mini|Sportanlagen mit Clubhaus und Restaurant im Dietenbachpark (2013) Der Freiburger FC ist der älteste Fußballverein in Freiburg im Breisgau. Er wurde 1897 gegründet. Höhepunkt der Vereinsgeschichte war der Gewinn der deutschen Meisterschaft 1907. Von 1977 bis 1982 spielte der Freiburger FC in der 2. Bundesliga.

Geschichte Entstehungsgeschichte Um 1880 wurde in Freiburg eine englische Militärschule gegründet. Junge Männer zwischen 16 und 20 Jahren wurden auf ihren Dienst als Infanterieoffiziere vorbereitet. Teil der Ausbildung waren sportliche Aktivitäten in Form von Fußball, Hockey, Cricket und Rugby.Saskia Gregorius (Redaktion): Gefühle, wo man schwer beschreiben kann. Katalog zur Großen Landesausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg im Kunsthaus am Schlossplatz in Stuttgart. 28. März bis 11. Juli 2010, Stuttgart 2010, Seite 22. „Am 17. November 1888 war der Heidelberg College Football Club beim English Football Club Freiburg zu Gast. In Freiburg gab es u. a. eine englische Militärschule und damit potenzielle Spieler für Cricket, Fußball und Rugby. Es ist das bislang älteste überlieferte überregionale Assoziations-Fußballspiel im Südwesten Deutschlands und endete 2:2.“ Hierfür wurden 1889 zwei Wiesen an der Schwarzwaldstraße gepachtet. Freiburger Schüler beobachteten die bis dahin unbekannten Sportarten. Da für Fußball keine gesonderte Ausrüstung benötigt wird, konnte diese Sportart einfach nachgespielt werden.

Der erste Freiburger Fußballverein wurde im „Nägelesee“ gegründet. Hierbei handelte es sich eher um einen losen Zusammenschluss der Schüler etlicher Freiburger Schulen als um einen Verein im heutigen Sinne. In den frühen 1890ern entstanden mehrere Vereine, in denen Fußball gespielt wurden: der „Verein zur Förderung der Volks- und Jugendspiele“, der „Fußballverein Freiburger Gymnasium“ und der „Verein Freiburger Oberrealschule“. Zu den Fußballspielern in Freiburg zählten zu dieser Zeit unter anderem der spätere Reichskanzler Joseph Wirth und der spätere Stadtkämmerer Berlins, Ernst Karding. Im Oktober 1897 lud der FC Basel den noch nicht existenten FC Freiburg zu einem Kräftemessen ein.

Daraufhin wurde am 17. Dezember 1897 der Freiburger Fußball-Club gegründet. Der erste Vorsitzende war der in Freiburg studierende Brite Gustav Manning. Die Vereinsmitglieder waren größtenteils Studenten. Sein erstes Spiel trug der FFC bereits am 2. Januar 1898 beim Straßburger FK aus und verlor es 1:3 mit Kewitsch – Wagner, George – Ernst Schottelius, Manning, Liefmann – Schilling, Hoog, Hunn, B. Schottelius, Specht. Um ein Meisterschaftsspiel handelte es sich hierbei nicht.Spielbericht in Sport im Bild Nr. 2/1898, S. 23.

Der Freiburger FC gehörte im Jahr 1900 zu den Gründungsvereinen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Geschichte bis 1945 mini|links|Ehemaliges Wappen Mit dem Erringen der süddeutschen Meisterschaft (1899) war man nach gut einem Jahr des Bestehens schon erfolgreich. Der FFC schlug den 1. FC Pforzheim im Endspiel mit 6:1. Die auf die Meisterschaft folgende Popularität des Teams machte es nötig, nach einem größeren Sportgelände zu suchen. Da Freiburg Garnisonsstadt war, konnte der Exerzierplatz mit genutzt werden, jedoch hatten militärische Übungen Vorrang und an Exerziertagen konnte nicht gespielt werden. Im Jahre 1899 wurden die Schüler der englischen Militärschule als Folge des Burenkriegs nach England zurückberufen, worauf 1903 schließlich die zentraler gelegenen und besser geeigneten Sportplätze der Militärschule vom FFC genutzt werden konnten.

mini|Die Meistermannschaft von 1907: (v. l. n. r.) August Falschlunger, Henri Sydler, Josef Glaser, Fritz Bodenweber, Max Haase, Max Mayer, Felix Hunn, Louis C. de Villiers, Paul von Goldberger, Otto Hofherr, Philipp Burkart mini|hochkant|Gedenkstein des FFC für die in den Weltkriegen gefallenen Kameraden (2013) Der größte sportliche Erfolg des Teams in der Saison 1905/06 war der Gewinn der Gaumeisterschaft, erneut gegen den Straßburger FV. Dieser Erfolg konnte in der Saison 1906/07 durch Siege gegen den Straßburger FV und den FC Mülhausen (8:0 Punkte, 24:4 Tore) wiederholt werden. Die Kreismeisterschaft konnte durch Siege gegen den Karlsruher FV und die Stuttgarter Kickers errungen werden. Im Kampf um die süddeutsche Meisterschaft wurden der FC Hanau 93 und der 1. FC Nürnberg ausgeschaltet. Somit war der FFC für die deutsche Meisterschaft im Jahre 1907 qualifiziert. In Nürnberg wurde der VfB Leipzig 3:2 besiegt, im Finale in Mannheim schließlich wurde der BFC Viktoria 1889 vor 2000 Zuschauern mit 3:1 (1:1 zur Halbzeit) bezwungen. Die Mannschaft zerfiel nach diesem Erfolg recht schnell, da die meisten Spieler Studenten waren und einige Freiburg nach Abschluss ihres Studiums verließen. Der Meistertitel konnte 1907/08 nicht verteidigt werden. Zwar besiegte der FFC die Stuttgarter Kickers in der ersten Runde mit 1:0, das Spiel musste jedoch auf Grund einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung wiederholt werden. Das Wiederholungsspiel gewannen die Stuttgarter mit 5:2.

In den folgenden Jahren war der Freiburger FC weiterhin die erfolgreichste Mannschaft aus Südbaden. Der nächste Titel war die Meisterschaft in der Kreisliga Südwest (1920), aber in den Spielen um die süddeutsche Meisterschaft schied man im Halbfinale aus. 1922 wurde das Möslestadion eingeweiht.

Es dauerte wieder zehn Jahre, bis der Freiburger FC seinen nächsten Titel errang (1930 Meister der Bezirksliga Württemberg/Baden, Gruppe Baden). In den Spielen um die süddeutsche Meisterschaft blieb allerdings nur der letzte Platz unter 8 Mannschaften. 1933 schaffte der Freiburger FC die Qualifikation für die neu geschaffene Gauliga Baden. In dieser Spielklasse hielt sich der Verein bis 1945, ohne größere Erfolge zu erringen.

Nachkriegsgeschichte Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten die bisherigen Vereine aufgelöst werden und der Freiburger FC wurde als Fortuna Freiburg neu gegründet.

Zunächst wurde die Qualifikation für die Zonenliga, die oberste Spielklasse in der Französischen Besatzungszone, verpasst. Jedoch schon ein Jahr später war Fortuna Freiburg 1947 wieder in der obersten Klasse dabei. 1949 wurde die Meisterschaft in der Gruppe Süd der Zonenliga errungen. In den Endspielen um die Zonenmeisterschaft scheiterte man jedoch am Meister der Nord-Gruppe, dem 1. FC Kaiserslautern.

1950 wurde die Südgruppe der Zonenliga aufgelöst und die Vereine aus Südbaden traten dem Regionalverband Süd bei. Fortuna Freiburg, das im November 1949 wieder in Freiburger FC umbenannt worden war, spielte fortan in der II. Division.

Am 4. August brannte die Holztribüne des Möslestadions ab. In den Flammen verbrannte auch der Meisterwimpel von 1907, ebenso zahlreiche Unterlagen. Da 1954 in Freiburg das Landesturnfest stattfinden sollte, wurde umgehend mit dem Bau einer größeren Sportanlage an gleicher Stelle begonnen.

Nach dem Meistertitel in der II. Division Süd (1956) spielte der Freiburger FC für eine Saison (1956/57) in der Oberliga Süd, damals die höchste Spielklasse in Deutschland. Da man über den letzten Platz nicht hinaus kam, spielte man 1957 bis 1963 wieder in der II. Division.

Die Amateurmannschaft spielte von 1962 bis 1969 und von 1970 bis 1973 in der damals drittklassigen 1. Amateurliga Südbaden.

1963–1973: Stabil zweitklassig in der Regionalliga Süd Saisonbilanzen 1963–1973 Spielzeit Liga Stufe Platz Punkte 1963/64 Regionalliga Süd 2 10. 37:39 1964/65 Regionalliga Süd 2 11. 35:37 1965/66 Regionalliga Süd 2 15. 29:39 1966/67 Regionalliga Süd 2 7. 37:31 1967/68 Regionalliga Süd 2 9. 36:32 1968/69 Regionalliga Süd 2 2. 43:25 1969 Aufstiegsrunde zur 1. BL – 2. 11:5 1969/70 Regionalliga Süd 2 6. 40:36 1970/71 Regionalliga Süd 2 9. 37:35 1971/72 Regionalliga Süd 2 6. 37:35 1972/73 Regionalliga Süd 2 15. 29:39

Mit der Einführung der Bundesliga 1963 ging eine grundlegende Reform der Ligen des DFB einher und die Regionalliga löste die Oberliga sowie die II. Division ab. Als Fünftplatzierter der II. Division 1962/63 war der FFC für die neue Regionalliga Süd qualifiziert. In der Auftaktsaison der neuen Liga hielt sich der Verein unter Trainer Hans Wendlandt durchaus ordentlich.FFC-History: Saison 1963/64

Nachdem Wendlandt seine bereits zweite Amtszeit beim FFC zum Saisonende beendete, um zurück zu Schwarz-Weiß Essen zu gehen (1971–73 sollte er dann für eine dritte und letzte Amtszeit ins Möslestadion zurückkehren), übernahm Vladimir Beara das Traineramt im Breisgau. Seine erste Saison als verantwortlicher Trainer des Freiburger FC endete mit Platz 11 ebenfalls im Mittelfeld der Regionalliga – in jener Saison wurde der Verein direkter Zeuge des Beginns einer großen Karriere: Es erzielte Gerd Müller bei der 2:11-Heimniederlage des FFC gegen FC Bayern MünchenFFC-History: Saison 1964/65 sein erstes Punktspieltor für die Bayern.FFC: Gerd Müller; abgerufen am 30. Juni 2012. Die zweite Saison unter Beara verlief deutlich weniger erfolgreich – zwischenzeitlich nur vor dem chancenlosen VfR Pforzheim auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht musste der FFC bis zum Schluss zittern und erreichte am Ende nur dank des besseren Torverhältnisses gegenüber dem ESV Ingolstadt den Klassenerhalt.FFC-History: Saison 1965/66

In der Folge wurde Beara gegen Fred Hoffmann ausgetauscht, der den Verein in den zwei Jahren seiner Amtszeit in Freiburg – trotz zwischenzeitlichen Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz nach sechs Niederlagen in SerieFFC-History: Saison 1967/68 – in die obere Tabellenhälfte führte.

Hoffmann kehrte nach zwei Jahren in seine Heimat nach Franken zurück und es übernahm zur Saison 1968/69 Bernd Oles. Mit ihm spielte der Freiburger FC eine der erfolgreichsten Spielzeiten seiner Geschichte – sowohl vom Zuschauerzuspruch her als auch sportlich: Hatte der Zuschauerschnitt in der Vorsaison noch bei 3.200 gelegen, so startete man mit 5.000 Zuschauern und einem 5:3-Erfolg gegen Hessen Kassel in die neue Saison. Zum badischen Derby gegen den Karlsruher SC konnte man schon 13.000 Zuschauer begrüßen, 15.000 beim letzten Heimspiel gegen den SSV Reutlingen, bei dem sich der FFC punktgleich hinter den Karlsruhern den zweiten Platz in der Abschlusstabelle sicherte – im Schnitt hatten über 7500 Zuschauer die 17 Heimspiele des FFC besucht.FFC-History: Saison 1968/69 Als Vizemeister der Regionalliga hatte man gleichzeitig die Eintrittskarte zur Aufstiegsrunde zur 1. BL gelöst.

Dort begann der Freiburger FC mit drei Auftaktsiegen bei Hertha Zehlendorf, beim VfB Lübeck und mit einem 3:1-Sieg gegen Rot-Weiß Oberhausen vor 22.000 Zuschauern im ausverkauften Möslestadion perfekt. Zwei Niederlagen gegen den SV Alsenborn sorgten dann für ein echtes Endspiel am letzten Spieltag bei RW Oberhausen. Auf Grund des besseren Torverhältnisses reichte Oberhausen in diesem Spiel ein Remis, Freiburg musste siegen, um den Aufstieg perfekt zu machen. Trotz bester Chancen endete das Spiel 0:0 und so beendete der FFC die Aufstiegsrunde punktgleich mit Oberhausen, das den Aufstieg feiern konnte, auf Platz 2.FFC-History: ; abgerufen am 30. Juni 2012.

In den drei folgenden Jahren erreichte der Verein dann unter den Trainern Bernd Oles, Fritz Langner (1969/70), Hans Pilz (1970/71) und dem zurückgekehrten Hans Wendlandt (1971/72) dann nur noch Plätze im gehobenen Mittelfeld der Regionalliga. 1972 bot dann der Leiter der Freiburger Oberfinanzdirektion, Achim Stocker, dem FFC an, seine guten Beziehungen zu möglichen Geldgebern zu nutzen. Ein Angebot, das der damalige Vorstand um Hugo Steim jedoch ausschlug. Stocker engagierte sich daraufhin stärker beim SC Freiburg, den er bis zu seinem Tod 2009 auch als Präsident leiten sollte und leitete dort nach und nach die Wachablösung im Freiburger Fußball ein.

1972/73 entrann der FFC schließlich nur knapp dem Abstieg aus der Regionalliga und verschliss dabei gleich drei Trainer in einer Saison.FFC-History: Saison 1972/73

1973–1982: Zwischen zweiter und dritter Liga