Das Pschyrembel-Zeichen war ein nach Willibald Pschyrembel (1901–1987) benanntes sogenanntes wahrscheinliches Schwangerschaftszeichen, das ab dem zweiten bis dritten Schwangerschaftsmonat nachgewiesen werden kann.Kay Goerke, Axel Valet (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe hoch2 professional. 1. Auflage. Urban & Fischer, Elsevier, München 2020. ISBN 978-3-437-21721-0.Dietger Mathias: Professionelle Prävention – Gesundheitsförderung durch richtige Ernährung und mehr Bewegung. Elsevier Verlag, Urban & Fischer, München 2006, ISBN 3-437-48210-6, S. 112.
Zur Untersuchung wird die Portio vaginalis der Cervix uteri zwischen zwei Fingern vorsichtig zusammengedrückt. Dabei wird am Gebärmutterhals bei der manuellen Untersuchung eine charakteristische dünne, weichere Hülle um einen harten Kern getastet, sodass dieser Befund auch als Stock-Tuch-Zeichen bezeichnet wird. Pschyrembel schrieb "Stock-Tuch-Zeichen (Verfasser)" mit der Erklärung "Da das Phänomen am besten vergleichbar ist mit einem Stock, um den ein weiches Tuch gewickelt ist, habe ich das Zeichen 'Stock-Tuch'-Zeichen genannt."Willibald Pschyrembel: Praktische Geburtshilfe und geburtshilfliche Operationen. Walter de Gruyter Verlag, 14. Auflage, Berlin / New York 1973, ISBN 3-11-001683-4, S. 12–14.
„Pschyrembelsches Schwangerschaftszeichen: Etwa ab Mens II bestehender Palpationsbefund, der die Zervix als derben, von einer weichen Hülle umgebenden Kern erscheinen läßt (»Stochtuchzeichen«).“Günter Thiele, Heinz Walter (Hrsg.): Reallexikon der Medizin und ihrer Grenzgebiete. Verlag Urban & Schwarzenberg, Loseblattsammlung, München / Berlin / Wien 1973, 5. Ordner (Mem–Rz), ISBN 3-541-84005-6, S. P 297.Pola Nawrocki, Günter Wangerin (Bearbeiter): Salutas Lexikon Gynäkologie. Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore 1993, ISBN 3-541-17341-6, S. 311.
Wie andere klinische Schwangerschaftszeichen spielt auch das Pschyrembel-Zeichen in der gynäkologischen Routinediagnostik gegenüber der Bildgebung (Sonographie) und der Labordiagnostik heute keine Rolle mehr.
Geschichte Oscar Schäffer schrieb schon 1894: „Diagnostische Merkmale der Schwangerschaft resultiren aus den anatomischen Veränderungen. Wahrscheinliche, der Mutter angehörige, von deren Geschlechtstheilen ausgehende Merkmale, livide Nymphen und weiche Portio mit rundlichem Muttermunde bei hochstehendem Uterus. Auffallend ist schon im II. Monate die dem inneren Muttermunde entsprechende Weichheit!“Oscar (auch: Oskar) Schäffer (auch: Schaefer oder Schaeffer): Anatomischer Atlas der geburtshilflichen Diagnostik und Therapie – Atlas der Geburtshilfe II. Theil. In: Reihe: Lehmanns medicinische Hand-Atlanten, Band II, Verlag von Julius Friedrich Lehmann, München 1894, S. 39.
Einzelnachweise
Kategorie:Gynäkologie und Geburtshilfe Kategorie:Medizingeschichte