mini|hochkant=1.35|Hauptstraße in Schwarzenbruck (2023) Schwarzenbruck ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land (Bayern). Der Sitz der Gemeindeverwaltung ist im Gemeindeteil Ochenbruck.

Geographie Lage Die meisten Gemeindeteile der Gemeinde Schwarzenbruck sind von Wald umgeben. Im Norden erstreckt sich der Lorenzer Reichswald, im Süden der Südliche Reichswald. Gsteinach, Schwarzenbruck und Ochenbruck liegen im Tal der Schwarzach, Rummelsberg und Altenthann auf einem Höhenrücken nördlich der Schwarzach. Pfeifferhütte liegt am Ludwig-Donau-Main-Kanal, westlich grenzen Ober- und Unterlindelburg an.Gemeinde Schwarzenbruck im BayernAtlas

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 11 amtlich benannte Gemeindeteile. Nachstehend eine Aufstellung unter Angabe des Siedlungstyps und der jeweiligen Einwohner:Website der Gemeinde Schwarzenbruck, Zahlen und Fakten per 01.06.2026 GemeindeteilSiedlungs-typHauptwohn- sitze (01.06.2026)GemeindeteilSiedlungs-typHauptwohn- sitze (01.06.2026)AltenthannKirchdorf663PfeifferhütteDorf556FröschauWeiler(b. Rummelsberg)RummelsbergAnstalt927GsteinachDorf1.132Schwarzen-bruckPfarrdorf2.387MauschelhofEinöde(b. Rummelsberg)UnterlindelburgDorf(Lindelburg 1.160)OberlindelburgDorf(Lindelburg 1.160)WallersbergEinödeOchenbruckDorf1.596 Zur Gemeinde gehört der größere Teil der Autobahnraststätte Nürnberg-Feucht (der kleinere Teil gehört zur Gemeinde Wendelstein).

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Altenthann, Lindelburg, Oberferrieden (Gemarkungsteil 1) und Schwarzenbruck. Die Gemarkung Schwarzenbruck hat eine Fläche von 9,889 km². Sie ist in 3196 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 3094 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Fröschau, Gsteinach, Mauschelhof, Ochenbruck und Rummelsberg.

In der Gemeinde gilt überwiegend die Vorwahl 09128. Altenthann, Oberlindelburg, Pfeifferhütte und Unterlindelburg haben die Vorwahl 09183.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Winkelhaid, Altdorf bei Nürnberg, Burgthann, Pyrbaum, Wendelstein und gemeindefreies Gebiet Feuchter Forst.

Geschichte Gründung Der Name Schwarzenbruck kommt von einer Brücke über die Schwarzach, die heute an der Dürrenhembacher Straße liegt. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte, als König Konrad II. am 6. Mai 1025 – auf seiner Reise von Regensburg nach Hessen – in Schwarzenbruck eine Urkunde für Bischof Egilbert von Freising ausfertigte.Gemeinde Schwarzenbruck: 975 Jahre Schwarzenbruck, Schwarzenbruck 2000, S. 8

Ortsherrschaft mini|Petzsches Schloss in Schwarzenbruck (2023) mini|hochkant|Faberschloss in Schwarzenbruck (2023) Der Ort war Reichsgut, verlehnt an die Adelsfamilie Rindsmaul, Einzellehen kamen an die Grafen von Nassau, ab 1360 als Zubehör des Amtes Altdorf an die Burggrafen von Nürnberg.Geschichte nach: Herrensitze.com (Giersch/Schlunk/von Haller) Es folgten Nürnberger Patrizier: 1376/78 die Imhoff, 1404 die Lochaim/Lochamer, 1473 die Müllner. Die Veräußerung des (von den Lochaims erbauten und 1425 erstmals erwähnten) Festen Hauses neben der BrückeE. Pfeiffer: Nürnberger Land, Karl Pfeiffer Hersbruck, S. 354 an die Markgrafen Friedrich und Sigmund von Brandenburg führte zu einer Auseinandersetzung mit der Reichsstadt Nürnberg, die um die Sicherheit ihrer Fernstraßen und die Abschließung im Kriegsfall besorgt war und daher 1502 durch Schiedsspruch für eine hohe Ablösesumme von 16.000 Gulden die Anlage erwarb und bis 1552 mit einem Pfleger besetzte.

Das im Zweiten Markgrafenkrieg im Mai 1552 zerstörte Schloss wurde von der Reichsstadt nicht wieder aufgebaut, sondern 1561 für 2200 Gulden an Sigmund Pfinzing (1513–1572) verkauft, als Afterlehen mit herrschaftlichen Rechten und dem Hammerwerk in Gsteinach. Er baute es 1562 wieder aufGemeinde Schwarzenbruck: 975 Jahre Schwarzenbruck, Schwarzenbruck 2000, S. 11. Seine Tochter Margarethe brachte den Besitz um 1595 an ihren Ehemann Endres Schmidmayer, dessen Familie durch Montan- und Textilgeschäfte reich geworden war. 1509 hatten sie das Schmidtmayer-Fenster in der Lorenzkirche gestiftet, das von Albrecht Dürer entworfen wurde.Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1415, Schmidtmayer-Fenster in der Lorenzkirche (von Dürer) Endres Schmidmayer war 1585 von Kaiser Rudolf II. in den Adelsstand aufgenommen worden; nach seiner Heirat nannte er sich Schmidtmayer von Schwarzenbruck. Die Familie gehörte nicht dem Patriziat, sondern dem Zweiten Stand der Reichsstadt an, den „ehrbaren Geschlechtern“, die aber mit den Patrizierfamilien vielfach verwandt waren. 1631 war der Nürnberger Kaufmann Hans Eyser Besitzer, er empfing hier im Dreißigjährigen Krieg 1632 den schwedischen König Gustav Adolf. Seine Witwe brachte durch nachfolgende Ehe den Besitz wieder an die Schmidtmayer von Schwarzenbruck. Von 1691 bis 1694 lebte der verstoßene Christian Heinrich von Brandenburg-Kulmbach mit seiner Familie zur Miete auf dem Schloss. Nach dem Tod des Wolf Jakob Schmidtmayer 1707 belehnte die Stadt Nürnberg 1714 dessen Witwe Helena Tucher bzw. deren zweiten Ehemann Christoph Wilhelm Scheurl mit dem Besitz. Nach dem Erlöschen der Schwarzenbrucker Linie der Scheurl 1851 vererbte seine Witwe 25 Jahre später das Gut an die Kinder ihrer verstorbenen Schwester Susanne, die den Magistratsrat Georg Christoph Wilhelm Petz von Lichtenhof geheiratet hatte, aus einer alten und angesehenen Familie des Zweiten Standes, die seit 1590 das Petzenschloss in Lichtenhof besitzt. Seit 1876 ist das Schloss in Schwarzenbruck ebenfalls bis heute im Besitz der Familie von Petz, die es in ihre Familienstiftung überführte.Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt vom 27. April 2014, S. 17 1946 verursachte ein Bericht des amerikanischen Magazins „Stars and Stripes“ über die reiche Ausstattung des Schlosses Plünderungen und den Verlust eines Großteils des Inventars.

Das „Faberschloss“ wurde 1883–85 für den Bleistiftfabrikanten Lothar von Faber als Alterssitz im Stil der Neorenaissance erbaut. Nach dem Tod seines einzigen Sohnes Wilhelm von Faber musste er 1893 an den Firmensitz in Stein zurückkehren, wo bis 1906 das Faberschloss in Stein erbaut wurde. Zeitweilig wohnte dann seine Tochter Ottilie mit ihrem Mann, dem späteren Unternehmensleiter Graf Alexander zu Castell-Rüdenhausen, in Schwarzenbruck. Das Faberschloss in Schwarzenbruck wird heute von der Arbeiterwohlfahrt als Alten- und Pflegeheim genutzt.

Ortsgeschichte 1367 gab es in Schwarzenbruck 7 und 1732 13 Anwesen. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts gehörten Schwarzenbruck und Ochenbruck kirchlich zu Wendelstein.

Von 1439 bis 1441 stellten Ochenbruck und Schwarzenbruck der Feuchter Oberhauptmannschaft Milizen zur Hussitenabwehr.W. Schwemmer: Alt-Feucht, Feucht 1977, S. 14 Im 16. Jahrhundert gab es neben dem Schloss an der Brücke eine Mühle und sechs Höfe, 1500–1580 einen Eisenhammer. 1883 erbaute der Bleistiftfabrikant Lothar von Faber am Südufer der Schwarzach, gegenüber dem Petz’schen Schloss, das Faberschloss im Stil der Neurenaissance.

Schon damals gehörte auch Ochenbruck, dessen Name sich ebenfalls auf eine Brücke über die Schwarzach bezieht, zu Schwarzenbruck. Über diese Brücke führte die wichtige Straße von Nürnberg nach Regensburg. Der Brückenzoll wurde ab dem 11./12. Jahrhundert von Feucht aus erhoben.W. Schwemmer: Alt-Feucht, Feucht 1977, S. 52. Ab 1458 ist eine Mühle bezeugt, etwas später eine Schankstätte. Die Mahlmühle hatte 1751 fünf Gänge und drei Wasserräder; eine zusätzliche Sägemühle wurde von einem weiteren Wasserrad angetriebenGemeinde Schwarzenbruck: 975 Jahre Schwarzenbruck, Schwarzenbruck 2000, S. 19.

1504 zogen im Landshuter Erbfolgekrieg 2000 pfälzische Soldaten von Neumarkt heran und brannten Schwarzenbruck nieder.Geschichte der Reichsstadt Nürnberg, Emil Reicke, 1896 S. 519. 1552/53 wurden der Ort im Zweiten Markgrafenkrieg erneut zerstört. 1871 bekam Ochenbruck einen Bahnhof an der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg.

Wie Ochenbruck gehörte auch Gsteinach zu Schwarzenbruck. 1500 entstand dort ein Eisenhammer, später wurden Kugeln hergestellt.

Alle drei Ortsteile hatten über den Grundbesitz Nürnberger Bürger enge Bindungen zur Reichsstadt NürnbergGemeinde Schwarzenbruck: 975 Jahre Schwarzenbruck, Schwarzenbruck 2000, S. 22.

20./21. Jahrhundert Zum Ende des Zweiten Weltkrieges verteidigte sich in Ochenbruck eine SS-Abteilung drei Tage lang gegen die vorrückenden Amerikaner. Dabei wurden sieben Häuser zerstört und zahlreiche andere beschädigt. Ein alliierter Aufklärer entdeckte in Schwarzenbruck eine 30 Mann starke SS-Abteilung; daraufhin kam es am 20. April 1945 zu einem Tieffliegerangriff mit einem Todesopfer und zwölf völlig zerstörten Häusern.Evang.-Luth.Kirchengemeinde Feucht: Das vergesse ich nie, Feucht 1995, S. 56.

1971 wurde Schwarzenbruck um Rummelsberg, 1972 um Altenthann, Lindelburg und Pfeifferhütte erweitert. 1984 wurde in Ochenbruck mit der Bebauung am Frauenfeld zwischen dem Bahnhof und der Bundesstraße begonnen.

2018 wurde Schwarzenbruck zusammen mit den Märkten Feucht und Wendelstein in einer Verordnung zum gemeinsamen Mittelzentrum erklärt.Homepage der Gemeinde Schwarzenbruck, abgerufen am 18. Oktober 2022

Eingemeindungen Ochenbruck und Gsteinach gehören schon seit dem Mittelalter zu Schwarzenbruck.

Die erste Urkunde über Rummelsberg stammte aus dem Jahr 1369, bis Anfang des 20. Jahrhunderts bezeichnete es einen Bauernhof, 1623 wurde ein Herrensitz gebaut. 1903 erwarb der Landesverein für Innere Mission das Anwesen. 1907 wurde der Hof Fröschau erworben, 1925 der halbe Mauschelhof. Nach dem Ersten Weltkrieg begann eine starke Bautätigkeit. Heute gehören Einrichtungen der Alten- und Jugendhilfe, zur Integration und viele weitere Einrichtungen zu den Rummelsberger Anstalten der Inneren Mission e. V.Gemeinde Schwarzenbruck (Hrsg.): 975 Jahre Schwarzenbruck, Schwarzenbruck 2000, S. 80 f. Das Krankenhaus wurde 2010 privatisiert und gehört heute zu den Sana Kliniken.

Altenthann, 1141 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, ging 1504 von den pfälzischen Wittelsbachern an die Reichsstadt Nürnberg über. 1535 erwarb die Nürnberger Patrizierfamilie Grundherr 16 Bauerngüter und nannte sich Grundherr von Altenthann. Am 1. Januar 1972 wurde Altenthann nach Schwarzenbruck eingemeindet, ebenso der ehemalige Einzelhof Wallersberg.Gemeinde Schwarzenbruck (Hrsg.): 975 Jahre Schwarzenbruck, Schwarzenbruck 2000, S. 64 f.

Das ursprünglich „Lindelberg“ genannte Lindelburg wurde 1295 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, eine Burg gab es dort nie. 1367 lebten dort sieben Bauern, die kirchlich zu Wendelstein gehörten und erst in der Neuzeit dem näheren Oberferrieden zugeordnet wurden. Oberlindelburg zählte 1732 acht, Unterlindelburg zehn Anwesen. Sie gehörten alle Nürnberger Grundherren.Gemeinde Schwarzenbruck (Hrsg.): 975 Jahre Schwarzenbruck, Schwarzenbruck 2000, S. 73 f.

Pfeifferhütte entstand 1714 aus einer Hütte eines Bettlers an der Straße von Nürnberg nach Regensburg unter Aufsicht der markgräflichen Forstverwaltung. Das Projekt eines Plandorfes im Jahre 1728 wurde nie verwirklicht.

Rummelsberg war ein Teil der ehemaligen Gemeinde Moosbach, als es am 1. April 1971 gemeinsam mit der Fröschau nach Schwarzenbruck umgegliedert wurde. Der Großteil der ehemaligen Gemeinde Altenthann und die bis dahin selbständige Gemeinde Lindelburg folgten am 1. Januar 1972.

Einwohnerentwicklung

Dargestellt wird hier die summarische Entwicklung der Hauptwohnsitze aller heutiger Ortsteile Schwarzenbrucks. Zwischen 1987 und 2024 wuchs die Einwohnerzahl der Gemeinde Schwarzenbruck von 7.800 auf 8.241 um 441 Einwohner bzw. um 5,7 %.

Quellen: 1840–2015 / 2020–2024 / 2025 (siehe Basisdaten Quelle )

Gebäudeverteilung