mini|rechts|Hauptgebäude der CUA

Die Katholische Universität von Amerika (englisch The Catholic University of America, Kurzform: CUA), in Washington, D.C. in den USA, ist eine Privatuniversität. Sie wurde im Jahre 1887 gegründet. Sie ist die einzige Institution im Hochschulbereich der Vereinigten Staaten, die von der katholischen Bischofskonferenz gegründet worden ist. Von 1900 bis 2002 war die Universität Mitglied der Association of American Universities, eines Verbundes führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten. 2022 wurde vermutet, dass rund die Hälfte der US-amerikanischen katholischen Bischöfe zumindest einen Teil ihrer Ausbildung an der CUA gemacht hätten.

Präambel „Als nationale Universität der katholischen Kirche in den Vereinigten Staaten von Amerika gegründet und finanziert von den Bischöfen des Landes und mit der Zustimmung des Heiligen Stuhls erbaut, betrachtet sich diese Universität als eine katholische und amerikanische Institution für das Studium, treu den Pflichten der heiligen katholischen Kirche. Sie weiht sich der Förderung des Dialoges zwischen den Religionen und Glauben, deshalb betrachtet sich die katholische Universität von Amerika als Bewahrer des Glaubens und des Forschens im Dienste der Kirche zum Wohl der Nation als auch der Welt.“The Catholic University of America: Mission Statement (englisch). Eingesehen am 29. März 2010

Geschichte Diese Universität ist die zweite unter katholischer Voraussetzung eingerichtete Universität. Im Gegensatz zur älteren katholischen Georgetown University, die von Jesuiten gegründet und geleitet wird, ist die CUA eine nationale Gründung durch die Bischöfe der USA.

Entstehung und Gründung mini|rechts|Studentenheim Gibbons Hall Der Antrag der amerikanischen Bischöfe, eine katholische Universität in Amerika zu errichten, reflektierte die damalige Entwicklung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die steigende Anzahl der katholischen Bevölkerung, bedingt durch die Einwanderungen aus Europa, führte bei der katholischen Kirche zu einem steigenden Einfluss. Noch 1830 galt dieser Staatenbund als Missionsgebiet in der überwiegend protestantischen Nation. Bis zum Jahr 1860 gab es bereits über 3 Millionen Katholiken, dieses führte dann im Jahr 1877 zur ersten Überlegung, eine katholische Universität zu gründen. Die amerikanische Vollversammlung der Bischöfe entschied im Jahr 1884, nachdem sie die Gründungsgenehmigung von Papst Leo XIII. erhalten hatte, die katholische Universität von Amerika aufzubauen. Mit seiner Enzyklika „Magni nobis gaudi“ vom 7. März 1889 gab der Papst der Eröffnung statt. Die amerikanischen Bischöfe hatten sich entschlossen, die Universität in unmittelbarer Nähe zur Hauptstadt Washington zu errichten, um damit den nationalen Charakter hervorzuheben.The Catholic University of America: (englisch). Eingesehen am 29. März 2010

Ausbau und Erweiterung mini|links|Campus und Mall der CUA|alternativtext=|212x213px

In nur sehr kurzer Zeit hatte die CUA einen hohen Bildungsgrad erreicht, dieses führte dazu, dass sich andere katholische Organisationen und Ordensbruderschaften der Universität anschlossen und zu einem Ausbau anregten. Ihrem Bekanntheitsgrad, aber auch ihrer eigenen Initiative ist es zu verdanken, das sie als Gründungsmitglied der „Verbindung der Amerikanischen Universitäten“ erheblichen Einfluss ausübte.

Umfangreiche Baumaßnahmen führten zu einer erheblichen Vergrößerung der Universitätsanlage, besonders hervorzuheben sind der Bau der „Mullen Bibliothek“ (1928) und der Bau des Nationalheiligtums Basilika der Unbefleckten Empfängnis 1920–1961.

Studienzulassung für Frauen Im Süden der Universität wurde durch die Schwestern von Notre Dame de Namur die Dreifaltigkeits-Hochschule erbaut und für Studentinnen eröffnet. Später eröffneten die Benediktinerinnen eine Lehrerakademie für Frauen. Beide Lehreinrichtungen führten zu einem großen nationalen Erfolg und schon bald wurden hier Lehrerinnen für die Primär- und Sekundarschulen aus den gesamten Staaten ausgebildet. In den zwanziger Jahren gingen diese Hochschulen in den Bereich der Universität über und schließlich eröffnete die CUA 1928 formal die graduierte Ausbildung für Frauen.

Das katholische Zentrum CUA mini|Basilika zum nationalen Schrein der Unbefleckten Empfängnis Zwischen 1900 und 1950 hatten sich mehr als 50 katholische Anstalten und Organisationen um das Universitätsgelände etabliert und eingerichtet, schon bald bekam das Gelände um Brookland die Bezeichnung „Klein Rom“, und entwickelte sich zu einem eigenständigen Stadtteil. 1901 wurde das „Dominikanische Haus der Studien“ errichtet, und die Franziskaner (OFM) errichteten 1905 ihr Kloster, welches für seine schönen Gärten und seinen Baustil landesweit bekannt wurde; aber auch die „Konferenz der Bischöfe der Vereinigten Staaten“ fand hier ihren Sitz. Der Bau des Nationalheiligtum Basilika der Unbefleckten Empfängnis, der 1920 begann und nach einer Pause 1959 fertiggestellt wurde, wurde zur nationalen Pilgerstätte der USA.

Der Opus Prize Die Catholic University of America vergibt seit 2004 jährlich den mit einer Million US-Dollar dotierten Opus Prize für glaubensbasierte humanitäre Hilfe.https://opus.catholic.edu/ Seit 2005 erhalten auch zwei Finalisten je 100.000 US-Dollar.

Zahlen zu den Studierenden, den Dozenten und zum Vermögen Im Herbst 2021 waren 5.059 Studierende an der CUA eingeschrieben. Davon strebten 2.929 (57,9 %) ihren ersten Studienabschluss an, sie waren also undergraduates. Von diesen waren 56 % weiblich und 44 % männlich; 3 % bezeichneten sich als asiatisch, 5 % als schwarz/afroamerikanisch, 15 % als Hispanic/Latino und 66 % als weiß. 2.130 (42,1 %) arbeiteten auf einen weiteren Abschluss hin, sie waren graduates. Es lehrten 646 Dozenten an der Universität, davon 335 in Vollzeit und 311 in Teilzeit. 2020 waren es 5366 Studierende gewesen.

Der Wert des Stiftungsvermögens der Universität lag 2021 bei 352,5 Mio. US-Dollar und damit 27,7 % höher als im Jahr 2020, in dem es 276,1 Mio. US-Dollar betragen hatte. 2009 waren es 153 Mio. US-Dollar gewesen.National Association of College and University Business Office: (englisch, PDF, 186 kB). Eingesehen am 29. März 2010

Organisation Derzeit besteht die CUA aus zwölf Fakultäten und Schulen, darunter einer Musikhochschule (seit 1965), Fakultäten für Architektur, Naturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Ingenieur- und Rechtswissenschaften, Philosophie, einer Krankenpflegeschule, einer Erzbischöflichen Akademie für Kanonisches Recht und Ausbildungsstätten für Katholische Theologie. Angeboten werden 72 Bachelor- und 103 Master-Studiengänge sowie 66 Doktoratsstudien.Catholic University Today, Darstellung auf der Internetseite der Universität, abgerufen im November 2017.

Universitätsleitung Die Universitätsleitung setzt sich aus dem Universitätspräsidenten (2010 bis 2021 der Jurist John H. Garvey), einem Propst (Geistlicher Beirat) und fünf stellvertretenden Präsidenten zusammen. Kanzler der Universität ist von Amts wegen der Erzbischof von Washington; höchstes Leitungsorgan ist der Stiftungsrat (Board of Trustees), dem alle amerikanischen Kardinäle, der Vorsitzende und weitere Vertreter der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten (USCCB) sowie Laienvertreter angehören. Das Geschäftsführungsorgan der Universität ist der Verwaltungsrat (Administrative Council), zu dessen Exekutivkomitee ein Universitätsdirektor, ein Direktor für akademische Studienfächer, ein Direktor für nichtakademische Studienfächer, die Dekane der Fakultäten bzw. Mitgliedsinstitutionen und weitere Funktionsträger gehören.University Leadership, Darstellung auf der Internetseite der Universität, abgerufen im November 2017.

Persönlichkeiten Dozenten Carl Amery (1922–2005), deutscher Schriftsteller Clyde L. Cowan (1919–1974), Physiker Peter R. Hofstätter (1913–1994), deutscher Sozialpsychologe Oleg Danilowitsch Kalugin (* 1934), ehemaliger Generalmajor des KGB Fulton John Sheen (1895–1979), römisch-katholischer Bischof Árpád von Klimó (* 1964), Associate Professor für Geschichte John Slattery (* 1962), Film- und Theaterschauspieler Jennifer Ward (* 1944), Diplomatin

Absolventen Regierung und Politik Joseph Alioto (1916–1998), 1940, Bürgermeister (D) von San Francisco Forrest H. Anderson (1913–1989), 1938, Richter am Obersten Gerichtshof von Montana, Gouverneur (D) von Montana Robert Patrick Casey junior (* 1960), 1988, Senator (D) für Pennsylvania Jeffrey Chiesa (* 1965), 1990, Senator (R) für New Jersey Martin Connor, Minderheitsführer (D) des Senats von New York Louis Crishock (* 1971), Diplomat Thomas E. Donilon (* 1955), 1977, Nationaler Sicherheitsberater der USA Ryan Fecteau, 2014, Sprecher (D) des Repräsentantenhauses von Maine Joseph H. Gainer, 1902, Bürgermeister von Providence Edward W. Gillespie, 1983, Vorsitzender des Republican National Committee Reed Gusciora (* 1960), Abgeordneter (D) der Generalversammlung von New Jersey, Bürgermeister von Trenton Tom Harkin (* 1939), 1972, Senator (D) für Iowa Kathy Hochul (* 1958), 1984, Kongressabgeordnete (D) für New York, Vizegouverneurin von New York Mitchell J. Landrieu (* 1960), Vizegouverneur (D) von Louisiana, Bürgermeister von New Orleans Terry McAuliffe (* 1957), 1979, Vorsitzender des Democratic National Committee, Gouverneur von Virginia Jack Miller (1916–1994), Senator (R) für Iowa, Bundesrichter Daniel J. O’Donnell (* 1960), Abgeordneter (D) der Staatsversammlung von New York Martin O’Malley (* 1963), 1985, Gouverneur (D) von Maryland Tom G. Palmer (* 1956), libertärer politischer Aktivist Rick Renzi (* 1958), 2002, Kongressabgeordneter (R) für Arizona Kathleen Rice (* 1965), 1987, Kongressabgeordnete (D) für New York Brian E. Rumpf, Abgeordneter (R) der Generalversammlung von New Jersey Holly Schepisi, Abgeordnete (R) der Generalversammlung von New Jersey James Soong (* 1942), 1971, Gouverneur der Provinz Taiwan, Vorsitzender der Qinmindang Henry P. Sullivan, Staatssenator (D) in New Hampshire Robert Tiernan (1929–2014), 1956, Kongressabgeordneter (D) für Rhode Island

Recht

Colleen Kollar-Kotelly 1965, Vorsitzende Richterin des United States Foreign Intelligence Surveillance Court Peggy Quince 1975, Vorsitzende Richterin des Obersten Gerichtshofes von Florida

Kunst und Kultur Mark Adamo (* 1962), 1990, Komponist, Professor für Musikkomposition an der New York University John Aler (1949–2022), 1971, Opernsänger Carl Amery (1922–2005), kath. Intellektueller und Schriftsteller Susan Anspach (1942–2018), Theater- und Filmschauspielerin (kein Abschluss) Yazmany Arboleda, 2005, Künstler Harolyn M. Blackwell, 1977, Opernsängerin Walter Bobbie, Theaterregisseur Philip Bosco (1930–2018), 1957, Schauspieler Patricia Carroll (1932–2017), 1989, Schauspielerin Mart Crowley (1935–2020), Dramatiker Mary Daly (1928–2010), feministische Theologin Maureen Dowd, 1973, Kolumnistin für die New York Times Joseph Fitzmartin (* 1943), Komponist und Dirigent Marc Gervais, 1960, Autor, Professor für Film an der Concordia University Henry Gibson (1935–2009), Schauspieler und Liedermacher Alfred Gough (* 1967), Drehbuchautor und Filmproduzent Elizabeth Hand (* 1957), Autorin John Heard (1946–2017), Schauspieler George Herman (1928–2019), 1954, Schriftsteller, Regisseur und Bühnenautor Saeed Jaffrey (1929–2015), indischer Schauspieler Maryann Karinch, Autorin Hank Levy (1927–2001), Komponist, Saxophonist Nick Lowe, Comic-Editor Laurence Luckinbill (* 1934), 1958, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur John Carroll Lynch (* 1963), Schauspieler Jean Kerr, Dramatikerin, Autorin Kathleen McInerney, Synchronsprecherin Ed McMahon (1923–2009), 1949, Showmaster und Schauspieler Jason Anthony Miller (1939–2001), Dramatiker, Schauspieler Donn B. Murphy, 1954, Professor für Theater an der Georgetown University, Präsident des National Theatre in Washington, D.C.