Die Liste der Raumfahreranwärter nach Auswahlgruppen stellt die Auswahl neuer Anwärter für orbitale Raumflüge chronologisch dar. Einige Personen arbeiteten in mehreren Programmen mit. Dies ist im Text erwähnt. __NOTOC__ 1958 1959 1960 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 19691970 1971 1972 1973 1976 1978 1979 1980 1982 1983 1984 1985 1987 1988 19891990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 20092010 2012 2013 2017 2018 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 Siehe auch • Quellen
1958 25. Juni – „Man in Space Soonest“ – USA Neil Armstrong, Bill Bridgeman, Scott Crossfield, Iven Kincheloe, John McKay, Robert Rushworth, Joe Walker, Alvin White und Robert White. Die erste Gruppe der US-amerikanischen Astronauten wurde im Rahmen des Programms Man In Space Soonest (etwa Mensch im Weltraum schnellstmöglich), einem US-Air-Force-Projekt, ausgewählt. Aus dieser Gruppe wurden später Astronauten des Apollo-Programms und Testpiloten des X-15-Programms.
1959 mini|Die Mercury Seven 9. April – Erste NASA-Gruppe – Mercury Seven – USA Die sogenannten Mercury Seven waren Scott Carpenter, Gordon Cooper, John Glenn, Gus Grissom, Walter Schirra, Alan Shepard und Deke Slayton. Obwohl meist angenommen wird, dass dies die erste US-amerikanische Auswahlgruppe war, ist es tatsächlich die zweite. Sie wurde für das Mercury-Programm der NASA im April 1959 ausgewählt. Alle sieben Kandidaten waren militärische Testpiloten. Dies war eine Forderung des US-Präsidenten Eisenhower, um den Auswahlprozess zu vereinfachen. Die Kandidaten flogen schließlich alle ins All, nur einer, Deke Slayton, nicht im Rahmen einer Mercury-Mission. Stattdessen war er später beim Apollo-Sojus-Projekt im Juli 1975 mit an Bord.
1960 7. März – Militärpiloten – Sowjetunion Siehe Hauptartikel Erste Kosmonautengruppe der Sowjetunion Die erste Kosmonautengruppe der Sowjetunion wurde aus 20 Piloten der sowjetischen Luftstreitkräfte ausgewählt. Sie bestand aus Iwan Anikejew, Pawel Beljajew, Walentin Bondarenko, Waleri Bykowski, Jewgeni Chrunow, Walentin Filatjew, Juri Gagarin, Wiktor Gorbatko, Anatoli Kartaschow, Wladimir Komarow, Alexei Leonow, Grigori Neljubow, Andrijan Nikolajew, Pawel Popowitsch, Mars Rafikow, Dmitri Saikin, Georgi Schonin, German Titow, Walentin Warlamow und Boris Wolynow. Bondarenko kam während der Ausbildung ums Leben. Kartaschow und Warlamow, später auch Saikin mussten aus medizinischen Gründen ausscheiden. Neljubow, Anikejew, Filatjew und Rafikow wurden aus disziplinarischen Gründen aus dem Kosmonautenkorps ausgeschlossen. Von den übrigen Kosmonauten waren zwei (Gagarin und Titow) nur im Wostok-Programm im Einsatz, drei weitere (Nikolajew, Popowitsch und Bykowski) sowohl im Wostok- als auch im Sojus-Programm. Beljajew wurde nur im Woschod-Programm eingesetzt, zwei weitere (Komarow und Leonow) sowohl bei Woschod als auch bei Sojus. Komarow kam beim Absturz von Sojus 1 ums Leben. Vier weitere Kosmonauten mussten bis zum Sojus-Programm warten, bis sie zum Einsatz kamen. Der letzte Erstflug wurde von Gorbatko bei Sojus 7 im Oktober 1969 durchgeführt. In den Jahren 1974 bis 1980 kamen Popowitsch, Wolynow, Bykowski und Gorbatko noch auf Saljut-Raumstationen zum Einsatz.
April – Dyna-Soar-Gruppe 1 – USA Im April 1960 wurden sieben Mann für das Dyna-Soar-Programm ausgewählt: Neil Armstrong (vorher im MISS-Programm), William Dana, Henry Gordon, William Knight, Russell Rogers, Milton Thompson und James Wood. Armstrong und Dana verließen das Programm im Sommer 1962.
1962 12. März – Frauengruppe – Sowjetunion Im März und April 1962 wurde eine fünfköpfige Gruppe Frauen dem Kosmonautenkorps hinzugefügt: die Pilotin Walentina Ponomarjowa sowie Shanna Jorkina, Tatjana Kusnezowa, Irina Solowjowa und Walentina Tereschkowa, die jeweils Fallschirmspringererfahrung hatten. Tereschkowa flog im Juni 1963 mit Wostok 6 ins All. Die anderen hielten sich noch mehrere Jahre lang für einen Raumflug mit rein weiblicher Besatzung bereit, der jedoch nie durchgeführt wurde.
17. September – NASA-Gruppe 2 – The Next Nine (auch The Nifty Nine) – USA mini|The Next Nine Eine zweite Gruppe bestehend aus neun Astronauten wurde von der NASA im September 1962 ausgesucht. Die Gruppe bestand aus Neil Armstrong, Frank Borman, Pete Conrad, James McDivitt, Jim Lovell, Elliot See, Tom Stafford, Edward White und John Young. Alle aus dieser Gruppe flogen Missionen im Rahmen des Gemini-Programms außer Elliot See, der während der Vorbereitung für Gemini 9 abstürzte. Alle weiteren flogen auch Apollo-Missionen außer Ed White, der beim Apollo-1-Unglück umkam. Drei der Gruppe (McDivitt, Borman und Armstrong) flogen jeweils einmal mit Gemini und Apollo. Vier andere (Young, Lovell, Stafford und Conrad) flogen zwei Gemini-Missionen und mindestens eine Apollo-Mission. Young und Lovell flogen zweimal reguläre Apollo-Missionen und damit zweimal zum Mond. Conrad und Stafford flogen auch ein zweites Mal mit Apollo-Raumschiffen, Conrad im Rahmen von Skylab 2 und Stafford beim Apollo-Sojus-Projekt. Sechs der Gruppe (Borman, Lovell, Stafford, Young, Armstrong und Conrad) flogen zum Mond. Armstrong, Conrad, und Young unternahmen außerdem EVAs auf dem Mond. John Young flog später zweimal mit einem Space Shuttle und ging erst 2004 in den Ruhestand.
19. September – Dyna-Soar-Gruppe 2 – USA Im September kam Albert Crews zum Dyna-Soar-Programm, und die Namen aller beteiligten Piloten wurden veröffentlicht.
1963 10. Januar – Militärpiloten – Sowjetunion Juri Artjuchin, Eduard Bujnowski, Lew Djomin, Georgi Dobrowolski, Anatoli Filiptschenko, Alexei Gubarew, Wladislaw Guljajew, Pjotr Kolodin, Eduard Kugno, Anatoli Kuklin, Alexander Matintschenko, Wladimir Schatalow, Witali Scholobow, Lew Worobjow, Anatoli Woronow Bujnowski und Kugno schlossen die Ausbildung nicht ab, Guljajew musste die Kosmonautengruppe 1968 nach einem Unfall verlassen. Als Erster dieser Gruppe flog Schatalow im Januar 1969 mit Sojus 4 ins All, sechs weitere Kosmonauten folgten ihm, unter anderem Dobrowolski, der beim Unfall von Sojus 11 im Juni 1971 ums Leben kam. Als Letzter dieser Gruppe kam Gubarew im Januar 1975 mit Sojus 17 zum Raumfahrerstatus. Er absolvierte auch im März 1978 mit Sojus 28 den letzten Raumflug dieser Gruppe. Kolodin, Worobjow, Kuklin und Woronow wurden zwar mehrfach für Ersatzmannschaften nominiert, schafften es aber nicht in die Hauptmannschaft eines Raumfluges. Matintschenko erhielt keine Nominierung.
17. Oktober – NASA-Gruppe 3 – The Fourteen – USA mini|Die NASA-Gruppe 3 Buzz Aldrin, Bill Anders, Charles Bassett, Alan Bean, Eugene Cernan, Roger Chaffee, Michael Collins, Walter Cunningham, Donn Eisele, Theodore Freeman, Richard Gordon, Rusty Schweickart, David Scott, Clifton Williams Bassett, Chaffee, Freeman und Williams starben, bevor sie fliegen konnten, Chaffee beim Apollo-1-Feuer, die anderen bei Flugzeugabstürzen. Alle der dritten Gruppe (außer die, die vorher starben) flogen im Rahmen des Apollo-Programms – Aldrin, Bean, Cernan und Scott waren auf dem Mond, Anders, Collins und Gordon umrundeten ihn. Fünf (Aldrin, Cernan, Collins, Gordon und Scott) flogen auch im Gemini-Programm.
1964 25. Januar – Nachnominierung – Sowjetunion Georgi Beregowoi Die Luftstreitkräfte der Sowjetunion regten an, dass zusätzlich zu den relativ jungen Piloten der ersten Kosmonautengruppe auch erfahrene Offiziere als Kosmonauten ausgebildet werden sollten. Sie sollten dann nach einem einzigen Raumflug Managementpositionen übernehmen. Von den Kandidaten wurde nur Beregowoi übernommen und in die Ausbildung integriert. Auf Druck der Führungsschicht sollte er den nächstmöglichen Raumflug übernehmen, und so kam er bereits im Oktober 1968 mit Sojus 3 zum Einsatz, früher als die Kosmonauten, die die Ausbildung vor ihm begonnen hatten.
Mai/Juni – Zivile Kosmonauten – Sowjetunion Das neue, mehrsitzige Woschod-Raumschiff brauchte nur einen einzigen Piloten, so dass die weiteren Plätze von anderen Kosmonauten eingenommen werden konnten. Für den Flug von Woschod 1 im Oktober 1964 wurden zwei Zivilisten gesucht. Die Vorauswahl unterlag dem Entwicklungsbüro OKB-1, der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften, dem Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin und der paramilitärischen sowjetischen Luftfahrt-Organisation DOSAAF. Die Auswahl der Kandidaten und der endgültigen Besatzung unterlag keinen formalen Kriterien und wurde heftig kontrovers diskutiert. Die folgenden Personen wurden vorgeschlagen und erhielten teilweise eine Kurzausbildung: Ärzte: Boris Jegorow, Wassili Lasarew, Boris Poljakow, Alexei Sorokin Ziviler Testpilot: Wladimir Benderow Ingenieure und Wissenschaftler: Konstantin Feoktistow, Georgi Katys. Weiter im Gespräch waren Wladislaw Wolkow, Georgi Gretschko, Waleri Kubassow, Oleg Makarow und Nikolai Rukawischnikow. Benderow verließ die Ausbildung vorzeitig. Die Wahl für Woschod 1 fiel schließlich auf Jegorow und Feoktistow. Jegorow, Poljakow und Sorokin verließen die Kosmonautengruppe anschließend. Lasarew, Wolkow, Gretschko, Kubassow, Makarow und Rukawischnikow erhielten später eine vollwertige Ausbildung und flogen mit Sojus-Raumschiffen ins All. Auch Feoktistow und Katys blieben in der Kosmonautengruppe, erhielten aber keine Nominierung.
1965 1. Juni – Journalisten – Sowjetunion Jaroslaw Golowanow, Juri Letunow, Michail Fjodorowitsch Rebrow Drei Journalisten wurden in Vorbereitung einer Woschod-Mission ausgewählt. Nachdem das Programm eingestellt worden war, wurden Golowanow und Letunow wieder entlassen. Der Militärjournalist Rebrow blieb bis 1974 im Raumfahrtprogramm.
1. Juni – Mediziner – Sowjetunion Jewgeni Illjin, Alexander Kiseljow, Juri Senkjewitsch Drei Ärzte des Instituts für biomedizinische Probleme wurden für einen geplanten Langzeitflug ausgewählt. Der Flug wurde in Vorbereitung des sowjetischen bemannten Mondprogramms ersatzlos gestrichen.
mini|NASA-Gruppe 4 (ohne Graveline) 28. Juni – NASA-Gruppe 4 – The Scientists – USA Owen Garriott, Edward Gibson, Duane Graveline, Joseph Kerwin, Curt Michel, Jack Schmitt Graveline verließ die NASA schon nach wenigen Wochen, Michel im Jahre 1969 ohne dass er zum Einsatz gekommen wäre. Schmitt betrat den Mond mit Apollo 17. Für Garriott, Gibson und Kerwin ergab sich daraus je eine Skylab-Mission, Garriott flog zusätzlich mit dem Space Shuttle.
28. Oktober – Militärgruppe – Sowjetunion In der sowjetischen Raumfahrt standen zu dieser Zeit mehrere parallel existierende Raumfahrtprogramme an, für die man Kosmonauten benötigte. Obwohl Kamanin, der Leiter der Kosmonautenausbildung, 40 neue Kosmonauten angefordert hatte, bestand die neue Ausbildungsgruppe nur aus 22 Kandidaten: Piloten der Luftstreitkräfte: Anatoli Fjodorow, Pjotr Klimuk, Alexander Kramarenko, Ansar Scharafutdinow, Wassili Stscheglow, Leonid Kisim, Gennadi Sarafanow, Alexander Skworzow, Waleri Woloschin Piloten der Luftabwehr: Oleg Jakowlew, Alexander Petruschenko Piloten der militärischen Transportkräfte: Wjatscheslaw Sudow, Ingenieure der Luftstreitkräfte: Gennadi Kolesnikow, Michail Lisun, Eduard Stepanow, Wladimir Preobraschenski Ingenieure der strategischen Raketentruppen: Boris Belousow, Jewgeni Chludejew, Juri Glaskow, Ingenieur der Marine: Waleri Roschdestwenski Navigator der Luftstreitkräfte: Witali Grischtschenko Arzt der Luftstreitkräfte: Wladimir Degtjarow Degtjarow verließ die Gruppe schon am 17. Januar 1966 wegen unbefriedigender Leistungen. Kolesnikow schloss die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen nicht ab. Kurz nach Ende der Ausbildung mussten Belousow, Grischtschenko, Kramarenko, Scharafutdinow, Skworzow und Woloschin das Kosmonautenkorps verlassen. Da von den geplanten Projekten am Ende nur die Raumstationen Almas und Saljut sowie das Sojus-Raumschiff übrig blieben, kamen nur sechs Kosmonauten dieser Gruppe zu einem Flug: Klimuk (drei Flüge zwischen 1973 und 1978), Sarafanow (1974), Sudow und Roschdestwenski (beide 1976), Glaskow (1977) und Kisim (drei Flüge zwischen 1980 und 1986).