Eisingen ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Würzburg. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.
Geographie Lage Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Würzburg. Durch Eisingen verläuft der Fränkische Marienweg.
Gemeindegliederung Es gibt zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Eisingen (Pfarrdorf) Erbachshof (Gut)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Eisingen. Sie hat eine Fläche von 5,318 km² und ist in 1710 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3110,07 m² haben.
Name Etymologie Dem Namen Eisingen liegt der Personenname Iso, Yso oder Îso zugrunde, der durch das Zugehörigkeitssuffix -ing abgeleitet wurde.
Frühere Schreibweisen Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden: 1045 „Ysungun“ 1165 „Ysingen“ 1182 „Isingin“ 1337 „Isingen“ 1490 „Eyssingen“ 1584 „Eisingen“
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Eine fränkische Siedlung ist in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts zu datieren. Seit 1164 hatte das Kloster Oberzell Besitz in Eisingen, ihm oblag auch bis in die Neuzeit die seelsorgerische Betreuung des Ortes. Um 1500 besaß das Ritterstift (bis 1464 Benediktinerkloster) St. Burkard in Würzburg die Dorfherrschaft und gut die Hälfte der Grundherrschaft. Weitere Grundherren waren das Klarissenkloster St. Agnes (in dessen Besitz später die Jesuiten und dann die Universität Würzburg traten), das Kloster Himmelspforten, das Stift Neumünster und das Hofkammerzinsamt, Letzteres wohl als Rechtsnachfolger der ehemals burkardinischen Propstei Frauenberg. Als Teil des Hochstiftes Würzburg wurde Eisingen 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) an Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg gegeben, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Einwohnerentwicklung 1950: 1057 EinwohnerHorst-Günter Wagner: Die Stadtentwicklung Würzburgs 1814–2000. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 396–426 und 1298–1302, hier: S. 425. 1961: 1175 Einwohner 1970: 1496 Einwohner 1987: 2492 Einwohner 1991: 2954 Einwohner 1995: 3330 Einwohner 2000: 3561 Einwohner 2005: 3611 Einwohner 2010: 3600 Einwohner 2015: 3372 Einwohner
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 2669 auf 3372 um 703 bzw. um 26,3 %. 2009 hatte die Gemeinde 3629 Einwohner. Quelle: BayLfStat
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 15 Sitze (einschließlich der Bürgermeisterin).https://eisingen.de/rathaus-buergerservice/gemeinderat/wahlen/ Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 2774 stimmberechtigten Einwohnern 1837 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 66,22 % lag.Gemeinderatswahl 2020
Bürgermeisterin Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Ursula Engert (Unabhängige Bürger Eisingen) mit 51,35 % der Stimmen zur Ersten Bürgermeisterin wieder gewählt.Bürgermeisterwahl 2020 Sie ist seit 1. Mai 2008 im Amt. In das Amt des zweiten Bürgermeisters wählte der Gemeinderat Hans Kohl (SPD). Dritter Bürgermeister ist Julian Hertzig (CSU).
Gemeindepartnerschaften Eisingen unterhält eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Bernières-sur-Mer.
Allianz Waldsassengau Seit dem 20. November 2014 ist Eisingen mit zwölf weiteren Gemeinden in der Allianz Waldsassengau organisiert. Der Verein dient der interkommunalen Zusammenarbeit.
Wappen
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bau- und Bodendenkmäler In der Sankt-Nikolaus-Kirche in der Ortsmitte kann man das Kreuz des berühmten Bildhauers Tilman Riemenschneider sehen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind unter anderem das begehbare Labyrinth beim St. Josefs-Stift und die Galerie „Kunst im Erbachshof“ im Weiler Erbachshof.
Regelmäßige Veranstaltungen Einmal im Jahr findet das so genannte Backhäuslesfest in Eisingen statt. Bei diesem wird in dem noch erhaltenen alten Steinbackofen Brot und Blaatz gebacken. Organisiert wird es vom Festausschuss der Vereine.
Im Jahre 1855 forderte das königliche Landgericht, dass zum Schutz vor Feuer und zur Holzersparnis zwei öffentliche Backhäuser zu errichten seien. Bis dahin befand sich an den meisten Höfen in Eisingen ein Privatbackofen. Der Abbruch des Backhauses des Oberdorfes (westlicher Ortsteil) wurde 1952 vom Gemeinderat beschlossen.
Wirtschaft und Infrastruktur In Eisingen ist die große Behinderteneinrichtung St. Josefs-Stift mit etwa 350 Heimplätzen für körperlich und geistig behinderte Menschen beheimatet. Die Robert-Kümmert-Akademie gGmbH, Tochtergesellschaft des St.-Josefs-Stifts, hat ihren Sitz in Eisingen.
Öffentliche Einrichtungen Grundschule Eisingen-Waldbrunn mit Mittagsbetreuung sechsgruppige Kindertagesstätte Jugendzentrum Krabbelstube sechs Kinderspielplätze Gemeindebücherei
Verkehr Die Gemeinde ist gut an das überörtliche Straßennetz angebunden. Die Autobahnen A 3 Frankfurt am Main – Nürnberg und A 81 nach Heilbronn sind nur etwa zwei Auto-Minuten entfernt. Das Autobahndreieck Würzburg-West liegt teilweise auf dem Gemeindegebiet.
Im Öffentlichen Personennahverkehr ist Eisingen durch die Buslinien 511 und 512 d
Persönlichkeiten Erich Bender (1918–2016), Altbürgermeister, Ehrenbürger, Träger des Bundesverdienstkreuzes am BandeMainpost vom 11. November 2016 zum Tod von Erich Bender Anton von Scholz (1829–1908), katholischer Theologe und Seelsorger, Ehrenbürger von Eisingen Kleophas Schmitt (1842–?), Posthalter und Landtagsabgeordneter (NLP)
Weblinks
Gemeinde Eisingen (PDF; 1,1 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Würzburg Kategorie:Ersterwähnung 1045 Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Würzburg