FlatOut 2 ist ein Rennspiel des finnischen Entwicklerstudios Bugbear Entertainment. Das Computerspiel wurde im Sommer 2006 vom britischen Publisher Empire Interactive für das Betriebssystem Windows und die Spielekonsolen PlayStation 2 und Xbox veröffentlicht. Es ist der Nachfolger des 2004 für Windows, Xbox und PlayStation 2 erschienenen FlatOut. Im Herbst 2008 veröffentlichte Virtual Programming eine Portierung für das Betriebssystem Mac OS X.
Das Spielprinzip von FlatOut 2 ähnelt dem des Vorgängers: Neben dem für Rennspiele üblichen schnellstmöglichen Befahren vorgegebener Strecken ist auch oft der Grad der angerichteten Zerstörung der Umgebung oder der gegnerischen Fahrzeuge für den Sieg maßgeblich. Das Spiel nutzt zur optisch ansprechenden Darstellung der Zerstörung eine leistungsfähige Physik-Engine und überdurchschnittlich detaillierte Schadensmodelle.
Das Spiel wurde insgesamt positiv aufgenommen. Die Online-Datenbank Metacritic, die Testberichte sammelt und auswertet, berechnete für die einzelnen Plattform-Umsetzungen Durchschnittswertungen zwischen 73 und 78 von 100 Punkten. Kritiker lobten vor allem die zahlreichen Zerstörungsmöglichkeiten sowie das außergewöhnlich detaillierte Schadensmodell. Bemängelt wurde vereinzelt mangelnde Abwechslung im Spielprinzip. Laut Angaben des Publishers Empire Interactive wurden von dem Spiel mehr als eine Million Exemplare verkauft.
Im Juli 2007 erschien mit FlatOut: Ultimate Carnage eine Neuauflage des Titels, bei der einige technische Verbesserungen vorgenommen und einzelne Elemente, wie zum Beispiel zusätzliche Fahrzeuge, ergänzt wurden.
Spielprinzip Allgemein In FlatOut 2 übernimmt der Spieler die Kontrolle über ein Fahrzeug und tritt gegen sieben Gegner in verschiedenen Rennmodi an. Im Unterschied zu FlatOut werden die Rennen nun nicht mehr überwiegend auf unbefestigten Land- und Schotterwegen, sondern auch auf befestigten Stadtstraßen ausgetragen.
Wie der Vorgänger ist FlatOut 2 ein Arcade-Rennspiel. Dies bedeutet, dass Elemente wie Streckengestaltung und Fahrphysik der Fahrzeuge ihren Schwerpunkt eher auf Action als auf Realismus haben. So spielt z. B. die Verwendung von Nitro, das der Spieler während eines Rennens für das Anrichten von Schäden an Gegnern und Umgebung erhält, eine zentrale Rolle. Weiterhin sind auf den Strecken zahlreiche Rampen, Ölspuren und Schlaglöcher als Hindernisse verteilt.
Das Spiel beinhaltet einen Einzelspieler-Modus und einen Mehrspieler-Modus. Kernelement des Einzelspieler-Modus ist die Karriere. Diese besteht aus einer Vielzahl von Meisterschaften, die wiederum aus mehreren Einzelrennen bestehen. Eine Hintergrundgeschichte gibt es dabei nicht. Im Mehrspieler-Modus der Windows-Version kann der Spieler sich in allen Spielmodi mit anderen Spielern via Internet oder LAN messen. Es ist ebenfalls ein Spiel zu zweit an einem Bildschirm möglich, dies wird im Spiel als Party-Modus bezeichnet. Allerdings können nicht alle Renntypen auf diese Weise gespielt werden. Der Party-Modus ist auch in der Xbox- und der Playstation-2-Version enthalten.
Eine Besonderheit der Rennen in FlatOut 2 ist, dass bei allen Rennmodi der Fahrer aus dem Fahrzeug geschleudert werden kann. Dies geschieht meist durch einen starken Aufprall und kostet den Spieler im Rennen einige Sekunden. Bei Stunt-Events schleudert der Spieler seine Spielfigur sogar absichtlich aus dem Auto, da die Stunt-Ziele nur mit der fliegenden Figur erreicht werden können.
Schon seit dem ersten Teil der Reihe ist ein realistisches Schadensmodell der Autos eingebaut. Dieses Merkmal bauten die Entwickler im zweiten Teil weiter aus und machten FlatOut 2 durch die Möglichkeit, dass sich Schäden auf das Fahrverhalten auswirken und Fahrzeuge sogar komplett zerstörbar sind, wesentlich actionlastiger. Normale Rennen können auch somit gewonnen werden, indem alle gegnerischen Fahrzeuge vor Ende des Rennens zerstört werden.
Das Head-up-Display, das während der Rennen sichtbar ist, zeigt die Position des Spielers im Feld an, enthält eine Rundenanzeige, die Streckenkarte, einen Tachometer sowie eine Schadensanzeige und ein Porträt des Gegners, der dem Spieler momentan am nächsten ist.
Rennmodi In FlatOut 2 gibt es insgesamt drei unterschiedliche Arten von Wettkämpfen, die sich stark voneinander unterscheiden.
Bei den Renn-Events geht es um das Abfahren eines Rundkurses und um das Erreichen einer möglichst guten Endplatzierung. Große Vielfalt besteht bei der Art der befahrenen Strecken. So gibt es beispielsweise ovale Strecken in Arenen, Straßenkurse, ländliche Strecken sowie Strecken durch trockenliegende Wasserkanäle. Am Ende eines jeden Rundkursrennens werden zusätzlich Auszeichnungen an die Fahrer vergeben, die die größten Schäden an Fahrzeugen und Umgebung verursacht haben.
Derbys sind Events, die auf Parkplätzen, in Arenen, oder auf kleinen Rundkursen abgehalten werden. Bei diesen Events geht es ausschließlich um das Beschädigen und Zerstören gegnerischer Fahrzeuge. Das Derby wird von dem Fahrer gewonnen, der am Ende die meisten Punkte erzielt hat. Punkte werden gutgeschrieben für das Beschädigen von Fahrzeugen und Bonuspunkte gibt es für das Verursachen eines Überschlags oder für das Zerstören eines Fahrzeugs. Weiterhin gibt es einen sogenannten Kontakt-Timer; eine Stoppuhr, die ständig im Hintergrund läuft und bei jeder Kollision des Spielers mit einem anderen Fahrzeug zurückgesetzt wird. Wenn ein Spieler länger als 45 Sekunden keinen Kontakt mit einem gegnerischen Fahrzeug hatte, scheidet er aus. (Der Timer gilt auch für computergesteuerte Fahrer). Ein Derby ist beendet, wenn nur noch ein Fahrzeug funktionsfähig ist.
Stunt-Events sind eine Besonderheit der FlatOut-Reihe. Hierbei geht es darum, seine Spielfigur aus dem Wagen zu schleudern und mit dieser ein bestimmtes Ziel zu erreichen, sie z. B. besonders hoch oder weit zu stoßen, oder bestimmte Objekte mit ihr zu treffen. Wesentliche Faktoren für das Erreichen eines möglichst guten Endergebnisses sind die Anlaufgeschwindigkeit die mit dem Auto erreicht wird und der Winkel, unter welchem die Figur abgefeuert wird. Von den insgesamt zwölf verschiedenen Stunt-Events sind einige an bekannte Spiele wie Darts, Fußball, Basketball oder Bowling angelehnt.
Karriere-Modus Im Gegensatz zum ersten Teil gibt es in FlatOut 2 einen zusammenhängenden Karrieremodus. Dieser verzichtet allerdings auf eine Hintergrundgeschichte. Vielmehr besteht er aus zahlreichen Meisterschaften, die jeweils aus zwei bis sechs Einzel-Events bestehen. Ziel des Karrieremodus ist der Gewinn des Flat-Out-Meisterschaftspokals. Dieser kann gewonnen werden, indem der Spieler alle Meisterschaften erfolgreich abschließt und das Große Finale, eine weitere sechsteilige Meisterschaft, gewinnt. Die Meisterschaften bestehen stets aus Rundkursrennen. Die einzige Ausnahme stellt das Finale dar, welches freigeschaltet wird, sobald der Spieler die drei Meisterschaftspokale gewonnen hat. Das Finale besteht aus Derbys und Rundkursrennen auf Spezialstrecken. Durch den Sieg in einer Meisterschaft wird ein Spezial-Event freigeschaltet. Spezial-Events sind Stunts, Derbys oder Rundkurse auf Spezialstrecken. Außerdem erhält der Spieler Geld, sogenannte Credits. Mit diesen kann er sich neue Fahrzeuge kaufen oder eigene Fahrzeuge aufrüsten.
Fahrzeuge mini|220px|Der Chevrolet El Camino, die Basis für eines der Fahrzeuge in FlatOut 2 FlatOut 2 simuliert 38 verschiedene Fahrzeuge. Die Fahrzeuge besitzen keine Lizenzen, sind also fiktive Modelle der Entwickler, die jedoch überwiegend auf realen Modellen basieren. Die Fahrzeuge sind in vier Klassen eingeteilt:
Derby-Wagen sind Fahrzeuge, die ursprünglich von Schrottplätzen stammen und mit der für Stockcar-Rennen notwendigen Ausstattung wie Überrollkäfig und verstärkter Karosserie ausgerüstet wurden. Sie sind vergleichsweise langsam und träge, verkraften jedoch viele Schäden und eignen sich gut für unebene Straßen. Beispiele sind Fahrzeuge, die dem Ford Bronco oder dem Ford Granada nachempfunden sind.
Fahrzeuge der Renn-Klasse sind Straßenfahrzeuge, überwiegend Muscle-Cars oder leichte Sportcoupés. Sie können als Mischung aus Fahrzeugen der Derby- und Straßen-Klasse gesehen werden. Sie sind schneller als Derby-Wagen und verkraften mehr Schäden als Fahrzeuge der Straßen-Klasse. Modelle dieser Klasse sind für alle Streckenarten gut geeignet. Beispiele sind Fahrzeuge, die an den Chevrolet El Camino oder an das Lancia Coupe angelehnt sind.
Wagen der Straßen-Klasse sind getunte Sportwagen, teilweise auch Rennwagen. Sie sind die schnellsten aber auch die empfindlichsten Fahrzeuge im Spiel. Sie fahren am effektivsten auf ebenem, befestigtem Untergrund. Zu ihnen zählen etwa Derivate der Dodge Viper oder des De Tomaso Pantera.
Die vierte Klasse umfasst Spezialfahrzeuge. Dies sind zum einen Wagen mit Turbinen-Antrieb, die vor allem bei Stunt-Events genutzt werden, aber auch Fahrzeuge, die in keine andere Kategorie eingeordnet sind, etwa ein Schulbus, Hot Rods oder ein Modell, das dem Batmobil ähnelt.
Nach der durch den Spieler ausgewählten Klasse richten sich die Fahrzeuge der Gegner. Wählt der Spieler beispielsweise ein Fahrzeug der Derby-Klasse, so fährt er gegen Fahrzeuge dieser Klasse.
Das Tuning spielt in FlatOut 2 eher eine untergeordnete Rolle. Im Einzelspielermodus sind sowohl Verbesserungen an Motor, Bremsen und Getriebe zur Steigerung der Leistung des Fahrzeugs möglich, sowie der Einbau eines Überrollbügels oder eines verstärkten Chassis für eine höhere Stabilität und Robustheit gegenüber Kollisionen. Möglichkeiten die Optik der Fahrzeuge zu modifizieren gibt es dagegen kaum, die einzige Option stellt das Ändern der Wagenfarbe dar.
Soundtrack Der Soundtrack von FlatOut 2 umfasst 26 Musikstücke. Wie beim Vorgänger sind diese im Rock-, im Metal- und im Indie-Bereich angesiedelt. Anders als im Vorgänger wurden für diesen Titel auch Stücke einiger international bekannter Bands verwendet, darunter Nickelback, Megadeth, Papa Roach und Mötley Crüe. Die Stücke werden während der Rennen und in den Menüs in zufälliger Reihenfolge abgespielt. Das Titellied heißt Demon Speeding und stammt von Rob Zombie.
Übersicht über die im Spiel enthaltenen Musikstücke#KünstlerTitelLänge 1 Alkaline Trio Fall Victim 3:17 2 Alkaline Trio Mercy Me 2:50 3 Audioslave Man or Animal 3:48 4 Audioslave Your Time Has Come 4:19 5 Fall Out Boy 7 Minutes in Heaven 3:03 6 Fall Out Boy Snitches and Talkers Get Stitches and Walkers 2:51 7 Megadeth Symphony of Destruction 4:07 8 Mötley Crüe Dr. Feelgood 4:47 9 Nickelback Believe it or Not 4:07 10 Nickelback Flat on the Floor 2:13 11 Nine Black Alps Cosmopolitan 2:38 12 Papa Roach Blood Brothers 3:34 13 Papa Roach Not Listening 3:11 14 Rise Against Give it All 2:56 15 Rob Zombie Feel So Numb 3:52 16 Rob Zombie Demon Speeding 3:14 17 Supergrass Richard III 3:13 18 Supergrass Road to Rouen 2:44 19 The Chelsea Smiles Nowhere Ride 3:26 20 The Vines Don’t Listen to the Radio 2:18 21 Underoath Reinventing Your Exit 4:24 22 Wolfmother Pyramid 4:29 23 Wolfmother Dimension 4:23 24 Yellowcard Breathing 3:42 25 Yellowcard Rough Landing Holly 3:48 26 Zebrahead Lobotomy for Dummies 2:48
Entwicklungsgeschichte Entwicklung Nach dem Erfolg von FlatOut, von dem etwas mehr als 800.000 Einheiten verkauft wurden, plante das verantwortliche Studio, Bugbear Entertainment, relativ schnell einen Nachfolger. Die Publisher Empire Interactive und Vivendi kündigten bereits im Juli 2005, neun Monate nach der Veröffentlichung von FlatOut, die Entwicklung eines Nachfolgers an. Die Entwickler, häufig der Grafiker Tomi Linja-aho, berichteten regelmäßig in einem Blog über die Fortschritte in der Entwicklung und gaben einen Einblick in die Arbeit bei der Entwicklung eines Rennspiels.
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