Bockhorst ist ein Stadtteil von Versmold und liegt unmittelbar an der niedersächsischen Landesgrenze im Nordwesten des Kreises Gütersloh, Nordrhein-Westfalen. Einschließlich der Siedlungsbereiche Siedinghausen und Halstenbeck wohnen auf einer Fläche von ca. 1645 Hektar rund 1650 Einwohner (Stand: 1. Januar 2022).
Geschichte Bockhorst (von „Beukenhorst“ = Buchenhorst) wird in Urkunden des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Wahrscheinlich war das Dorf eine Vikarie des Dissener Kirchspiels. Im Ravensberger Urbar von 1556 werden 37 Bauern genannt, deren Hofnamen sich großteils bis in die Gegenwart erhalten haben. Bis zur Franzosenzeit war Bockhorst eine Bauerschaft im Amt Ravensberg der Grafschaft Ravensberg. Von 1807 bis 1810 gehörte Bockhorst zum Kanton Versmold des Königreichs Westphalen und von 1811 bis 1813 zum Kanton Versmold im französischen Département der oberen Ems. 1816 kam die Gemeinde Bockhorst zum Kreis Halle, in dem sie zum Amt Versmold gehörte.
Am 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Bockhorst durch das Bielefeld-Gesetz in die Stadt Versmold eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Nachfolgend dargestellt ist die Einwohnerentwicklung von Bockhorst in der Zeit als selbständige Gemeinde im Kreis Halle (Westf.).Landkreis Halle (Westf.): 1816–1966, 150 Jahre Landkreis Halle (Westf.), S. 132. In der Tabelle werden auch die Einwohnerzahlen von 1970 (Volkszählungsergebnis) und 1972 sowie des Ortsteils Bockhorst (Angaben seit 2006) angegeben.
mini|links|Bevölkerungsentwicklung in Bockhorstzwischen 1817 und 1965
Jahr Einwohner 1799 933 1817 1090 1900 1215 1939 1218 1946 1959 1961 1886 1965 1894 1970 1877 1972 1833 2006 1831 2013 1783 2019 1678 2022 1656
Sehenswürdigkeiten Ev. Pfarrkirche mini|links|Ostansicht der Dorfkirche mini|Verkleinerte Nachbildung des Triumphkreuzes Der ursprünglich einschiffige, im Kern romanische Bau aus dem 13. Jahrhundert mit halbrunder Apsis und Westturm wurde 1893 im Osten kreuzförmig erweitert. Die historistische Farbfassung des Innenraumes stellte man 1978/79 wieder her.
Triumphkreuz Das überlebensgroße, um 1200 entstandene Triumphkreuz wurde 1893 bei Umbauarbeiten auf dem Kirchendachboden entdeckt und befindet sich seit 1894 im Westfälischen Landesmuseum Münster. Christus trägt in dieser Darstellung keine Dornenkrone, sondern die „Krone des Himmels“ als Triumphzeichen. Das Original hat eine Höhe von 3,50 m und eine Breite von 2,20 m. Eine verkleinerte Nachbildung schmückt heute den Altar.
Kirchplatz mini|links|Fachwerkzeile an der Nordseite des Kirchplatzes Der Kirchplatz wird von gut erhaltenen Fachwerkhäusern des 18. und 19. Jahrhunderts eingerahmt, die früher als Kornspeicher dienten. Die Gebäude auf der Nordseite werden als Wohnungen, die auf der Südseite als Gaststätte genutzt.
Backhaus und Kotten mini|Bockhorster Kotten und Backhaus 1982 wurde ein kleines Backhaus mit vollständig funktionsfähigem Steinofen in der Nähe des Hofes Meyer Peter wiedererstellt. Der Ofen wird im Jahr mehrfach zum Backen von Broten oder Gebäck genutzt. In direkter Nähe entstand im Jahr 2000 mit dem Bockhorster Kotten ein weiteres Fachwerkhaus, welches für vielerlei dörfliche Veranstaltungen sowie für standesamtliche Trauungen genutzt wird.
Naturschutzgebiet Nordöstlich des Dorfkerns erstreckt sich das ca. 70 ha große Naturschutzgebiet Salzenteichs Heide.
Dorfwettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Erfolge beim Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft (vormals: Unser Dorf soll schöner werden): Landeswettbewerb 2009: Silber und Sonderpreis Landeswettbewerb 2006: Bronze Landeswettbewerb 2003: Bronze und Sonderpreis Kreiswettbewerb 1994: Sonderpreis Landeswettbewerb 1973: Gold Bundeswettbewerb 1971: Silber
Söhne und Töchter des Ortes Wittus Witt (* 1949), Zauberkünstler
Weblinks Website der Gemeinde: www.bockhorst-versmold.de
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kreis Gütersloh Kategorie:Geographie (Versmold) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Gütersloh) Kategorie:Gemeindeauflösung 1973