Der Jeep Wrangler ist ein Geländewagen, der im Laufe seiner Geschichte unter verschiedenen Automobilkonzernen produziert wird, aktuell im Konzern Stellantis, jedoch immer unter der Automobilmarke Jeep verkauft wird. Das Automobil folgt historisch betrachtet dem Willys MB, der während des Zweiten Weltkrieges von Willys-Overland für die US-Regierung konstruiert wurde. Der direkte Vorgänger des Wrangler ist der Jeep CJ.
Die erste Generation, als YJ bezeichnet, wurde ab 1987, die zweite Generation der TJ ab 1996 produziert, die 2006 (in Deutschland erst 2007) durch die dritte Generation JK ersetzt wurde. Die vierte und aktuelle Generation JL wird seit 2018 gebaut und wurde von der amerikanischen Tochter FCA US LLC der Fiat Chrysler Automobiles entwickelt.
Wrangler YJ
Der Wrangler YJ, anfangs mit der internen Modellnummer 81, wurde von 1987 bis 1995 gebaut. Er war der direkte Nachfolger des Jeep CJ. Durch seine eckigen Scheinwerfer und Blickleuchten ist er von diesem einfach zu unterscheiden, er verfügt wie der CJ auch über blattgefederte Starrachsen. Sein Listenpreis startete mit dem 4-Zylinder-Motor bei 8396 USD, 9899 USD stand für den 6-Zylinder in der Preisliste.
Seine Geländetauglichkeit stellte der Wrangler durch das Bestehen des schweren Rubicon Trails unter Beweis, den er in seiner Serienausstattung als bester Jeep meisterte. Seine Straßenfahrbarkeit ist besser als die seines Vorgängers.
Der Antrieb im YJ nennt sich Command-Trac. Der Allradantrieb kann während der Fahrt bis etwa 50 km/h eingelegt werden. Auf normaler Straße ist der Wrangler mit Heckantrieb unterwegs. Ab 1990 war als Extra die Trac-Lok genannte Hinterachsdifferentialsperre verfügbar.
Der Wrangler YJ war mit drei Motoren aber im Laufe seiner Produktion mit unterschiedlichen Leistungen erhältlich: 2,5-Liter-Vierzylinder-Reihenmotor (150 in3) als Viertakt-Ottomotor ab 1987 mit mit Drosselklappen-Einspritzung (TBI), ab 1988 mit , ab 1991 mit 4,2-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor (258 in3) mit mit Doppelvergaser bis 1991 4,0-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor (242 in3) mit Multipoint-Einspritzung (MFI) ab 1991 mit , neben dem Wrangler YJ wurde der Motor auch im Cherokee XJ verbaut Dabei blieben bei den Modellen 2,5-, 4,0- und 4,2-Liter die Bremsanlage, die Achsen und der Rahmen unverändert, außer bei den Modellen von 1987 bis 1989 die in Kanada produziert und durch Einzelgutachten in Deutschland zugelassen wurden. Hier sind Veränderungen vor allem bei den hinteren Bremsen vorhanden.
Getriebeseitig war der Wrangler mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe oder auf Wunsch mit einer Dreigang-Automatik, mit Wahlhebel an der Lenksäule, verfügbar.
Von 1987 bis 1992 wurde der YJ in Brampton, Ontario in Kanada gefertigt, bevor die Produktion nach Toledo, Ohio in den USA verlagert wurde. Im Modellzeitraum wurden vom YJ insgesamt 685.071 Fahrzeuge produziert.
Anfangs war er in den Versionen Basis, Sport Décor und Laredo verfügbar. Standard waren Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten mit Bremskraftverstärker, Überrollbügel, Softtop mit Metalltüren sowie das an der Hecktür angebrachte vollwertige Reserverad. Seine Bereifung waren verschiedene Goodyear P215/75 R15. Die Laredo-Version wurde abweichend mit einem Hardtop mit getönten Scheiben ausgeliefert. Die Heckscheibe des Hardtops schwingt nach oben und wird durch die Hecktür fixiert. Ein höhenverstellbares Lenkrad gab es als Extra. Das Hardtop war für alle anderen Modelle ebenfalls als Extra bestellbar.
1988 gab es die Olympic-Edition mit serienmäßigem R6-Motor, Aluminiumrädern, speziellen Streifen und Symbolen. Darüber hinaus wurde die Version Sahara eingeführt, bei der die Innen- und Außenfarben Khaki- oder Kaffee-Braun-Töne waren. Um gegen die preiswerten japanischen 4×4-Modelle wie den Suzuki Samurai keine Marktanteile zu verlieren, wurde der Wrangler S angeboten, welcher sehr sparsam ausgestattet war und rund 1500 USD weniger als die Basis kostete. Er enthielt den 2,5-Liter-Motor mit dem manuellen Getriebe und ein Softtop mit Stahl-Halbtüren. Die Islander-Variante folgte 1989 und beinhaltete neben entsprechenden Grafiken, ein Reserveradcover und einen vollständigen Teppich. Die Servolenkung wurde beim Sahara und dem Laredo Standardausstattung. Die Heckscheibe des Hardtops erhielt 1990 serienmäßig eine Scheiben-Wisch-Waschanlage. Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, Geschwindigkeitsregelanlage waren weitere Extras. 1991 kostete der Wrangler S mit dem Standard 2,5-Liter-Motor 9910 USD. Das Modell Laredo entfiel, dafür wurde der Renegade mit dem 4-Liter-Reihensechszylinder mit einem Preis von 16.525 USD wieder eingeführt. Dieser war mit ausladenden Kotflügelapplikationen ausgestattet. Ab 1992 war der 4-Liter auch beim Sahara der Serienmotor. Die beiden Rücksitzplätze bekamen Dreipunkt-Sicherheitsgurte. Ab 1993 gab es die Modelle Wrangler, Basis, Sport, Sahara und Renegade. Die Bezeichnungen S und Laredo entfielen. Eine dritte Bremsleuchte wurde 1994 zur Serie und für den 2,5-Liter war das Automatikgetriebe verfügbar, die Basisversion nannte sich SE. Für den Basis-Wrangler war als Extra 1995 das Rio Grande-Paket mit speziellen Stahlrädern und Stoffbezügen verfügbar. Im Jahr 1996 wurde der Wrangler weiter als Modelljahr 1995 verkauft.
Folgende Modellnummern haben die Wrangler-Varianten ab 1989 bekommen:
Y19 – Wrangler und Wrangler S Y29 – Wrangler Base und SE Y39 – Wrangler Islander und Sport Y45 – Wrangler Laredo (6-Zylinder) Y49 – Wrangler Sahara Y59 – Wrangler Laredo HT und Renegade
Lizenzproduktion In China wurde der Wrangler YJ von der Beijing Jeep Corporation unter dem Namen Beijing-Jeep BJ 2024 hergestellt und blieb dort bis 2001 im Programm. Aber auch im Iran wurde das Fahrzeug bei der Pars Khodro montiert. Hier wurde das Modell von 1989 bis 1997 allerdings unter dem Namen Jeep Sahara vermarktet. Trivia
Im Kinofilm Jurassic Park von 1993 wurden verschiedene 1992 Wrangler Sahara als Servicefahrzeuge eingesetzt. Später gab es eine gleichnamige Sonderedition.
Wrangler TJ
Im März 1996 startete in den USA der Verkauf des neuen Jeep Wrangler als Modell TJ. Das neue Modell wurde gegenüber seinem Vorgänger YJ stark weiterentwickelt. Optisch ist er von vorn an den runden Hauptscheinwerfern zu erkennen. Die Blinkleuchten sitzen in den Kotflügeln. Die Frontscheibe ist ggü. dem YJ stärker geneigt und die Motorhaube fällt nach vorn etwas mehr ab. Der TJ besitzt einen Kastenprofilrahmen, auf dem die Karosserie mittels Silentblöcken aufgeschraubt ist. Anders als vorhergehende Modelle hat er Schraubenfedern. Das neu entwickelte Fahrwerk wird von Jeep Quadra Coil genannt, der Radstand ist gleich geblieben. Wie seine Vorgänge besitzt er Hinterradantrieb und manuell zuschaltbarer Vorderachse. Das Hardtop wurde überarbeitet und ist rund 7,5 kg leichter als beim Vorgänger. Sein Softtop ist leichter aufzubauen, wind- und regendichter und minimiert die Windgeräusche im Vergleich zum YJ. Sein Armaturenbrett ist ähnlich dem des Jeep Cherokee XJ. Erstmals waren im Wrangler Airbags und ABS verfügbar.
Der Serienmotor war bis 2002 der bekannte 2,5-Liter-Vierzylinder-Reihenmotor (150 in3) als Viertakt-Ottomotor mit . In Deutschland wurde der Wrangler TJ zuletzt mit einem 2,4-Liter-Vierzylinder-Reihenmotor oder einem 4,0-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor angeboten. Der 2,4 Liter hat eine Leistung von und der 4,0 Liter von . Die Ausstattungslinien nannten sich Sport (2,4 oder 4,0 Liter, beide mit Sechsgangschaltgetriebe) oder Sahara (4,0 Liter mit Schalt- oder Automatikgetriebe). In den USA wurde als Basisversion das Modell SE angeboten. Die Höchstgeschwindigkeit bei den 4,0-Liter-Modellen mit Schaltgetriebe liegt bei 174 km/h, die Automatikversion bringt es auf 170 km/h. Der 2,4 Liter schafft 164 km/h. Bis 2003 hatte das Automatikgetriebe drei Fahrstufen, danach vier.
Im Jahr 2002 wurde die Reihe um den Wrangler X erweitert. Er wurde mit dem 4 Liter ausgeliefert und hat serienmäßig eine Differentialsperre der Hinterachse.
Das Modell Sahara unterschied sich in erster Linie durch eine hochwertigere Ausstattung (z. B. eine serienmäßige Klimaanlage sowie ein besseres Radio- und Soundsystem, hochwertigere Sitzstoffe).
Des Weiteren gab es das Modell Rubicon. Dieses wurde nur in geringer Stückzahl in Europa von Daimler Chrysler importiert. Es besaß ebenfalls den 4,0-Liter-Motor, jedoch mit nur und für den europäischen Markt ausschließlich ein 42RLE-Automatikgetriebe. Optisch unterschied sich der nach Deutschland importierte Rubicon durch „Bushwacker“ genannte Kotflügelverbreiterungen, Diamantblech-Schwellerschutz sowie Aluminiumrädern mit 245/75R16 Goodyear Wrangler MTR-Reifen. Die Höchstgeschwindigkeit wurde beim Rubicon auf 148 km/h gedrosselt.Jeep Wrangler Rubicon Prospekt 2003 Dieses Modell unterschied sich durch nochmals robustere Technik (verstärkte Achsen DANA 44 vorn und hinten mit einer 4,11 Achsübersetzung, Geländereifen etc.) und zuschaltbaren Sperren (genannt Tru-Lok) für die Achsdifferentiale von den Ausführungen Sport und Sahara, die auf DANA 30-Achsen vorn und DANA 35-Achsen hinten stehen und eine 3,53 Achsübersetzung haben. Es besaß jedoch kein ABS, Zentralverriegelung oder elektrische Fensterheber, allerdings serienmäßig vorn und hinten Scheibenbremsen. Als notorischer Schwachpunkt dieses Modells wurde von Fachleuten die Platzierung des Luftkompressors für die Druckluftsperren an der Schutzplatte des Verteilergetriebes angesehen. Durch diese Platzierung war es möglich, dass bei defekten oder undichten Ansaugschläuchen bei Wasserdurchfahrten im aktivierten Zustand der Sperren oder bei deren erster Aktivierung u. U. Wasser angesaugt wird, was die Zerstörung des Kompressors und folglich die Unbrauchbarkeit der Sperren zur Folge hatte. Des Weiteren musste die Schutzplatte des Verteilergetriebes abgesenkt werden, um für die Kompressoren Platz zu schaffen, was beim Überfahren kurzer hoher Hindernisse zum Aufsitzen führte. Diese Manko wurde beim Nachfolgemodell JK beseitigt. Der Rubicon hat darüber hinaus ein anders abgestuftes Verteilergetriebe mit einer Geländeuntersetzung Rock-Trac NV241 von 4:1, die Modelle Sport und Sahara haben eine Geländeuntersetzung von 2,72:1.
Für das Modelljahr 2004 wurde der Unlimited mit 250 mm längerem Radstand eingeführt. Dieser beträgt wie beim CJ-6 und CJ-8 ebenfalls 2626 mm. Inoffiziell wird die Modellreihe LJ genannt. Der längere Rahmen hat einen zusätzlichen Querträger. Auf Grund seiner Länge bietet er ca. 50 mm mehr Beinfreiheit auf den Rücksitzen und rund 300 mm mehr Laderaumlänge. Der TJ Unlimited hat fast die doppelte Anhängelast als der kurze TJ. Zur Standardausstattung gehörten eine Dana 44-Hinterachse mit einer Übersetzung von 3,73 und das Command-Trac NV231-Verteilergetriebe.
Zum Modelljahr 2005 brachte Jeep den Rubicon Unlimited auf den Markt, der den gleichen Radstand wie der normale Unlimited hatte, aber den Antriebsstrang seines kürzeren Rubicon-Geschwisters, einschließlich der Dana 44-Vorder- und -Hinterachsen und dem Rock-Trac NV241-Allradantriebssystem, einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder dem optionalen Viergang-Automatikgetriebe.
Lizenzproduktion Auf Basis des Wrangler TJ wurde zwischen 2009 und 2011 in Manila der Dodge Wrangler TJL gefertigt. Dieser ist ein speziell für Wüstengelände konstruierter offener Geländewagen. Eine andere Version, die unter dem Namen Jeep TJL bekannt ist, wurde zwischen 2003 und 2008 von der Arab American Vehicles in Kairo montiert und war speziell für diesen lokalen Markt konzipiert. Zum Einsatz kommt diese Version hauptsächlich beim ägyptischen und türkischen Militär. In der zivilen Nutzung ist der TJL vor allem als Wüstenfahrzeug beliebt.
Im Iran dagegen wurde das Modell wie sein Vorgänger unter dem Modellnamen Jeep Sahara vermarktet, dort aber erst 2002 eingeführt und bis 2006 bei der Pars Khodro montiert.
Trivia
In der Dokumentation „Offroad Survivors“ aus den Jahren 2012 und 2013 unternehmen Gary Humphrey und William Wu Expeditionen mit einem roten Wrangler TJ.