Die Autostrada 1 (A1) ist eine überwiegend fertiggestellte, zum Teil im Bau und in Planung befindliche Autobahn in Rumänien. Sie wird nach ihrer Fertigstellung nach 2028 von der ungarischen M43 an der ungarisch-rumänischen Grenze nähe Nădlacbis in die Hauptstadt Bukarest führen.

Verlauf Die Autostrada 1 wird von der M43 an der ungarisch-rumänischen Grenze nahe Nădlac über Arad, Timișoara, Deva, Sibiu und Curtea de Argeș sowie Pitești bis in die Hauptstadt Bukarest verlaufen und ist damit ein Teil des TEN-T-Korridors “Orient/Östliches Mittelmeer” sowie „Rhein-Donau“. Nach der Fertigstellung der Autobahn wird auf dem Streckenabschnitt Bukarest – Pitești – Curtea de Argeș – Sibiu die Europastraße E81 verlaufen.

Geschichte Übersicht der Abschnitte und der BaukostenAbschnittBaufirma(ursprünglich)BaubeginnVertragsunterzeichnungFreigabevoraussichtlichLänge(km)Beteiligung EUKohäsionsfonds (PDF; 148 kB)ISPAin Mio. LeiBaukostenin Mio. Lei București – Pitești 4. Februar 1967 1972 96 Umfahrung Pitești Astaldi (Italien)Italstrade (Italien) 2004 19. November 2007 14Pitești – Sibiu 5 Astaldi (Italien) 2020 2025 30 4 Porr (Österreich) 2022 2027 10 3 Astaldi (Italien) 2022 2027 35 2 Mapa – Cengiz 2022 2028 34 1 Porr (Österreich) 2019 Dezember 2022Victor Cozmei: Primul tronson din Autostrada A1 Sibiu - Pitești, deschis traficului de joi am 15. Dezember 2022 bei monitorizari.hotnews.ro (rumänisch) 14Umfahrung Sibiu 1 Todini (Italien)(Max Bögl) Frühjahr 200412. September 2003 1. Dezember 2010 1552 Mio Euro Ministerul Transporturilor70 Mio. Euro 2 Todini (Italien)(Vectra service SRL) Frühjahr 200412. September 2003 1. Dezember 20103Sibiu – Orăștie 4 Astaldi (Italien)Astalrom (Rumänien)Euro ConstructTrading ’98 (Rumänien) 20. Oktober 20117. Juni 2011 19. Dezember 20131621793174 3 Impregilo (Italien) 20. Mai 2011 14. November 201422 2 Straco (Rumänien)Studio Corona (Italien) 15. November 2011 Ministerul Transporturilor și Infrastructurii7. Juni 2011 19. Dezember 201320 1 Strabag (Österreich) 15. November 20117. Juni 2011 19. Dezember 201324 Orăștie – Deva Strabag (Österreich)Straco (Rumänien) April 20119. November 2010 30. Mai 201332 113 Mio Euro 184 Mio. EuroDeva – Lugoj 4 Spedition UMB (Rumänien)Tehnostrade (Rumänien) 29. Juli 2013 14. August 201922339 Mio. Euro540 Mio. Euro 3 Teloxim Con (Rumänien)Comsa (Spanien)Aldesa (Spanien)Arcadis (Spanien) 21. Oktober 2013 23. Dezember 201921 2 Salini (Italien)Secol (Italien)Societa Edile (Italien) 18. Oktober 2013 17 km zwischen Dumbrava und Margina: 06.03.2017 restliche 12 km: 2026Angaben bei cnadnr.ro, abgerufen am 29. April 2025 (rumänisch).29 1 Condotte (Italien)Tirrena Scavi (Italien)Cossi Construzioni (Italien) 1. September 201120. Mai 2011 23. Dezember 2013 27 766 1119Lugoj – Timișoara 2 Tirrena Scavi (Italien)Condotte (Italien) 4. Dezember 2013 23. Dezember 2015 (PDF)278991303 1 Spedition UMB (Rumänien)Tehnostrade (Rumänien)Carena Construzioni (Italien) 20. Oktober 201120. Mai 2011 23. Oktober 20139 Timișoara – Arad FCC Construccion (Spanien)Astaldi (Italien) 26. Januar 200911. Dezember 2008 17. Dezember 2011325311704 Umfahrung Arad FCC Construccion (Spanien),Porr 24. April 200913. März 2009 17. Dezember 201112Arad – Nădlac 2 Astaldi (Italien)Max Bögl (Deutschland)(Alpine Bau GmbH) 20. Oktober 2011 6 km zwischen Nădlac und Pecica: 19. Dezember 2014restliche 10 km: 11. Juli 201516,79131316 1 Astaldi (Italien)Max Bögl (Deutschland)(Romstrade, Monteadriano, Donep Construct) 20. Oktober 2011 19. Dezember 201422,2

Am 4. Februar 1967 begannen die Bauarbeiten für das Teilstück zwischen Bukarest und Pitești, nachdem die damalige Kommunistische Regierung unter der Führung von Nicolae Ceaușescu an die Firma IPTANA (Institut de Proiectări pentru Transporturi Auto, Navale și Aeriene) den Auftrag der Planung eines 3200 Kilometer langen Autobahnnetzes vergab und diese abgeschlossen waren. Nach 5 Jahren Bauzeit wurde 1972 das 96 Kilometer lange Teilstück für den Verkehr freigeben, damit war dieser Abschnitt (bis 1989) der erste fertiggestellte Autobahnabschnitt Rumäniens.

Nach Ende des Kommunismus war die A1 im schlechten Zustand, sodass 1996 der damalige Betreiber (Administrația Națională a Drumurilor) zusammen mit der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung ein Darlehen über 53 Millionen US-Dollar für die Sanierung abgeschlossen hatte. 1997 wurde die Sanierung ausgeschrieben. Der Auftrag ging an ein Konsortium bestehend aus den italienischen Baufirmen Federici, Astaldi und Todini. Ursprünglich sollen diese Arbeiten zwischen Juni und August 1999 stattfinden, allerdings kam es zu Verzögerungen, sodass diese Arbeiten erst Ende Juni bzw. Mitte November 2000 beendet wurden.

Ab 2004 links|mini|200 m vor der Ausfahrt Sibiu Est

Zwischen 2000 und 2006 hat Rumänien aufgrund des möglichen Beitritts in die EU mehrere Zuschüsse aus dem EU-Programm ISPA erhalten, unter anderem für die Planung und Bau der Ortsumfahrung Sibiu und Deva.

Im Frühjahr 2004 begannen die Bauarbeiten der Ortsumfahrung von Sibiu, nachdem am 12. September 2003 der Vertrag mit der italienischen Baufirma Todini unterzeichnet war. Nach mehreren Protesten der Arbeiter wegen eines neuen Tarifvertrags kam es aufgrund nicht bezahlter Rechnungen zum Baustopp. Im November 2006 wurden nach Verhandlungen die Arbeiten wieder aufgenommen, allerdings wurde die Rechnung in Höhe von 6 Millionen noch immer nicht bezahlt, sodass es erneut zu Verhandlungen kam, aber mit dem Entschluss, den Vertrag 2007 zu kündigen. 2008 wurden die Bauarbeiten in zwei Abschnitte aufgeteilt, neu ausgeschrieben und neue Bauverträge beschlossen. Am 1. Dezember 2010 eröffnete der damalige Ministerpräsident Emil Boc die 17 Kilometer lange Ortsumfahrung von Sibiu.

Am 19. November 2007 wurde die 14 Kilometer lange Ortsumfahrung Pitești eröffnet, die Bauarbeiten hierzu begannen 2004. Die Kosten für die Ortsumfahrung belaufen sich auf ca. 113 Millionen Euro, dazu wurde auch ein Teildarlehen bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung aufgenommen. Um den Verkehrsfluss am neuen westlichen Ende der A1 zu verbessern, wurde auch eine Unterführung in Form eines Tunnels in diesem Bauvertrag integriert. Diese Unterführung wurde am 22. Oktober 2008 nach achtmonatiger Bauphase eröffnet. links|mini|Brücke über den Mureș mit einer Spannweite von 150 m Seit dem endgültigen Beitritt Rumäniens in die Europäische Union im Jahr 2007 werden aus dem Kohäsionsfonds 85 % der förderbaren Planungs- und Baukosten für die restlichen Streckenabschnitte zwischen Nădlac und Sibiu bezuschusst.

Am 17. Dezember 2011 wurde der 32 Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Arad und Timișoara eröffnet, zusammen mit der zwölf Kilometer langen Ortsumfahrung um Arad. Von dieser wurden allerdings nur eine Fahrspur in jede Richtung sowie drei der insgesamt sechs Anschlussstellen freigegeben. Die Bauarbeiten hierfür begannen am 11. Dezember 2008 bzw. am 13. März 2009. Am 6. Juni 2012 wurden schließlich alle Fahrspuren auf der Ortsumfahrung um Arad freigegeben. Erst als innerhalb der Garantiezeit das Baukonsortium eine neue Asphaltschicht gießen ließ, war dieser Streckenabschnitt mit 130 km/h freigegeben.

Am 20. Mai 2011 wurden gleich mehrere Bauverträge unterzeichnet: Für den Bau der Streckenabschnitte zwischen Orăștie und Sibiu das Baulos 3, zwischen Timișoara und Lugoj das Baulos 1, zwischen Lugoj und Deva das Baulos 1 sowie für die Strecke zwischen Nădlac und Arad beide Baulose. Nur einen Monat später, am 7. Juni 2011, wurden die restlichen Baulose des Streckenabschnitts zwischen Orăștie und Sibiu vergeben.

Doch schon zwei Monate nach Baubeginn stellte man Probleme aufgrund der Bodenbeschaffenheit auf dem Streckenabschnitt zwischen Nădlac und Arad fest. Nach mehreren Monaten wurden besonders auf dem Baulos 1 Unregelmäßigkeiten bezüglich des Baufortschritts sowie der Bezahlung der Mitarbeiter festgestellt. Infolgedessen stellte sich heraus, dass die erhaltenen Gelder veruntreut worden waren und damit versucht wurde, für die Fluggesellschaft Blue Air (die ebenfalls dem Geschäftsführer von Romstrade gehörte) ein Projekt zu realisieren. Daraufhin wurde der Bauvertrag am 8. November 2012 gekündigt und der Geschäftsführer Nelu Iordache der Baufirma Romstrade musste sich wegen der Veruntreuung der Gelder vor Gericht verantworten.

18 Monate nach der Vertragsunterzeichnung wurde der 9,5 Kilometer lange Streckenabschnitt um Timișoara am 23. Oktober 2012 eröffnet.

Am 30. Mai 2013 wurde die 32 Kilometer lange Ortsumfahrung zwischen Deva und Orăștie vollständig eröffnet, nachdem am 21. Dezember 2012 bereits der Streckenabschnitt zwischen den beiden Anschlussstellen Deva und Simeria freigeben war. Die Bauarbeiten hierfür begannen im April 2011.

Nachdem im Juni 2013 die österreichische Baufirma Alpine Bau des Streckenabschnitts Arad – Nădlac Baulos 2 Insolvenz beantragt hatte, wurde im Juli 2013 zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit der Bauvertrag seitens der Betreibergesellschaft gekündigt. Der Baufortschritt lag hier bei 85 %. Der plötzliche Baustopp stellte ein Problem dar, da die Versiegelungsarbeiten der Fahrbahn zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen waren. Beide Baulose des Streckenabschnitts Arad – Nădlac wurden schließlich an ein Konsortium aus Astaldi (Italien) und Max Bögl (Deutschland) neu vergeben. Am 19. Dezember 2014 wurde der 26 km lange Teilabschnitt von Pecica nach Arad für den Verkehr freigegeben.

Die restlichen Streckenabschnitte zwischen Timișoara und Deva wurden ausgeschrieben und im Laufe der zweiten Jahreshälfte 2013 vergeben.

Am 19. Dezember 2013 wurden die Baulose 1, 2 und 4 des Streckenabschnittes zwischen Orăștie und Sibiu freigegeben. Die Eröffnungsfeier war aufgrund der verschobenen Fertigstellung des Streckenabschnittes zwischen Sibiu und Pitești teilweise von der Initiative „Vrem Autostrada Sibiu - Pitesti“ (deutsch Wir wollen Autobahn Sibiu - Pitesti) begleitet. Aufgrund von Erdrutschen kam es zu Verzögerungen auf dem Baulos 3, welches am 14. November 2014 eröffnet wurde. Nach zehn Tagen wurden Risse an der Fahrbahn zwischen Cunța und Săliște entdeckt, sodass der Verkehr gleich nach Eröffnung hier eingeschränkt wurde.Andreea Neferu: Die neuste Autobahn Rumäniens bricht nach nur zehn Tagen am 25. November 2014 bei zf.ro abgerufen am 9. März 2017 (rumänisch)

Am 20. Dezember 2014 wurde das 26,5 km lange Teilstück zwischen Pecica und Nădlac für den Verkehr freigegeben. Am 11. Juli 2015 wurde das 10 km lange Teilstück zwischen Arad und Pecica für den Verkehr freigegeben. Da am selben Tag das restliche Teilstück der ungarischen M43 zwischen Nagylak und Makó sowie der neue Autobahngrenzübergang zwischen Rumänien und Ungarn eröffnet wurde, ist das rumänische Autobahnnetz zum ersten Mal an das europäische Autobahnnetz angeschlossen. Am 23. Dezember 2015 wurde das 25 km lange Teilstück zwischen Timișoara und Lugoj (LOT 2) für den Verkehr freigegeben. Damit besteht die Autobahn (Stand 23. Dezember 2015) von der ungarisch-rumänischen Grenze bis Lugoj.

Im ersten von vier Teilstücken des Autobahnabschnitts zwischen Deva und Lugoj wurden 17 Kilometer im Dezember 2013, restliche zehn Kilometer von Balinț nach Traian Vuia im Dezember 2015 fertiggestellt. Vom 2. Teilstück (Lot 2) wurden die ersten 17 Kilometer am 6. März 2017 freigegeben. Die Teilstücke drei und vier (Lot 3 [21 km]; Lot 4 [22 km]) wurden 2019 dem Verkehr freigegeben. Somit wären Ende 2019 in Rumänien 857,5 Kilometer Autobahn in Betrieb. Die restlichen 12 Kilometer des 2. Teilstücks, zwischen Margina und Holdea,Darstellung des Autobahnteilstücks zwischen Holdea und Margina in einer interaktiven Karte soll laut dem nationalen Straßeninfrastrukturmanagementunternehmen (CNAIR) Ende 2026 fertiggestellt werden.Angaben zu den im Bau befindlichen Autobahnen bei cnadnr.ro, abgerufen am 5. August 2026.

Weitere Planungen