Microsoft Windows 7 gehört zur Windows-Familie von Betriebssystemen mit grafischer Benutzeroberfläche des US-Unternehmens Microsoft. Es erschien am 22. Oktober 2009 und ist der Nachfolger von Windows Vista. Die Unterstützung von Windows 7 und damit die Belieferung mit Sicherheitsupdates wurde am 14. Januar 2020 eingestellt.
Unter den Windows-Betriebssystemen lag weltweit der Marktanteil von Windows 7 im April 2026 noch bei 0,84 Prozent. Zum selben Zeitpunkt betrug der Wert für die beiden Windows 7-Nachfolger Windows 8/8.1 zusammen nur 0,12 Prozent.
Entwicklung Entwicklungsgeschichte Während das Unternehmen eine Betriebssystemversion mit dem Codenamen Longhorn entwickelte, die später als Windows Vista veröffentlicht wurde, begann Microsoft zunächst unter dem Codenamen Blackcomb, ab 2006 als Vienna, die Entwicklung der nachfolgenden Version. Im Oktober 2008 gab der Hersteller „Windows 7“ als Namen für das Nachfolgesystem von Windows Vista bekannt.
Versionsnummer Die interne Versionsnummer von Windows 7 ist NT 6.1. Microsoft begründet die seltsame Nummerierung damit, dass man von der internen Versionsnummer 7.0 Abstand nehmen müsse, damit für Windows Vista geschriebene Programme auf Windows 7 weiterhin lauffähig blieben. Da sich Windows Vista und 7, abgesehen von zahlreichen Bugfixes und einer neuen Oberfläche, sehr ähnlich sind, kann die Nummer im Produktnamen auch ohne jeden Zusammenhang mit der Version interpretiert werden: Man entschied sich nach Angabe von Microsoft zum einen wegen der Zahlensymbolik für Sieben, als auch aus dem Grund, dass Windows 7 nach der unternehmenseigenen Zählweise die siebte Windows-Produktserie sei:
Windows 1 Windows 1.0 Windows 2 Windows 2.0 Windows 3 DOS-Linie: Windows 3.x: 3.0 und 3.1/3.11 NT-Linie: Windows NT 3.1, Windows NT 3.5, Windows NT 3.51 Windows 4 DOS-Linie (integriert): Windows 9x: 95 (4.0), 98/98SE (4.10) und Me (4.90) NT-Linie: Windows NT 4.0 Windows 5 (nunmehr NT-Linie) Windows 2000 (NT 5.0), Windows XP (NT 5.1), Windows Server 2003 (NT 5.2) Windows 6 Windows Vista (NT 6.0) und Windows Server 2008 (NT 6.0) Windows 7 Windows 7 (NT 6.1) und Windows Server 2008 R2 (NT 6.1)
Veröffentlichungen und Einstellung der Software Die erste Vorabausgabe wurde am 28. September 2008 an die Teilnehmer der (PDC) verteilt.
Anlässlich der Consumer Electronics Show 2009, die am 7. Januar begann, wurde eine Beta-Version offiziell für MSDN- und TechNet-Mitglieder zugänglich gemacht und anschließend am 9. Januar der Öffentlichkeit zum Download bereitgestellt (Build 7000).
Aufgrund des großen Interesses musste Microsoft den Download wegen Serverüberlastung zwischenzeitlich stilllegen, um die technische Infrastruktur zu erweitern. Das Download-Limit von 2,5 Millionen Downloads wurde danach aufgehoben und die Verfügbarkeit der Software bis zum 24. Januar festgelegt. Einen Tag vor der Beendigung wurde der Zeitraum verlängert, somit konnte der Beta-Download bis 10. Februar begonnen und bis 12. Februar 2009 beendet werden.
In der ersten Beta-Phase wurde nur die Ultimate-Edition, die alle Funktionen des Betriebssystems enthält, zum Download angeboten. MSDN-Subscriptions-Inhaber und Microsoft-Connect-Mitglieder hatten auch Zugang zu anderen Editionen, beispielsweise Home und Professional. Die Laufzeit einer (aktivierten) Beta-Version war bis zum 1. August 2009 begrenzt. Nach der Beta 1 folgte keine weitere öffentliche Beta-Version.
Es folgte der Release Candidate, Build-Nummer 7100, welcher am 30. April für TechNet- und MSDN-Abonnenten und am 5. Mai 2009 für die Öffentlichkeit erschien. Die Laufzeit eines (aktivierten) Release Candidate war begrenzt bis 1. März 2010. Nach diesem Termin fuhr das Betriebssystem alle zwei Stunden automatisch herunter. Seit Anfang Juni 2010 verweigert der Release Candidate den Start endgültig.
Am 15. Juli 2009 wurde Windows 7 Home Premium in einer Vorverkaufsaktion zu einem Sonderpreis von 50 Euro in stark limitierter Zahl angeboten, es war in Deutschland zumeist innerhalb weniger Minuten vergriffen.
Am 22. Juli 2009 wurde die Fertigstellung des Betriebssystems bekannt gegeben, das intern bei Microsoft bereits am 13. Juli 2009 kompiliert und am 22. Juli 2009 nach erfolgreichem Abschluss aller Tests bei Microsoft als endgültige RTM-Ausgabe () mit der -Nummer 7600.16385 bezeichnet wurde. Großkunden mit Volumenlizenzen erhielten seit Anfang August Zugriff auf die RTM-Version, seit Mitte August war sie auch in verschiedenen Sprachen verfügbar. Inzwischen sind auch verschiedene Lizenzschlüssel für alle Editionen von Windows 7 im Internet vorhanden, mit denen man Windows 7 illegal aktivieren kann; diese bedienen sich der integrierten Option, die Microsofts Partner zur Massenaktivierung von Vorinstallationen nutzen (OEM-Preactivation).
Bis zum 22. Oktober 2009, dem internationalen Verkaufsstart, wurden alle Sprachpakete („Language Packs“) für Windows fertiggestellt.
Im Herbst 2014 kündigte Microsoft an, ab 31. Oktober des Jahres keine neuen Windows-7-Lizenzen an OEM-Partner zu liefern. Windows 7 Professional soll von diesem Stichtag allerdings nicht betroffen sein.
Seit dem 13. Januar 2015 wurde von Microsoft nur noch der erweiterte Support angeboten. Das heißt, es gab nur noch Sicherheitsupdates und Updates für kritische Lücken im System. Seitdem werden für Windows 7 keine Erweiterungen, neue Programme oder Verbesserungen mehr herausgegeben. Die Sicherheits-Updates wurden am 14. Januar 2020 eingestellt; damit wurde die Unterstützung für Windows 7 für Privatanwender vollständig eingestellt.
Mit dem kostenpflichtigen ESU-Programm (Extended Security Updates) kann der Support für Großabnehmer über das Volumenlizenzierungsprogramm bis maximal zum 10. Januar 2023 verlängert werden. Für Windows-Embedded-Standard-7-Systeme endet der Support am 10. Oktober 2023 und für Windows-Embedded-POSReady-7-Systeme endet der Support erst am 14. Oktober 2024.
Editionen Das Betriebssystem ist in sechs verschiedenen Editionen zu gestaffelten Lizenzpreisen erhältlich:
Starter (für Wachstumsmärkte und Netbooks) Home Basic (für Schwellenländer) Home Premium (inklusive Media Center – für den breiten Markt) Professional (für kleinere Unternehmen und erfahrenere Anwender) Ultimate (vereint alle Funktionen der anderen Versionen, ausgenommen Starter) Enterprise (Umfang wie Ultimate; Vertrieb nur mit Volumenlizenzen an Firmen und Organisationen; Version der 90-Tage-Testversion)
Die Unterschiede liegen im Funktionsumfang, in der Reichweite der Lizenz und bei der Supportdauer. Die genannten Versionen sind auch als Upgrade von Windows XP erhältlich, erfordern aber jeweils eine Neuinstallation.
Windows 7 Starter Diese Edition ist die einzige Version, die nur als 32-Bit-Version verfügbar ist und bei der der Arbeitsspeicher auf maximal 2 GB beschränkt ist. Außerdem gibt es nur die Aero-Basic-Oberflächen und der vorinstallierte Windows Media Player ist in seiner Funktion eingeschränkt. So können im Windows Media Player beispielsweise keine DVDs abgespielt werden. Die Restriktion, dass außer systemgestarteten Prozessen (wie dem Desktop) maximal drei Benutzerprozesse gleichzeitig ausgeführt werden können, wurde im Vergleich zu den Starter-Editionen von Windows XP und Vista aufgehoben. Zudem lässt sich der Desktophintergrund nicht verändern. Die Oberfläche lässt sich zwar auf einem weiteren Monitor darstellen, der Darstellungsbereich lässt sich aber nicht durch einen zweiten Monitor erweitern bzw. vergrößern. Diese Version ist ausschließlich (meist vorinstalliert auf Netbooks) als OEM-Lizenz erhältlich.
Grund für diese Einschränkungen ist, wie auch bei den Starter-Editionen von Windows XP und Vista, die Vorbeugung vor großflächiger Raubkopiererei in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Windows 7 Home Basic Home Basic stellt eine in der Ausstattung verminderte Version von Home Premium dar. Es bietet Basisfunktionen und enthält kein Windows Media Center. Dafür ist der Windows Media Player enthalten. Home Basic und alle höheren Versionen unterstützen mehrere Monitore und ein schnelles Wechseln zwischen Benutzern ist möglich, jedoch unterstützt diese Edition maximal 4 GB Arbeitsspeicher in der 32-Bit-Version. In der 64-Bit-Version werden 8 GB unterstützt.
Windows 7 Home Premium Diese Version ist für den privaten Markt konzipiert, die Limitierung des Arbeitsspeichers beträgt 16 GB. Im Vergleich zu Home Basic hat sie einige zusätzliche Funktionen wie beispielsweise die Unterstützung von HDTV und das Abspielen und Schreiben von DVDs. Der Windows Media Player und das Windows Media Center sowie einige Spiele sind ab Home Premium enthalten.
Windows 7 Professional Diese Version von Windows 7 zielt vor allem auf den Unternehmensbereich und auf professionelle Anwender wie intensive Spieler mit eingebautem RAM-Speicher über 16 GB oder Benutzer mit weiterreichender Computererfahrung. Sie beinhaltet alle Funktionen der Home Premium Edition und besitzt, wie auch die weiteren Editionen Ultimate und Enterprise, eine Limitierung des Arbeitsspeichers von 192 GB. Sie unterstützt Windows Server Domains. Der XP-Modus erlaubt die Ausführung von Programmen, die unter Windows 7 sonst nicht funktionieren würden. Bei der Professional-Version müssen die Spiele wie Minesweeper, Solitär oder FreeCell erst in den Windows-Funktionen aktiviert werden. Der Spiele-Explorer hingegen ist standardmäßig aktiviert, da er nur ein spezieller Ordner im Windows-Explorer ist. Microsoft bot für die Editionen Professional und Enterprise nach Ablauf der Mainstream-Support-Phase eine Extended-Support-Phase an.
Windows 7 Enterprise Diese Version ist im Grunde ein Windows 7 Ultimate, das unter Volumenlizenz vertrieben wird. Wie bei der Professional-Version sind Spiele wie Minesweeper, Solitär oder FreeCell standardmäßig nicht installiert.
Windows 7 Ultimate Windows 7 Ultimate enthält die Funktionen aller anderen Versionen und richtet sich an Kleinunternehmer, die ihren PC privat und geschäftlich nutzen, sowie an Privatanwender, die ihren Rechner sowohl zu Hause als auch im Unternehmensnetzwerk betreiben. Ultimate bietet zusätzlich unter anderem die Festplattenverschlüsselung BitLocker und das Starten von virtuellen Festplatten im VHD-Format. Auch ermöglicht es dem Anwender, jederzeit die Systemsprache zu ändern.
N-Editionen In den N-Editionen von Windows 7 wurde der Windows Media Player nach der Vorgabe der Europäischen Kommission entfernt. Dieser lässt sich jedoch durch ein Media Feature Pack nachinstallieren.
Neue und geänderte Komponenten Mit Windows 7 hat Microsoft die Benutzeroberfläche des Betriebssystems und einiger Anwendungen zur Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit überarbeitet. Verbessert wurden ebenfalls die Systemsicherheit und die Unterstützung alternativer Eingabemethoden (beispielsweise mit Tablet-PCs). Verglichen mit Windows Vista fühlt sich Windows 7 schneller an, obwohl es objektiv zwar oft, aber nicht immer, schneller arbeitet.
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