Der Begriff Diskrimination (von „trennen“, „absondern“, „unterscheiden“)Hans Schulz, Otto Basler, Gerhard Strauss: Deutsches Fremdwörterbuch. Institut für Deutsche Sprache, 1995, ISBN 3-11-012622-2, S. 666.Duden Fremdwörterbuch. 1990: „unterscheiden; gegeneinander abgrenzen“.Meyers Enzyklopädie: Diskriminierung [lateinisch] »(Unter)scheidung«; „Außenwirtschaft: unterschiedliche Behandlung von Partnerstaaten im Außenhandel.“ beschreibt die Unterscheidung, den Unterschied oder das Unterscheidungszeichen.Friedrich Erdmann Petri (Hrsg.): Gedrängtes Handbuch der Fremdwörter in deutscher Schrift- und Umgangsprache. 10. Auflage. Arnoldsche Buchhandlung, Leipzig 1852, S. 268.Wilhelm Hoffmann: Allgemeines Fremdwörterbuch zur Verdeutschung und Erklärung der in unserer Sprache vorkommenden fremden Ausdrücke. Louis Zander, Leipzig 1865, S. 228. Die Diskriminationsfähigkeit ist dementsprechend die Fähigkeit zur Unterscheidung.
Abgrenzung zur Diskriminierung Das Wort Diskriminierung, welches das Wort Diskrimination heute weitgehend verdrängt hat, besitzt die gleiche Wortherkunft, hat aber mit Ausnahme in der Zusammensetzung positive Diskriminierung heute, im Gegensatz zu früher, meist negative Bedeutung. Will man das Wort in neutraler Bedeutung gebrauchen, greift man daher häufig auf das Wort Differenzierung und manchmal auf das Wort Diskrimination zurück.Tilmann Altwicker: Menschenrechtlicher Gleichheitsschutz. Springer, Heidelberg u. a. 2011, S. 99 f. Die englische Entsprechung discrimination bedeutet sowohl Diskriminierung als auch Diskrimination.Pons: : dis·crimi·na·tion - Substantiv: 1. Unterscheidungsvermögen |das|, 2. unterschiedliche Behandlung; Diskriminierung; Ungleichbehandlung |die|.
Abgeleitete Wörter Das Wort diskriminieren wird sowohl als Verb zum Wort Diskrimination als auch als Verb zum Wort Diskriminierung gebraucht. Das Verb diskriminieren wurde seit dem 16. Jahrhundert in Deutschland zunächst ohne Wertung gebraucht.Hans Schulz u. a.: Deutsches Fremdwörterbuch. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 3-11-016235-0, S. 666. Die seit dem späteren 19. Jahrhundert kontinuierlich belegte Entlehnung wird heute im Allgemeinen mit negativer Bedeutung verwendet.
Das Adjektiv zum Wort Diskrimination ist diskriminabelWilhelm Hoffmann: Allgemeines Fremdwörterbuch zur Verdeutschung und Erklärung der in unserer Sprache vorkommenden fremden Ausdrücke. Louis Zander, Leipzig 1865, S. 228. und bedeutet so viel wie unterscheidbar.
Verwendung in der Physiologie und Pädagogik In der Physiologie versteht man unter Diskriminationsfähigkeit die Fähigkeit, Reize in Bezug auf zeitlichen und örtlichen Abstand zu unterscheiden. Die Diskriminationsfähigkeit auf der Fingerbeere ist z. B. erheblich größer als beispielsweise auf der Haut des Rückens. Unter lautlicher Diskrimination versteht man die Unterscheidung einzelner Laute.
Insbesondere die lautliche Diskrimination bzw. die auditive Diskrimination oder die Diskrimination der Phoneme spielt auch in der Pädagogik eine Rolle, nämlich beim Erlernen des Lesens und Schreibens.
Mitunter betrachtet man in der Psychologie auch die Diskriminationsfähigkeit für komplexere Phänomene. So kann es für jemanden wichtig sein, der von einem Hund gebissen worden ist, der beruflich aber viel mit Hunden zu tun hat, die Fähigkeit zur Diskrimination verschiedener Hunde zu entwickeln, um seinen Beruf weiter ausüben zu können.Günter Krauthan: Psychologisches Grundwissen für die Polizei. 4. Auflage. Beltz, Weinheim / Basel 2004, S. 47. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom Diskriminationslernen.Hartwig Schröder: Didaktisches Wörterbuch. 3. Auflage. Oldenbourg, München / Wien 2001, S. 80.
Verwendung in der Ethik Ernst Tugendhat unterscheidet eine primäre von einer sekundären Diskrimination:
Verwendung in den Wirtschaftswissenschaften Der Terminus Diskrimination findet sich auch in den Wirtschaftswissenschaften. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Verkäufer von verschiedenen Personengruppen unterschiedliche Preise verlangen. Man spricht dann von Diskriminationspreisen.Ludwig von Mises: Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens. Editions Union, Genf 1940, S. 346 ff. Diese Diskrimination ist möglich, weil Käufer aufgrund ihrer finanziellen Situation oder persönlicher Präferenzen zur Zahlung unterschiedlicher Preise in der Lage oder bereit sind.
Siehe auch Diskriminanzanalyse, ein statistisches Verfahren
Weblinks
Einzelnachweise
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