mini|Justin Göbler mit Gnadenkette im Alter von etwa 45 Jahren,„aetatis ter tria lustra sua (= dreimal drei Lustren seines Alters)“. Holzschnitt 1550, gestochen vermutlich von Claude Bezoard († nach 1560)Objektkatalog des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg (gnm.de). Justin Göbler (* Ende August 1504Göbler war nach eigenem Bekunden „beynahe drei Monat elter denn“ Landgraf Philipp I. von Hessen, der am 13. November 1504 geboren wurde. in Sankt Goar in der hessischenJustin Göbler: Ein schöne vn[d] herrliche Histori Aristee des Griechen von dem göttlichen Gesatz (welchs mann das Alt Testament nennt). Christian Egenolff Erben, Frankfurt am Main 1562, Widmungsvorrede vom 18. November 1561 an Philipp I. von Hessen, Bl. Biiv (Google-Books). Grafschaft Katzenelnbogen; † 21. April 1567 in Frankfurt am Main; auch Justin Gobler, Justinus Goebler u. ä.) war ein deutscher Jurist und historischer Schriftsteller.
Leben Studium Justinus Göbler studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Mainz (1516–1519), Erfurt (ca. 1520–1521)Briefe von Justin Gobler aus Münden an seinen alten Lehrer Johann Lange in Erfurt vom 29. Januar und 1. Juni 1542; Brief von Justin Göbler an Adam von Merula (Merle) vom 1. Februar 1565, letzter Absatz „meos in literarum studiis, alterum Moguntiae, alterum Erphordiae, commilitones“; Eintrag im Repertorium Academicum Germanicum.Sein Kommilitone Johannes Hemspach aus Koblenz (Confluentinus) immatrikulierte sich 1520 zusammen mit Jodocus Vyrnyckel aus Koblenz in Erfurt. 1543 war Jodocus Virneckel Koblenzer Stadtschreiber; Landeshauptarchiv Koblenz (Bestand 108, Nr. 598). und Bourges. In Mainz studierte Göbler zusammen mit seinem Freund Christian Egenolff in der Burse zum Schenckenberg unter anderem bei Rektor Eucharius von Hain, gen. Schlaun († 1529/30), Kanzler Johann Fürderer (genannt Kühorn) (1473–1538), Wolfgang Capito, Kaspar Hedio oder seinem geschätzten Privatlehrer Adam Weiß; Göbler erwähnt als Mainzer Kommilitonen („Schulgesellen“) auch „Doctor Petrus EspachDr. jur. Peter (van) Etzbach d. Ä. (* vor 1490; † nach 1562; auch Eschbach), 1516 Prokurator am geistlichen Gericht zu Mainz, 1536 in Köln verheiratet mit Elizabeth im Hoffe (Imhoff), 1536 mit Modestin Gropper Kommissar des Reichskammergerichtes, 1541, 1549, 1562 kurfürstlicher Appellationskommissar.Dessen Sohn (Göblers Neffe; Urkunde vom 28. November 1554; Historisches Archiv der Stadt Köln (Best. 1195 (Etzbach, Familie von), U 2/2) Petrus Espach d. J. (* um 1525/30; † nach 1589) aus Köln, Halbbruder des Lic. iur. Merten de Fastart, am 16. Oktober 1546 als „Petr. Etzbach Col.“ immatrikuliert in Köln, an der Bursa Laurentiana, 1561 Magister artium, 1566 Bacc. med., „mathematicus Coloniensis, olim canonicus ad Gradus Mariae“ und bis 1569 Thesaurar des Kosters (Hermann von Weinsberg 1569, 1594), Schwager (Widmung 1580) des kurfürstlich-kölnischen Rates Michael Glaser (* um 1529; † 1592, ⚭ I. 1557 Sybilla Ross verw. Broich, II. 1561 Ursula Etzbach, ⚭ III. 1570 Christina van Volden), 1572 Advokat beim Hofgericht Münster; Klaus-Dieter Herbst: Espach, Peter (Jatromathematicus. In: Biobibliographisches Handbuch der Kalendermacher von 1550 bis 1750 (DFG-Projekt); Letzte Aktualisierung: 6. August 2019 (uni-bremen.de) mein lieber vätter“.Justin Göbler: Gerichtliche Proceß. 2. Auflage Christian Egenolff Erben, Frankfurt am Main 1562, Vorwort vom 1. September 1562, Bl. iir-v. (digitale-sammlungen.de), unveränderte 3. Auflage 1567 (Google-Books), Passage noch nicht enthalten in der Ausgabe Christian Egenolff, Frankfurt am Main 1532 (www.digitale-sammlungen.de). In Bourges hörte er (wohl zwischen 1529 und 1533) die Rechtslehrer Andrea Alciato und Giovanni Ansovino de’ Medici (1506–1548).Brief von Justin Göbler an Andreas von Sexhelden vom 1. September 1555: „sub Alciato & Hansnino (lies: Hansvino“). Er wurde nach älterer Literatur vor 1527 in Mainz vielleicht zum Lizentiaten der Rechte, aber wohl jedenfalls zum Magister artium promoviert. 1527 heiratete er in Trier oder Koblenz die Witwe Hedwig († zwischen 1564 und 1566) des Juristen und Kurtrierer Rates Ulrich Fabricius (Windemacher) (1489–1526) aus Koblenz.Brief von Justin Göbler an Erasmus von Rotterdam in Basel vom 5. Februar 1528 aus Koblenz.Justin Göbler Goarinus, Erhard Crispus Egranus: Consilium, Justin Göbler: Confessiones Arrestantium, Chilianus Sinapius († 1563), Tilmann Dichtelbach († 1556): Consilium und Melchior Kling: Consilium. In: Wolff Dietrich Caesar (Hrsg.): Responsorum Iuris Seu Vulgo Consiliorum a diversis … Iureconsulentis, Bd. II. Christian Egenolph Erben, Frankfurt am Main 1589, S. 206–209 (Google-Books), 214–219 (Google-Books) und S. 220–225 (Google-Books) und S. 235–246 (Google-Books) und Nachdrucke. Der Kölner Maler Bartholomäus Bruyn der Ältere fertigte um 1531 ein Bildnis von Hedwig Gobler-Fabricius an.Öl auf Holz, 31,2 × 20,8 cm, Collection Wilfried Greif (1883–1937), New York City; Hildegard Westhoff-Krummacher Nr. 85; Christoph Wilhelmi: Die Riechkugel oder der Bisamapfel (renaissance-port.de; abgerufen am 31. Mai 2023).
Für eine von Beatus Rhenanus bei Froben in zweiter Auflage besorgte Tertullian-Gesamtedition versprach Göbler Erasmus von Rotterdam 1528, ein Manuskript von De spectaculis aus dem Nachlass von Fabritius nach Basel zu senden. Allerdings war ihm 1537 der weitere Verbleib dieses Codex nicht bekannt.Percy Staffordshire Allen (Hrsg.): Opus epistolarum Des. Erasmi Roterodami, Bd. VII 1527–1528. Oxford University Press, Oxford 1928, Ep. 1946, S. 322–326.
Erbschaftsauseinandersetzung in Koblenz Um die Morgengabe seiner Frau – eine Schuldverschreibung des Augustiner-Chorfrauen-Stifts Stuben bei Bremm über 200 Goldgulden, die Hedwig und ihr erster Ehemann 1525 gemeinsam gekauft hatten, und die daraus resultierenden RentenzahlungenJährlich ein Fuder (ca. 960 Liter) Wein aus einem Hofgut der Abtei in Ernst. – entspann sich später ein langwieriger Rechtsstreit mit Stadtarzt Konrad Nyder (1496–1562),Aus Eppingen, auch Kunz Neider u. ä., am 23. November 1523 immatrikuliert in Heidelberg, ohne Abschlussdiplom; Leonhard Keil: Humanisten in den Trierer Landen im Anfang des 16. Jahrhunderts. In: Trierische Chronik NF 16 (1919/20), S. 186–189, bes. S. 188 f. (dilibri.de). Schöffe Peter StuttginDer Koblenzer Stadtschreiber Peter Stud von Limburg war am 27. Mai 1543 in Koblenz zusammen mit Conrad Neider von Eppingen und dem kurtrierischen Sekretär Michael Stud von Limburg Zeuge des Ehevertrags seiner Nichte; Landeshauptarchiv Koblenz (Bestand 117 Koblenz, Jesuitenkolleg, Nummer 57). und Goldschmied Ulrich Rech († nach 1551) als Erben von Paul Rech genannt Leder und seiner Frau Barbara (vielleicht die Schwiegereltern). Die Schwäger des Ulrich Fabricius bzw. des Justinus Göbler machten für ihre Frauen und Kinder Erbansprüche geltend. Die Meisterin (Äbtissin) von Stuben Katherina von der Neuenburg († um 1536/37)Wahl und Einführung der Johanna (Schennet) von Nickenich als Meisterin des Klosters am 10. Mai 1537; Landeshauptarchiv (Koblenz Bestand 180 Nummer 439). versuchte gleichzeitig, eine Ablösung der Weinrente durch Abzahlung der Schuld zu erreichen.Erste Loßkündigung vom 24. August 1934 und Die zweite Loßkündigung vom 11. November 1534. In: Wolff Dietrich Caesar (Hrsg.): Responsorum Iuris Seu Vulgo Consiliorum a diversis … Iureconsulentis, Bd. II. Christian Egenolph Erben, Frankfurt am Main 1589, S. 212 (Google-Books).
1533 war Justinus Gobler Gerichtsschreiber (scriba forensis)Brief von Justinus Gobler aus Koblenz an Bonifacius Amerbach vom 24. März 1533. und 1534/35 Stadtsekretär in Koblenz (scriba Confluentinus).Brief von Philipp Melanchthon aus Wittenberg an Justinus Gobler in Koblenz vom Oktober 1534; MBW 1499a; Joachim Camerarius: Epistola nuncupatoria. In: ders. (Hrsg.): Macrobii Ambrosii Aurelii Theodosii Viri Consularis & illustris in somnium Scipionis libri II. Johannes Herwagen, Basel 1535 (www.europeana.eu). Er gehörte zum Humanistenkreis um den Trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau zu VollradsWolfgang Schmid: Richard von Greiffenklau zu Vollrads, Erzbischof von Trier (1467–1531) (rheinische-geschichte.lvr.de); Rudolf Schmitz, Herbert Schnitzler: Der Hofapotheker Cornelius Rasener (1474-1543) und der Humanistenkreis der Residenzstadt Koblenz. In: August Buck (Hrsg.): Höfischer Humanismus. (Mitteilung der Kommission für Humanismusforschung 16). Acta Humaniora, Weinheim, S. 119–132, bes. S. 128 f. und korrespondierte unter anderem mit Erasmus von Rotterdam, Bonifacius Amerbach, Philipp Melanchthon, Martin Bucer und Simon Reichwein. Für Joachim Camerarius d. Ä. erstellte der Stadtschreiber Justin Gobler in Koblenz die Kopie eines Codex von Macrobius Ambrosius Theodosius.Widmung von Joachim Camerarius an den Würzburger Domherren und Probst von Stift Haug Paul von Schwarzenberg (1497–1535). In: Joachim Camerarius (Hrsg.): Macrobii Ambrosii Aurelii Theodosii … in somnium Scipionis libri duo. Johannes Herwagen d. Ä., Basel 1535, Bl. A2 (thulb.uni-jena.de).
Promotion in Orléans 1535 immatrikulierte sich Justin Goblerus in Orléans und legte die Licentia in legibus ab.Andreas Deutsch: Gobler, Justin (1503–1567). In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Bd. II. 2. Auflage Erich Schmidt, Berlin 2011, Sp. 438–440; Eintrag im Repertorium Academicum Germanicum; Cornelia M. Ridderikhoff (Hrsg.): Les Livres des procurateurs de la nation germanique de l'ancienne Université d'Orléans, 1444–1602, Bd. I/1. Brill, Leiden 1971, Nr. 994, S. 285–288 und (zu Kaspar von Niedbruck) S. 395–397 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).
Professor in Trier