Dalbergia retusa ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Dalbergien (Dalbergia) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) aus Zentralamerika, von Venezuela, Kolumbien bis Süd-Mexiko. Die Handelsnamen des Holzes von Dalbergia retusa sind Cocobolo oder Coccobolo, Grenadillo, Nambar oder Palo Negro, auch wird es als Rosenholz oder Salamanderholz und Korallen-Palisander bezeichnet.

Als Cocobolo wird auch Dalbergia granadillo bezeichnet, eine Unterscheidung ist teils sehr schwierig.Edgard O. Espinoza, Michael C. Wiemann, Josefina Barajas-Morales et al.: Forensic Analysis of Cites-Protected Dalbergia Timber from the americas. In: IAWA Journal. 36(3), 2015, doi:10.1163/22941932-20150102, online (PDF; 2,9 MB), Forest Products Laboratory - USDA Forest Service, abgerufen am 29. März 2024.Dalbergia retusa Hemsl., D. granadillo Pittier (Cocobolo) bei Delta, abgerufen am 17. November 2018. Als Ersatzholz wird auch das der Art Platymiscium dimorphandrum verwendet.Platymiscium dimorphandrum bei Useful Tropical Plants.

Beschreibung Dalbergia retusa wächst als kleiner bis mittelgroßer Baum, der Wuchshöhen von 15 bis 20 Metern erreicht. Der Stamm wächst unregelmäßig und verzweigt sich bereits auf niedriger Höhe. Die Baumkrone ist offen. Die braun-graue Borke ist längsrissig und löst sich in kleinen Platten ab.

Die wechselständigen und gestielten Laubblätter sind unpaarig oder falsch unpaarig gefiedert. Die lederigen, glänzenden und gestielten Fiederblättchen sind bei einer Länge von 2,5 bis 12 Zentimetern eiförmig bis elliptisch, lanzettlich mit rundspitzigem bis spitzigem oder teils ausgerandetem oberen Ende.

Die achsel- oder endständigen rispigen Blütenstände sind in 4 bis 18 Zentimeter lang. Die zygomorphen Schmetterlingsblüten sind weiß, mit einem glockenförmigen Kelch mit spitzen Lappen. Es sind abfallende Vor- und Deckblätter vorhanden.

Die bis 13 Zentimeter langen, flachen und rotbraunen Hülsenfrüchte öffnen sich nicht, sie enthalten bis zu fünf längliche und dunkelbraune, eiförmige und abgeflachte Samen.

Verbreitung Dalbergia retusa gedeiht in Höhenlagen von 50 bis 300 Meter entlang der Pazifikküste vom mexikanischen Bundesstaat Chiapas über Guatemala, El Salvador, Costa Rica und Nicaragua bis Panama.

Taxonomie Die Erstbeschreibung von Dalbergia retusa erfolgte 1878 durch den britischen Botaniker William Botting Hemsley in Diagnoses Plantarum Novarum ... Mexicanarum Band 1, S. 8.

Synonyme sind: Amerimnon lineatum , Amerimnon retusum , Dalbergia hypoleuca , Dalbergia lineata , Amerimnon cuscatlanicum , Dalbergia cuscatlanica , Dalbergia pacifica , Machaerium retusum

Man unterscheidet verschiedene Varietäten:Dalbergia retusa bei KEW Science, abgerufen am 17. November 2018.. Dalbergia retusa var. retusa: Diese gefährdete Varietät gedeiht nur auf der pazifischen Seite Zentralamerikas. 2019 konnten Fundorte in Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua sowie Panama bestätigt werden. Die Berichte aus Mexiko wurden 2019 als Fehlbestimmungen bewertet. Dalbergia retusa var. cuscatlanica : Sie kommt nur in Honduras vor. Dalbergia retusa var. hypoleuca : (Syn.: Dalbergia hypoleuca ): Sie kommt nur in Costa Rica vor. Dalbergia retusa var. lineata Dalbergia retusa var. pacifica

Nutzung mini|Cocoboloholz mini|Schachfiguren aus Cocoboloholz mini|Okarina aus Cocoboloholz Das Hartholz, Cocobolo, stammt von den zwei in der Einleitung genannten Arten, Dalbergia retusa ist das begehrtere.

Frisch geschnitten zeigt das Kernholz zahlreiche Farben von dunkelorange bis zu sattem tiefrot. Das Splintholz hingegen besitzt einen zarten Gelbton. Cocobolo ist sehr hart und schwer zu spalten, aber dennoch gut zu bearbeiten. Es ist zerstreutporig und hat einen leicht welligen Faserverlauf. Das Holz wird zum Beispiel für Haushaltsgeräte, Werkzeug- und Messergriffe, Musikinstrumente (Blasinstrumente), Stöcke und Bürsten verwendet. In hochwertigen Queues wird Cocobolo gerne als Einlegearbeit verwendet. Auch in der Bildhauerei und Schnitzerei wird es sehr geschätzt, weil bei der Verarbeitung des relativ teuren Rohstoffes nur wenig Verschnitt anfällt.

Das Angebot ist begrenzt; die Verwendung ist häufig nicht sehr nachhaltig. Das Holz ist in der Regel nicht zertifiziert; die Art Dalbergia retusa wird in der Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als stark gefährdet aufgeführt.Internetseite des International Union for Conservation of Nature. Aufgrund des starken Rückgangs der Populationen und der stetig wachsenden Nachfrage existieren mittlerweile bereits FSC-zertifizierte Aufforstungs­projekte für Cocobolo.ForestFinance

Holzeigenschaften Darrdichte: 650–900 kg/m³ (Durchschnitt 800 kg/m³) Raumgewicht: 1000–1100 kg/m³ Zugfestigkeit: k. A. Druckfestigkeit: 71 N/mm² Biegefestigkeit: k. A. Brinellhärte: H BII= k. A., H BI= k. A.

Gesundheitsbeeinträchtigungen bei der Verarbeitung Der Staub kann bei der Verarbeitung des Holzes zu Gesundheitsstörungen führen. Auch das ölige Holz kann bei Hautkontakt (zum Beispiel beim Arbeiten mit ungeschützten Händen) allergische Reaktionen auslösen. Cocobolo zählt zu den Hölzern mit hohem Allergierisiko.Übersicht zu Giftigkeit und Allergiepotenzial verschiedener Hölzer bei Wood Database, abgerufen am 13. April 2017 (englisch).

Quellen W. A. Marin, E. M. Flores: Dalbergia retusa Hemsl. In: J. A. Vozzo: Tropical Tree Seed Manual. USDA Forest Service, Washington DC, Agricultural Handbook Number 721, 2002, S. 429 ff, Species Descriptions.

Einzelnachweise

Weblinks

Dalbergia retusa bei Useful Tropical Plants, abgerufen am 17. November 2018. Kategorie:Dalbergieae (Tribus) Kategorie:Holzart Kategorie:Baum