebt die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte an für diejenigen Juden, die sich an ihren jetzigen Wohnorten nicht assimilieren können oder wollen.“Theodor Herzl: Gesammelte zionistische Werke. Band 1, Berlin: Jüdischer Verlag, 1934, S. 189.
mini|Tel Aviv: Ha-Sochnut von der Kreuzung Rechov Kaplan mit Rechov da Vinci aus gesehen, 2008
Die WZO besteht aus folgenden Gremien: den Weltzionistischen Verbänden, den territorialen zionistischen Föderationen und internationalen Organisationen, die sich als zionistisch definieren, wie WIZO, Hadassah, B’nai B’rith, Maccabi, die Weltsephardische Föderation, den drei großen Strömungen des weltweiten Judentums (orthodox, konservativ, reformiert), einer Delegation aus den GUS-Staaten (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, ehemalige Sowjetunion), der Weltunion der Jüdischen Studenten (WUJS) sowie die Jewish Agency for Israel, eine Zweigstelle der WZO, deren Ziele, Merkmale und Führung eng mit denen der jener in den Jahren vor der Gründung des Staates Israel und in unterschiedlichem Maße danach verbunden sind.
Manifest Von der Organisation heißt es selbst:
Geschichte Die Zionistische Organisation (Zionist Organization, ZO) wurde 1897 auf dem ersten Zionistischen Kongress in Basel, Schweiz, gegründet. Sie diente als Dachorganisation für die zionistische Bewegung mit dem Ziel, eine jüdische Heimat in Eretz Yisrael zu schaffen, die damals unter dem Osmanischen Reich und später unter dem britischen Mandat stand. 1960 wurde die ZO in Weltzionistische Organisation (World Zionist Organization, WZO) umbenannt und eine neue Verfassung verabschiedet. Die ZWO war entscheidend für die Entwicklung des modernen Zionismus und die Schaffung des Staates Israel im Jahr 1948. Sie hat bis heute Einfluss auf die zionistische Bewegung und die jüdische Diaspora.
Die Finanzen der WZO wurden durch den Jewish Colonial Trust (1899) verwaltet, während der Erwerb von Land durch den Jewish National Fund (1901) erfolgte. Keren Hayesod, gegründet 1920, finanzierte zionistische Aktivitäten vor der Gründung des Staates Israel. Die Organisation investierte dafür in die Entwicklung der Infrastruktur in den jüdischen Siedlungen, einschließlich der Schaffung von Schulen, medizinischen Einrichtungen und landwirtschaftlichen Betrieben und war zusätzlich aktiv in der politischen Lobbyarbeit, um internationale Unterstützung für das zionistische Anliegen zu gewinnen. Dies führte unter anderem zur Balfour-Deklaration von 1917, in der die britische Regierung ihre Unterstützung für die Schaffung einer „nationalen Heimstätte für das jüdische Volk“ im britischen Mandatsgebiet erklärte.
Verwaltungssitz ha-Sochnut Die Hauptverwaltung, offiziell Bejt ha-Histadrūt ha-Zijjōnīt ha-ʿŌlamīt (), landläufig aber als Binjan ha-Sochnut oder Bejt ha-Sochnut ( bzw. bzw. Haus der Agentur) oder kurz ha-Sochnut bezeichnet,In Jerusalem befindet sich allerdings ebenfalls ein Bau, der gemeinhin ha-Sochnut genannt wird, offiziell aber Bejt ha-Mossadot ha-Le'umijjim () heißt, weil ha-Sochnut ha-Jehudit le-Eretz Jisra'el () als eine dieser Institutionen darin ihren Sitz hat. befindet sich in Tel Aviv-Jaffa auf der nördlichen Seite des Rechov Kaplan zwischen Rechov Dubnow und Rechov da Vinci, einem Viertel, das bis 1943 zur westlichen Feldmark Saronas gehörte. Den heutigen Hauptsitz der Zionistischen Weltorganisation errichteten Benjamin Idelson und Arieh Scharon zwischen 1961 und 1965.
Präsidenten 1897–1904: Theodor Herzl 1905–1911: David Wolffsohn 1911–1920: Otto Warburg 1921–1931: Chaim Weizmann 1931–1935: Nachum Sokolow 1935–1946: Chaim Weizmann 1946–1956: Amt vakant 1956–1968: Nahum Goldmann 1968–1972: Ehud Avriel
Exekutivvorsitzende der Zionistischen Weltorganisation sowie der Jewish Agency for Israel 1963–1968: Simon Greenberg 1968–1973: Louis Arie Pincus 1972–1978: Yitzhak Navon 1973–1975: Aryeh Dolchin 1975–1975: Pinhas Sapir 1975–1976: Aryeh Dolchin 1976–1978: Yosef Almogi 1978–1987: Aryeh Dolchin 1987–1994: Simcha Dinitz 1994–1995: Yehiel Leket 1995–1999: Avraham Burg 1999–2005: Sallai Meridor 2005–2009: Zeev Bielski seit 2010: Avraham Duvdevani
Zentralorgan Haolam Von 1907 bis 1950 (mit geringen Unterbrechungen) veröffentlichte die Zionistische Weltorganisation die Wochenzeitung Haolam () als ihr Zentralorgan. Sie erschien zunächst in Köln, dann an unterschiedlichen europäischen Verlagsorten.
Heute Heute trifft sich die WZO alle 4 bis 5 Jahre in Jerusalem. Teilnehmen können heute nur noch Organisationen, die sich für israelische Bürger einsetzen. Die politische Richtung spielt dabei keine Rolle.
Siehe auch Jewish Agency Zionismus
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Jüdische internationale Organisation Kategorie:Zionistische Organisation Kategorie:Organisation (Tel Aviv-Jaffa) Kategorie:Verbandsgründung 1897