Wanna () ist eine dörfliche Gemeinde in der Samtgemeinde Land Hadeln im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie Lage mini|hochkant|links|Betroffenes Gebiet bei einer „kleinen“ Sturmflut von nur 4,5 m bei einem Deichbruch am Glameyer-Stack, Otterndorf Die im Land Hadeln liegende Gemeinde befindet sich ca. 20 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Cuxhaven. Wanna liegt im Niederelbegebiet.

Die Nähe zur Elbmündung und zur Nordsee bringen die Gefahr mit sich, dass im Falle eines Deichbruchs bei einer Sturmflut das maximal , oftmals aber deutlich niedriger liegende Gemeindegebiet zu weiten Teilen überflutet sein wird. Ein mögliches Szenario wird im Artikel Glameyer-Stack beschrieben.

Durch den Ort fließt die Emmelke.

Gemeindegliederung mini|hochkant|links|Blick auf Wester-Wanna mit St.-Georg-Kirche mini|Luftbild von Ahlen-Falkenberg (2012) Die Gemeinde Wanna besteht aus den folgenden Ortsteilen: Ahlen-Falkenberg Osterwanna Osterwannaer Kampen Süderleda Westerwanna

Nachbargemeinden

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Geschichte mini|Ev.-luth. Kirche St.-Georg Die Megalithanlagen bei Westerwanna liegen westlich von Westerwanna im Moor und in der Süderheide.

Die erste urkundliche Erwähnung hatte der Ort 1139 als „Wanen“. Das St.-Paul-Kloster vor den Toren Bremens besaß zu dieser Zeit 1½ Höfe in Wanna. Um 1230 lässt sich eine Kapelle in Süderleda nachweisen. Das Vorschlagsrecht für den Pfarrer lag später beim Kloster Neuenwalde. 1239 verkaufte Herzog Albert I. des noch ungeteilten Herzogtums Sachsen den Kirchspielsleuten von Süderleda einen Weg nach Osterwanna (heute: die „Neue Trift“) und einen Entwässerungskanal nach der Emmelke. Seit dem 14. Jahrhundert bestand aber auch eine Kirche in Westerwanna, die dem Heiligen Georg geweiht war. Um 1369 wurde eine neue Kirche in Westerwanna errichtet, bei der man wahrscheinlich Material der abgebrochenen Süderledaer Kapelle mitverwandte.

Zwischen Michaelis und Weihnachten 1526 wurde Wanna evangelisch.

1590 wurde das Wiesen- und Moorland (Allmende) im Osten der Gemeinde zwischen den bereits bestehenden Höfen aufgeteilt. In diese Zeit dürfte die Anlage der Moorwettern fallen, als Verlängerung der südlichen Wettern der Holländerhufen in Ihlienworth-Westerende, nach Westen, Richtung Süderledaer Hof. Nach ca. 1650 nahm, neben der Landwirtschaft, die wirtschaftliche Bedeutung des Torfstichs am Nordrand des Ahlenmoors zu. Der getrocknete Torf wurde meist über die Emmelke und Medem nach Otterndorf geschifft.

Seit 1915 wurde die Kultivierung der südlich von Wanna gelegenen Heide und Moorgebiete verstärkt in Angriff genommen. Hier entstand die Siedlung Ahlen-Falkenberg, die seit 1951 über eine eigene Kapelle verfügt.

1970 wurde Wanna Mitglied der Samtgemeinde Hadeln, 1972 schloss sich die Gemeinde Wanna der zwei Jahre zuvor gebildeten Samtgemeinde Sietland an.

Gravenberg mini|Der Gravenberg bei Wanna Die Wannaer Geest ist reich an vor- und frühgeschichtlichen Fundstätten. Neben Großsteingräbern der Trichterbecherkultur hat besonders das altsächsische Urnengräberfeld am Gravenberg überregionale Bekanntheit erlangt.

Der Kronskark, auch Wanna 10 genannt, ist eine Megalithanlage im Forst Ahlen.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1910 1423 1925 1704 1933 1576 1939 1871 1950 2696 1956 2274 1961 2275 1970 2323 1973 2290 1975 2214 ¹ Jahr Einwohner Quelle 1980 2247 ¹ 1985 2211 ¹ 1990 2265 ¹ 1995 2352 ¹ 2000 2416 ¹ 2005 2421 ¹ 2010 2329 ¹ 2015 2179 ¹ 2020 2221 ¹ ¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik

Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Wanna besteht aus 13 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2.001 und 3.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.

Anders als bei einer Gemeinde oder Samtgemeinde wird der Bürgermeister bei einer Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde nicht direkt gewählt, sondern aus der Mitte des Rates für die Dauer der Wahlperiode. Die Bürgermeisterwahl wird in der ersten Gemeinderatssitzung vollzogen.

Die letzte Kommunalwahl am 12. September 2021 ergab das folgende Ergebnis:

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze SPD 48,66 % 6 CDU 34,94 % 5 FBW 6,89 % 2 Einzelbewerber Kunkel 5,33 %

Die Wählergruppe FBW und der Einzelbewerber Kunkel erreichen mit ihren Einzelsitzen nach einem Zusammenschluss zur FBW/Kunkel-Gruppe Wanna zwei Sitze im Gemeinderat.

Bürgermeisterin Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Nicole Friedhoff (SPD) zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin für die aktuelle Wahlperiode. Ihre Stellvertreter sind Wilfried Fisser (CDU) und Jürgen Cordts (SPD).

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Wanna stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Albert de Badrihaye, der zahlreiche Wappen im Landkreis Cuxhaven erschaffen hat. Nach 1945 wurde aus dem Originalwappen, wegen der Entnazifizierung, eine Rune von der silbernen Urnenabbildung entfernt.

Flagge 100px Hissflagge: „Die Flagge ist schwarz-grün geteilt mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke

Ev.-luth. Kirche St. Georg von 1867 Großsteingrab im Ahlen-Falkenberger Moor Megalithanlagen bei Westerwanna Kronskark Forsthaus Haubusch 4 von 1883 Wohn- und Wirtschaftsgebäude Moorweg 10, Zweiständer-Hallenhaus von 1892 Ehemaliges Gasthaus Weststraße 22 von 1902

Naturdenkmale

Findling Doppeleiche auf Steingrab Falkenberg Kleinsthochmoorrest (Verordnungsdatum 2. Oktober 1995)

Heimatmuseum mini|Das Heimatmuseum in Wanna Das Heimatmuseum zeigt in einem alten Bauernhaus Funde der Vor- und Frühgeschichte. Es beherbergt die Dorfschmiede, die Holzschuhwerkstatt und die Schuhmacherei.

Musik Die Musik-Kultur in Wanna wird geprägt durch die Kirche und ihre musikalisch geprägten Gottesdienste. 2010 wurde die Grundschule Wanna in Prof.-Hermann-Rauhe-Schule (Hermann Rauhe war Leiter der Hamburger Musikhochschule) umbenannt, mit einem Schwerpunkt auf dem musisch-kulturellen Bereich. Eine Hard-Rock-Band gründete sich 2011.

Sprache und Dialekt In Wanna wird Hochdeutsch und Nordniedersächsisch gesprochen.

Verkehr Wanna ist durch eine KVG-Omnibuslinie an Otterndorf und Bremerhaven angebunden.

Persönlichkeiten Ehrenbürger Marie-Luise Hoppe, geb. Paul (1936–2018), Autorin, Heimatpflegerin und Chorleiterin; sie bekam wegen ihrer Buchveröffentlichungen über Wanna im Oktober 2016 die Ehrenbürgerschaft verliehen.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Hermann Rauhe (* 1930), Musikwissenschaftler und Musikpädagoge

Personen, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen

Gregorius Struve († vor 1737), Meistergeselle von Arp Schnitger, namhafter Orgelbauer im Raum Oldenburg und Bremen; er baute 1733 die Orgel in der St.-Georg-Kirche. Willibald Hentschel (1858–1947), Naturwissenschaftler und Schriftsteller, wohnte in der „Keim-Siedlung Niegard“ bei Westerwanna

Sagen und Legenden

Der Wannaer Kirchenbau Der Gravenberg Der Wannaer See Der Jungfernberg Das brüllende Moor Sünderfehden (Quelle:)

Literatur

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Wanna Stadtwiki Cuxhaven – Wanna

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Cuxhaven

Kategorie:Ersterwähnung 1139