Der Planet Midkemia ist eine fiktive Welt, bekannt aus einer Fantasy-Romanserie des amerikanischen Schriftstellers Raymond Feist.
Literarische Entstehungsgeschichte Die Welt Midkemia wurde dabei als Variation des Dungeons-and-Dragons-Rollenspiels von den sogenannten „Thursday Nighters“, einer Studentengruppe der Universität von San Diego, ab dem Jahre 1975 entworfen. 1977 folgte die Gründung der Midkemia-Press, die Produkte zur Rollenspielwelt Midkemia entwarf und veröffentlichte. Raymond Feist spielte drei Jahre lang in der Studentengruppe, bevor er erste (nicht veröffentlichte) Geschichten schrieb, die in der Welt handelten. Danach verwendete der Autor die Welt Midkemia als Grundlage für eine Romanidee, die er schließlich im Jahr 1979 in seinem Debütroman Magician verwirklichte. Durch den schnellen Erfolg der Bücher wird der Name Midkemia heute fast nur noch mit Feist verbunden, auch wenn dieser in zahlreichen Vorworten seiner Bücher auf die „wahren“ Erfinder der Welt Midkemia hinweist und sich bei diesen für ihre Unterstützung bei der Ausgestaltung seiner Werke bedankt. Bis auf die Nebencharaktere Praji und Vaja aus dem sechsten Band (kreiert von Feists Freund Richard Spahl) basierte keine der Figuren aus der ersten Romanserie (Midkemia-Saga) auf den Spieler-Charakteren aus Feists Studentenzeit.
Auch die Computer-Rollenspiele Betrayal at Krondor (1993) und Rückkehr nach Krondor (1998) spielen in der Welt Midkemia.
Die detailliert ausgearbeiteten Kulturen in Feists Romanen wurden oft anhand historischer Kulturen entworfen: Queg basiert auf Rom; die Vielvölkernation Kesh auf Arabien und den Massai; Tsuranuanni auf Japan und China. Novindus trägt Züge von Indien und Australien; Rodez und Roldem von Spanien; Finstermoor von Deutschland, Krondor von London, Bas-Tyra von Frankreich. Trotz dieser Ähnlichkeiten gibt es aber auch jeweils eigenständige Elemente. Bei Elben und Zwergen gibt es deutlich erkennbare Anleihen zu J.R.R. Tolkien, gerade auch in den Eigennamen der Elben, welche auf Sindarin beruhen.
Überblick Der Planet hat drei Kontinente, Triagia, Novindus und Winet. Die ersten fünf Bände der im Deutschen Midkemia-Saga genannten Reihe (engl. Riftwar Saga) spielen nur auf Triagia und teilweise auf einem weiteren Planeten, Kelewan. Beide Welten sind durch einen magischen Spalt verbunden.
Novindus wird erst im sechsten Teil der Midkemia-Saga relevant und wird in der folgenden Schlangenkrieg-Saga (engl. Serpentwar-Saga) weiter behandelt.
Ursprünglich in Midkemia beheimatet sind nur die Valheru (Drachenherrscher) und die Drachen. In den Chaoskriegen lehnten sich die Valheru gegen die neuen Götter auf und wurden besiegt. Geführt von Draken-Korin hatten sie sich vorher an den von ihm geschaffenen Stein des Lebens gebunden – die Valheru versprachen sich davon eine Art Energie, die sie von allen Lebewesen auf Midkemia erhalten würden, welche dadurch allerdings sterben würden. Der Stein des Lebens wirkte aber nicht wie beabsichtigt, und die an den Stein gebundenen Valheru wurden in eine andere Dimension/Ebene verbannt. Zuvor hatten sich die Valheru ihre Sklaven selbst geschaffen – die Elben. Draken-Korin schuf noch die Tigermenschen, Alma-Lodaka die Schlangenmenschen (die Panthatianer) und Ashen-Shugar hatte seine Adler. In den Chaoskriegen entstanden Spalten in Zeit und Raum und Völker wanderten bzw. flohen auf andere Welten. Nach Midkemia kamen Menschen, Zwerge, Goblins und Riesen. Die Elben zerstritten sich und ihr Volk spaltete sich auf in die Eledhel, Moredhel, Glamredhel, Eldar und Ocedhel.
Geographie Was die klimatischen Bedingungen, die Flora und die Fauna betrifft ist Midkemia der Erde ziemlich ähnlich. Bekannt sind drei Kontinente: Novindus, Triagia und Winet. Die Kontinente werden durch zwei Weltmeere getrennt. Die Endlose See liegt westlich Triagias und östlich von Novindus, wo sie jedoch als das Blaue Meer bezeichnet wird. Das Meer der Tränen, in Novindus das Grüne Meer genannt, liegt im Osten von Triagia, südlich von Winet und im Westen von Novindus.
Triagia Triagia ist der größte Kontinent auf Midkemia, welcher zum überwiegenden Teil von Menschen bewohnt und beherrscht wird, wobei im Norden noch Elben und Zwerge beheimatet sind. Es gibt zwei größere Meere, im Westen das Bittere Meer und im Osten die See des Königreiches. Diese beiden Meere teilen die Landmasse bis auf eine kleine Verbindung im Zentrum des Kontinentes praktisch in zwei Teile. Im äußersten Norden verläuft die Gebirgskette Zähne der Welt, südlich dieses Gebirges bis zu den Meeren herrscht größtenteils Kaltgemäßigtes Klima mit mehreren größeren Wäldern. Im Süden Triagias herrscht subtropisches bis tropisches Klima, die größte Wüste ist die Jal-Pur. Die beiden wichtigsten Nationen stellen das Königreich der Inseln und das Kaiserreich Kesh dar. An dritter Stelle kommt das Königreich Roldem das in der See des Königreiches liegt und als Gegenstück zu Roldem gibt es im Bitteren Meer die Nation Queg. Des Weiteren sind auf Triagia mehrere kleine Königreiche vertreten die als östliche Königreiche bekannt sind und sich im Nordosten Triagias befinden. Entgegengesetzt der östlichen Königreiche, gibt es im Nordwesten Triagias die Freien Städte von Natal.
Novindus Novindus wird als zweitgrößte Landmasse des Planeten von der Endlosen See und dem Meer der Tränen umschlossen. Dem Kontinent ist im Westen die Inselkette Pa’jkamaka vorgelagert. Durch das Samanugebirge und das Gebirge am Meer im Westen und dem Ratn’gary Gebirge im Osten wird Novindus geographisch in drei Zonen unterteilt, die Westlande, die Flusslande und die Ostlande. Während die Ostlande eine Wüstenregion ist (Heißen Lande) und die Westlande ziemlich abgelegen liegt, fungiert die Flusslande im Zentrum des Kontinents als bevölkerungsdichteste Region. Auf Novindus gibt es keine Größeren Nationen, sondern viele kleinere Stadtstaaten, vergleichbar mit Griechenland in der Antike. Im Ratn’gary Gebirge befindet sich die Heimstatt der Götter (Der Pavillon der Götter) und der Eingang zum Totenreich (die Necropolis oder auch Stadt der toten Götter).
Winet Winet ist der kleinste Kontinent Midkemias, über den in den Büchern nur sehr wenig berichtet wird. Aufgrund von tektonischen Verschiebungen bildete sich auf Winet ein Plateau, Ethel-Duath genannt, welches sich rund 200 Meter über das Niveau des restlichen Kontinentes erhoben hat. Das tiefer gelegene Niveau wird von Menschen bewohnt, die aufgrund eines Religionskrieges von Triagia flüchten mussten. Das Plateau wird seit Ende des Schlangenkrieges von Saaur, nomadischen und reptilienähnlichen 3 Meter großen Echsen, bevölkert.
Reiche / Mächte auf Midkemia Triagia Das Königreich der Inseln Ausgehend von Rillanon, einer Insel in der östlich gelegenen „See des Königreiches“ hat dieses Königreich fast den gesamten nördlichen Teil des Kontinents Triagia im Griff, bis hin zur Endlosen See im Westen, den Zähnen der Welt im Norden und der Bitteren See / der Grenze zu Groß-Kesh im Süden. Regiert wird das Reich seit seiner Gründung von der Familie conDoin. Das Reich ist in zwei Hälften geteilt: zum einen das westliche Reich, welches der Thronfolger von Krondor aus regiert, und das östliche Reich, das vom König des gesamten Reiches in Rillanon regiert wird. Unterteilt ist das Königreich in Herzogtümer: Im Westen: Crydee, Yabon, Krondor, zeitweise Stardock, Die südlichen Marken Im Osten: Rillanon, Salador, Bas-Tyra, Romney, Rodez, Ran, ... Im Königreich endet das Jahr am Mittsommertag, dem sogenannten Banapis. Auch alle Geburtstage werden an diesem Tag gefeiert und neue Lehrlinge werden in die Gilden und Zünfte berufen. Banapis ist der höchste und anscheinend einzige Feiertag im Königreich.
Das Königreich der Inseln ist ein feudal geprägter Staat, der trotz seiner immensen Ausdehnung von einer einzigen Nation bevölkert wird. Zwar gibt es Unterschiede vom eher rauen Leben im Westen und dem Hof im östlichen Rillanon, doch eine geschickte Lehenspolitik führte nie zu Unabhängigkeitsbestrebungen von Teilen des Königreichs.
Groß-Kesh Im mittleren Teil von Triagia liegt das gewaltige Kaiserreich von Groß-Kesh, das im Norden an die Bittere See, das Königreich der Inseln und die See des Königreiches angrenzt. Hauptstadt ist Kesh am Overnsee. Kesh ist ein Vielvölkerstaat, der nur durch die Machtpolitik der jeweiligen Kaiser und Kaiserinnen zusammengehalten wird. Der Adel von Kesh lebt auf dem Plateau oberhalb der Stadt Kesh, Angehörige lassen sich daran erkennen, dass sie oberhalb der Taille keine Kleidung mehr tragen.
In Kesh feiern die Menschen genau an dem Tag Geburtstag, an dem sie auch wirklich geboren sind, was sie vom Rest Midkemias abhebt.
Die keshianische Konföderation Die Keshianische Konföderation liegt noch weiter südlich als Groß-Kesh und besteht aus einzelnen Nationen, die sich zusammengeschlossen haben, um der Eroberung durch Groß-Kesh zu entgehen.
Die freien Städte An der Nordküste des Bitteren Meeres liegen die freien Städte: Natal, Natalhaven, Walinor, Hush, Margrave's Hafen, Bordon und Lan. Ursprünglich waren diese Städte Teil einer keshianischen Provinz (Keshian Bosania). Während eines Krieges zwischen dem Kaiserreich von Groß-Kesh und der keshianischen Konföderation musste Kesh seine Truppen in den Süden verlagern und diese Provinz wurden unabhängig. Ein Eroberungsversuch des Königreichs der Inseln scheiterte.
Die Nordlande Nördlich des Königreiches, jenseits von Bergenstein und Nordwacht, liegen die eisigen Nordlande, welche hauptsächlich von den Moredhel (Dunkelelben) bewohnt werden. Diverse Ländereien werden auch namentlich erwähnt, die von Moredhel-Anführern beherrscht werden, wie etwa Ardanien (vgl. Gorath von Ardanien). Diese Ländereien werden lose von Sar-Sargoth aus regiert, bilden jedoch keine einheitliche Nation. Gelegentliche Einfälle der Moredhel in das Königreich kommen immer wieder vor. Allerdings haben sich auch Menschen in die Nordlande zurückgezogen, die lange Zeit in der Kriegsstadt Armengar (einst Sar-Isbandia) leben und sich der Moredhel-Stadt Sar-Sargoth auf der anderen Seite der Ebene erwehren müssen. Unter dem Heerführer Murmandamus lassen sich die Moredhel auf einen Krieg mit dem Königreich der Inseln ein, werden bei Sethanon geschlagen und kehren stark geschwächt in die Nordlande zurück.
Elvandar Elvandar ist die in einem magischen Wald gelegene Stadt der Elben, die sich selbst Eledhel (Volk des Lichts) nennen. Der Wald liegt nordwestlich des Königreiches, an der westlichen Küste, nördlich des Flusses Crydee. Beziehungen zu den Menschen des Königreiches beschränken sich auf Notsituationen. Diese allgemein gültige Tatsache wird nur bei einigen wenigen Waldläufern und Kundschaftern, die sie kennen (wie zum Beispiel Martin Langbogen), gebrochen. Das führt zum Beispiel dazu, dass sie in Krondor schon als Märchenfiguren gelten. Regiert wird Elvandar von der Elbenkönigin Aglaranna und ihrem Prinzgemahl Tomas.
Queg