Die Le Mans Series Saison 2006 war die dritte Langstreckenmeisterschaft des ACOs. Sie wurde über fünf Rennen in der Zeit vom 9. April 2006 bis zum 24. September 2006 ausgetragen. Neben den vier europäischen Läufen wurde ein 1000-Kilometer-Rennen in der Türkei ausgetragen. Die Meisterschaft gewannen nach 2005 zum zweiten Mal Jean-Christophe Boullion und Emmanuel Collard. Der Teamtitel ging wie im Vorjahr an Pescarolo Sport.
Änderungen 2006 Name Im November 2005 wurde seitens des ACO bekannt gegeben, dass sich die Serie von Le Mans Endurance Series in Le Mans Series umbenennt. Laut ACO-Präsident Jean-Claude Plassart, Patrick Peter und Stéphane Ratel war die unhandliche Abkürzung LMES der Hauptgrund für die Namensänderung. Außerdem wollte sie eine Brücke zur American Le Mans Series schlagen, die in Europa eher unter der Abkürzung ALMS bekannt ist.2006 Le Mans Series Yearbook. 2006, S. 14
Regelwerk Neben kleineren aerodynamischen Regelanpassungen wurde 2006 erstmals die maximale Cockpittemperatur für geschlossene Prototypen auf 30 °C festgelegt. Hierzu musste eine Klimaanlage in den Fahrzeugen installiert, eine Abnahme beantragt und von dem ACO genehmigt werden. Das Mindestgewicht der LMP1- und LMP2-Fahrzeuge wurde um 25 kg auf 925 kg bzw. 725 kg angehoben. In den Richtlinien zur Betankung wurde als Treibstoff nun auch Diesel berücksichtigt.Reglement Technique ACO – ACO Technical Regulations 2006 Prototype "LM"P1 & "LM"P2. 25. November 2005
Rennstrecken
Die Rennserie umfasste weiterhin fünf Meisterschaftsläufe. Neu im Rennkalender war das Rennen in Donington, dafür musste der Lauf in Silverstone weichen. Das ursprünglich am 24. September geplante Rennen in Monza musste zum Saisonanfang abgesagt werden, da dem Kurs durch eine Bürgerinitiative eine Lärmbeschränkung auferlegt wurde.Harald Gallinnis: http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=284&Itemid=29 Stand 27. März 2006 Als Ersatzevent konnte kurzfristig das 1000-km-Rennen auf dem Circuito del Jarama organisiert werden.
Fahrzeuge In der LMP1 wurden 2006 eine Reihe von neuen Fahrzeugen eingesetzt. Außer den Weiterentwicklungen von Creation, Dome, Lister Storm, Lola und Zytek wurden auch zwei völlig neu entwickelte Wagen vorgestellt. Auf der einen Seite der Lavaggi LS1, der entgegen ursprünglichen Aussagen von Giovanni Lavaggi erst Ende 2006 in Jarama einsatzfähig warWouter Melissen: vaggi-LS1-Ford.html Stand: 9. Oktober 2006 und auf der anderen Seite Courage. Diese stellte auf dem Genfer Auto-Salon 2006 den LC70 offiziell vor. Das Fahrzeug wurde so gestaltet, dass es mit geringfügigen Änderungen sowohl in der LMP1 als auch in der LMP2-Klasse antreten konnte. Für die LMP2 entwickelte Radical einen neuen Prototyp, der zu LMS-Vortests auf dem Circuit Paul Ricard fertiggestellt wurde.Wouter Melissen: https://www.ultimatecarpage.com/car/2839/Radical-SR9-AER.html Stand: 24. Juli 2006
2006 wurde die von Michelotto in Italien aufgebaute GT2-Version des Ferrari F430 zum ersten Mal beim 12-Stunden-Rennen von Sebring eingesetzt. In der Le Mans Series ersetzte er bei allen Teams den ebenfalls von Michelotto gefertigten Ferrari F360 GTC.
Teams und Fahrer LMP1 Das Werksteam der Zytek Group, das im letzten Jahr den Vizetitel in der LMP1-Klasse holen konnte, trat 2006 mit einem weiterentwickelten Chassis an, musste aber das Rennen in der Türkei auslassen, da sich die Fertigstellung des Fahrzeugs verzögerte. Außerdem fehlte das Team beim Monza-Ersatzevent in Jarama, um seinen Prototyp rechtzeitig nach Road Atlanta zu transportieren und am einzigen 4-Stunden-Rennen der American Le Mans Series 2006 teilzunehmen.2006 Le Mans Series Yearbook. 2006, S. 196 Lavaggi Sport, ebenfalls durch Probleme mit der Entwicklung seines Prototyps im Zeitplan zurückgeworfen, konnte erst am letzten Saisonlauf in Jarama teilnehmen. Mit Xavier Pompidou holte sich Teameigner Giovanni Lavaggi einen erfahrenen GT-Piloten ins Cockpit des Lavaggi LS1. Das Courage Compétition Team verstärkte sein Engagement in der Le Mans Serie und setzte ab dem 1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps einen weiteren Courage LC70 ein. Dabei wurde das Team unter anderem durch die beiden ehemaligen Formel-1-Fahrer Shinji Nakano und Jean-Marc Gounon verstärkt. Darüber hinaus verkaufte der französische Rennwagenhersteller einen weiteren Prototyp an das neu gegründete Kundenteam Swiss Spirit Racing. Dieses Team, geleitet von Serge Saulnier mit Sitz in Magny-Cours, setzte in seiner ersten Saison auf einen Judd-Motor und auf die Schweizer Piloten Harold Primat und Marcel Fässler. Ein weiterer Neuling in der Le Mans Serie war das britische Protran Competition Team, das ab dem 1000-km-Rennen in Belgien seine Weiterentwicklung auf Basis des Reynard 2KQ an den Start brachte.Michael J. Fuller: https://www.mulsannescorner.com/newsmarch06.html Stand 15. März 2006 Der Titelträger der Le Mans Endurance Series 2005, Pescarolo Sport, verstärkte seinen Fahrerkader für die Rennen in Deutschland, England und Spanien um den Le-Mans-Sieger Éric Hélary und den ehemaligen World-Series-by-Nissan-Pilot Didier André.
Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Ersatzfahrer Zytek Engineering Zytek 06S Zytek 2ZG408 2 Stefan Johansson Hideki Noda John Nielsen Casper Elgaard Philip Andersen Lavaggi Sport Lavaggi LS1 Ford-PME 3 Giovanni Lavaggi Xavier Pompidou Swiss Spirit Courage LC70 Judd GV5 S2 5 Harold Primat Marcel Fässler Lister Storm Racing Lister Storm LMP Hybrid Chevrolet LS6 6 Justin Keen Nicolas Kiesa Jens Møller Creation Autosportif Creation CA06/H Judd GV5 S2 9 Giuseppe Gabbiani Felipe Ortiz Nicolas Minassian Jamie Campbell-Walter 10 Nicolas Minassian Kevin McGarrity Courage Compétition Courage LC70 Mugen MF458S 12 Jean-Marc Gounon Alexander Frei Gregor Fisken 13 Shinji Nakano Haruki Kurosawa Jean-Marc Gounon Racing for Holland Dome S101Hb Mugen MF408SJudd GV5 S2 14 Jan Lammers Alex Yoong ProTran Competition ProTran RS06/H Judd GV5 S2 15 Kevin McGarrity Paul Cope Ben Collins Phil Bennett Pescarolo Sport Pescarolo C60 Judd GV5 S2 17 Emmanuel Collard Jean-Christophe Boullion Éric Hélary Didier André Chamberlain-Synergy Motorsport Lola B06/10 AER P32 19 Bob Berridge Gareth Evans Peter Owen
LMP2 Da die Fahrer des Klassensiegers 2005 in die LMP1-Klasse abwanderten, wurde der nun frei werdende Lola B05/40 für das ASM Team Racing for Portugal vorbereitet. Während der erste Einsatz der drei iberischen Fahrer noch unter der Nennung des Chamberlain-Synergy Team erfolgte, fuhren Miguel Amaral, Miguel Angel de Casto und Angel Burgueño ab dem Rennen auf dem Nürburgring ohne Beteiligung der britischen Vorbesitzer. Einen weiteren Lola B05/40 setzte das Team von Binnie Motorsport ein. Der Vorjahresmotor wurde durch einen Zytek ZG348 ersetzt, da das Aggregat von Nicholson-McLaren bei zwei von drei Einsätzen den Dienst vorzeitig quittierte. Teameigner und Fahrer William Binnie teilte sich das Cockpit unter anderem mit Sam Hancock, dem LMP2-Meister der Le Mans Endurance Series 2004. Die stärkste Fraktion in der LMP2 2006 stellte Courage mit insgesamt fünf Prototypen des Typs C65 verteilt auf vier Kundenteams. Paul Belmondo Racing, das einzige Team mit zwei Fahrzeugen in der LMP2, musste aus finanziellen Gründen und nach dem Wechsel von Didier André zu Pescarolo Sport, eines seiner beiden Fahrzeuge noch vor dem Saisonende verkaufen.Harald Gallinnis: http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=674&Itemid=29 Stand: 14. August 2006 Auch G-Force Racing konnte die Saison nicht in ihrer Anfangsstärke beenden. Die Nennung übernahm das deutsche Team von Kruse Motorsport, die jedoch ab dem 1000-km-Rennen von Donington unter eigenen Namen antraten.Markus Berns: t/view/2140/192/ Stand: 2. Juli 2006 Juan Barazi, der 2005 beim Petit Le Mans bereits für Kruse Motorsport einen Courage steuern konnte, gründete in der Winterpause ein neues Team unter dem Namen Barazi-Epsilon. Das Team unter Leitung von Michel Leconte wurde von Epsilon Euskadi unterstützt2006 Le Mans Series Yearbook. 2006, S. 28, die bereits in der Formel Renault 3.5 Erfahrung sammelten.
Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Ersatzfahrer Pierre Bruneau Pilbeam MP93 Judd XV675 20 Marc Rostan Pierre Bruneau Team Bruichladdich Radical Radical SR9 AER P07 21 Tim Greaves Stuart Moseley Rollcentre Racing Radical SR9 Judd XV675 22 João Barbosa Martin Short Rob Barff Gregor Fisken Tim Greaves Binnie Motorsports Lola B05/42 Zytek ZG348 24 William Binnie Allen Timpany Sam Hancock RML MG-Lola EX264 AER P07 25 Mike Newton Thomas Erdos Ramoero Ramdaccio Lucchini LMP2/04 Judd XV675 28 Ranieri Randaccio Fabio Mancini Gianni Collini Barazi Epsilon Courage C65 AER P07 32 Juan Barazi Michael Vergers Jean-Philippe Belloc Davide Valsecchi G-Force Racing Kruse Motorsport Courage C65 Judd XV675 35 Ed Morris Frank Hahn Jean-François Leroch Jan-Dirk Leuders Jens Petersen Christophe Brück Paul Belmondo Racing Courage C65 Mecachrome LMP2 36 Claude-Yves Gosselin Pierre Ragues Karim Ojjeh Paul Belmondo 37 Paul Belmondo Didier André Yann Clairay Chamberlain-Synergy Motorsport ASM Team Racing for Portugal Lola B05/40 AER P07 39 Miguel Ángel de Castro Angel Burgueño Miguel Amaral ASM Team Racing for Portugal Lola B05/40 AER P07 40 Miguel Angel de Castro Angel Burgueño Miguel Amaral Kruse Motorsport Courage C65 Judd XV675 44 Jan-Dirk Leuders Jens Petersen Tony Burgess Norbert Siedler
GT1 Von den Teams der Vorjahressaison blieben lediglich zwei Wagen übrig. Auf der einen Seite der einzige Ferrari 550 GTS Maranello, der von dem russisch-tschechischen Convers MenX Team eingesetzt wurde. Auf der anderen Seite Cirtek Motorsport, die nun ohne Convers zwei Aston Martin DBR9 einsetzten. Jedoch zog sich das Team nach dem Rennen in Spa aus der Le Mans Series zurück.Markus Berns: t/view/2155/192/ Stand: 9. Juli 2006 Eines der beiden Fahrzeuge wurde vom Team Modena übernommen und bis zum Ende der Saison, unter anderem vom ehemaligen Formel-1-Piloten David Brabham, gefahren. Ein weiterer DBR9 wurde vom Aston-Martin-Racing-Larbre-Werksteam in die Nennerliste eingetragen. Während Aston Martin in dem vorangegangenen Jahr bereits einige Einsätze in der American Le Mans Series und beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans fuhr, war der Partner Larbre Competition in der FIA-GT-Meisterschaft aktiv. Neben Vincent Vosse verpflichtete das Team FIA-GT-Meister Gabriel Gardel und Pedro Lamy, der bereits 2004 den GTS-Titel für Larbre in der LMES einfahren konnte. Der einzige Saleen S7-R dieser Saison kam von Team ORECA, die ab dem Rennen in Spa an der Meisterschaft teilnahmen. Die beiden ehemaligen GT2-Teams PSI Experience und Luc Alphand Aventures setzten 2006 beide auf einen Chevrolet Corvette. Während die belgische Mannschaft aus der FIA-GT-Meisterschaft einen Vorjahreswagen vom Chevrolet-Werksteam einsetzten, fuhr der ehemalige Ski-Weltcupsieger Luc Alphand eine Corvette älteren Baujahrs.
Team Chassis Motor Reifen Nr. Stammfahrer Ersatzfahrer Aston Martin Racing Larbre Aston Martin DBR9 Aston Martin 50 Pedro Lamy Gabriele Gardel Vincent Vosse B-Racing RS Line Team Lamborghini Murciélago R-GT Lamborghini L535 51 Benjamin Leuenberger Norbert Walchhofer Marino Franchitti Team ORECA Saleen S7-R Ford 55 Stéphane Ortelli Soheil Ayari Cirtek Motorsport Team Modena Aston Martin DBR9 Aston Martin 61 Anthony Kinch Antonio García Richard Lyons 62 Peter Hardman Christian Vann Jamie Campbell-Walter Team Modena Aston Martin DBR9 Aston Martin 63 Peter Hardman Antonio García David Brabham Christian Vann Convers MenX Team Ferrari 550 GTS Maranello Ferrari F131 67 Peter Kox Robert Pergl Alexei Igorewitsch Wassiljew PSI Experience Chevrolet Corvette C6.R Chevrolet LS7-R 70 Jos Menten Pertti Kuismanen Markus Palttala Luc Alphand Aventures Chevrolet Corvette C5-R Chevrolet LS7-R 72 Jérôme Policand Patrice Goueslard Luc Alphand Anthony Beltoise
GT2