mini|Die Bronzeplastik des Friedensfilmpreises, entworfen von Otmar Alt
Der Friedensfilmpreis wird seit 1986 jährlich als Sonderpreis auf der Berlinale von einer unabhängigen Jury verliehen.
Geschichte Anlässlich des 1986 von der UNO ausgerufenen Internationalen Jahres des Friedens initiierte die Berliner Kampagne „Unsere Stadt gegen Atomwaffen“ den Friedensfilmpreis. Er sollte einen im Programm der Berlinale gezeigten Film auszeichnen, der „am stärksten den Zielsetzungen des UNO-Friedensjahres entspricht“.Dorothee Hackenberg: Wettern über Wirtshausgänger.»Feindbilder« – Eine Diskussionsveranstaltung im Rahmen der Verleihung des Friedensfilmpreis in der Urania, Taz, 19. Februar 1991 Erstmals wurde der Preis unter der Schirmherrschaft von Altbischof Kurt Scharf an den australischen Dokumentarfilmer Denis O’Rourke für seinen Film Half Life: A Parable for the Nuclear Age vergeben.Günter Bahr: Ein trefflicher Preis, in: Die Weltbühne, Band 14/1986, Verlag die Weltbühne, S. 305 (Snippet Ansicht) Der Film lief im „Forum“ der Berlinale.
Der Friedensfilmpreis wird jährlich in Form einer Bronzeplastik verliehen und ist mit 5000 Euro dotiert. Er geht an Filme „die durch eine eindringliche Friedensbotschaft und ästhetische Umsetzung des Filmthemas überzeugen.“Preise von unabhängigen Jurys, Berlinale 2022 Träger des Friedensfilmpreises sind die Heinrich-Böll-Stiftung, die das Preisgeld stiftet, der Weltfriedensdienst e. V. und die Friedensinitiative Zehlendorf. Die Schirmherrschaft liegt bei der Internationalen Vereinigung der Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs. Die unabhängige Jury besteht aus sieben Mitgliedern, die Filme aus allen Sektionen sichten.
Kontroverse 2013 Die Vergabe 2013 an den dänisch-palästinensischen Regisseur Mahdi Fleifel für seinen Dokumentarfilm A World Not Ours über den Alltag von Palästinensern in einem libanesischen Flüchtlingslager löste Kontroversen aus.Igal Avidan:Friedenspreis löst Wortgefecht aus, Deutschlandfunk Kultur, 1. März 2013Ist die Idee eines jüdischen Staates lächerlich? Die Welt, 19. Februar 2013 Das American Jewish Committee in Deutschland kritisierte die Entscheidung: Wer Israel das Existenzrecht aberkennt, diene nicht als Vorbild für den Frieden.Dokumentarfilmer Mahdi Fleifel im Gespräch, oe1 ORF.at, 8. April 2017 Nach antiisraelischen Äußerungen des Regisseurs distanzierte sich die Heinrich-Böll-Stiftung von der Preisvergabe.Unterm Strich, taz Kultur (Archiv), 20. Februar 2013
Preisträger Diese Filme wurden bisher mit dem Preis ausgezeichnet:Preisträger, friedensfilm.de 1986: Half Life von Dennis O’Rourke 1987: Joe Polowsky – Ein amerikanischer Träumer von Wolfgang Pfeiffer 1988: Signed: Lino Brocka von Christian Blackwood 1989: Hôtel Terminus: Zeit und Leben des Klaus Barbie von Marcel Ophüls 1990: Mein Krieg von Harriet Eder und Thomas Kufus 1991: Alicia im Ort der Wunder von Daniel Díaz Torres 1992: Rodina heißt Heimat von Helga Reidemeister 1993: Madame L’Eau von Jean Rouch 1994: Spielfilm: God Sobaki – Das Jahr des Hundes von Semjon Aranowitsch; Dokumentarfilm: Balagan von Andres Veiel 1995: Er nannte sich Hohenstein / Drei Frauen aus Poddembice von Hans-Dieter Grabe 1996: Nachforschungen über Jacobo Arbenz Guzmán von Andreas Hoessli 1997: Nach Saison von Mirjam Quinte und Pepe Danquart 1998: W toj stranje – In jenem Land von Lidija Bobrowa 1999: Reise zur Sonne von Yeşim Ustaoğlu 2000: Long Night’s Journey Into Day von Frances Reid und Deborah Hoffmann 2001: Vivre Après – Paroles des Femmes von Laurent Bécue-Renard 2002: August – A Moment Before the Eruption von Avi Mograbi 2003: In This World – Aufbruch ins Ungewisse von Michael Winterbottom 2004: Svjedoci – Die Zeugen von Vinko Brešan 2005: Schildkröten können fliegen von Bahman Ghobadi 2006: Esmas Geheimnis – Grbavica von Jasmila Žbanić 2007: Goodbye Bafana von Bille August 2008: Buda az scharm foru rikht – Buddha zerfiel vor Scham von Hana Makhmalbaf 2009: The Messenger – Die letzte Nachricht von Oren Moverman 2010: Son of Babylon von Mohamed Al-Daradji 2011: Jutro będzie lepiej – Morgen wird alles besser von Dorota Kedzierzawska 2012: Just the Wind von Bence Fliegauf 2013: A World Not Ours von Mahdi Fleifel 2014: We Come as Friends von Hubert Sauper 2015: The Look of Silence von Joshua Oppenheimer 2016: Makhdoumin von Maher Abi Samra 2017: El Pacto de Adriana von Lissette Orozco 2018: The Silence of Others von Almudena Carracedo und Robert Bahar 2019: Espero tua (Re)volta von Eliza Capai 2020: Los Lobos von Samuel Kishi Leopo 2023: Sieben Winter in Teheran von Steffi Niederzoll 2024: Favoriten von Ruth Beckermann 2025: Khartoum von Anas Saeed
Weblinks
Archiv des Friedenspreises Friedenspreis bei der Heinrich-Böll-Stiftung Friedenspreis beim Weltfriedensdienst e. V.
Einzelnachweise
Kategorie:Filmpreis der Internationalen Filmfestspiele Berlin Kategorie:Erstverleihung 1986 Kategorie:Heinrich-Böll-Stiftung