Das Milesische System ist ein Zahlensystem, das im antiken Griechenland sowie in Byzanz verwendet wurde. Es wird auch als „alphabetisches Zahlensystem“ bezeichnet. Es teilt das Alphabet in drei Gruppen von je neun Zeichen für die Darstellung der Einer, der Zehner und der Hunderter ein. Erst im 14. Jahrhundert wurde es im byzantinischen Reich durch das indisch-arabische Zahlensystem abgelöst. Letzteres setzte sich – vor allem durch die Arbeit von Adam Ries – schließlich auch gegen das römische Zahlensystem durch.
Zahlenwerte hebräisch Wert griechisch Aleph 1 Alpha Beth 2 Beta Gimel 3 Gamma Daleth 4 Delta He 5 Epsilon Waw 6 Digamma Zajin 7 Zeta Chet 8 Eta Tet 9 Theta Jod 10 Iota Kaph 20 Kappa Lamed 30 Lambda Mem 40 My Nun 50 Ny Samech 60 Xi Ajin 70 Omikron Pe 80 Pi Tzade 90 Qoppa Koph 100 Rho Resch 200 Sigma Schin 300 Tau Taw 400 Ypsilon Kaph (final) 500 Phi Mem (final) 600 Chi Nun (final) 700 Psi Pe (final) 800 Omega Tzade (final) 900 Sampi
Griechenland
Ähnliche Zahlschriften Auch andere Zahlschriften verwenden ein entsprechendes System. Sie gehen wie die griechische auf die phönizische Schrift zurück (linksläufige Schriften wie Hebräisch, Syrisch, Arabisch) oder stammen vom Griechischen ab.
Wert griech. kopt. hebr. syr. arab. glagol. kyrill. georg. armen. 1 () 2 () / 3 () / 4 () 5 () 6 ()// () 7 () / 8 () 9 () 10 () (aber:, ) 20 () / 30 () 40 () 50 () 60 () / 70 () 80 () 90 / () / 100 () 200 () 300 () / 400 () / 500 () / / 600 () / / 700 () / / 800 () / / / / 900 () / / / 1.000 () / / / 2.000 () / / 3.000 () / / 4.000 () / / 5.000 () / / 6.000 / () / / / 7.000 () / / 8.000 () / / 9.000 () / / 10.000 () / 20.000 () / 1.234 (Geresch) (Titlo) ႹႱႪႣ ՌՄԼԴ
Die graue Unterlegung in der Tabelle zeigt an, dass sich die Zeichen wiederholen. Die letzte Zeile gibt für die Zahl 1.234 Beispiele konkreter Umsetzung, ggf. unter Verwendung weiterer Zeichen.
Andere Verwendung Bis in die heutige Zeit wird das Milesische System in der Zahlensymbolik, insbesondere in der Gematrie verwendet. Die Forschung nimmt an, dass diese Verwendung vor allem auf griechische Einflüsse zurückgeht, da die pythagoreische Zahlenmystik weit verbreitet war.O. Böcher: Gematrie, Sp. 777. Dabei gibt es verschiedene Entwicklungsströmungen auch in der Kabbalistik bis hin zur hermetischen Kabbala und anderen esoterischen Strömungen. Ein oft zitiertes Beispiel sind die Lieder von König Salomo:
berichtet, dass der weise König Salomo 1.005 Lieder gedichtet hat. Dies entspricht der Summe des Zahlenwerts der hebräischen Buchstaben , welche „Lied von König Salomo“ bedeuten.; vergleiche Carl Steuernagel: Die Zahl der Sprüche und Lieder Salomos (1. Reg 5,12). In: ZAW 30, 1910, S. 70 f. Zu den „3.000 Sprüchen“ Salomos in Vers 12 verweist Steuernagel darauf, dass die Summe der im folgenden Vers genannten Naturerscheinungen (bei Pleneschreibung eines Wortes) den Zahlenwert 3.000 ergibt.
Literatur Karl Menninger: Zahlwort und Ziffer – eine Kulturgeschichte der Zahl. 2., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Band 2 (Zahlschrift und Rechnen). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1958, S. 76–79 (Digitalisat, Münchener Digitalisierungszentrum). Hans Wußing: 6000 Jahre Mathematik – eine kulturgeschichtliche Zeitreise. Band 1. Springer, Berlin / Heidelberg 2008, S. 151–154.
Einzelnachweise
Kategorie:Zahlschrift