Denkhüte von () ist eine von 1986 vorgestellte Kreativitätstechnik. Es handelt sich dabei um ein Werkzeug für Gruppendiskussionen und individuelles Denken. Es beinhaltet sechs verschiedenfarbige „Hüte“. Ein mit dieser Methode verknüpftes paralleles Denken soll Denkprozesse insbesondere in Gruppen effizienter machen und verschiedene Blickwinkel und komplexe Probleme bewusster machen.

Prinzipien Ein Ausgangspunkt der Methode liegt in der Annahme, dass das Gehirn in unterschiedlichen Weisen denkt, die bewusst angesteuert werden können, und somit in einer Diskussion zu bestimmten Zeiten eingesetzt werden können. De Bono geht davon aus, dass es zu Kommunikationsschwierigkeiten kommt, wenn eine Person beispielsweise gerade ihre Gefühle zu etwas äußert und daraufhin eine andere analytisch an die Problemstellung herangeht.

Die einzelnen Hüte stehen für folgende Aspekte des Denkens: blau: ordnendes, strukturiertes, moderierendes Denken: Überblick über die Prozesse, momentaner Stand des Entscheidungsprozesses (‚Big Picture‘: der blaue Himmel) weiß: analytisches, neutrales Denken: Fakten, was ist bekannt und was nicht, welche Anforderungen bestehen und wie können sie erreicht werden (objektiv: das weiße Blatt) rot: emotionales Denken, Empfinden: Konzentration auf Gefühle und Meinungen (subjektiv: Feuer und Wärme) schwarz: kritisches Denken: Risikobetrachtung, Probleme, Skepsis, Kritik und Ängste mitteilen (kritisch: Schwarzmalerei, Advocatus Diaboli) gelb: optimistisches Denken: Chancen, was ist das Best-Case-Szenario (spekulativ: Sonnenschein) grün: kreatives, wertfreies, assoziatives, divergentes bzw. laterales Denken: neue Ideen, Kreativität (konstruktiv: Wachstum)

Dieser Methodik liegt das von entwickelte parallele Denken zugrunde. Das bedeutet, dass bei der Bearbeitung einer Aufgabe alle Beteiligten stets die gleiche Hutfarbe aufhaben und gemeinsam die Hüte wechseln, mithin parallel denken. Konflikte vermieden, da jeder Teilnehmer weiß, dass er ein Spieler einer Rolle ist. Gleichzeitig werden alle Positionen berücksichtigt. selbst bezeichnet die sechs Denkhüte auch als Methode zur Verbesserung der Kommunikation in einer Gruppe.

Vorgehensweisen Bei einer moderierten Diskussion kann der Moderator die Teilnehmer zum Beispiel auffordern: „Jetzt hätte ich gern ein paar grüne Beiträge.“ Bei einer unmoderierten Diskussion kündigen die Teilnehmer die Art ihres Beitrags durch die Farbwahl an: „Ich setze jetzt den blauen Hut auf und schlage eine kurze Pause vor.“

Nutzen, Stärken und Schwächen Die Denkhüte nutzen die menschliche Fähigkeit des Verstellens. Da alle Teilnehmer eine Rolle spielen, sind differenziertere Diskussionen möglich, als wenn jeder Teilnehmer „er selbst“ ist. Dieser Gewinn an Offenheit wird zum Teil durch theatralisches Verhalten erkauft, da die Rollen gerne übersteigert dargestellt werden. Die Verteilung von Rollen soll sicherstellen, dass möglichst viele Denkmodi für eine Entscheidung berücksichtigt werden können. Durch vorgelagerte Übungen sollte sichergestellt sein, dass das Thema ausreichend tief verstanden wird.

Wie bei den meisten Gruppentechniken wird eine Moderation empfohlen. Insbesondere, wenn Gruppenmitglieder sich stark im Temperament und Orientierung (introvertiert, extrovertiert) unterscheiden, könnten Blickwinkel überbetont werden, weil die Rolle überstark repräsentiert wird.

Auch wird gewarnt, dass bei Deutschen und Schweizern Personen die Methode nicht ernst nehmen könnten, da sie beispielsweise das tatsächliche Aufsetzen von farbigen Hüten lächerlich fänden, während der Begriff thinking hat im Englischen als feststehender Begriff problemfreier verwendet werden könne. Alternativ kann man mit Tischkärtchen arbeiten.

Siehe auch Walt-Disney-Methode

Literatur Edward de Bono: Six Thinking Hats. Penguin Books, London u. a. 1990, ISBN 0-14-013784-X (Penguin psychology business). Edward de Bono: Das Sechsfarben-Denken. Ein neues Trainingsmodell. Econ, Düsseldorf 1989, ISBN 3-612-23013-1.

Weblinks Ausführliche Beschreibung der Hüte

Einzelnachweise

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