Pépé le Moko – Im Dunkel von Algier (Originaltitel: Pépé le Moko) ist ein französisches Filmdrama von Julien Duvivier aus dem Jahr 1937 nach einem Roman (1931) von Henri La Barthe (unter dem Pseudonym Roger Ashelbé). Der Film, der 1936 gedreht wurde, gilt als Vertreter des poetischen Realismus, wird jedoch auch oft im Zusammenhang mit Vorläufern des Film noir genannt.

Handlung Der aus Marseille stammende Gangster Pépé kann auf der Flucht vor der Polizei in Algerien untertauchen. In der Kasbah Algiers ist er vor dem Zugriff der französischen Polizei sicher. Polizeiinspektor Slimane stellt fest, dass er Pépés nur habhaft werden kann, wenn er ihm eine Falle stellt. Er lässt Gaby, in die Pépé sich verliebt hat, wissen, dass dieser erschossen worden sei. Daraufhin will Gaby sich nach Frankreich einschiffen. Als Pépé das erfährt, verlässt er die Kasbah, um Gaby alles zu erklären, und wird festgenommen. Als das Schiff, das Gaby von ihm entfernt, sein Abfahrtssignal gibt, ersticht Pépé sich.

Kritiken Jürgen Labenski befand in Reclams Filmführer: „Duvivier hat hier Motive des amerikanischen Gangsterfilms geschickt adaptiert und variiert. […] Der düstere Fatalismus, bei dem der Hoffnungsschimmer einer Liebe und die Erkenntnis einer vagen Glücksmöglichkeit die Düsternis nur noch drückender erscheinen lässt, fand in den dreißiger Jahren nicht nur in Frankreich ein aufnahmebereites Publikum.“Jürgen Labenski: Reclams Filmführer. Stuttgart 1973.

Das Lexikon des internationalen Films attestierte Jean Gabin eine „Paraderolle […] in einem der besten Filme Duviviers“. Der Film sei als „atmosphärisch dicht inszeniert[es] Gangstermelodram […] ein herausragendes Werk des französischen Kinos der 30er Jahre“.

Anmerkungen Der Film kam erst 22 Jahre nach seinem Erscheinen in die deutschen Kinos. Bereits 1938 inszenierte der Regisseur John Cromwell ein Hollywood-Remake unter dem Titel Algiers mit Charles Boyer und Hedy Lamarr in den Hauptrollen. 1948 entstand mit Casbah – Verbotene Gassen auch eine Musical-Verfilmung des Stoffs mit Tony Martin und Yvonne De Carlo.

Synchronisation Die deutsche Synchronfassung entstand 1958 bei der IFU – Internationale Film-Union AG, Remagen. Paula Lepa schrieb das Dialogbuch und Hermann Siemek führte Regie.

RolleDarstellerSynchronsprecherPépé le MokoJean GabinGünter PfitzmannInspektor SlimaneLucas GridouxPaul BürksGaby GouldMireille BalinMarion DeglerRégisFernand CharpinWerner Lieven

Auszeichnungen 1940: Kinema-Jumpō-Preis in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film 1941: National Board of Review Award in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film

Literatur Günter Giesenfeld: [Artikel] Pépé le Moko – Im Dunkel von Algier. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmklassiker. Beschreibungen und Kommentare. 4 Bde. (= RUB. Nr. 9416). Reclam, Stuttgart 1995, ISBN 3-15-009416-X, Bd. 1, S. 349–351.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1937 Kategorie:Französischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Literaturverfilmung