Die Altstadt Salzburgs gliedert sich in zwei von der Salzach getrennte Teile der Stadt Salzburg: den Teil westlich und orografisch links der Salzach, der den ältesten Kern der Stadt bildet, sowie die Altstadt rechts der Salzach.
Die Linke Altstadt, der eigentliche Stadtteil, wird im Westen vom Mönchsberg und im Süden vom Festungsberg mit Nonnberg als Landschaftsräumen umfasst. Im Norden bot einst der Müllner Hügel mit der alten Vorstadt Mülln eine höhere strategische Sicherheit. Auf diese Weise von drei Seiten durch Berge geschützt, wird die Linke Altstadt im Osten durch den Flusslauf der Salzach begrenzt. Der südlichste Teil der Linken Altstadt um die Kaigasse wird allgemein als Kaiviertel bezeichnet.
Linke Altstadt mit Kaiviertel, Festungsberg und Mönchsberg gehören zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg ().
mini|Blick vom Kapuzinerberg auf die Salzburger Altstadt, im Vordergrund die Salzach und der Rudolfskai. mini|Farblithografie von Anton Paul Heilmann
Kirchen
Salzburger Dom mini|Ansicht des Domes von der Festungsgasse
Das zentrale kirchliche Gebäude der Stadt Salzburg ist der den Heiligen Rupert und Virgil geweihte Salzburger Dom. Der älteste Vorgängerbau des heutigen Domes, der mit seinen drei Kirchenschiffen einer der größten Kirchenbauten des 8. Jahrhunderts war, wurde von 767 bis 774 unter Bischof Virgil errichtet und 1139 mit zwei hohen Kirchtürmen versehen. 1167 brannte der Dom ab. Darauf wurde der noch stattlichere Konradinische Dom errichtet, die damals größte Basilika nördlich der Alpen. Als dieser Dom bei einem Brand 1598 wiederum schwer beschädigt wurde, ließ Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ihn abreißen um einen noch größeren zu bauen. Sein Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems entfernte aber die ersten Fundamente und begann mit einem kleineren Dombauwerk. Dieser Bau, von Dombaumeister Santino Solari geplant, wurde 1628 unter Paris Lodron eingeweiht.
Die geschlossene Marmorverkleidung der Hauptfassade mit ihren oben achteckigen Kirchtürmen und den vier Marmorfiguren an den Eingängen ist vom Domplatz aus zu sehen.
Stiftskirche St. Peter
Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um 696 errichtet, als Rupert (Hruodpert) die dortige romanische Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der 1125–1143 erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 romanisierend erhöht wurde, stammt im Kern aus dem 9. Jahrhundert.
Im Geist der Renaissance wurde die Kirche 1605/06 umgestaltet, 1619/20 eingewölbt und 1622 mit einer schlanken Vierungskuppel versehen. Der unverwechselbare barocke Zwiebelturm wurde unter Abt Seeauer 1756 errichtet. Die beiden Hochaltäre hat im Wesentlichen Martin Johann Schmidt, genannt Kremser Schmidt, gestaltet. Das Innere der Kirche wurde 1760–1766 mit reicher Rokokoausstattung (Rocaillestuck und Deckenbilder) geschmückt. Die alte romanische Baustruktur bleibt dabei gut erkennbar.
Kirche St. Michael
Die Kirche zu Ehren des Erzengels Michael ist die älteste Pfarrkirche der Stadt Salzburg. Ihre Ursprünge reichen in die Zeit der Karolinger zurück. Die Kirche wurde neben der bayrischen Pfalz, dem herzoglichen Verwaltungssitz der Agilolfinger, und dem ältesten Gerichtssitz der Stadt, damals allgemein Schranne genannt, errichtet. Noch vor 800 ist hier „an der Pforte“ die älteste Kirche St. Michael nachgewiesen, die von Anbeginn eine Filialkirche von St. Peter war. Bis ins 12. Jahrhundert war die Michaelskirche zugleich kaiserliche Pfalzkapelle und Pfarrkirche der Bürgerschaft. So besaß sie folgerichtig zwei Zugänge und zwei Stockwerke. Der obere Stock war für den Kaiser und sein Gefolge und besaß seinen Zugang von der Pfalz, das untere Stockwerk war für die Bürger. Nach Verlegung des alten Marktplatzes und bald auch des Gerichtssitzes lag das Kirchlein nicht mehr im Mittelpunkt des Bürgerlebens. Auch löste die Marienkirche (heute Franziskanerkirche) und später der Dom die Michaelskirche als Pfarrkirche ab. 1767–1778 wurde diese Kirche im Auftrag von Abt Beda Seeauer erneut umgebaut und dem Zeitgeschmack entsprechend neu ausgestaltet. Der heutige Marmorhochaltar mit dem Bildnis des Heiligen Michael wurde 1770 verändert.
Stiftskirche Nonnberg Maria Himmelfahrt
Um 715 gründete Hruodpert (Rupert) am Nonnberg das Benediktinenstift Nonnberg (heute das weltweit älteste christliche Frauenkloster mit ununterbrochener Tradition), Ruperts Nichte Erentrudis war die erste Äbtissin. Um 1006 brannte die erste Klosterkirche ab. Eine neue Klosterkirche wurde mit maßgeblicher Unterstützung durch Heinrich II. 1009 vollendet. Aus romanischer Zeit sind der mächtige Kirchturm, Portalteile und unter dem Nonnenchor das „Paradies“ mit seinen Fresken (um 1140) erhalten.
Nach dem Brand 1423 wurde die Kirche ab 1464 spätgotisch wiedererrichtet. Das gotische Kirchenschiff besitzt fialengeschmückte Kirchenfenster, wobei das gotische „Claner-Fenster“ hinter dem Altar besondere Bedeutung besitzt. Es wurde vom Salzburger Bürger und späteren Bürgermeister Augustin Claner 1473 gestiftet und von Hemmel von Andlau geschaffen.
Der gotische Flügelaltar (aus der Werkstatt des Hallstätter Meisters) stammt samt den neugotischen Ergänzungen aus der Abtenauer Kirche. Der stets sehr dunkle Kirchenraum mit dem erhöhten Chor über der Krypta verleiht der Kirche eine eigene Stimmung. An hohen Festtags-Gottesdiensten ist hier der zeitlos-meditative gregorianische Gesang des Nonnenchores zu hören.
Bürgerspitalkirche St. Blasius
Schon die Admonter Mönche bauten hier auf ihrem Grund eine erste Kapelle die ihrem Schutzpatron, dem Heiligen Blasius geweiht war. Erzbischof Konrad III v. Leibnitz ließ nach erfolgtem Grundtausch mit den Mönchen hier 1327 ein Spital für kranke, alte und sieche Bürger der Stadt errichtet, wo zumindest eine Grundversorgung und eine Betreuung sichergestellt werden sollte. 1330 wurde für das neue Spital der in Grundzügen bis heute erhaltene dreischiffige Kirchenbau mit seinem Kreuzrippengewölbe geschaffen. Später wurde das Spital in den Mönchsberg hinein erweitert, wobei vor den neu geschaffenen Zellen Laubenbögen nach außen führen, die erhalten sind. (Nochmals wurde dann 1570 mit dem Pfründnerhaus das Spital erweitert.) 1410–1428 wurde in die Kirche eine Empore eingebaut, wobei die Emporenbrüstung als durchbrochenes Maßwerk gestaltet ist. Das neue obere Geschoß diente nun als Betchor für die Pfründner, wodurch die Kirche zur Doppelkirche wurde, die zwei gegenüberliegenden Eingängen einerseits für Bürger und anderseits für Pfründner besaß. Der Altar war nun in der Mitte das Langhauses angeordnet. In der Barockzeit besaß die Kirche sogar 9 Altäre, bis Erzbischof Colloredo einen Großteil der Altäre wieder entfernen ließ. Die Nischenarchitektur an der Ostfassade ist neugotischen Ursprungs. Die Glasfenster im Osten wurden 1947 von Albert Birkle geschaffen. Der ehemalige Betchor der Pfründner ist heute von der Kirche getrennt und als „Gotischer Saal“ bekannt. Er wird als Konzertsaal vielfältig genutzt.
Jeden Sonntag 18:30 HL Messe und 19:30 Loretto Gebetskreis im Gotischen Saal.
Franziskanerkirche Zu unserer Lieben Frau
Die erste Kirche ist vermutlich älter als der Dombau des Heiligen Virgil. Sie war dabei ursprünglich Tauf- und Synodalkirche der Stadt. Zwischen 1130 und 1583 war sie zudem Klosterkirche der Petersfrauen. 1189–1635 ist sie Pfarrkirche der Stadt (vorher war dies die Michaelskirche, nachher der Dom). Eine neue Weihe der Kirche im Jahr 1223 lässt auf einen damals eben fertiggestellten Neubau schließen, die heutige Kirche dürfte im Langhausbereich aber bereits ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Auch diese Marienkirche wurde beim Stadtbrand von 1267 großteils zerstört. Nach 1408 wird ein weitgehender Neubau erwogen, der wenige Jahre später unter Meister Hans von Burghausen begonnen und nach dessen Tod im Jahr 1432 von Stephan Krumenauer beendet wird. Die Turmobergeschoße wurden 1486 bis 1498 errichtet. 1592 übergab Wolf Dietrich von Raitenau die Kirche den neu ins Land gerufenen Franziskanern als Klosterkirche. Die Franziskanerkirche besteht aus zwei Teilen; dem ursprünglichen romanischen Langhaus-Basilika mit ihrem Kreuzrippengewölbe und daran anschließend in der gleichen Breite wie das Langhaus dem feingliedrigen spätgotischen Chor mit Sternrippengewölbe. Der heutige Hochaltar wurde 1709 anstelle eines großen gotischen Altares von Michael Pacher von Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet, wobei er aus dem alten Schnitzaltar die Figur der Maria in den neuen Altar einbaute.
Am Rand der Kirche befinden sich eine Reihe von Chorkapellen: die Geburt-Christi-Kapelle, die Rochuskapelle, die Kreuzkapelle, die Josefskapelle, die Sebastiankapelle, die Annakapelle und die Franziskuskapelle (letztere mit einem Wandgemälde von Johann Michael Rottmayr).
Kollegienkirche (Universitätskirche)
Erzbischof Johann Ernst von Thun, der „Stifter“ setzte gegen manche Widerstände den lang geplanten Kirchenbau um. Der Architekt der Kirche war dabei Johann Bernhard Fischer von Erlach. Die Kirche ist heute der bedeutendste Kirchenbau der Stadt Salzburg neben dem Dom, ein Hauptwerk des Barockarchitekten Erlach und ein Kirchenbau von internationalem Rang. Erlach lässt hier zugunsten der Erlebbarkeit des Gesamtbauwerkes und seiner Architektur die Gestaltung der detaillierenden Schmuckelemente – auch durch die Ausführung des Kircheninneren in einheitlich weißer Farbe ohne Gemälde – zurücktreten. Der Kirchenbau wurde zum Vorbild vieler spätbarocken Kirchen im süddeutschen Raum. Die Kirche wurde 1707 zu Ehren der Unbefleckten Jungfrau Maria eingeweiht.
mini|650px|links|Blick von der Hofstallgasse auf Kollegienkirche und Festspielhaus
Die Kirche weist drei Teile auf: die Schaufassade im Osten, das Haupthaus und die stufig abfallenden Anbauten im Westen. Die Türme besitzen bei dieser Kirche keine Turmhaube mehr, sie lösen sich vielmehr nach oben hin feingliedrig in von allegorischen Figuren gekrönten Balustraden auf. Die Figuren stellen links die vier Erzengel und rechts die vier römischen Kirchenväter dar. Die Gestalt der Heiligen Maria auf einer Mondsichel krönt die Mitte des Bauwerkes. Die großen Fenster der Fassade öffnen den Bau nach außen und lösen die Schwere der mittleren Fassadenfront auf.
Die Kirche ist innen als hoch aufragenden Tonnengewölbe in Kreuzform mit Kolossalpilastern und einer zentralen hohen Tambourkuppel gestaltet, wobei der Bau durch die vier hohen Hauptkapellen, die den Heiligen der klassischen vier Fakultäten (Thomas von Aquin, Lukas, Ivo und Katharina) geweiht sind, zu einem Zentralbau vereinheitlicht wird. Diese in den Kirchbau integrierten offenen Kapellen mit ihren Altären prägen neben dem Hauptaltar das Bild des Kircheninneren. Der Altar, von Pater Bernhard Stuart entworfen und von Josef Anton Pfaffinger ausgeführt, löst sich in Stuckfiguren nach oben hin auf. Vor den Säulen stehen allegorische Figuren der Musik, Poesie, Malerei und Baukunst und der vier Fakultäten. Darüber schweben Liebe und Hoffnung, beflügelt vom Glauben.
Kajetanerkirche St. Maximilian