mini|Typischer Schengen-Grenzübergang zwischen Deutschland und Österreich bei Niederndorf (Tirol) mini|Österreichische Grenzübergangstafel, wie sie vornehmlich vor dem EU-Beitritt aufgestellt wurde mini|Österreichische Grenzübertrittstafel, wie sie nach dem EU-Beitritt aufgestellt werden mini|hochkant|Laufzettel D - A Straßentransport aus den 1980er Jahren mini|Zählkarte D-Grenze bis 2004 Die Grenzübergänge Österreichs zu den Nachbarstaaten prägten das Leben in vielen grenznahen Regionen. Seit dem 19. Dezember 2011 sind alle Nachbarstaaten Österreichs Teil des Schengen-Raums. Dies bedeutet das Wegfallen der Personenkontrollen an den Staatsgrenzen. Für Aufgaben nach dem Grenzkontrollgesetz ist die Bundespolizei zuständig.

Die sonstigen Grenzübergangsstellen gemäß Abs. 2 Grenzkontrollgesetz sind in den Anlagen der betreffenden Verordnung, StF , festgelegt.

Geschichtliche Zusammenhänge Vor allem der Eiserne Vorhang, der die Grenzübergänge von Österreich in die östlichen Nachbarstaaten blockierte, bremste die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen beiderseits der Grenze. Aufgrund der Eingliederung Österreichs in den Europäischen Binnenmarkt, bzw. in die Zollunion, wurden seit dem EU-Beitritt 1995 an den Grenzübergängen nach Deutschland und Italien keine Zollkontrollen mehr durchgeführt. Am 28. April 1995 trat Österreich dem Schengener Abkommen bei. Die Aufhebung der Grenzkontrollen in Richtung Deutschland und Italien erfolgte zum 1. April 1998. Zum 1. Mai 2004 fielen die Zollkontrollen an den Grenzübergängen zu den neuen Mitgliedstaaten Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien weg. Zum 21. Dezember 2007 wurden Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Slowenien Teil des Schengen-Raums, was den Wegfall der Personenkontrollen bedeutete. Die Schweiz wurde zum 12. Dezember 2008 auch Teil des Schengen-Raums. Da die Schweiz aber keine Zollunion mit der EU eingegangen ist, bleiben Warenkontrollen an der Grenze trotz Wegfalls der Personenkontrollen aufrecht. Bei besonderen Anlässen wie z. B. der Fußball-Europameisterschaft 2008 wurden die Grenzkontrollen an den österreichischen Staatsgrenzen vorübergehend wieder eingeführt.

Durch die Flüchtlingskrise in Europa 2015 kam es in Österreich zur teilweisen Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Zusätzlich wurden Einheiten des österreichischen Bundesheers an die Grenze beordert. Die Errichtung eines so genannten „Grenzzaunes“, einer etwa 3,7 Kilometer langen und 2,5 Meter hohen Grenzbefestigung aus speziellem Maschendraht, geschah am Grenzübergang Spielfeld ab Dezember 2015.

Grundsätzlich ist laut Artikel 20 Schengener Grenzkodex der Grenzübertritt an den EU-Binnengrenzen der Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens an jeder Stelle erlaubt, unabhängig von der Staatsangehörigkeit der betreffenden Person.

Im Gegensatz zu den Straßenübergängen haben einige Grenzbahnhöfe nach wie vor eine Bedeutung für den grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr, denn außer zu Deutschland und der Schweiz bilden die österreichischen Grenzen ebenfalls Grenzen verschiedener Bahnstromsysteme. Grenzüberschreitende Strecken müssen mit Mehrsystemfahrzeugen bedient werden oder es muss ein Lokomotivwechsel erfolgen. Wegen der Sprachgrenze erfolgt in der Regel auch ein Wechsel des Zugpersonals.

Liste der Grenzübergänge Zu den Nachbarstaaten gibt oder gab es nach dem Zweiten Weltkrieg folgende Grenzübergänge (bei den Eisenbahnstrecken sind alle Grenzübergänge seit dem Ende der Monarchie aufgelistet).

Die Grenzübergänge sind in folgender Reihenfolge aufgelistet: von Tschechien – im Norden – beginnend im Uhrzeigersinn rund um Österreich. An den Schengenbinnengrenzen werden die per Kraftfahrzeug passierbaren Stellen gelistet sowie einige ausgewählte, per Fahrrad oder zu Fuß passierbare Stellen. Letztere sind nicht vollständig erfasst, da Schengenbinnengrenzen an jeder beliebigen Stelle passiert werden dürfen, sofern dem nicht andere Rechtsvorschriften (Fahrverbote, Verletzung von Eigentumsrechten etc.) entgegenstehen.

Tschechien mini|100px|Tschechien

Mit Tschechien hat Österreich eine gemeinsame Staatsgrenze mit einer Länge von 362 km.

Straßen- und Wegübergänge Grenzübergang Ort im Nachbarstaat Art des Überganges bis Bemerkung Oberösterreich Schöneben Zadní Zvonková (Hinter-Glöckelberg) ↔ Straße * Beschränkte Fahrzeugtypen Guglwald Přední Výtoň (Vorder Heuraffl) Straße * Weigetschlag Studánky (Kaltenbrunn) ↔ * Deutsch Hörschlag Český Heršlák (Böhmisch Hörschlag) Fahrweg * Wullowitz Dolní Dvořiště (Unterhaid) ↔ * Ausbau zur in Planung Niederösterreich Stadlberg Bucherser Kapelle Pohoří na Šumavě (Buchers) Feldweg * Moorbad Harbach Šejby (Scheiben) Fahrweg * Beschränkung: bis 3,5 Tonnen Pyhrabruck Nové Hrady (Gratzen) ↔ Straße * Gmünd Wielands České Velenice (Gmünd-Bahnhof, Gmünd III, urspr. Unterwielands) Straße * Gmünd Böhmzeil České Velenice ↔ * Gmünd České Velenice Hospordasky Park (Wirtschaftspark) Straße * Neu-Nagelberg Halámky (Witschkoberg) ↔ * Litschau/Schlag Chlum u Třeboně (Chlumetz) ↔ Straße * Grametten Nová Bystřice (Neubistritz, urspr. Neufistritz) ↔ * Hirschenschlag Artolec (Artholz) ↔ Straße * Bis 3,5 t Fratres Slavonice (Zlabings) ↔ * Schaditz Hluboká (Frauenberg) Straße * Beschränkte Fahrzeugtypen Oberthürnau Vratěnín (Fratting) ↔ Straße * Bis 3,5 t Heinrichsreith Stálky (Stallek) Straße * Touristischer Übergang (seit 2006) Langau Šafov (Schaffa) Straße ↔ * Felling Podmyče (Pomitsch) Straße * Fußgänger und Radfahrer Hardegg Čížov (Zaisa) Straße * Fußgänger (seit 1990) Mitterretzbach-Heiliger Stein Hnanice (Gnadlersdorf) Straße * Fußgänger und Radfahrer Mitterretzbach Hnanice ↔ * Kleinhaugsdorf Hatě (Haid) ↔ * Ausbau zur In Planung Seefeld-Kadolz Jaroslavice (Joslowitz) Straße * Zwingendorf Jaroslavice Straße * Laa an der Thaya Hevlín (Höflein an der Thaya) ↔ * Wildendürnbach Nový Přerov (Neuprerau) Fahrweg * Ottenthal Mikulov (Nikolsburg) ↔ Straße * Bis 3,5 t Drasenhofen Mikulov ↔ * Drasenhofen Mikulov ↔ * In Planung Schrattenberg Valtice (Feldsberg) ↔ Straße (Fürstenweg) * Bis 3,5 t Katzelsdorf Valtice ↔ Straße * Bis 7,5 t Reintal Poštorná (Unterthemenau) ↔ * Bis 3,5 t Bernhardsthal Poštorná ↔ Waldweg * Bis 3,5 t * Die Grenzkontrollen wurden im Zuge der Schengen-Erweiterung zum 21. Dezember 2007 eingestellt.Zur aktuellen Situation der Grenzkontrollen siehe auf der Länderinfo Tschechien des ÖAMTC (auf Grenzübergänge klicken).

Daneben gab es noch mehrere Grenzübergänge, die nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad passiert werden durften. zum Abkommen zwischen der Österreichischen Bundesregierung und der Regierung der Tschechischen Republik über Grenzübergänge an der gemeinsamen Staatsgrenze, vom 30. Dezember 2005 (deutscher Vertragstext: PDF; 425 kB).

Eisenbahnübergänge letzte Station in Österreich erste Station in Tschechien Kilometer eröffnet aufgelassen Bemerkung Oberösterreich Summerau Horní Dvořiště (Oberhaid) 61,097 28. Oktober 1918 * Summerauer Bahn Niederösterreich Gmünd České Velenice (Gmünd-Bahnhof) 163,100 1. August 1920 * Franz-Josefs-Bahn Gmünd Wieden České Velenice (Gmünd Oberschule) 1. August 1920 1950 Waldviertler Schmalspurbahnen Gmünd Böhmzeil České Velenice (Gmünd-Bahnhof) 1. August 1920 1950 Waldviertler Schmalspurbahnen Fratres Slavonice (Zlabings) ~ 34,5 28. Oktober 1918 1945 Thayatalbahn Unterretzbach Šatov (Schattau) 87,660 28. Oktober 1918 * Österreichische Nordwestbahn - PersonenverkehrWiedereröffnung in den 1990er Jahren Laa an der Thaya Hevlín (Höflein) ~ 84,3 28. Oktober 1918 Dezember 1945 Laaer Ostbahn Wildendürnbach Novosedly-Drnholec (Neusiedl-Dürrnholz) ~ 120,3 28. Oktober 1918 April 1945 Nordbahn-Zweigstrecke Bernhardsthal Hst. Břeclav (Lundenburg) 77,993 28. Oktober 1918 * Nordbahn * Die Grenzkontrollen wurden im Zuge der Schengen-Erweiterung zum 21. Dezember 2007 eingestellt.

Slowakei mini|100px|Slowakei

Mit der Slowakei hat Österreich eine gemeinsame Staatsgrenze mit einer Länge von 91 km. Von den sieben Straßen- und Wegübergängen von Niederösterreich bzw. vom Burgenland zur Slowakei führen sechs davon in die Hauptstadt Bratislava. Die drei Bahnübergänge von Österreich führen alle nach Bratislava.

Straßen- und Wegübergänge Grenzübergang Ort im Nachbarstaat Art des Überganges bis Bemerkung Niederösterreich Hohenau an der March Moravský Svätý Ján (St. Johann an der March) Pontonbrücke seit 1994Alexander Zinke: Grenzraum-Kooperationen beim Gewässermanagement von March und Theiß – Probleme, Erkenntnisse und Konsequenzen. In: Thede Kahl (Hrsg.): Herausforderung Osteuropa. Die Offenlegung stereotyper Bilder. Konferenzschrift zum 1. Österreichischen Osteuropa-Forum, Klosterneuburg 2002 (= Schriftenreihe des Österreichischen Ost-und Südosteuropa-Instituts; Bd. 29). Verlag für Geschichte und Politik/Oldenbur, Wien/München 2004, ISBN 978-3-7028-0407-7; ohne Seitenzahlen mit Verweis auf die Online-Version auf der Website des Autors, hier S. 4: auf zinke.at. * Bis 7,5 t, Busse bis 18 t Marchegg Bratislava (Preßburg) ↔ Baubeginn 2019 Schloss Hof Bratislava (Devínska Nová Ves) Brücke für Fußgänger und Radfahrer * seit 9. August 2012 Berg Bratislava (Petržalka) ↔ * Burgenland Kittsee Bratislava (Petržalka) Straße * ** Kittsee Bratislava (Jarovce) Straße * ** Kittsee Bratislava (Jarovce) ↔ * * Die Grenzkontrollen wurden im Zuge der Schengen-Erweiterung zum 21. Dezember 2007 eingestellt. ** Während die anderen Grenzübergänge vom jeweiligen Eigentümer (BIG oder Gemeinden) verkauft werden, bleibt das Gebäude am Grenzübergang in Kittsee auf Grund internationaler Verträge im Besitz der BIG.

Eisenbahnübergänge letzte Station in Österreich erste Station in der Slowakei Kilometer eröffnet aufgelassen Bemerkung Niederösterreich Marchegg Bratislava (Devínska Nová Ves) 37,910 28. Oktober 1918 * Marchegger Ostbahn Berg Bratislava / Preßburg 60,809 Sommer 1920 3. April 1945 Pressburger Bahn Burgenland Kittsee Bratislava (Petržalka) ~ 22,4 25. Jänner 192115. Dezember 1998 1945* Kittseer Ostbahn * Die Grenzkontrollen wurden im Zuge der Schengen-Erweiterung zum 21. Dezember 2007 eingestellt.

Sonstige Übergänge Grenzübergang Ort im Nachbarstaat Art des Überganges bis Bemerkung NiederösterreichAngern an der March Záhorská Ves Fähre seit 6. Mai 200105:00 bis 22:00 Uhr, bis 7,5 t * MarchHainburg an der Donau Bratislava Schifffahrt * Donau * Die Grenzkontrollen wurden im Zuge der Schengen-Erweiterung zum 21. Dezember 2007 eingestellt.

Ungarn mini|100px|Ungarn

Mit Ungarn hat Österreich eine gemeinsame Staatsgrenze mit einer Länge von 366 km, an Ungarn grenzt nur das Burgenland in Österreich.

Straßen- und Wegübergänge