mini|John Simm (2010)
John Ronald Simm (* 10. Juli 1970 in Leeds, West Yorkshire) ist ein britischer Schauspieler und Musiker.
Biografie Simm wurde 1970 als Sohn von Brenda und Ronald Simm in Leeds geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Nelson, Lancashire, wohin seine Familie zog, als er fünf Jahre alt war. Sein Vater – ein Musiker – begeisterte ihn schon früh für die Musik und erteilte ihm Gitarrenunterricht. Gemeinsam traten sie später als Us2 auf, wo Simm als Sänger und Gitarrist den Elvis-Presley-Song Wooden Heart sang, der zugleich auch seine Debütsingle war.
2024 erklärte sich Simm bereit, zusammen mit seinem Schauspielerkollegen und Freund Philip Glenister in der britischen TV Serie DNA Journey in der Öffentlichkeit mehr über seine Ahnen zu erfahren. Durch den DNA-Test, dem sich Simm für die Serie unterzog, erfuhr er, dass sein Vater Ronald Simm nicht sein leiblicher Vater ist. Er entschloss sich trotz der unerwarteten Enthüllung, die Folge ausstrahlen zu lassen.
Schauspielerische Karriere Während seiner Schulzeit an der Edge End School in Nelson entdeckte Simm seine Leidenschaft für das Schauspiel, als er an diversen Schulaufführungen teilnahm. 1986 besuchte er zunächst für drei Jahre das Drama College in Blackpool und später für weitere drei Jahre das Drama Centre London, wo er nach Konstantin Stanislawskis Method Acting die Schauspielerei erlernte. 1992 absolvierte er die Schauspielschule und debütierte noch im gleichen Jahr in kleineren Rollen in diversen Fernsehserien und -filmen. 1995 konnte er seine erste Hauptrolle in einem Film – dem Drama Boston Kickout – verbuchen, die ihm eine Auszeichnung beim Filmfestival in Valencia in der Kategorie Bester Schauspieler einbrachte.
Es folgten weitere Rollenangebote, wie die Rolle des Danny Kavanagh in Jimmy McGoverns BBC-Drama The Lakes, oder den Kinofilmen Wonderland und Human Traffic (beide 1999). Seitdem gilt er als ein gefragter Darsteller für vorwiegend nationale Film- und Fernsehproduktionen.
In 24 Hour Party People spielte er 2002 Bernard Sumner, den Gitarristen von Joy Division und charismatischen Frontman von New Order.
Am bekanntesten ist Simm für seine Darstellung des Polizeiinspektors Sam Tyler in der Serie Life on Mars – Gefangen in den 70ern. Kurz darauf übernahm er in der britischen Science-Fiction Kultserie Doctor Who die Rolle des Erzbösewichtes The Master für fünf Folgen, welche er 2017 noch einmal aufnahm, um ein Zusammentreffen mit Michelle Gomez als die nächste Inkarnation des Masters (Missy) in den letzten beiden Episoden der zehnten Staffel und somit ein großes Finale zu ermöglichen.
2007 kehrte Simm zum Theater zurück als der Titelcharakter in der Bühnenversion von Elling, einer Komödie über zwei Männer, die gerade aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wurden und sich ans normale Leben gewöhnen. Nach positiven Presseberichten und ausverkauften Vorstellungen wurde er in der Rolle für einen Laurence Olivier Award nominiert.
Außerdem war Simm in der Serie Mad Dogs 2011 ein weiteres Mal neben Life on Mars-Co-Star Philip Glenister zu sehen. In Exile (2011) – einer dreiteiligen BBC-Miniserie – spielte er einen erfolglosen Journalisten und den Sohn von Jim Broadbents Charakter, einem Journalisten mit Alzheimer. In der Miniserie Prey – Die Beute von 2014 spielte er den Police Detective Marcus Farrow, der unter Mordverdacht gerät.
In den nächsten Jahren hat Simm Hauptrollen in mehreren TV-Produktionen gespielt, unter anderem Serien wie The Village, Intruders, Code of a Killer, Trauma oder Strangers. Kleinere Rollen übernahm er in Serien wie The Catch, Collateral oder Cold Courage. Im Jahre 2020 produzierte und drehte er einen Kurzfilm mit dem Titel Joey, in dem er auch die Hauptrolle spielt.
Seit 2021 spielt er die Titelrolle in der beliebten ITV Krimiserie Detective Grace, in der er Detective Superintendent Roy Grace verkörpert, der im südenglischen Brighton mit seinem Team Kriminalfälle aufklärt. Die Serie basiert auf den Büchern des englischen Schriftstellers Peter James. 2025 war er in der TV-Serie I, Jack Wright als Musikproduzent Gray Wright zu sehen, für die eine zweite Staffel aktuell in Produktion ist. Neben TV-Serien wird Simm auch 2027 auf der Theaterbühne zu sehen sein, wo er im Februar und März 2027 in Bath, England in dem Stück Blackbird zu sehen sein wird.
Persönliches Simm ist mit seiner Schauspielkollegin Kate Magowan verheiratet, die mit ihm gemeinsam in mehreren Produktionen vor der Kamera stand, unter anderem in 24 Hour Party People, Ist Harry auf dem Boot?, dem Kurzfilm Devilwood, dem Gauner-Movie Tu£sday sowie der BBC Serie Exile. Das Paar hat zwei Kinder - einen Sohn und eine Tochter.
Filmografie (Auswahl) 1992: Rumpole of the Bailey (Fernsehserie, Episode 7x04) 1993: Oasis (Fernsehserie, 7 Episoden) 1993: Heartbeat (Fernsehserie, Episode 9x95) 1994: A Pinch of Snuff (Fernseh-Miniserie, 3 Episoden) 1994–1995: Men of the World (Fernsehserie, 12 Episoden) 1995: Boston Kickout 1995: Für alle Fälle Fitz (Cracker, Fernsehserie, 2 Episoden) 1995: Carrying Dad (Kurzfilm) 1997: Diana & ich (Diana & Me) 1997–1999: The Lakes (Fernsehserie, 14 Episoden) 1999: Wonderland 1999: Human Traffic 2000: Forgive and Forget (Fernsehfilm) 2000: Never Never (Fernsehfilm) 2001: Understanding Jane 2002: Magic Hour (Fernsehfilm) 2002: Miranda 2002: Crime and Punishment (Fernsehfilm) 2002: 24 Hour Party People 2002: White Teeth (Fernseh-Miniserie, eine Episode) 2003: Mord auf Seite eins (State of Play, Fernsehserie, 6 Episoden) 2004: The All Star Comedy Show (Fernsehfilm) 2004: Nero – Die dunkle Seite der Macht (Imperium: Nerone, Fernsehfilm) 2004: Ten Minute Movie (Kurzfilm) 2004: Sex Traffic (Fernseh-Miniserie, 2 Episoden) 2004: London (Miniserie, 1 Teil) 2005: Blue/Orange (Fernsehfilm) 2005: Brothers of the Head 2006: Devilwood (Kurzfilm) 2006–2007: Life on Mars – Gefangen in den 70ern (Life on Mars, Fernsehserie, 16 Episoden) 2007–2010, 2017: Doctor Who (Fernsehserie, 7 Episoden) 2008: The Devil’s Whore (Fernseh-Miniserie, 4 Episoden) 2011: Exile (Miniserie, 3 Episoden) 2011–2013: Mad Dogs (Fernseh-Miniserie, 14 Episoden) 2013–2014: The Village (Fernsehserie, 12 Episoden) 2014: Prey – Die Beute (Fernseh-Miniserie, 3 Episoden) 2014: Intruders – Die Eindringlinge (Intruders, Fernsehserie, 8 Episoden) 2015: Code of a Killer (Fernseh-Miniserie, 2 Episoden) 2016–2017: The Catch (Fernsehserie, 15 Episoden) 2018: Trauma (Fernseh-Miniserie, 3 Episoden) 2018: Collateral (Fernsehserie, 4 Episoden) 2018: Strangers (Fernsehserie, 8 Episoden) 2020: Cold Courage (Fernsehserie, 8 Episoden) 2020: Joey (Kurzfilm) 2021–2022: Irvine Welsh's Crime (Fernsehserie, 4 Episoden) 2023: Starstruck (Fernsehserie, 1 Episode) 2023: Hilda (animierte Serie, 3 Episoden) seit 2021: Detective Grace (Fernsehserie, 20 Episoden) seit 2025: I, Jack Wright (Fernsehserie, 6 Episoden)
Theaterstücke (Auswahl) Jahr Titel Rolle Theater Regie Anmerkungen 1996 Goldhawk Road Colin Bush Theatre Paul Miller 2007 Elling Elling Bush TheatreTrafalgar Studios 1 Paul Miller Adaption des gleichnamigen Films;Oliviernominierung – Bester Schauspieler 2009 Speaking in Tongues LeonSpeaking in Tongues, Duke of York’s Theatre, London, In: The Independent Duke of York’s Theatre 2010 Hamlet Hamlet, The Independent vom 23. September 2010. Abgerufen am 27. September 2010. Crucible Theatre Paul Miller 2012 Betrayal Jerry Crucible Theatre 2013 The Hothouse Gibbs Trafalgar Studios 2015 Three Days in the Country Rakitin National Theatre, London (Lyttelton-Auditorium) Patrick Marber 2015 The Homecoming Lenny Trafalgar Studios 2018 Party Time / Celebration Harold Pinter Theatre - Pinter at the Pinter Season 2019 Macbeth Macbeth Chichester Festival Theatre Paul Miller Festivalsaison September/Oktober 20192024A Christmas CarolEbenezer ScroogeThe Old VicMatthew Warchus2027BlackbirdRay BrooksTheatre Royal, BathMatthew Dunster
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Gitarrist Kategorie:Brite Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Mann