Breitenlohe (fränkisch: BradnlohW. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 19. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „bradṇlō“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Burghaslach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Breitenlohe hat eine Fläche von 1,979 km². Sie ist in 296 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6685,63 m² haben. Der Ort ist traditionell landwirtschaftlich geprägt.

Geographie Das Pfarrdorf liegt am Gründleinsbach, einem linken Zufluss der Kleinen Weisach. Im Osten erhebt sich der Düllberg (). Die Staatsstraße 2256 führt nach Burghaslach (2,4 km nördlich) bzw. nach Hombeer (2,3 km südwestlich). Die Kreisstraße NEA 2/ERH 21 führt nach Gleißenberg (2,7 nordöstlich) bzw. nach Kleinweisach (1,7 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Dietersdorf (1,3 südöstlich).

Geschichte Der Ort wurde 1446 als „Preytenloh“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet ‚zum ausgedehnten lichten Gehölz‘. Schon 1340 wurde eine Wasserburg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Sie war im Besitz von Albrecht von Hohenlohe. Noch im 14. Jahrhundert folgten die Edlen von Vestenberg, welche die Wasserburg zu einem Schloss umbauten, das in den Bauernkriegen um 1525 zerstört wurde. Kunz Christoph von Vestenberg ließ ab etwa 1569 unter Einbeziehung der Überreste das heutige Schloss erbauen. 1592 verkaufte der verschuldete Sigismund von Vestenberg das Schloss samt Gut an Lorenz von Münster zu Lisberg. Unter dieser Familie wurde das Schloss teilweise barockisiert. Zugleich verkauften sie ihre Ansprüche im Ort an die Castell’sche Herrschaft Burghaslach. 1783 wurden Schloss und Flur an die Grafen von Castell verkauft.W. D. Ortmann: Landkreis Scheinfeld, S. 19f.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 654f.

Im Rahmen der bayerischen Gemeindeedikte (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Breitenlohe gebildet. Zu diesem gehörten Fallhütte (Breitenlohe), Fallhütte (Gleißenberg), Frickenhöchstadt, Gleißenberg und Ziegelhütte. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Breitenlohe. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Burghaslach und in der Finanzverwaltung zunächst dem Rentamt Scheinfeld, nach dessen Auflösung im Jahr 1818 dem Rentamt Iphofen. 1852 kam Breitenlohe an das Landgericht Scheinfeld. Für die Verwaltung war ab 1862 das Bezirksamt Scheinfeld zuständig (1939 in Landkreis Scheinfeld umbenannt) und für die Finanzverwaltung ab 1879 das Rentamt Markt Bibart (1919–1929: Finanzamt Markt Bibart, 1929–1972: Finanzamt Neustadt an der Aisch, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Scheinfeld, mit dessen Auflösung kam sie 1879 an das Amtsgericht Scheinfeld. Die Gemeinde Breitenlohe hatte 1964 eine Gebietsfläche von 1,998 km². Am 1. Januar 1972 wurde Breitenlohe im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burghaslach eingemeindet.

Bau- und Bodendenkmäler mini|hochkant|Die Kirche von Breitenlohe In Breitenlohe gibt es drei Baudenkmäler: Das Wasserschloss Breitenlohe stammt im Kern aus dem 15. Jahrhundert und wurde im 16. Jahrhundert ausgebaut. Es besitzt einen quadratischen Grundriss, einen rechteckigen Innenhof um den sich vier dreigeschossige Flügel nit vier runde Ecktürme gruppieren. Im südwestlichen Turm befand sich ein Gefängnis. Östlich, dem Schloss vorgelagert, stehen mit einem Stallgebäude und einer Scheune aus dem 18. Jahrhundert dem Schloss zugeordnete Wirtschaftsgebäude. 1942 kaufte es der Wasserwerksunternehmer Georg Jaeckel, von dem es die heutigen Besitzer, Familie Friedrich, geerbt haben; sie haben es in mehreren Bauabschnitten restauriert. Die katholische Kuratiekirche Exaltatio S. Crucis ist eine Chorturmkirche, stammt in Teilen aus dem 15. Jahrhundert. Das zugehörige Langhaus mit seiner Ausstattung datiert ins Jahr 1595. Unterhalb des evangelischen Friedhofs befindet sich ein Bildstock von 1715. Bei Breitenlohe liegt eine mittelalterliche Wüstung als archäologische Stätte. Sehenswert ist auch die Dorflinde östlich des Pfarrhauses.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2014Einwohner 170 160 167 156 147 151 153 165 159 181 148 157 137 135 136 135 125 145 147 213 269 247 201 208 191 191HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 30 21 24 26 25 25 25 38 47 57 Quelle Im Historischen Gemeindeverzeichnis werden hiervon abweichend 161 Einwohner angegeben.

Religion Breitenlohe ist römisch-katholisch geprägt und Sitz der Pfarrei Zur Kreuzerhöhung.

Soziales Leben Breitenlohe hat eine eigene Freiwillige Feuerwehr.

Literatur

Natascha Meuser: Schloss Breitenlohe: Architektur und Baugeschichte, DOM publishers, Berlin 2014, ISBN 978-3-86922-361-2.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Burghaslach) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ersterwähnung 1446 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim