mini|hochkant|Mike Pence (2017) rahmenlos|zentriert|100px|klasse=skin-invert-image|Unterschrift von Mike Pence

Michael Richard „Mike“ Pence (* 7. Juni 1959 in Columbus, Indiana) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Von 2017 bis 2021 war er als Donald Trumps Stellvertreter der 48. Vizepräsident der Vereinigten Staaten. Von 2013 bis 2017 war Pence Gouverneur von Indiana; von 2001 bis 2013 hatte er dem US-Repräsentantenhaus angehört. Er trat im Juni 2023 als Kandidat für die republikanische Nominierung zur Präsidentschaftswahl 2024 an, zog im Oktober 2023 jedoch seine Kandidatur zurück.

Familie, Ausbildung und Beruf mini|hochkant|Mike Pence mit Präsident George W. Bush (2007)

Mike Pence, Sohn des Managers Edward Pence, wuchs in einem katholischen Elternhaus auf und wollte katholischer Priester werden.Mike Pence: Vize: Ich bin Christ, Konservativer und Republikaner In: idea, 16. Juli 2016. Nach seinem Abschluss am Hanover College und der Indiana University School of Law in Indianapolis arbeitete er als Anwalt und Talkshow-Moderator.

Mike Pence heiratete 1985 Karen Sue Batten, mit der er drei Kinder hat. Er konvertierte zur evangelikalen Grace Evangelical Church und engagiert sich mit seiner Familie für diese Kirche. Sein ältester Bruder Greg Pence war von 2019 bis 2025 Inhaber des sechsten Sitzes des Bundesstaates Indiana im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten.

Politische Laufbahn Anfänge Nachdem Pence in jungen Jahren Anhänger der Demokraten gewesen war und bei der Präsidentschaftswahl 1980 Jimmy Carter gewählt hatte, änderte sich seine politische Einstellung während seines Studiums.Trump’s VP: 10 things to know about Mike Pence. Indystar.com, 7. Juli 2016.

Mitglied des US-Repräsentantenhauses 1986 und 1988 bewarb sich Pence um einen Sitz im US-Repräsentantenhaus, verlor jedoch gegen den langjährigen demokratischen Amtsinhaber Philip R. Sharp. Im Jahr 2000 trat er erneut an und gewann den Sitz, nachdem der bisherige Mandatsinhaber David M. McIntosh nicht wieder angetreten war, um für den Gouverneursposten zu kandidieren. In der Folge wurde Pence mehrmals wiedergewählt, zuletzt im Jahr 2010. Pence wurde in verschiedenen US-Medien als möglicher Kandidat zur Präsidentschaftswahl 2008 gehandelt, entschied sich aber gegen eine Kandidatur. Von 2005 bis 2007 war er der Vorsitzende des konservativen Republican Study Committee, welches als Sprungbrett für eine weitere Karriere gilt, so sind die Mitglieder der republikanischen Führung im 117. Kongress alle auch Mitglieder des Republican Study Committee außer dem republikanischen Parteiführer Kevin McCarthy. Tatsächlich wurde Pence 2009 dann zum Republican Conference Chairman gewählt und war somit im 111. Kongress der dritthöchste Republikaner nach Oppositionsführer (Minority Leader) John Boehner und Whip Eric Cantor im Repräsentantenhaus.

Im Mai 2011 gab Pence bekannt, dass er sich nicht erneut um ein Abgeordnetenmandat bewerben wolle, sondern das Amt des Gouverneurs von Indiana anstrebe. Daher schied er am 3. Januar 2013 aus dem Kongress aus.

Gouverneur von Indiana mini|Pence bei seiner Vereidigung zum Gouverneur im Januar 2013

Im Frühjahr 2012 wurde er von seiner Partei zum Kandidaten für die anstehende Gouverneurswahl nominiert. Die Wahl Anfang November 2012 entschied Pence mit 49,6 Prozent der Stimmen gegenüber 46,4 Prozent seines demokratischen Konkurrenten John R. Gregg für sich und trat den Gouverneursposten am 14. Januar 2013 an. Er löste seinen Parteikollegen Mitch Daniels ab, der nach zwei Amtsperioden nicht mehr kandidieren durfte.

Als Regierungschef seines Bundesstaates nahm Pence Steuersenkungen vor, die vor allem zu mehr Wirtschaftswachstum führen sollten. Pence ist Befürworter eines schlanken Staates, weshalb öffentliche Ausgaben während seiner Amtszeit gekürzt wurden. Kurz nach seinem Amtsantritt forderte er, eine Schuldenbremse in der Verfassung des Bundesstaates zu verankern. Dieses Vorhaben passierte bis Anfang 2016 eine Kammer der State Legislature und befindet sich weiterhin in parlamentarischer Beratung. Trotz seines Sparkurses gelang es Pence, die bundesstaatlichen Zuschüsse für das Bildungswesen zu erhöhen. Im Jahr 2015 stimmte seine Regierung außerdem einer Ausweitung der Gesundheitsreform von Präsident Obama zu, obwohl er diese Reform aus dem Jahr 2010 auf Bundesebene ablehnt. Mit dem Vorhaben sollen mehr Bürger eine Krankenversicherung erhalten. Pence geriet 2015 in die Kritik, als er ein Gesetz unterzeichnete, mit dem Ladenbesitzer mit Verweis auf ihren Glauben Dienstleistungen für Homosexuelle verweigern können (Religious Freedom Bill). Nach massiven Protesten und der Drohung einiger Unternehmen, Indiana zu verlassen, wurde der Gesetzentwurf deutlich entschärft. Die Demokraten warfen Pence daraufhin Homophobie vor, während Pence erklärte, er lehne jegliche Diskriminierung Homosexueller ab.Mike Pence hat, was Trump fehlt. In: Tagesschau.de, 15. Juli 2016; Pence a polarizing governor in Indiana. In: New Hampshire Daily Gazette, 15. Juli 2016 (englisch). Seine Amtszeit als Gouverneur endete turnusgemäß am 9. Januar 2017. Zu seinem Nachfolger wurde im November 2016 der bisherige Vizegouverneur Eric Holcomb gewählt.

Am 2. März 2017 berichtete eine US-Zeitung, Pence habe als Gouverneur von Indiana ein privates E-Mail-Konto regelmäßig für dienstliche Zwecke benutzt. Im Sommer 2016 sei auf das Konto ein Hackerangriff verübt worden.Pence used personal email for state business—and was hacked. In: Indy Star, 2. März 2017.

Trumps Vizekandidat im Präsidentschaftswahlkampf 2016 mini|Pence (rechts) und Trump auf dem republikanischen Nominierungsparteitag im Juli 2016 mini|Pence bei einem Wahlkampfauftritt in Arizona im August 2016 mini|Der damalige Vizepräsident Joe Biden und sein Nachfolger Mike Pence am 10. November 2016 im Weißen Haus

Am 15. Juli 2016 wurde Pence vom republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump als sein Vizepräsidentschaftskandidat für die Wahl im November 2016 vorgestellt. Pence hatte sich zuvor bei der am 3. Mai stattgefundenen republikanischen Vorwahl in seinem Staat positiv zu Trump geäußert, jedoch erklärt, er werde für dessen Kontrahenten Ted Cruz stimmen. Nachdem Trump als Präsidentschaftskandidat der Partei festgestanden hatte, erklärte der Gouverneur seine Unterstützung für Trump im eigentlichen Wahlkampf. Nach Medienangaben spielten Trumps Kinder Donald Junior, Ivanka und Eric eine zentrale Rolle in der Auswahl des Vizekandidaten. Im Wahlkampf sollte Pence demnach vor allem die mangelnde politische Erfahrung des Seiteneinsteigers Trump kompensieren. Aus seiner Zeit im Kongress verfügt er über gute Beziehungen zu wichtigen Funktionsträgern der Republikaner, und auch als Gouverneur sammelte Pence Erfahrungen in der Regierungsarbeit. Auch sollte Pence durch seine als ruhig und sachlich beschriebene Persönlichkeit Trumps extrovertiertes Auftreten ausgleichen. Als populäre Figur unter evangelikalen Wählern, die als wichtige republikanische Wählergruppe Trump eher skeptisch gegenüberstanden, sollte er diesen Wählern ebenfalls Identifikation mit dem Wahlticket geben. Darüber hinaus werden Pence gute Verbindungen zu traditionellen Wahlkampfspendern der Partei zugeschrieben, die sich Trump gegenüber bis dahin eher zurückgehalten hatten.Trump will Pence als Vize. In: Tagesschau.de, 15. Juli 2016.

Pence hatte sich in der ebenfalls im November 2016 anstehenden Gouverneurswahl für eine zweite Amtszeit als Gouverneur beworben. Nach gewonnener Primary im Frühjahr stellte seine Partei ihn erneut auf. Diese Kandidatur zog er am 15. Juli, dem letztmöglichen Datum, wieder zurück. Statt Pence nominierten die Republikaner Vizegouverneur Eric Holcomb, der erneut auf Pences Herausforderer von 2012, John R. Gregg, traf.Indiana Gov. Mike Pence is Donald Trump’s VP pick. In: The Indy Star, 15. Juli 2016 (englisch). Trump verschob die Vorstellung von Pence wegen der Amokfahrt in Nizza um einen Tag;Veit Medick, Roland Nelles: US-Wahlkampf: Trump verschiebt wegen Anschlag seine Vize-Kür. In: Spiegel Online, 15. Juli 2016. am 16. Juli präsentierte er ihn als seinen Running Mate.Trumps Anti-Trump. In: Spiegel Online, 16. Juli 2016. Auf dem Parteitag Mitte Juli wurden Trump und Pence formal nominiert.

Nachdem im Oktober 2016 Ton- und Bildaufzeichnungen mit Prahlereien Trumps über von ihm selbst mutmaßlich verübte sexuelle Belästigungen öffentlich gemacht worden waren und eine Reihe hochrangiger Republikaner den Rückzug Trumps aus dem Präsidentschaftswahlkampf gefordert hatte, distanzierte sich Pence mit den Worten: „Als Ehemann und Vater war ich empört über die Worte und die von Donald Trump beschriebenen Handlungen.“Dies könnte ihn die Präsidentschaft kosten. In: SRF.ch, 8. Oktober 2016. Er sagte auch einen geplanten gemeinsamen Auftritt mit Trump am Folgetag ab, was die New York Times als beispiellose Zurückweisung eines Präsidentschaftskandidaten durch seinen Running Mate bezeichnete.Jonathan Martin, Maggie Haberman, Alexander Burns: Lewd Donald Trump Tape Is a Breaking Point for Many in the G.O.P. In: The New York Times, 8. Oktober 2016 (englisch). Am 10. Oktober erklärte Pence bei einem Auftritt beim Fernsehsender CNN, dass es absolut unzutreffend sei anzunehmen, er habe zu irgendeinem Zeitpunkt daran gedacht, die Kampagne zu verlassen, und dass es die größte Ehre seines Lebens sei, von der Republikanischen Partei als Running Mate nominiert worden zu sein. Entgegen den meisten politischen Prognosen gewannen Trump und Pence die Wahl. In den Wochen nach dem Wahlsieg leitete Pence für den gewählten Präsidenten Trump das Übergangsteam für die Übergabe der Regierungsgeschäfte. Bei der Besetzung von Posten für das Kabinett Trump I hatte er eine beratende Rolle.

Vizepräsident der Vereinigten Staaten mini|Pence neben seiner Frau Karen während der Vereidigung zum Vizepräsidenten bei Donald Trumps Amtseinführung am 20. Januar 2017 mini|Pence mit Präsident Trump (2017)

Die Amtseinführung von Trump und Pence fand am 20. Januar 2017 statt. Pence wurde auf eigenen Wunsch vom Verfassungsrichter Clarence Thomas vereidigt und löste Joe Biden als Stellvertreter des Präsidenten ab.

Am 7. Februar 2017 gab Pence in seiner Rolle als Präsident des Senats die entscheidende Stimme (tie breaking vote) zugunsten der neuen Bildungsministerin Betsy DeVos ab. Die Abstimmung im Plenum hatte mit einem Patt von 50 gegen 50 Stimmen geendet, da zwei Republikanerinnen (Lisa Murkowski und Susan Collins) mit den Demokraten stimmten. Dies war das erste Mal in der amerikanischen Geschichte, dass ein Kabinettsmitglied durch den Vizepräsidenten bestätigt wurde. Üblicherweise hat der Vizepräsident als Präsident der Kongresskammer kein Stimmrecht; im Falle eines Unentschiedens kann er aber das entscheidende Votum abgeben.

Am 8. Oktober 2017 geriet Pence in die landesweiten Schlagzeilen, als er während eines laufenden Football-Spiels das Stadion verließ, nachdem einige afroamerikanische Spieler während der Nationalhymne niedergekniet waren, um gegen Rassismus und Polizeigewalt gegenüber Schwarzen zu protestieren. Dem war eine längere Kontroverse vorausgegangen, in deren Verlauf Präsident Trump einige Spieler heftig attackiert und ihnen Respektlosigkeit vorgeworfen hatte. Wie US-Medien berichteten, hatte Trump seinen Stellvertreter zum Verlassen der Arena aufgefordert, um sein Missfallen zum Ausdruck zu bringen.Vice President Mike Pence Leaves Football Game After Players Kneel During National Anthem. Time, 8. Oktober 2017.