mini|Rathaus mit Vereinsbaum mini|Die Evangelisch-lutherische Kirche St. Johannes der Täufer Hilter am Teutoburger Wald (Hilter a.T.W.) ist eine Gemeinde im Süden des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.
Herkunft des Namens Zum Namen gibt es verschiedene Interpretationen. Zum einen heißt es, im Namen Hilter sei als Grundwort ter enthalten. Damit sei ein auf einer Wurzel stehender Baum oder Strauch gemeint. Das alte Helderi bedeute etwa: der Ort, in dem Fliederbäume stehen. Es gibt aber auch folgende Version: Vorsilbe Hil = Helle (Hiele) = Berghöhe, verwandt mit Hüls, hils = Berg; tere bedeute grünender Baum (siehe oben). Hilter wäre dann das „Dorf an der grünenden Waldhöhe“.
Geographie Geographische Lage Hilter liegt im westlichen Teutoburger Wald. Höchste Erhebung ist der Hohnangel (262 m) im Südosten des Gemeindegebiets. Teilweise zum Gebiet Hilters gehört der Limberg, an dem 1910 der Zeppelin LZ 7 „Deutschland“ abstürzte. Dort wurde in der Zeche Hilterberg zwischen 1885 und 1903 Kohle abgebaut.
Nachbargemeinden Hilter grenzt
im Norden an Georgsmarienhütte und Bissendorf im Osten an Melle im Süden an Dissen, Bad Rothenfelde und Bad Laer im Westen an Bad Iburg
Gemeindegliederung Gemeindeteile und Einwohnerzahlen: Allendorf (191) Borgloh (1782) Ebbendorf (702) Eppendorf (256) Hankenberge (653) Hilter (5011) – Sitz der Gemeindeverwaltung Natrup (in der Einwohnerzahl von Hilter enthalten) Uphöfen (185) Wellendorf (1528) (Stand: 2020)
Geschichte Der Ort Borgloh wurde 1068 erstmals urkundlich genannt; die erste Erwähnung Hilters stammt aus dem Jahr 1144.Erste Erwähnung von Borgloh und Hilter Am 1. Oktober 2001 wurden Hilter und Remsede von einem Tornado heimgesucht, schon im August 2001 hatte im nahen Belm ein Tornado gewütet.
Eingemeindungen Am 1. April 1937 wurde die Gemeinde Natrup-Hilter nach Hilter eingemeindet. Am 1. Juli 1970 entstand die Gemeinde Borgloh durch den Zusammenschluss der Gemeinden Allendorf, Borgloh-Wellendorf, Ebbendorf, Eppendorf und Uphöfen. Am 1. Juli 1972 wurde diese Gemeinde zusammen mit Hankenberge in die Gemeinde Hilter am Teutoburger Wald eingegliedert.
Einwohnerentwicklung mini|300px|Bevölkerungsentwicklung in Hilter seit 1987 Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Hilter im jeweiligen Gebietsstand und jeweils am 31. Dezember.
Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen auf Basis der Volkszählung vom 25. Mai 1987.
Bei den Angaben aus den Jahren 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) handelt es sich um die Volkszählungsergebnisse einschließlich der Orte, die am 1. Juli 1972 eingegliedert wurden.
Jahr Einwohner 1961 7.443 1970 8.275 1987 8.614 1990 8.908 1995 9.640 2000 9.957 2005 10.174 2010 10.228 2011 10.267 2015 10.243 2017 10.383 2018 10.361
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat gegenwärtig 26 Mitglieder aus fünf Parteien oder Gruppen. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 10.001 und 11.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigtes Mitglied des Rates.
Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996. Rat der Gemeinde Hilter: Wahlergebnisse und GemeinderäteCDUSPDGrüne Wählerge-meinschaftenFDPEinzel-bewerberSonstige Gesamt Wahl-beteiligung Wahlperiode % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Gesamtanzahl der Sitze im Rat %2021–202646,91231,4811,935,724,21––––1002656,692016–202155,4 1330,0 77,7 26,93 2– –– –– –100 2456,312011–201650,7 1331,7 79,0 24,7 13,7 1– –– –1002453,42006–201150,9 1334,8 83,7 12,9 15,3 12,3 0– –1002461,82001–200657,5 1533,3 83,7 0– –5,6 1– –– –1002460,61996–200153,1 1433,5 94,7 13,5 05,1 1– –– –1002571,0Prozentanteile gerundet.Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie NiedersachsenLandesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311, Landkreis Osnabrück (PDF; 528 kB), Gemeinde Hilter. Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen.
Bürgermeister Zeitraum Bürgermeister Wahl bis 10/1981 Josef Stegmann (CDU) Er war von 07/1972 bis 10/1981 als ehrenamtlicher Bürgermeister tätig. bis 10/1991 Franz Biesenkamp (CDU) Er war von 11/1981 bis 10/1991 als ehrenamtlicher Bürgermeister tätig. bis 10/2006 Hans Bußmann (CDU) Er war seit 11/1991 als ehrenamtlicher und ab 1. Mai 1997 als hauptamtlicher Bürgermeister tätig. 11/2006–03/2013 Wilhelm Wellinghaus (parteilos) Er ging aus einer Stichwahl am 24. September 2006 als Sieger hervor. seit 4/2013 Marc Schewski (CDU) Er ging bei der Bürgermeisterwahl am 20. Januar 2013 als Sieger hervor und wurde am 8. November 2020 mit 94,05 % der Stimmen wiedergewählt. Wappen und Flagge mini|150px|Hissflagge der Gemeinde
Kultur und Sehenswürdigkeiten
siehe auch: Liste der Baudenkmale in Hilter am Teutoburger Wald Bauwerke Westlich des Ortsteils Borgloh steht ein 1961 errichteter Wasser- und Aussichtsturm.Der Wasserturm auf der Webseite des Heimatvereins der Samtgemeinde Borgloh e. V.
Im Ortsteil Hilter steht die Johannes-der-Täufer-Kirche. Die Pfarrkirche der Ev.-luth. Kirchengemeinde wurde von 1857 bis 1859 im neugotischen Stil nach Plänen des Architekten Conrad Wilhelm Hase errichtet.
Regelmäßige Veranstaltungen Zwei Wochen nach Ostern findet in jedem Jahr das Frühlingskonzert des Blasorchesters Borgloh statt.
Jedes Jahr im August veranstaltet der MSC Osnabrück am Uphöfener Berg in Hilter-Borgloh das Osnabrücker Bergrennen.
Jedes Jahr im Oktober findet der Ockermarkt statt. Dann ist die Ortsdurchfahrt gesperrt und als Ockermeile den Fußgängern vorbehalten. Lokale Gruppen wie der Posaunen Chor Hilter, die Freiwillige Feuerwehr Hilter, der Männergesangverein und auch das überregional bekannte Teufelsquartett sind hier vertreten.
Infrastruktur und Wirtschaft
Wirtschaft
mini|Produktionsstätte der Walter Rau LebensmittelwerkeIm frühen 18. Jahrhundert war Steinkohlebergbau der bedeutendste Erwerbszweig in Hilter. Er wurde vom Osnabrücker Fürstbischof Ernst August II. gefördert.Fürstbischof Ernst August II. förderte den Bergbau In Hilter wurde außerdem das Hilter Ocker abgebaut. 1903 gründete Walter Rau, der den örtlichen Meierhof gekauft hatte, die Walter Rau Lebensmittelwerke. Das Unternehmen der Lebensmittelindustrie wurde im Februar 2008 vom US-amerikanischen Bunge-Konzern übernommen. Noch immer spielt in Hilter die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle; von der Gesamtfläche der Gemeinde werden 56,3 Prozent landwirtschaftlich genutzt.
Verkehr mini|Bahnhof Hilter ist über die Bundesautobahn A 33, die das Ortsgebiet in Nord-Süd-Richtung durchquert, an das Fernstraßennetz angebunden. Weiter führt durch den Ort die Landesstraße 756 (ehemalige Bundesstraße 68).
Der Haltepunkt Hilter und der Bahnhof Wellendorf liegen an der Bahnstrecke Brackwede–Osnabrück, auf der im Stundentakt die Regionalbahnlinie RB 75 „Haller Willem“ zwischen Bielefeld und Osnabrück verkehrt. Die Linie wird von der NordWestBahn mit Talent-Dieseltriebwagen betrieben. Es bestand auch die Bahnstation Hankenberge, die bei Wanderern sehr geschätzt war, weil sie auf dem Kamm des Teutoburger Waldes lag und zu den höchstgelegenen Bahnstationen im Nordwesten Deutschlands gehörte.
Ein Regionalbuslinie verbindet Hilter mit Dissen, Bad Rothenfelde, Georgsmarienhütte und Osnabrück.
Für den Busverkehr im Landkreis Osnabrück gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS). Im „Haller Willem“ kann der Verbundtarif VOS-Plus und in Richtung Bielefeld ein Übergangstarif zum Westfalentarif (begrenzt auf das Netz „TeutoOWL“ der OWL Verkehr GmbH bis Bielefeld) genutzt werden.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Heinrich Struck (1825–1902), Direktor des Reichsgesundheitsamtes und Leibarzt von Otto von Bismarck Karl Ahrens (1924–2015), Politiker (SPD) und Bundestagsabgeordneter Irmgard Vogelsang (1946–2019), Politikerin (CDU), Abgeordnete des niedersächsischen Landtags Dirk Konerding (* 1969), Fußballspieler und U16-Nationalspieler
Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen Gustav Lemke (1897–1984), NSDAP-Ortsgruppenleiter, Bürgermeister und später Landrat Wolfgang Seegrün (1934–2024), Historiker und römisch-katholischer Theologe; 1966 Pastor in Hilter Wurst-Achim (1959/60–2023), Marktschreier Robin Schulz (* 1987), Musiker und Produzent
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Hilter
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Osnabrück Kategorie:Ersterwähnung 1144