Niederweyer ist der kleinste Stadtteil von Hadamar im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg.

Geografische Lage Niederweyer liegt am nordöstlichen Rand des Limburger Beckens. Rund 500 Meter östlich des Ortes verläuft die Bundesstraße 54 von Nordosten nach Südwesten.

Die Gemarkung des Orts ist ebenfalls in Nordost-Südwest-Richtung gestreckt. Im Westen grenzt sie an die Gemarkung der Kernstadt Hadamar, im Norden an Oberzeuzheim und im Osten an Oberweyer, im Süden an den Limburger Stadtteil Ahlbach. Südlich des Orts fließt der Faulbach nach Westen. Das Gemarkungsgebiet besteht fast ausschließlich aus Landwirtschaftsfläche, ohne geschlossene Waldgebiete. Das Gelände weist kaum Höhenunterschiede auf und steigt lediglich nach Nordwesten zum Galgenberg (in der Gemarkung Hadamar) hin leicht an.

Geschichte mini|Kapelle

Ortsgeschichte Bedeutend für die Ortsentwicklung war seine Lage an einer Altstraße, der „Hohen Straße“, zwischen Koblenz und Wetzlar. Der älteste Teil des Orts nimmt noch heute die Form eines Straßendorfs entlang der Hohen Straße an, in Niederweyer als „Ortsstraße“ bezeichnet. Ein Münzenfund in der Niederweyerer Gemarkung aus dem Jahr 1961 lässt sich auf das erste Viertel des 13. Jahrhunderts datieren.

Ab 1567 gehörte Niederweyer kirchlich zur Pfarrei in Oberweyer. Die erste Kapelle ist aus dem Jahre 1898 überliefert. Im Jahr 1962 bekam Niederweyer dann eine neue Filialkapelle mit einer ungewöhnlichen Architektur. Sie ist dem Heiligen Geist gewidmet. 1971 legte Niederweyer einen eigenen Friedhof an. Zuvor waren alle Verstorbenen in Oberweyer beerdigt worden.

Für das Jahr 1805 sind 14 Familien im Ort verbürgt, 1939 waren es 98 Einwohner und 1972 wurden 170 gezählt. Im Zweiten Weltkrieg waren 13 Gefallene aus dem Dorf zu beklagen.

Aus dem Jahr 1882 wird von einem größeren Brand eines Anwesens am 1. September in Niederweyer berichtet, zu dem Feuerwehren aus der Umgebung mit ihren von Pferden gezogenen Feuerspritzen anrückten.

Im Jahr 1993 wurde ein Dorfgemeinschaftsraum eröffnet.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 31. Dezember 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen mit Niederweyer, die bis dahin kleinste selbständige Gemeinde in Hessen, nach Hadamar eingegliedert. Die ehemalig selbständigen Gemeinden Hadamar, Niederweyer, Niederzeuzheim, Oberweyer, Oberzeuzheim und Steinbach bildeten die neue Stadtgemeinde Hadamar. Der Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Hadamar. Für diese ehemaligen Gemeinden wurde je ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Niederweyer angehört(e):

772: Frankenreich, Lahngau vor 1711: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Hadamar, Amt Hadamar 1717–1743: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Hadamar 1743–1806: Heiliges Römisches Reich, Grafen von Nassau-Diez als Teil des Fürstentums Nassau-Oranien, Amt Hadamar 1806–1813: Großherzogtum Berg,Infolge des Friedens von Tilsit. Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Hadamar 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Hadamar ab 1816: Herzogtum Nassau,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Hadamar ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz Justizamt Hadamar bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Hadamar ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Hadamar) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1887: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Limburg ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Landkreis Limburg ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg, Stadt Hadamaram 31. Dezember 1971 wurde Niederweyer als Ortsbezirk der neu gebildeten Stadtgemeinde Hadamar eingegliedert. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Limburg-Weilburg, Stadt Hadamar ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Limburg-Weilburg, Stadt Hadamar

Bevölkerung Einwohnerentwicklung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Niederweyer 177 Einwohner. Darunter waren 9 (5,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 21 Einwohner unter 18 Jahren, 81 zwischen 18 und 49, 42 zwischen 50 und 64 und 33 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 81 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 30 Paare ohne Kinder und 15 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 57 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 2 evangelische (= 1,44 %), 137 katholische (= 98,56 %) Einwohner • 1961: 2 evangelische (= 1,32 %), 149 katholische (= 98,68 %) Einwohner

Politik Für den Stadtteil Niederweyer besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Niederweyer) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat Niederweyert besteht aus drei Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 58,04 %. Alle Kandidaten gehörten der „Wählergruppe Niederweyer“ an. Der Ortsbeirat wählte Christian Mattlener zum Ortsvorsteher.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler mini|links|Denkmalgeschützte Scheune im Ortskern mini|hochkant|Flurkreuz am Ortseingang

Unter Denkmalschutz stehen ein steinernes Flurkreuz kurz hinter dem Ortsausgang in Richtung Hadamar und eine Felssteinscheune in der Ortsstraße.

Der Sockel des Kreuzes wurde laut Inschrift 1846 von einem privaten Stifter aus hellgrauem Marmor errichtet. Das heute vorhandene Kreuz selbst und der Christuskorpus sind jüngeren Datums. Bis vor wenigen Jahren war das Kreuz von zwei Linden flankiert, die vermutlich aus der Zeit der Errichtung des Sockels stammten.

Die Scheune wurde Berichten zufolge um 1900 erbaut. Der helle Kalkstein wurde ungewöhnlich sorgfältig vermauert, Basaltsäulen bilden das Traufgesims.

Vereine Im Ort gibt es die „Dorfgemeinschaft“ als einzigen Verein, unter deren Dach sich unter anderem ein Kochclub und einige Sportgruppen befinden, die jedoch nicht zu offiziellen Wettbewerben oder Turnieren antreten. Den abwehrenden Brandschutz für Niederweyer stellt bereits seit vielen Jahrzehnten die Freiwillige Feuerwehr Oberweyer sicher, der auch Einwohner aus Niederweyer angehören. Ähnlich sind Einwohner aus dem Ort vornehmlich auch in anderen Vereinen mit Sitz in Oberweyer organisiert.

Regelmäßige Veranstaltungen Die Kirmes wird zu Pfingsten gefeiert und alle zwei Jahre ein Oktoberfest.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

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