Als in vivo ( für ‚im Lebendigen‘) bezeichnet man in der Wissenschaft Prozesse, die im lebendigen Organismus ablaufen. Im Gegensatz dazu werden Abläufe, die in künstlicher Umgebung (z. B. im Reagenzglas) oder ganz allgemein außerhalb lebender Organismen stattfinden, mit dem Begriff in vitro belegt. Man sagt also beispielsweise, dass eine biochemische Reaktion entweder in vivo oder in vitro abläuft.
Forschungsergebnisse (z. B. Wirkstoffentwicklung), die unter (Labor-)Bedingungen in vitro erzielt werden, lassen sich unter den komplexeren Bedingungen im lebenden Organismus in vivo nicht unbedingt bestätigen. In-vivo-Studien sind daher wissenschaftliche Praxis zur Überprüfung von in vitro erlangten Erkenntnissen.
In der Verhaltenstherapie In der Verhaltenstherapie kennzeichnet der Zusatz in vivo eine Behandlung außerhalb der Behandlungsstätte, im Feld, z. B. Konfrontationstherapie in vivo (z. B. offene Plätze begehen, sich Höhen aussetzen, Aufzug fahren, Fliegen, Fragen stellen). Gegensatz: in sensu, d. h. (nur) in der Vorstellung.
In der Bioinformatik Neuerdings hat sich in der Bioinformatik für die Simulation von z. B. biochemischen Abläufen im Computer der Begriff in silico eingebürgert.
Siehe auch ex vivo in situ in operando in utero in silico
Literatur Kurt Heininger: In-vitro- und in-vivo-Untersuchungen zur selektiven Immunadsorptionsbehandlung neurologischer Erkrankungen. Springer Verlag, Berlin 1993; 2011: ISBN 978-3-642-77093-7.
Weblinks
Waiver of In Vivo Bioavailability and Bioequivalence Studies for Immediate - Release Solid Oral Dosage Forms Based on a Biopharmaceutics Classification System. FDA; abgerufen am 5. Oktober 2015.
Kategorie:Lateinische Phrase Kategorie:Physiologie Kategorie:Biologische Untersuchungsmethode