Kammern im Liesingtal ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Leoben und Gerichtsbezirk Leoben des österreichischen Bundeslandes Steiermark.
Geografie Kammern liegt im Liesingtal im Nordosten der Steiermark, inmitten der Obersteiermark.
Die Gemeinde Kammern erstreckt sich von 14° 51' 21" östlicher Länge (Roßriedel am Ende des Fadlgrabens) bis 14° 59' 47" (nordöstlich des Trabocher Sees) und von 47° 20' 55" nördlicher Breite (Hennerkogel am Südende des Leimsgrabens) bis 47° 26' 55" (Gößeck).
Die höchste Erhebung im Gemeindegebiet ist das Gößeck mit , als höchste Erhebung des Reiting-Massivs. Weitere Erhebungen in diesem Bergmassiv sind: Klauen (), Kahlwandspitze () und Grieskogel ().
Im Süden liegt am Ende des Fadlgrabens der Klockkogel (), den Leimsgraben säumen Hennerkogel (), Hammerschlag (), Leimssattel () und Steineck ().
Die höchste Erhebung des isoliert im Tal bei Seiz gelegenen Veitscherwaldes ist der Reitererkogel mit einer Höhe von Zwischen dem Reitererkogel und dem Tannkogel () liegt das Wolfskreuz auf
Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt östlich von Mötschendorf () auf beim Übertritt der Liesing in die Gemeinde Traboch.
Gemeindegliederung Katastralgemeinden sind (Fläche Stand ): Dirnsdorf () Kammern () Leims () Mötschendorf () Pfaffendorf ()
Ortschaften (Einwohner Stand ) sind: Dirnsdorf () Glarsdorf () Kammern im Liesingtal (Hauptort, ) Leims () Liesing () Mochl () Mötschendorf () Pfaffendorf () Seiz () Sparsbach () Wolfgruben ()
Seit dem 27. Juni 2011 gehört die Gemeinde Kammern zur Kleinregion Liesingtal, welche an diesem Tag, gemeinsam mit den Gemeinden Kalwang, Mautern in Steiermark und Wald am Schoberpass, gegründet wurde., leobennews.at, abgerufen am 24. August 2011
Die Gemeinde bildet weiters gemeinsam mit Kalwang, Gaishorn am See, Mautern in Steiermark und Wald am Schoberpass den Tourismusverband „Palten-Liesing Erlebnistäler“ mit Sitz in Mautern.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 314. S. 628.
Nachbargemeinden
Gewässer Der Hauptfluss in der Gemeinde ist die Liesing. Zahlreiche kleine Bäche fließen der Liesing zu, einige davon führen nur nach stärkeren Regenfällen Wasser, andere wiederum sind in der Natur gar nicht mehr wahrnehmbar, stehen aber sehr wohl noch im Gewässerverzeichnis des Landes Steiermark.
Von Süden fließen zur Liesing: Obersbach Fadlbach mit dem Klockgrabenbach und dem Hüttengrabenbach Leimsbach mit dem Modlhansbach und dem Hennerbach Kammersbach Steineckbach mit dem Klammbach Mötschendorf-Brunngrabenbach Zuflüsse der Liesing von Norden: Schlossgrabenbach Schwarzenbach Seizerbach mit dem Dirnsdorferbach, dem Damischbach sowie dem Ploderbach, der seinerseits schon den Kaisertalbach und den Bechelbach aufgenommen hat Sparsbach Wolfskreuzgrabenbach Feitscherhofbach
Der östliche Tannkogelbach und der Trabocherseegraben münden direkt in den Trabocher See, von dem Teile des Ufers zur Gemeinde Kammern gehören. Der Mochlerbach fließt durch die Ortschaft Gai zum Veitscherbach, der dann in den Trabochersee mündet.
Geschichte Das früheste Schriftzeugnis ist von ca. 1130 und lautet auf „Kamera“. Der Name geht auf althochdeutsch kamara zurück und bedeutet ‚kleines Steinhaus‘ (eventuell als Verwaltungssitz).
Die Burgruinen Kammerstein (Unter-Kammern) und Ehrenfels (Ober-Kammern), welche von Adeligen mit weit reichenden Verbindungen (bis zum Schwiegersohn Kaiser Maximilians I., Siegmund von Dietrichstein) besessen wurden, belegen, dass die Herrschaft Kammern im Mittelalter teilweise überregionale Bedeutung hatte.
Am Reitererkogel dürfte – durch Bodenuntersuchungen nachgewiesen – eine Befestigung gestanden sein, die ursprüngliche Burg der Massenberger (?). Auch der Riedname Massenberg (Maser) südlich von Glarsdorf weist auf dieses Geschlecht hin.
Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 war die Gemeinde Teil des Reichsgaus Steiermark, 1945 bis 1955 gehörte sie zur britischen Besatzungszone in Österreich. Im Jahr 2010 erfolgte die Erhebung zur Marktgemeinde.
Bevölkerungsentwicklung 2026 lebten sogar 1675 Menschen in Kammern im Liesingtal.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche Kammern mini|Filialkirche Seiz
Burg Ehrenfels Burgruine Kammerstein Katholische Pfarrkirche Kammern hl. Johannes der Täufer Katholische Filialkirche Seiz hl. Ulrich Privatmuseum Dr. Rüdiger Böckel, ein bäuerliches Gerätemuseum Museumshof Kammern Marterlweg
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Anzahl der Betriebe und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)5277 857988 73Produktion2015 19137206 213Dienstleistung7979 46269288 194 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021
Verkehr Bahn: Die Bahnhaltestelle Kammern liegt an der Schoberpassstrecke, einer Teilstrecke der Rudolfsbahn. Straße: Schoberpass Straße B 113.
Politik mini|Gemeindeamt Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.
+Verteilung im GemeinderatJahr der GemeinderatswahlSPÖÖVPFPÖ200596—201096—20159512020105—20251131
Bürgermeister (seit 1945)
1947–1950: Karl Gruber (SPÖ) Johann Gasteiner (ÖVP) Anton Zötsch (ÖVP) Robert Karas (ÖVP) Andreas Stadler (ÖVP) Josef Mühleder (ÖVP) Karl Gruber (ÖVP) Rudolf Zündel (ÖVP) Franz Brandner (ÖVP) 1968–1989: Herbert Kühberger (ÖVP) 1989–2005: Josef Sprung (ÖVP) seit 2005: Karl Dobnigg (SPÖ)
Wappen 80px|links Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. August 1967. Blasonierung (Wappenbeschreibung): „In Grün über einem silbernen Wellenbalken zwei mit Zinnen bewehrte silberne Türme.“Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 18, 1968, S. 135. Die beiden Türme symbolisieren die Burgen Ehrenfels und Kammerstein, die hochgelegen am Nordhang des breiten grünen Tales stehen, das die Liesing durchfließt.
Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde 1968: Josef Krainer (1903–1971), Landeshauptmann 1979: Friedrich Niederl (1920–2012), Landeshauptmann 1988: Josef Krainer (1930–2016), Landeshauptmann 1995: Herbert Kühberger († 2009), Bürgermeister von Kammern im Liesingtal (1968–1989); Ehrenringträger seit 1985Informationsblatt der Marktgemeinde Kammern im Liesingtal, Dezember 2009, abgerufen am 21. März 2024.
Söhne und Töchter der Gemeinde Christoph von Zach (1474–1508), Bischof von Seckau 1502–1508 Franz Xaver Widerhoffer (1742–1799), Komponist Karl Dobnigg (* 1949), Bürgermeister Selina-Maria Edbauer (Salena) (* 1998), Sängerin und Teilnehmerin beim Eurovision Song Contest 2023
Personen mit Bezug zur Gemeinde Wolfhard von Ehrenfels († nach 5. Mai 1421), Bischof von Lavant 1411–1421 Konrad zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1863–1918), k.k. Ministerpräsident 1906 Harald Laurich (1920–1995), Lehrer, Volksschuldirektor und Politiker (SPÖ); wirkte hier bis 1948 als Volksschullehrer Christa Zötsch (* 1956), Fußballspielerin und Nachwuchstrainerin
Weblinks
Website der Marktgemeinde Kammern im Liesingtal
Einzelnachweise
Kategorie:Eisenerzer Alpen Kategorie:Seckauer Tauern Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Liesing (Mur)