Faulbach ist eine zum Stadtteil Hadamar zählende ehemals selbständige Gemeinde der Kleinstadt Hadamar im mittelhessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Es ist mit etwa 160 Einwohnern das kleinste Siedlungsgebiet von Hadamar. Faulbach bildet mit Hadamar eine gemeinsame Gemarkung.
Geografische Lage Faulbach ist ein Straßendorf und liegt auf etwa 180 m über NN am Fuß des 242 m hohen Galgenberges. Durch den Ort verläuft der Faulbach, der bei Hadamar in den Elbbach fließt.
Geschichte mini|hochkant|Kapelle
Ortsgeschichte Faulbach ist deutlich als Straßendorf ausgeformt. Östlich des Orts traf die von Hadamar kommende Straße auf die Uhlenstraße, einen mittelalterlichen Fernhandelsweg. Der heutige Verlauf der Hauptstraße entspricht aber nur noch im Ostteil dem ursprünglichen Weg der Hadamarer Straße.
Aus den Kirchenbüchern ist ersichtlich, dass Faulbach ursprünglich zur Pfarrei Dietkirchen gehörte, aber 1575 die Einwohner als zur Pfarrei Hadamar gehörig geführt wurden. Bereits im 15. Jahrhundert ist im Ort eine Kapelle überliefert. Patronatsherren waren immer die Herren des großen Faulbacher Hofes. 1620 kam der Ort zu Nassau-Hadamar und war bis 1939 eine selbstständige Gemeinde. Am 1. April 1939 wurden Faulbach und Niederhadamar nach Hadamar eingemeindet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Faulbach angehört(e):
vor 1711: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Hadamar, Amt Hadamar 1717–1743: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Dillenburg, Amt Hadamar 1743–1806: Heiliges Römisches Reich, Grafen von Nassau-Diez als Teil des Fürstentums Nassau-Oranien, Amt Hadamar 1806–1813: Großherzogtum Berg,Infolge des Friedens von Tilsit. Département Sieg, Arrondissement Dillenburg, Kanton Hadamar 1813–1815: Fürstentum Nassau-Oranien, Amt Hadamar ab 1816: Herzogtum Nassau,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Hadamar ab 1849: Kreisamt HadamarAbtrennung der Justiz Justizamt Hadamar bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Hadamar ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, OberlahnkreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Hadamar) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Oberlahnkreis ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg ab 1939: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Limburg, Stadt HadamarAm 1. April 1939 wurde Faulbach gemeinsam mit Niederhadamar nach Hadamar eingemeindet.
Einwohnerentwicklung
Bauwerke Faulbacher Hof mini|links|Ostseite des Faulbacher Hofs (links) und Nordseite des Hauses Hofstraße 3 (rechts) mini|hochkant|Bildstock an der Hauptstraße
Der Faulbacher Hof im Südosten des Orts ist der alte Kern der Siedlung und steht unter Denkmalschutz, der sich als Ensembleschutz auch über die angrenzenden Grundstücke erstreckt. Der Hof ist eine ursprünglich mittelalterliche Anlage, die sich im Besitz mehrerer Adelsfamilien befand, darunter die nassauische Beamten- und Politikerfamilie von Dungern. Der zugehörige Gutsbesitz wurde am Anfang des 20. Jahrhunderts aufgelöst.
Heute hat der Hof die Form einer Dreiseitenanlage. Die ältesten Teile sind das Herrenhaus, ein heute verputztes Fachwerkhaus, und das Erdgeschoss der nördlich daran anschließenden Scheune. Das Hauptgebäude trägt ein nach Norden geändertes Krüppelwalmdach mit Arbeitsglockenturm. Um 1870 wurden diese Scheune aufgestockt, auf der Südseite der Anlage ein neuer Wirtschaftstrakt errichtet und die Anlage mit einer Mauer zur Straßenseite hin abgeschlossen. Die Gebäude dieser Phase bestehen aus Kalksteinbruch und Entlastungsbögen aus Backsteinen. Die Mauer tritt durch ihre dachgekrönten Pfosten und die beiden Einfahrten mit alten Eisentoren hervor.
Kapelle Der kleine Putzbau wurde 1868 errichtet. Als Schmuck trägt er Treppenfriese, Lisenen und Gesimsband. Der kleine Reiterturm ist achteckig ausgeführt. Der Eingang wurde nachträglich modernisiert.
Bildstock Der Bildstock unter einer mächtigen Platzlinde datiert auf 1813. Das Bruchsteinbauwerk weist einen niedrigen Sockel und ein spitzes, pyramidenförmiges Holzdach auf. Ein Ölbild ist in die Kammer eingepasst. mini|Ensemble aus Hofstraße 1 (links) und drei (rechts)
Hofstraße 1 Das Fachwerkhaus neben dem Gutshof fällt durch seinen hohen Sockel mit freiliegenden Bruchsteinen und sein sehr spitzes, dominierendes Dach auf, das durch die Verschieferung zur Dachseite unterstrichen wird. Das Gefachbild ist sehr schlicht, fast quadratisch. Fenster und Türen haben sich im weitgehend unmodernisierten Zustand erhalten.
Hofstraße 3 Das langgestreckte Wohnhaus flankiert den Gutshof nördlich. Es fällt durch leichten Schmuck mit genasten S-Streben im Fachwerk des Obergeschosses sowie durch einen ungewöhnlich hohen Kellersockel auf. Einen Akzent setzt das leicht geschweifte Vordach über dem Eingang.
Wirtschaft und Infrastruktur Früher war Faulbach ein durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Heute gibt es drei Vollerwerbsbetriebe. Außerdem hat Faulbach noch ein Restaurant mit integriertem Bio-Hofladen. Diese befinden sich in einer alten Scheune, die umgebaut und restauriert wurde.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Limburg-Weilburg Kategorie:Geographie (Hadamar) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Limburg-Weilburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1939