Oberhaag (slow. Zgornji Osek) ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Leibnitz im österreichischen Bundesland Steiermark. Der Name leitet sich von Haag, einem umfriedeten Gebiet, ab.
Geografie Oberhaag liegt im Saggautal zwischen Eibiswald und Arnfels in der Steiermark. Fünf Kilometer der Gemeindegrenze sind zugleich Staatsgrenze zu Slowenien.
Am 8. Juli 2022 eröffnete der Grenzübergang von Oberhaag in Lieschen / Großlieschen nach Brezni Vrh, Slowenien.Drei neue Grenzübergänge: Herzerlstraße wird Grenze. Kleine Zeitung, Print. 6. Juli 2022, S. 23.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften und Katastralgemeinden (Fläche Stand , Bevölkerung Stand ): Altenbach ( Ew.; ) Hardegg ( Ew.; ) Kitzelsdorf ( Ew.; ) Krast ( Ew.; ) Lieschen (Aussprache ; Ew.; ) Obergreith ( Ew.; ) Oberhaag ( Ew.; )
Nachbargemeinden
Geschichte Erstmals wurde das Gebiet um Oberhaag in einer Urkunde erwähnt, in der der Hochfreie „Reinbertus von Muorekke“ (Mureck) Güter „in superiori hage“ (Oberhaag) dem Stift St. Paul im Lavanttal widmet. Die zahlreichen Burgställe „im haag“ waren zu Freihöfen und Ansitzen von sogenannten „Ein-Schild-Rittern“ geworden, die damals die politische Verwaltung des Landes darstellten.
Darunter werden 1170 auch die Brüder von Kohlberg (heute ein Ortsteil von Oberhaag) in einer Leibnitzer Pfarrurkunde erwähnt, in denen auch die Pfarren Sankt Johann im Saggautal und Eibiswald genannt werden, die damals zur Mutterpfarre Leibnitz gehörten. Nach der Errichtung der Pfarre 1788 gehörte Oberhaag zu Pfarre Arnfels. 1795 wurde schließlich die erste Dorfkapelle errichtet.
Die Ortsgemeinden als autonome Körperschaften entstand 1850, aber erst 1878 wurde Oberhaag von Arnfels gelöst und zu einer selbständigen Gemeinde erhoben. Dabei wurden die Katastralgemeinden Maltschach, Altenbach, Hardegg, Kitzelsdorf, Krast, Lieschen, Oberhaag und Obergreuth zur neuen Gemeinde Oberhaag.Kundmachung des k. k. Statthalters in Steiermark vom 3. Dezember 1878, stmk. Landesgesetzblatt IX. Stück, Jahrgang 1878, Nr. 17. Oberhaag zählt heute flächenmäßig zu den größeren Gemeinden des Bezirkes Leibnitz. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.
Soweit bisher bekannt ist, ist Oberhaag die erste Gemeinde Österreichs, die mit Maria Rothschedl eine Frau als Bürgermeisterin hatte. Am 6. Juni 1946 vermeldete die kommunistische Zeitung Österreichische Volksstimme, dass wurde, als erste Bürgermeisterin Österreichs.Meldung: Die erste Bürgermeisterin. In: Österreichische Volksstimme. Nr. 30, 6. Juni 1946, S. 3: Chronik des Tages (Scan auf onb.ac.at, siehe Seitenmitte). Sie war damals 24 Jahre alt und Tochter des vorhergehenden Bürgermeisters Josef Rothschedl, der sein Amt zurückgelegt hatte. Nach nur zwei Monaten legte nunmehr sie das Bürgermeisteramt „wegen Krankheit“ zurück. Ihr Nachfolger bis 1955 wurde wiederum ihr Vater Josef. - Gemeinderatssitzungsprotokoll vom Samstag 1.6.1946: "8 Stimmen für Frl. Maria Rotschädl (sic!) (Adresse: Wuggau), 1 Stimme leer". Bild von Maria Rothschedl aus 1940, sie heiratete 1951 Hermann Weiss, der direkt neben dem Gemeindeamt wohnte und sich in die junge Bürgermeisterin verliebte. Sie bekamen 3 Kinder, eine Tochter verstarb mit 9 Monaten, die Mutter starb am 28. Dezember 1985. Ihr Neffe A. R., der heute noch am Heimathof lebt erzählt über seine Tante und ihren Vater. In der öffentlichen Rezeption galt lange Zeit Zenzi Hölzl als erste Bürgermeisterin.Text zur interaktiven Karte: Frauen als Ortschefinnen immer noch unterrepräsentiert: Bürgermeisterinnen. In: genderATlas.at. Datenstand 2017, abgerufen am 16. Dezember 2019 (Kooperation von TU Wien, Uni Wien und ÖIR-Projekthaus).
Bevölkerungsentwicklung
Im Jahr 2026 lebten nur mehr 2019 Menschen in Oberhaag.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Thunau, Litho. von Georg Matthäus Vischer (1628–1696) mini|Pfarrkirche Oberhaag mini|Die „Jubiläums-Volksschule“ in Oberhaag wurde 1908 anlässlich des 60-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. erbaut. mini|Das Naturjuwel Altenbachklamm weist bei einer Länge von 2,3 km eine Höhendifferenz von knapp 400 Metern auf.
Schloss Thunau Katholische Pfarrkirche Oberhaag Mariahilf Die Altenbachklamm ist ein Wander- und Ausflugsziel im Naturpark „Südsteirisches Weinland“ Der Ortsteil Altenbach bei Oberhaag wird mit dem Auftreten der Trud in Verbindung gebracht, die einer schlafenden Bäurin die Luft zum Atmen genommen haben soll. Als Abhilfe wird angegeben, man müsse die Hausschuhe mit den Spitzen zum Bett stellen, auf dass die Trud (die mit verdrehten Füßen geschildert wird) diese nicht verwenden könne.Robert Preis: Die Trud. Mancherorts darf man sich keine Fehler erlauben. In: 111 schaurige Orte in der Steiermark die man gesehen haben muss. Verlag emons:, Graz 2018. ISBN 978-3-7408-0445-9. S. 10.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 2001 20212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)71196 255 97120 90Produktion3228 23 105121 85Dienstleistung7860 41 255174 152 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Verkehr Die wichtigste Straße ist die Südsteirische Grenz Straße, die nach Westen nach Eibiswald und zum Radlpass und nach Osten ins Murtal führt.
Politik Bürgermeister Bürgermeister ist Ernst Haring (ÖVP).
Dem Gemeindevorstand gehören weiters der Vizebürgermeister Werner Strohmaier und der Gemeindekassier Erich Kuntner (ÖVP) an.
Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Nach dem Ergebnis der 2015 setzt sich dieser wie folgt zusammen: 11 ÖVP 1 SPÖ 2 FPÖ 1 Bürgerliste
+ Die letzten Gemeinderatswahlen brachten folgende Ergebnisse: Partei2020 2015 2010 2005 2000Stimmen%Mandate St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. ÖVP7816811 924 66 10 1070 74 11 954 64 10 1022 70 11 SPÖ124111 277 20 3 372 26 4 530 36 5 223 15 2 FPÖ158142 194 14 2nicht kandidiertnicht kandidiert 225 15 2Bürgerliste8471nicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiertnicht kandidiert Wahlberechtigte 1.880 1.960 1.930 1.797 Wahlbeteiligung67 % 75 % 76 % 79 % 83 %
Tourismusverband Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Ehrenhausen an der Weinstraße, Leutschach an der Weinstraße, Arnfels und Straß in Steiermark den Tourismusverband „Die südsteirische Weinstraße“. Dessen Sitz ist in Leutschach an der Weinstraße.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 302. S. 624–625.
Wappen links|65px Der Gemeinde Oberhaag wurde mit Beschluss vom 13. Oktober 1958 der Steiermärkischen Landesregierung das Recht verliehen, ab 1. Jänner 1959 ein Gemeindewappen zu führen. Blasonierung: „Im blauen Schild mit silbernem Rand ein rechtsaufgerichtetes silbernes Pferd, links oben und rechts unten von einem silbernen sechsstrahligen Stern begleitet.“
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1976: Josef Krainer (1930–2016), Landeshauptmann der Steiermark 1980–1996Grenzlandbote (April 1976), S. 6. Söhne und Töchter der Gemeinde Gerti Elias (* 1933), Schauspielerin und Autorin Werner Strohmaier (* 1942), Politiker
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten Karl Frodl (1919–2007), Politiker und von 1975 bis 1990 Bürgermeister von Oberhaag
Einzelnachweise
Weblinks
Altenbachklamm Oberhaag
Kategorie:Weinbaugemeinde in der Steiermark Kategorie:Poßruck Kategorie:Weststeirisches Riedelland Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Saggau (Sulm) Kategorie:Gemeindegründung 1878