Gustorf ist ein Ort in der Stadt Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss im Land Nordrhein-Westfalen.

Lage Die Ortschaft Gustorf befindet sich im südlichen Teil der heutigen Stadt Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss. Im Westen grenzt sie an die Stadt Jüchen. Ein Teil des Gebietes gehörte zum Braunkohleabbaugebiet Garzweiler. Die ehemalige Gemeinde Gustorf hatte eine Fläche von 10,86 km². So lebten 1974 675 Einwohner je km².

Geschichte Ortsgeschichte Erstmals erwähnt wurde Gustorf um 1070 als Gotzhorpe (möglicherweise verschrieben statt richtig Gozthorpe). Spätere Namensformen sind Goesdorp und Gozdorp. Zunächst gehörte der Ort zur Grafschaft Hochstaden und seit 1246 zum Erzstift Köln. Zusammen mit Frimmersdorf bildete Gustorf den Gustorf-Frimmersdorf Dingstuhl im kurkölnischen Amt Liedberg.

1794 wurde der Ort von französischen Truppen besetzt. Als neue Verwaltungseinheit entstand die Mairie Gustorf im Kanton Elsen im Arrondissement de Cologne des Département de la Roer.GenWiki: Kanton Elsen 1815 kam die Mairie Gustorf an das Königreich Preußen, wo sie zur preußischen Bürgermeisterei Gustorf wurde, die 1816 zum neuen Kreis Grevenbroich kam. Die Bürgermeisterei wurde 1846 in die beiden Gemeinden Gustorf und Gindorf gegliedert. Im März 1929 wurden die beiden Gemeinden zu einer neuen Gemeinde Gustorf zusammengeschlossen.Amtsblatt der Regierung Düsseldorf 1929, S. 76

Christian Kropp war von 1948 bis 1970 Bürgermeister und von 1961 bis 1970 stellvertretender Landrat. Letzter Bürgermeister der Gemeinde Gustorf war Dieter Steup (SPD) und sein Stellvertreter Jakob Bischof (CDWG).

Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde durch den § 4 des Düsseldorf-Gesetzes zu einem Teil der Stadt Grevenbroich.

Einwohnerentwicklung 1961: 5389 1964: 5887 1970: 6924 1974: 7338 2009: 4207 (31. Dezember)Stadt Grevenbroich 2010: 4179 (31. Dezember) 2011: 4155 (31. Dezember) 2013: 4164 (31. Dezember) 2014: 4184 (31. Dezember) 2015: 4201 (31. Dezember) 2016: 4276 (31. Dezember) 2017: 4319 (31. Dezember) 2018: 4387 (31. Dezember) 2019: 4309 (31. Dezember) 2020: 4318 (31. Dezember) 2021: 4331 (31. Dezember) 2022: 4316 (31. Dezember)

Religion mini|hochkant|Kath. Pfarrkirche

Die katholische Pfarrgemeinde gehört zu den ältesten Pfarreien des Kölner Erzbistums. Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt war erzbischöfliche Eigenkirche. Der Sprengel der Pfarrkirche umfasste die später selbständigen Gemeinden Elfgen und Garzweiler. In der Pfarrkirche befanden sich die Gustorfer Chorschranken, die heute im Rheinischen Landesmuseum Bonn sind. 1872 wurde die alte Pfarrkirche abgerissen und durch einen großen, neugotischen Neubau des 19. Jahrhunderts ersetzt, der im Volksmund den Namen „Dom an der Erft“ trägt.

Verkehr mini|Bahnhof Gustorf

Der Bahnhof Gustorf liegt an der Bahnstrecke Düren–Neuss. Von hier aus bestehen Verbindungen mit der RB 39 nach Grevenbroich, Bedburg, Neuss und Düsseldorf.

Linie Verlauf Takt

Freizeit Auf der Gustorfer Höhe befindet sich ein Segelflugplatz. Der Radweg Energiepfad Grevenbroich verläuft auch durch das Gemeindegebiet. Der Bürgerschützenverein Gustorf wurde Im Jahr 1862 gegründet, er veranstaltet einen jährlichen Fackelumzug.

Persönlichkeiten Mechtildis Sinsteden (1782–1881), Stifterin und Wohltäterin der Armen Karl Zöllig (1880–1955), sozialdemokratischer Politiker Wolfgang Göddertz (1944–2016), Metallbildhauer Axel J. Prümm (* 1957), Altbürgermeister der Stadt Grevenbroich

Literatur Paul Clemen (Hrsg.): Die Kunstdenkmäler des Kreises Grevenbroich (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 3). Schwann, Düsseldorf 1897, Digitalisat online (S. 34–39)

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Grevenbroich Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Rhein-Kreis Neuss) Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Ersterwähnung 1070