mini|Dragoner-Uniform des Regiments 1762 mini|Chevauxleger ca. 1820 Das Regiment wurde 1725 als Dragoner-Regiment Merode in der kaiserlich-habsburgische Armee errichtet. Aus diesem entwickelte sich im Laufe der Zeit bis hin zur Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte das k.u.k. Dragonerregiment „Feldmarschall Alfred Fürst zu Windisch-Graetz“ Nr. 14. Benannt war es nach „Alfred Fürst zu Windisch-Graetz“. Seine Angehörigen wurden auch umgangssprachlich kurz „Windisch-Graetz Dragoner“ genannt.

Bezeichnungen 1769 wurde dem Regiment in der neu errichteten Kavallerie-Rangliste die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 31 zugeteilt. Der Name lautete jedoch bis 1798 weiterhin nach dem Regimentsinhaber (der nicht auch der Kommandant sein musste). Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht. (zum Beispiel Regiment Graf Serbelloni – oder Regiment Serbelloni.) Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment dann auch seinen Namen.

Zur Systematik wurden für die Zeit bis 1769 nachträglich folgende Nummerierungen eingeführt: 1725/1 (nach Tessin),Georg Tessin: Die Regimenter der europäischen Staaten im Ancien Régime des XVI. bis XVIII. Jahrhunderts; Band 1; Biblio Verlag: Osnabrück 1986. ISBN 3-7648-1763-1. S. 40 Dragonerregiment D IX (nach Bleckwenn).Hans Bleckwenn: Die Regimenter der Kaiserin: Gedanken zur Albertina-Handschrift 1762 des Heeresgeschichtlichen Museums Wien; in: Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, Band 3: Maria Theresia - Beiträge zur Geschichte des Heerwesens ihrer Zeit; Graz, Wien, Köln 1967. S. 25–53.

Nach der Änderung des Systems 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Hierbei erfolgte zunächst die Umbenennung in La Tour Dragoner-Regiment Nr. 11. 1802 erhielt das Regiment den Namen La Tour Chevaulegers Nr. 4.

Im Zuge der Heeresreform wurde dem Regiment im Losverfahren die Nr. 14 zugewiesen. Obwohl dem Regiment der Ehrenname 1835 „auf immerwährende Zeit“ zugeteilt worden war, wurden diese im Jahre 1915 ersatzlos gestrichen. Das Regiment hieß von da an nur noch k.u.k. Dragonerregiment Nr. 14.wahrscheinlich um alle jetzt unliebsam gewordenen Ehren-Regimentsinhaber wie z. B. den König von Montenegro, den König von Italien oder den Zaren von Russland auf diese elegante Weise loszuwerden Dies ließ sich jedoch im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchsetzen, insbesondere da die sparsame k.u.k. Militäradministratur verfügt hatte, zuerst alle vorhandenen Stempel und Formulare aufzubrauchen.gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512

Seit dem Jahr 1757 wurde im Regiment, zum Andenken an die Tapferkeit, welche in der Schlacht bei Kolin von der noch ganz jungen, unbärtigen Mannschaft bewiesen worden war, vom Regimentskommandanten bis zum Gemeinen entgegen der Barttragepflicht in der k.k. Armee kein Schnurrbart getragen. Dieses Privileg wurde von Kaiser Franz Joseph I. am 5. Oktober 1850 nochmals bestätigt. Nachdem im Jahre 1869 im gesamten k.k. Heer die Barttragepflicht abgeschafft worden war, wurde dem Regiment mit Allerhöchster Entschließung vom 7. Dezember 1869 als Ausgleich die Erlaubnis erteilt, an der ausnahmsweise belassenen Standarte ein besonderes Band mit dem als Devise eingestickten Stadtnamen „Kolin“ anzubringen. Seit dem Jahr 1791 war an der Regimentsstandarte auch eine große goldene Ehrenmedaille mit Öhr und Band befestigt, die das Brustbild von Kaiser Leopold II. trug und mit der Aufschrift: À la fidélité et valeur signalée du regiment de Latour-Dragons, reconnue par l’Empereur et Roy versehen war.

Das Regiment galt als Eliteregiment und war das einzige Kavallerieregiment der Monarchie, das nach Abschaffung der Standarten 1868 seine Standarte behalten durfte (bis 1918).

Formationsgeschichte 1725 aus den 1714 aus Spanisch-Habsburgischen in den kaiserlichen Dienst übergetretenen niederländischen National-Regimentern Westerloo, de Ligne und Holstein-Norburg als reguläres Dragoner-Regiment aufgestellt 1731 wurden Teile der aufgelösten Auctions-Kompanien der Regimenter Savoyen (Nr. 13), Phillipi (Husarenregiment Nr. 15) und Batthyányi (Dragoner Nr. 10) eingegliedert 1732 Umbenennung in Dragoner-Regiment de Ligne 1740 wurden zwei Kompanien des aufgelösten Dragoner-Regiments WürttembergDas ehemalige württembergische Dragoner-Regiment Prinz Louis, seit 1734 in kaiserlichen Subsidien, 1736 ganz an den Kaiser abgetreten. eingegliedert 1757 Dragoner-Regiment Daun 1758 Dragoner-Regiment Löwenstein-Wertheim 1760 in Chevauxlegers-Regiment Nr.4 umgewandelt 1769 erhielt das Regiment die Kavallerie-Ranglistennummer 31 1791 Umgewandelt in ein Chevauxlegers-Regiment 1798 Umgewandelt in Leichtes Dragoner-Regiment Nr. 14. Abgabe der 2. Majorsdivision zur Errichtung des leichten Dragoner-Reg. Nr. 13 (später Husaren-Reg. Nr. 16) 1802 Umgewandelt in Chevauxlegers-Regiment Nr. 4 1851 Umgewandelt in Dragoner-Regiment Nr. 7 1854 Abgabe der 4. Division als Stamm des neuerrichteten Dragoner-Regiment Nr. 8 1860 Umbenennung in Dragonerregiment Nr. 2 1867 Umbenennung in Dragonerregiment „Fürst zu Windisch-Graetz“ Nr. 14 1915 Umbenennung in Dragonerregiment Nr. 14

Ergänzungsbezirke mini|Kaserne der 1. Eskadron in Altbunzlau

Bis zur Aufgabe der Österreichischen Niederlande 1797 ergänzte sich das Regiment aus dieser Provinz. 1801 Niederösterreich 1817 Böhmen 1853 Jungbunzlau 1857–60 aus Neuhaus, Prag, Pilsen und Theresienstadt 1860–72 aus Písek, Prag, Pilsen, Neuhaus 1873–83 Neuhaus und Pilsen 1883–89 zusätzlich aus Budweis Seit 1889 aus dem Bereich des VIII. Korps (Prag)

Friedensgarnisonen I. II. III. 1725–34 Oudenarde 1735 Luxemburg 1737–45 Mons 1749–56 Gent 1763 Brüssel 1766–79 Mons 1787–89 Brüssel 1791 Tournai 1798–99 Dittmaning 1801 Ungarisch Brod 1802–05 Gaya, dann Neuhaus 1807 Groß Tapolcsán 1808–09 Gaya dann St. Georgen (Pressburg) 1810 Rakonitz 1810 Esseg 1811 Radkersburg 1812–13 Gross-Kanizsa 1814–15 Bochnia 1816 Klattau 1820–21 Wien, dann Stanghella (Venetien) 1821 Neapel und Nocera 1822 Vicenza 1825 Güns 1829 Kecskemét 1830 Ungarisch-Brod 1831 Wels 1835 Wien 1837 Radkersburg 1847–48 Vicenza 1849 Dornbirn und Telfs 1850 Weihers (bei Cassel) 1851 Elmshorn 1852 Podiebrad, dann Saaz 1854 Jaworów (Jaworiw) 1855 Brandeis 1859–66 Alt-Bunzlau 1866 Wien 1868 Wessely 1871 Güns 1885 Klattau 1903 Stanislau 1912 Brandeis an der Elbe 1914 Stab + 3. Esk. Brandeis an der Elbe - 1. Esk. Altbunzlau - 2. + 5. Esk. Prag - 4. + 6. Esk. Dobřan

Regimentsinhaber 1725 Feldmarschalleutnantseit der Rechtschreibreform von 1996 als Feldmarschallleutnant bezeichnetJohann Philipp Marquis Westerloo Graf von Merode 1732 Feldmarschalleutnant Ferdinand Prinz de Ligne 1757 Feldmarschalleutnant Bernhard Benedikt von Daun (erhielt 1758 das Kürassierregiment K 13) 1758 Feldmarschalleutnant Christian Philipp Fürst Löwenstein-Wertheim 1759 Generalmajor Joseph Graf Saintignon 1779 Generalmajor Nicolaus Graf D’Arberg (als französischer Untertan Inhaberschaft zurückgegeben) 1789 Generalmajor Wilhelm Herzog D’Ursel (als französischer Untertan Inhaberschaft zurückgegeben) 1790 Feldmarschalleutnant Maxmilian Graf Baillet von Latour 1806 General der Kavallerie Carl Freiherr von Vincent (ab 1826 im Ausland beurlaubt, vertreten durch Heinrich von Bellegarde) 1835 Feldmarschalleutnant Alfred Fürst zu Windisch-Graetz 1862 Feldmarschalleutnant Karl Graf von Coudenhove

Regiments-Kommandanten I. II. III. 1725 Obrist Carl Wildgraf Daun zu Kyrburg 1728 Obrist Ludwig Theodor Baron Courriéres et d’Ongnies 1735 Obristlieutenant-Obrist Ludwig Graf Brevécque 1745 Obrist Peter Joseph de Coudrelier 1751 Obrist Theodor Lefévre 1757 Oberst Jacob Franz Graf Thiennes 1758 Oberst Carl, Chevalier de la Marliér Thoricout 1760 Oberst Carl Alexander Freiherr von Bietagh 1768 Oberst Alexander Freiherr von De Fin 1773 Oberst Carl Freiherr von Lilien 1777 Oberst Leopold Graf Longueval-Buquoi 1779 Oberst Ludwig Graf Civalart-Happoncourt 1789 Oberst Nicodem Chevalier de la Bailly 1790 Oberst Friedrich Freiherr von Bueren 1791 Carl Freiherr von Pforzheim 1793 Oberst Franz von Roe 1797 Oberst Ferdinand de Mondet 1800 Oberst Armand von Nordmann 1804 Oberst Ignaz Freiherr von Lederer 1809 Oberst Goswin de Fierland 1812 Oberst Franz Freiherr von Gallois 1817 Oberst Karl Freiherr von Scheibler 1823 Oberst Joseph Ritter v. Böhm 1831 Oberst Carl Freiherr von De Vaulx 1837 Oberst Carl Pfeifer von Ehrenstein 1845 Oberst August Freiherr von Godart 1847 Oberst Nicolaus Edler von Spiegelberg 1849 Oberst Nicetas Freiherr von Csollich 1853 Oberst Wilhelm Prinz zu Schleswig-Holstein 1854 Oberst Gustav Göttmann von Gottesburg 1857 Erzherzog Joseph (2. Oberst) 1859 Oberst August Graf Bellegarde 1866 Oberst Ludwig Fürst zu Windisch-Graetz 1869 Oberst Ferdinand Freiherr Tunkl von Asprung und Hohenstadt 1875 Oberstlieutenant-Oberst Alexander Graf Üxküll-Gyllenband 1880 Oberst Alois Prinz zu Liechtenstein 1887 Oberst Graf Alois von Paar 1892 Oberstlieutenant-Oberst Rudolph Ritter von Brudermann, 1897 Oberstlieutenant-Oberst Oscar Freiherr Weber von Ebenhof 1903 Oberst Maximilian Hirsch 1906 Oberst Ferdinand Haas 1911 Oberst Durchlaucht Felix Prinz zu Schwarzenberg

Gefechtskalender mini|Offizier des Regiments en Parade Polnischer Thronfolgekrieg 1734 Bei der Reichsarmee in Deutschland. Keine Gefechtstätigkeit 1735 Zum Mosel-Korps abgestellt, die Grenadier-Kompanie steht im Gefecht bei Clausen

Österreichischer Erbfolgekrieg 1743 mit der pragmatischen Armee Gefecht bei Dettingen. Danach in die Niederlande verlegt. Keine Gefechtstätigkeit 1745 4 Eskadronen bei der Armee am Rhein und Main, der Rest des Regiments nahm an der Schlacht bei Fontenoy teil 1746 Schlacht bei Ramillies 1747 Schlacht bei Lauffeldt

Siebenjähriger Krieg 1757 Schlacht bei Kolin, Schlacht bei Leuthen 1758 Sicherungsdienste in Mähren, Schlacht bei Hochkirch 1759 im Korps de Ville in Schlesien. Kämpfe bei Zurlau, später mit der Hauptarmee im Gefecht bei Maxen 1760 Als Chevaulegers-Regiment anfänglich in Schlesien, später zur Hauptarmee detachiert wurde es während der Schlacht bei Torgau von überlegener feindlicher Kavallerie angegriffen und musste nach schweren Verlusten zum größten Teil die Waffen strecken 1761 im Korps Loudon beteiligte sich eine Abteilung am Gefecht bei Hartmannsdorf 1762 im Korps Brentano nahmen Abteilungen an den Gefechten bei Adelsbach, Dittmannsdorf und Nieder-Peilau teil

Bayerischer Erbfolgekrieg 1778 Als Dragoner-Regiment bei der Hauptarmee in Böhmen 1779 ein Detachement kämpfte bei Olbersdorf 1790/91 Gefechte bei Nassogne, Haut-Fay, Grand-Sinsin, l’Ètoile, Ychippe und Andenne

Koalitionskriege 1792 als Chevauxlegers-Regiment standen Abteilungen in den Gefechten bei Lamain, Glisuelle, Harlebeke, Orchies, Lille, Mons und in der Schlacht von Jemappes, wo die 2. Majors-Division verlorenen Geschütze wiedereroberte. Später deckten zwei Divisionen den Rückzug des Korps Clerfayt hinter die Roer. 1793 Kämpfe bei Aldenhoven, Neerwinden und Famars, später vor Maubeuge, bei Beaumont, Merbes-le-Chateau, Fauquemont und Condé 1794 Teile des Regiments kämpfen vor Landrecies, Belleghem, Courtray-Ingelmunster und Roulers. Die 2. Majorsdivision stand anfänglich vor Douai und beteiligte sich dann an der Verteidigung von Valenciennes. Zwei Divisionen deckten den Rückzug der Armee und standen im Gefecht bei Tongeren 1795 am Niederrhein, später vor Mannheim, dann in Gefechten bei Hachenburg und Frankenthal 1796 bei der Niederrhein Armee (Korps Werneck) in Gefechten bei Sulzbach, Amberg, Würzburg, Gießen und Freilingen. Sicherungsdienste an der Sieg. 1797 Gefecht bei Kirburg